Lottostaatsvertrag

Pechvogel

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Juli 1, 2003
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Es ist ja um die Thematik wieder ruhiger geworden.
Passiert nun ab 1.1.09 irgendwas? Aktionen a la Regierungspräsidium Düsseldorf o.a.

Ich meine nicht die juristischen Spitzfindigkeiten, sondern konkrete praktische Auswirkungen für die deutschen Wetter.
Sind z.B. die Durchführungsbestimmungen mittlerweile bekannt?
 
Jetzt drehens ganz durch!!!

Bis dato wurden Seiten, die laut neuem deutschen Glücksspiel Staatsvertrag illegal sind, durch einen IP-Block des Internetproviders aus dem Verkehr gezogen. Jetzt ergreift Düsseldorf neue Maßnahmen – die Domainnamen werden "zwangsenteignet".

Die Schonfrist ist fast vorüber - seit dem in Kraft treten des neuen deutschen Glücksspiel Staatsvertrags sind Internetanbieter verboten. Das Jahr 2008 stellte hierbei eine Art "Übergangsfrist" dar, in der sich Anbieter aus dem Markt zurückziehen konnten. Dieses Jahr ist nun bald vorüber und somit gilt "Aktion scharf".

Wie "scharf" das sein kann macht Düsseldorf derzeit vor, denn die Bezirksregierung, besser gesagt Regierungspräsident Jürgen Büssow, packen das Übel direkt an der Wurzel. IP-Blocking ist ihnen da zu wenig. Die Anbieter müssten dezidiert aus dem Verkehr gezogen werden. Und so wird direkt gegen die Domain-Registrare bzw. Anbieter geklagt bzw. werden die Registrare gezwungen den Domainnamen direkt an die Bezirksregierung zu übertragen.

Zwei Anbieter wurden so bereits vom Markt liquidiert – Link entfernt und www.bet3000.com. Unglaublicherweise wurden die Domains wirklich direkt auf Büssow persönlich übertragen – er wurde zum Besitzer der Seiten. So konnte er gemütlich die Seiten unerreichbar machen. Im Fall von bet3000 dürfte aber nicht alles geklappt haben, denn kurz nachdem die Seiten ins Nirvana führten, war und ist bet3000 wieder erreichbar.

Es dürfte an der rechtlichen Situation liegen, denn die Zwangsenteignung von Domains unter Berufung auf das Monopol geht mit geltenden Handels- und Mediengesetzen (auch jener der EU) nicht konform. Also den Registrar zu zwingen den Eigentümer umzuschreiben ist dann doch nicht ganz so einfach, nicht einmal mit dem langen Arm des Gesetzgebers.

Unter den Usern hat die Abschaltung einige Verwirrung verursacht, in Foren wurde sogar der neue Registrar-Eintrag gepostet. "Alles wieder gut" zumindest bei bet3000 und das auch nur vorläufig. Denn Büssow macht Ernst und will keine privaten Wett- und Glücksspielanbieter mehr im Internet haben – also zumindest in Deutschland. Ob sich derartige Aktionen ausbreiten werden oder "Nachahmer" finden bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall für alle beteiligten eine unangenehme Situation – für den Anbieter und den Kunden. Und letztendlich auch für die Bezirksregierung wenn all der Aufwand umsonst gewesen sein sollte.

Quelle: http://de.pokernews.com
 
Westkreuz schrieb:
Daniel schrieb:
In gewissen Bereichen ist Deutschland eben nicht weiter wie vor 70 Jahren auch. Diktatur hoch 10.
In einigen Landesteilen Deutschlands feierte die Diktatur noch vor bis zu 20 Jahren fröhliche Urständ.

Die eine Diktatur mit der anderen zu vergleichen, von Dir hab ich eigentlich etwas mehr Geist erwartet.

Übrigens läßt sich das Wettmonopol gerade deshalb in Deutschland nicht so richtig durchsetzen weil die zwanzig Jahre zurückliegende Diktatur Lizensen verteilt hat.
 
Uebertreiben sollte man das jetzt nicht.
Den Buchmachern kann man naemlich ohne weiteres vorwerfen nicht genug fuer die deutschen Kunden zu tun. "Zwangsenteignung" als Wort ist hier auch voellig fehl am Platze, Möglichkeiten dagegen vorzugehen gibt es genug. Ob Bet3000 diese nutzt moechte ich mal ganz stark bezweifeln.
Nochmal in aller Klarheit: Die mehrheitliche Politik für das Monopol ist nur eine Seite der Medaille, die andere ist ganz klar die (praktische) Untätigkeit der Buchmacher.
"Abcashen" wollen sie alle, aber dafür auch Investieren offensichtlich nicht.
 
Energienudel schrieb:
die andere ist ganz klar die (praktische) Untätigkeit der Buchmacher.
"Abcashen" wollen sie alle, aber dafür auch Investieren offensichtlich nicht.

Wer sollte großartig auf diesem Gebiet noch investieren?

BWin hat es getan und ist mit dem entstandenen Status Quo und der deutschen Marktführerschaft im Onlinegeschäft offenbar zufrieden. Gera scheinbar auch.

Novotec hält die Beine still, weil das Automatenaufhängen lukrativer ist als der Admiral.

