Horacio59
Wegen mir müssen Sie keine kürzeren Videos mehr anpeilen. Ich bin raus.
Das "VAR ist blöd" - Video ist für mich so wirr, ich könnte nicht mal ansatzweise Ihre Argumente / Ausführungen wiedergeben.
Liegt aber scheinbar an mir, jemand anderes kommentiert ja tatsächlich "Guter Kontent, die Vorschauen bitte auch in dieser Qualität hochladen.". [[yo]]
Es ist dann wohl immer eine Frage der Zeit, bis man mit derartigen Reaktionen konfrontiert wird?! Meine Argumente sind wirr. Es ist halt eine längere Kette von Argumenten, welche man (als Leser oder Hörer) auf diese Art noch nicht gehört hat. Überdies ist der Fußball gigantisch "überbesetzt" von Experten, welche alle ganz genau wissen, wo der Schuh drückt. Beim Thema "Fußball" möchte jeder nur reden dürfen und keiner erkennt eine Notwendigkeit, zuzuhören. Er weiß schon alles, was könnte er also durch Zuhören Neues erfahren? Da mir diese Problematik nicht nur bekannt, bewusst ist sondern ich mit ihr häufig genug zu tun habe, geht es, wenn überhaupt, nur über das allmähliche Erlangen von Glaubwürdigkeit. Hier, so soll man irgendwann schlussfolgern, werde ich gut betreut, hier lohnt es, zuzuhören, hier werden Sichtweisen logisch hergeleitet, welche ich bisher nicht eingenommen habe.
Ich versuche gerne noch einmal eine Kurzversion: die Eingriffe des Video Assistant Referee haben eine Tendenz. Die Tendenz verstärkt die an anderer Stelle aufgezeigte Problematik, welche da lautet: der Wert eines Tores ist so hoch, dass man sich mit der Anerkennung von Treffern schwer tut. Der Wert eines Tores bemisst sich auf verschiedene Arten. Eine Art ist die, dass ein Tor eine hohe Aufwertung der gerade bestehenden Torsituation bedeutet. Von "das kann eigentlich kein Tor werden" bis "plötzlich ist der Ball doch drin" ist ein großer Sprung. Eigentlich konnte es gar nicht, und nun ist es doch passiert. Vielleicht war da irgendwas faul an der Sache? (zum Vergleich: beim Handball oder Basketball würde es niemanden besonders interessieren, ob ein Tor oder ein Korb, der soeben erzielt wurde, korrekt war oder irgendeinen Makel hat. Hauptsache, es geht weiter. Keine Videoanalyse, keine Proteste, die Zeit läuft, nun machen wir ein Tor, kein Problem. Beim Fußball MUSS ALLES ABSOLUT EINWANDFREI sein, so meint man, damit man ein Tor auch zählen darf. Diese Haltung ist das Problem. Man sucht nach einem Fehler, auch jeder irgendwo in der Entstehung ist recht.
Umgekehrt bekommen die Angriffsspieler jedoch keinen Schutz. Selbst bei klaren Vergehen an ihnen heißt es nur lapidar "das reicht nicht für einen Elfer" und gut is. Der Video Assistent würde niemals einschreiten, wegen so einer Lappalie. Nur: offensichtlich wurde zugleich ein Vergehen erkannt, welches umgekehrt dem Stürmer angelastet würde, hätte er es begangen, und so oder so, ohne jede Notwendigkeit der Überprüfung als Stürmerfoul gewertet würde, wonach im Anschluss kein Hahn kräht, selbst wenn eine zufällig eingespielte Wiederholung deutlich machen würde, dass es absolut nichts mit einem Foulspiel zu tun hatte, eher im Gegenteil, sogar der Stürmer derjenige war, welcher eher behindert war?
Dieses Missverhältnis von Stürmer gegenüber Abwehrspieler ist es, welches für einen permanenten "Anti-Climax" im Fußball sorgt. Es entstehen gelegentlich Torsituationen. Ein Tor wird daraus äußerst selten, weil die Stürmer haufenweise Nachteile in Kauf nehmen müssen, aufgrund der Regelauslegung. Diese Tendenz wurde durch den VAR verstärkt. Es ist wirr geblieben. Nur ist es halt eine Menge von nie gehörten Argumenten und Zusammenhängen, die nur im Gesamtkontext zu verstehen sind.
Die Folgen eines Tores sind übrigens noch weitere : häufig sorgen diese für eine Spielentscheidung. Auch davor scheut man sich bei der Anerkennung von Treffern. Lieber kein Tor, dann bleibt alles wie vorher. Irgendwo wird sich schon ein Makel finden? Bei vielen Entscheidungen gilt diese Regel: Hauptsache kein Tor. Dies gilt auch und vor allem für den Schiri. Wenn kein Tor, dann ist er fein raus, dann passiert ihm nichts. Würde er eines geben, welchem ein nachgewiesener Makel anhaftet (das war vor dem VAR vielleicht noch mehr der Fall), dann würde es ein Riesendrama darum geben. Bei einem nicht gegebenen Tor, welches eigentlich hätte stehen müssen (das kann auch ein verweigerter Elfer oder ein fälschlich erkanntes Abseits sein) wird dieser Irrtum nicht weiter zur Diskussion gebracht. Eher sogar: sollte sich ein Trainer darauf berufen oder gar sich darüber aufregen, dann würde er von den Schwächen der eigenen Mannschaft ablenken wollen oder sich Niederlagen schön reden.
Es ist eine Menge, was man hier zu verdauen hätte und die Standard Reaktion ist die: "Das ist alles Quatsch, was der da erzählt." Die Gründe für diese Erkenntnis sind schlicht : a) entweder hätte man es selbst schon so gedacht oder b) hätte man es schon vorher mal so gehört. Dennoch könnte es sich lohnen, darüber nachzudenken.