probleme mit der steuerfahndung?

boatbet

New member
Okt. 14, 2009
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wie ist das eigentlich wenn man mal ne gewinnsträne hat und jeden monat sagen wir mal ein paar tausender auszahlt?
bekommt der staat davon wind bzw schöpft er dabei verdacht dass es sich z.B. um steuerhinterziehung o.ä. handeln könnte?
dagegen wird ja aktuell massivst vorgegangen. in wie fern betrifft das online gewinne?
ich meine mal was davon gelesen zu haben dass dem staat nur überweisungen ab 10.000€ gemeldet werden.
da ich über den letzten zeitraum ziemlich viel geld über online poker und wetten gemacht und auch oft ausgezahlt habe
frage ich mich jetzt ob eventuell die steuerbehörde oder sonstwer morgen plötzlich vor meiner tür stehen könnte [[nixweiss]]
wäre aus persöhnlichen umständen sehr ungünstig da ich selbstständig bin und naja.. ihr wisst schon :mrgreen:
 
Dass dich bis an die Zähne bewaffnete KSK Einsatzgruppen wegen sowas morgens unsanft aus dem Schlaf reißen gibts nur im Film - oder wenn du Zumwinkel heisst.


Im richtigen Leben ist so, dass aufgrund der EU-weiten Geldwäschegesetze Auslandsüberweisungen > € 10 K von den Banken automatisch an die Behörden gemeldet werden müssen. Das betrifft nicht Inlandsüberweisungen, wohl aber Bareinzahlungen.

Aber auch Beträge < 10 K wird sich die Bank ansehen, wenn begründeter Verdacht (!) auf Geldwäsche vorliegt, der Überweiser z.B. nicht bankbekannt ist usw., was bei der eigenen Hausbank aber eh selten der Fall ist.

Tip: Überweisungen in kleinere Portionen von 2-3 K stückeln, kommt ein grosser Brocken davor kurz auf der Bank Bescheid sagen ("..erwarte in den nächsten Tagen grössere Eingänge..", anrufen und fragen ob Gutschrift X schon eingetroffen ist usw.)

Meldet sich trotzdem einmal die Finanz (wie es mir selbst erst vor kurzem passiert ist [[hammer]] ) gilt es, glaubhaft zu versichern, woher das Geld kommt, Wetten und Pokern ist weiterhin ja nicht verboten (zumindest hier in Österreich..), Gewinne aus Sportwetten sind steuerfrei bzw. nicht steuerbar (gelingt dies nicht, droht Steuernachzahlung).

In Zeiten des Online Wettens/Pokerns ist dieser Nachweis (dass das Geld aus Sportwettengewinnen stammt) auch relativ leicht zu erbringen - jeder Buchmacher /Pokeranbieter führt eine Kontohistorie, die man bei Bedarf dem FA übermitteln kann und so beweisen kann, wo das Geld herkommt.

Wer "analog" wettet (= in der Wettbude), wird sich dementsprechend Gewinnscheine aufheben (müssen).
 
Zuletzt bearbeitet:
fuer den deutschen Bereich wuerde ich das anders sehen... und mich so lange als moeglich hueten irgendwelche konkreten Zahlen zum Wettverhalten preiszugeben (ausser du bist im Minus).

yup.
letztendlich sind wettgewinne zwar nicht steuerbar,aber bin dennoch der meinung,dass von 10 FA-ämtern ein jedes die steuerbarkeit um nuancen anders sieht.
und jedes zweite FA versucht sicherlich eine steuerbarkeit draus zu stricken(stichwort gewinnerzielungsabsicht)

solange jemand noch in hotel mama wohnt,oder die frau/partnerin über ein steuerbares einkommen verfügt braucht man ja nix anzugeben.

interessanter wirds erst wenn die wettgewinne die einzige einkunftsart sind und derjenige eine familie zu ernähren hat und im eigenheim oder zur miete wohnt.
da muss man die hosen runterlassen.
kommt vielleicht noch drauf an,wie alt derjenige ist,bzw ob derjenige bis dato im arbeitsleben stand und deswegen schon einige steuererklärungen abgegeben hat.einmal im fokus des FA gibts kein entkommen mehr
 
wie ist das eigentlich wenn man mal ne gewinnsträne hat und jeden monat sagen wir mal ein paar tausender auszahlt?
bekommt der staat davon wind bzw schöpft er dabei verdacht dass es sich z.B. um steuerhinterziehung o.ä. handeln könnte?
dagegen wird ja aktuell massivst vorgegangen. in wie fern betrifft das online gewinne?
ich meine mal was davon gelesen zu haben dass dem staat nur überweisungen ab 10.000€ gemeldet werden.
da ich über den letzten zeitraum ziemlich viel geld über online poker und wetten gemacht und auch oft ausgezahlt habe
frage ich mich jetzt ob eventuell die steuerbehörde oder sonstwer morgen plötzlich vor meiner tür stehen könnte [[nixweiss]]
wäre aus persöhnlichen umständen sehr ungünstig da ich selbstständig bin und naja.. ihr wisst schon :mrgreen:


Erklärt der Staat wettgewinne für steuerbar und läßt die bürger diese versteuern, so muss er auch die wettverluste anerkennen und gegen die wettgewinne verrechnen lassen. da die überwiegende mehrzahl der spieler verluste anhäuft wär das für den staat ein verlustgeschäft. ein politiker müsste strohdumm sein um so eine forderung zu stellen.
 