Diverse Briten haben beschlossen, eh es Ärger gibt verzichten wir auf die deutschen Peanuts.

Und die meisten stellen ihre Seite neben 10 anderen Sprachen auch auf Deutsch ins Netz und lassen es einfach laufen.

Der eigentliche Arschkarte bleibt tatsächlich beim Kunden. Er spielt auf eigenes juristisches Risiko.
 
Pechvogel schrieb:
Westkreuz schrieb:
Daniel schrieb:
In gewissen Bereichen ist Deutschland eben nicht weiter wie vor 70 Jahren auch. Diktatur hoch 10.
In einigen Landesteilen Deutschlands feierte die Diktatur noch vor bis zu 20 Jahren fröhliche Urständ.

Die eine Diktatur mit der anderen zu vergleichen, von Dir hab ich eigentlich etwas mehr Geist erwartet.

Übrigens läßt sich das Wettmonopol gerade deshalb in Deutschland nicht so richtig durchsetzen weil die zwanzig Jahre zurückliegende Diktatur Lizensen verteilt hat.

Die im Osten waren halt diesbezgl. etwas schlauer.

Eigentlich wäre der Markt ganz einfach zu öffnen, aber die Dicken aus der Politik wollen lieber auf dem Geld sitzen bleiben. So kann man ja selber bestimmen, was mit dem Geld passiert und bei einem freien Markt können eben die privaten bestimmen, wo das Geld hinfließt.

In Brüssel ist man aber anscheinend genau so doof, denn es kann ja net so schwer sein, da endlich mal für Klarheit zu sorgen. Aber die sitzen ja alle in einem Boot.


Ich bin mal gespannt wie sich die Finanzkrise auswirkt. Irgendwann kommt man hier noch auf die Idee, dass wir nur noch im Inland kaufen und urlauben dürfen.
 
Stefan schrieb:
Bis dato wurden Seiten, die laut neuem deutschen Glücksspiel Staatsvertrag illegal sind, durch einen IP-Block des Internetproviders aus dem Verkehr gezogen. Jetzt ergreift Düsseldorf neue Maßnahmen – die Domainnamen werden "zwangsenteignet".
Keine Ahnung, wie die darauf kommen. Es gab meines Wissens niemals eine IP-Sperre eines Providers - wovon zum Geier reden die.
 
Am 01.01.2009 geht die EU Ratspräsidentschaft Frankreichs auf Tschechien über, die Franzosen, die ihr Sportwetten Monopol ja auch leidenschaftlich verteitigen, haben in der Zeit
ihrer Ratspräsidentschaft, zumindest meiner Meinung nach, die EU Vertragsverletzungs- Verfahren etwas blockiert. Ich hoffe das in Zukunft wieder mehr Bewegung in die durchsetzung
der Dienst- und Niederlassungsfreiheit kommt und wir bald alle von einem Liberalisierten Sportwetten Markt provitieren. Das ist einer meiner Wünsche für das Jahr 2009.
 
Es geht dem Ende entgegen, siehe:
http://www.reviersport.de/73578---wettmarkt-liberalisierung-scheint-wieder-moeglich.html
http://www.sueddeutsche.de/sport/516/457177/text/

Wobei in der Praxis sowieso kein Monopol existiert, also ist "Ende" etwas übertrieben ...
 
Daniel schrieb:
Regionalligist Eintracht Trier sorgt mit neuem Sponsor Digibet für Aufregung.
Lotto-Stiftung kündigt daraufhin die Partnerschaft.


http://www.volksfreund.de/sport/fus...-Trier-Lotto-Sponsoring-Sport;art5073,1967211

http://www.volksfreund.de/sport/fus...t-Trier-eintracht-Mainz-Trier;art5073,1969067

http://www.volksfreund.de/sport/fussball/eintracht/Eintracht-Trier-eintracht-Trier;art5073,1970228

Klasse Eintracht ! Danke Super Mario !

Raus mit dem Staatsmüll, rein mit den Privaten.


herrlich...eine Konkurrenz für oddset wenn man doch bedenkt, dass oddset für niemanden auch nur hauch von Konkurrenz is ;)
 
Und das Perverse an der ganze Sache ist auch noch: Die Monopolisten lassen wirklich keine einzige Gelegenheit aus, um sich über sinkende Umsätze zu beschweren. Alle paar Tage eine neue Jammer-Meldung.

Ja hallo?? Wenn man den eigenen Vertrag auch nur halbwegs ernst nehmen und dieses gesamte Spielsucht-Geschwafel nicht nur als Alibi verwenden würde, dann müsste man sich ja eventuell über sinkende Umsätze freuen.
Aber die Verantwortlichen scheinen zu blöd zu sein, um das zu kapieren. Um so lächerlicher machen sie sich vor der EU.

Hier heißt es sogar: "In diesem Jahr hoffen die Verantwortlichen auf einen Aufschwung."
http://www.stuttgarter-nachrichten.de/stn/page/1939965_0_2147_immer-weniger-tipper-versuchen-ihr-glueck.html

Hääää, ja was denn nun?? Entweder man unterhält ein Monopol mit der für sich genommen schon absurden Begründung, angeblich das Zocken unterbinden zu wollen ODER aber man wirtschaftet auf steigende Gewinne hin. Eines von beiden wird wohl nur gehen.