Wuerde eher schreiben "muesste".
Praktisch gibt es keine einheitliche Differenzeirung zwischen gewerblich und von hobby wegen. Auch Gewinnerzielungsabsicht (die ja gerne - faelschlich - zitiert wird als Merkmal von Steuerbarkeit) MUSS nicht, kann ABER vorliegen. Analog zu Lotto wuerde Poker und Sportwetten mit Firmengeld definitiv steuerbar sein (-> sonstige Einkuenfte).
Privat wird sich der Staat wohl demnaechst (nach Monopolfall) nicht lange bitten lassen staerker als bisher im Poker, Casino und Sportwettenbereich zuzulangen. Kannst ja versuchen dann die Spielverluste abzusetzen [[nixweiss]], ich gehe aber jede Wette ein dass, wenn es sich lohnt und machbar ist, eine Einkommenserzielungsabsicht vorgeworfen wird gegen die juristisch schwer vorzugehen sein wird.
Noch mal der Verweis auf die Suchfunktion, denke ich habe mit der Beschreibung von vor einigen Monaten schon sehr aktuell und praezise gelegen, vor allem was pot. Problemfelder angeht (bei der Erhebung der Steuern).
 
ein politiker müsste strohdumm sein um so eine forderung zu stellen.
Ich erlaube mir mal den Umkehrschluss: Wären unsere Politiker nicht strohdumm, hätten wir dann noch immer das Oddset-Monopol? [[grin]]

Die Argumentation ist schon plausibel, nur über die Intelligenz unserer Politiker würde ich lieber nicht in dieser Form spekulieren ...
 
Ich erlaube mir mal den Umkehrschluss: Wären unsere Politiker nicht strohdumm, hätten wir dann noch immer das Oddset-Monopol? [[grin]]

Die Argumentation ist schon plausibel, nur über die Intelligenz unserer Politiker würde ich lieber nicht in dieser Form spekulieren ...

da haste allerdings auch wieder Recht :mrgreen:[[yo]]

[[cheers]]
 
Ich zitiere mal unseren Rechtsprof (der sowohl lehrt als auch praktisch taetig ist):
Beruf ist eine auf Dauer angelegte Taetigkeit zur Schaffung oder Erhaltung einer Lebensgrundlage. Die tatsaechliche Dauer spielt dabei keine Rolle...

Allerdings kenne ich auch Praxisbeispiele wo selbst Hobbies auf niedrigstem Niveau als gewerblich eingestuft wurden, unabhaengig davon ob es sich "finanziell lohnte" oder nicht.
Das fuehrt uns also wieder zu:
Link entfernt


edit:
Wuerde gerne mal wissen aus wessen Feder der Artikel stammt. dpa wird ja kaum juristische Einschaetzungen dazu abliefern wollen,,, oder?
 
Zuletzt bearbeitet:
edit:
Wuerde gerne mal wissen aus wessen Feder der Artikel stammt. dpa wird ja kaum juristische Einschaetzungen dazu abliefern wollen,,, oder?

Gegen wie viele Gesetze verstoße ich eigentlich wenn ich in Deutschland aufs Klo gehe?
Von Umweltverschmutzung über Exhibitionismus bis zu Seuchengefahr läßt sich doch bestimmt was finden.
 
Sportwetten sind eigentlich auch nicht mehr steuerfrei, wenn man pro Tag mehr als 3 Stunden dafür veranschlagt. Nur, wer will das prüfen.

Es wird demnächst wahrscheinlich ein genaues Statement vom Bundesverfassungsgericht geben, wann und wie was versteuert werden muss, da der Big Brother Gewinner Sascha Sirtl (der 1 Jahr im Container war) keine Steuern auf seinen Millionengewinn akzeptiert, vor dem Bundesverfassungsgericht klagen wird, wird er eh verlieren, da er 24 Stunden - 1 ganzes Jahr im Container war, aber normal gibt es immer in den Urteilen eine lange und auch allgemeine Erklärung warum wie was und überhaupt bei Gewinnen dann in diesem Fall versteuert werden muss.

Also wäre in dem Fall nicht der Ausgang interessant, da der Fall eindeutig ist, sondern ob es ne lange und ausführliche Begründung dazu gibt.
 
Finanzgericht Köln hält Pokern nicht für Glücksspiel - SPIEGEL ONLINE

Der 12. Senat des Finanzgerichts Köln macht sich die Sache allerdings vergleichsweise leicht und folgt der Argumentation des Finanzamts. Demnach sind Gewinne eines Pokerspielers dann einkommenssteuerpflichtig, "wenn er über Jahre hinweg erfolgreich an Turnieren teilnimmt", wie die Vorsitzende Richterin Maria-Elisabeth Wetzels-Böhm in der Urteilsbegründung sagt (Az. 12 K 1136/11). Zugleich lässt sie die Revision zu, auf dass sich demnächst der Bundesfinanzhof in München um verbindliche Regelungen in der Eine-Million-Dollar-Frage bemühen möge.

Zwar bestreitet Eduard Scharf vehement, erstens über Jahre und zweitens besonders erfolgreich gepokert zu haben. Problematischer aber wird die Kölner Entscheidung noch aus einem anderen Grund: Wie lässt sich allgemeingültig der Erfolg eines Spielers definieren? Von welchem Moment an gilt der Nebenerwerbszocker schon als steuerpflichtiger Profi? Und kann ein solcher im Gegenzug auch seine Spielverluste steuerlich geltend machen?
Das Urteil könnte zudem Auswirkungen für die gesamte Poker-Szene haben, die in Deutschland seit Jahren boomt. Nach SPIEGEL-Informationen haben bereits mehrere hundert Spieler, die regelmäßig auf Turnieren zocken, Zahlungsaufforderungen erhalten. Manche, wie der Hesse Christoph W., spürten bereits, dass der Fiskus nicht blufft. Ihm wurde wegen seiner angeblichen Steuerschulden gleich das Konto gesperrt. "Sollte das Urteil bestand haben", sagt auch der Kölner Kläger Eduard Scharf, "wäre das mein finanzieller Ruin."
 
Das Urteil könnte zudem Auswirkungen für die gesamte Poker-Szene haben, die in Deutschland seit Jahren boomt. Nach SPIEGEL-Informationen haben bereits mehrere hundert Spieler, die regelmäßig auf Turnieren zocken, Zahlungsaufforderungen erhalten. Manche, wie der Hesse Christoph W., spürten bereits, dass der Fiskus nicht blufft. Ihm wurde wegen seiner angeblichen Steuerschulden gleich das Konto gesperrt. "Sollte das Urteil bestand haben", sagt auch der Kölner Kläger Eduard Scharf, "wäre das mein finanzieller Ruin."

Welche Konsequenzen wird/könnte dieses Urteil für Sportwettler haben, die davon leben/regelmäßig Gewinne einfahren...?
Hier im Forum liest man ja auch des öfteren von Mitgliedern, dass sie nicht nur durch manche Megakombis Vermögen angehäuft haben und durch Ihre Sportwetterei in Saus und Braus (davon) leben...
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Urteilsbegruendung ist noch nicht raus, soll dann aber auf der HP des FG Koeln veroeffentlicht werden (wird´s aber sicher auch bei openjure etc geben).
Es scheint aber inetwa auf folgendes hinauszulaufen: Ein Spieler der laengere Zeit in Summe eine positive Bilanz aufweist ist einkommensteuerpflichtig.
Das ließe sich dann auch 1:1 auf Sportwetter anwenden. [[nixweiss]]

Ich habe just letzte Woche (auch angesichts des zu erwartenden Urteils) mit einem Steuerprof gesprochen. Der hatte mir erklaert (so hab ich ihn jedenfalls verstanden) dass die Steuerbarkeit daran scheitern muesste dass die zu erwartende Auszahlung (aufgrund buy-in und sonstiger Kosten) grundsaetzlich (heisst: im Allgemeinen, Ausnahmen gibt es trotzdem) unter 1 liegt (Ottonormalo also langfristig Minus macht. Was analog dazu die Begruendung ist weshalb der Lottogewinn nicht besteuert wird). Die einzige Ausnahme davon waeren Falschspieler deren Erwartung natuerlich ueber 1 liegt und die deshalb zB besteuert wuerden. Ausserdem muesste ansonsten konsequenterweise der Pokerverlust auch abgesetzt werden koennen.

Deshalb ist die Urteilsbegruendung so wichtig. Augenscheinlich hat der Fiskus erfolgreich die Problemstellen herausdefiniert. D.h. sie deklarieren den Verlierer in eine Liebhaberei die steuerlich keine Relevanz besitzt (und damit kann nichts abgesetzt werden) und den Gewinner (Profis) in eine Professionalitaet, die steuerbar sein soll.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Urteilsbegruendung ist noch nicht raus, soll dann aber auf der HP des FG Koeln veroeffentlicht werden (wird´s aber sicher auch bei openjure etc geben).
Es scheint aber inetwa auf folgendes hinauszulaufen: Ein Spieler der laengere Zeit in Summe eine positive Bilanz aufweist ist einkommensteuerpflichtig.
Das ließe sich dann auch 1:1 auf Sportwetter anwenden. [[nixweiss]]

Ich habe just letzte Woche (auch angesichts des zu erwartenden Urteils) mit einem Steuerprof gesprochen. Der hatte mir erklaert (so hab ich ihn jedenfalls verstanden) dass die Steuerbarkeit daran scheitern muesste dass die zu erwartende Auszahlung (aufgrund buy-in und sonstiger Kosten) grundsaetzlich (heisst: im Allgemeinen, Ausnahmen gibt es trotzdem) unter 1 liegt (Ottonormalo also langfristig Minus macht. analog zur begruendung weshalb der Lottogewinn nicht besteuert wird). Einzige Ausnahme davon waeren Falschspieler deren Erwartung natuerlich ueber 1 liegt und die deshalb zB besteuert wuerden. Ferner muesste ansonsten konsequenterweise der Pokerverlust auch abgesetzt werden koennen.

Deshalb ist die Urteilsbegruendung so wichtig. Augenscheinlich hat der Fiskus erfolgreich die Problemstellen herausdefiniert. D.h. sie definieren den Verlierern in eine Liebhaberei die steuerlich keine relevanz besitzt (und damit kann nichts abgesetzt werden) und die Gewinner (Profis) in eine Professionalitaet, die steuerbar sein soll.

nöö! Entscheidend ist nicht die tatsächliche Bilanz, sondern lediglich die Gewinnerzielungsabsicht (und selbst die muss nicht zwingend gegeben sein). Ein durchaus interessantes Urteil, dass wir da zu erwarten haben! Wobei ich Pokern oder Sportwetten ohnehin nicht dem Glücksspiel zuordnen, sondern eher der Börsenspekulation gleichsetzen würde (die natürlich steuerpflichtig ist)
 
Tja, das ist Deutschland.

Mit Logik, Anstand und ähnlichen Bezeichnungen hat der Staat eh nichts mehr zu tun.

Am besten auswandern, wie ich schon häufiger geschrieben habe, wenn man von sowas leben kann.

Entweder ist Poker Glücksspiel und es darf nicht versteuert werden oder es ist kein Glück und Poker muss schonmal raus aus dem Bereich Glücksspiel, dann sollte man auch die Verluste absetzen können und nicht nur dürfen.

Es wird hier aber nur noch seitens des Staates sich alles so hingedreht, wie dem Staat passt.
 
Die Gewinnerzielungsabsicht hat doch jeder der Lotto/Poker/Sportwetten... spielt. [[nixweiss]]

Echt? :mrgreen:

Es geht hier um die Handhabe mit dem umfangreichen Thema seitens der Politik und des Staates allgemein. Und aus deren Sicht und der Gesetzgebung ist es Glücksspiel und damit nicht steuerpflichtig. Ansonsten müssen sie konsequenterweise auch den Glücksspielstaatsvertrag lediglich auf die Automatenspiele und Casinospiele, außer Kartenspiele, reduzieren und Verluste bei Sportwetten und Poker absetzen lassen können.

Es geht nicht darum, das man wenn man z.B. beim Pokern über 5 Jahre, 2-3 Millionen Euro bei den größten Turnieren einsackt und dann mit nem Steuerfreifahrtschein rumlaufen soll, jeder normale Arbeiter muss seine Steuern entrichten. Es geht darum, das sich der Staat dann dazu bekennen soll, das diese Sachen eben nichts mit Glück zu tun haben oder nur sehr gering.

Wenn ich durch Sportwetten gut leben könnte, warum soll ich keine Steuern zahlen müssen. Nur der Staat muss dafür eigentlich einen Schritt machen und sich von vielen Dingen aus dem Glücksspielstaatsvertrag lösen. Das will man aber nicht, nicht nur weil sie nicht wollen würden aus Prinzip, sondern weil die Lottogesellschaften den Politikern Honig ums Maul schmieren oder sie keine Ahnung davon haben und lieber mit den anderen Politikern mitgehen, bei solchen Entscheidungen.

Grundsätzlich hast du vollkommen Recht, warum soll jemand, der mit Poker oder Sportwetten sehr gutes Geld verdient nicht besteuert werden, Steuerfreiheit auf diesem hohen Niveau haben nichtmal Politiker, sondern hatte ganz ganz früher nur der König, ist aber schon lange her :mrgreen:

Es geht hier ums Prinzip.