Glücksspielstaatsvertrag - was ändert sich 2020-2021?

Wir sind doch alles erwachsene Menschen und wissen, was wir mit unserem Geld machen. Wir reden doch hier nicht von Kindern oder Jugendlichen. Wenn ein Suchti alles verspielt, dann ist das seine eigene Schuld. Der wird ja wohl alt genug sein um zu wissen was er tut. Wie kann es sein, dass man erwachsenen Menschen vorschreiben will, wieviel Geld man einsetzt? Es darf mir doch auch keiner sagen, wie teuer mein Auto sein darf.

Warum beginnt man nicht zb die Alkoholsucht einiger Menschen zu unterbinden, indem jedes gekaufte Bier pro Woche abgespeichert wird und bei mehr als 3 Flaschen pro Woche eine Kaufsperre erhoben wird?

Das ist doch alles unfassbar, was für ein abgef....r Staat das ist.
 
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Wir sind doch alles erwachsene Menschen und wissen, was wir mit unserem Geld machen. Wir reden doch hier nicht von Kindern oder Jugendlichen. Wenn ein Suchti alles verspielt, dann ist das seine eigene Schuld. Der wird ja wohl alt genug sein um zu wissen was er tut.

nein. Sucht ist immer eine Krankheit, und genau das weiß er nicht. Dass versucht wird, etwas in Form von zentralen Sperradatein etc. dagegen zu tun, ist schon ne gute Sache. Der Staatsvertrag hat sicher viele schwachsinnige Punkte, aber das ist in meinen Augen keiner davon
 
Täusche ich mich, oder weisen zuletzt alle Wettanbieter, die Werbung im TV schalten, explizit auf Schleswig-Holstein hin, dass das Angebot nur für dort gilt? Es wurde auch früher darauf hingewiesen, im Kleinen, unten am Bildschirmrand, jetzt gibt es z.B. bei Leovegas (die den Loddar :mrgreen: als neues Werbegesicht engagiert haben) noch einen Extrahinweis, wie bei einer Medikamentenwerbung
 
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nein. Sucht ist immer eine Krankheit, und genau das weiß er nicht. Dass versucht wird, etwas in Form von zentralen Sperradatein etc. dagegen zu tun, ist schon ne gute Sache. Der Staatsvertrag hat sicher viele schwachsinnige Punkte, aber das ist in meinen Augen keiner davon

Alkoholiker zu sein ist auch eine Sucht. Warum darf man trotzdem so viel Alkohol kaufen wie man möchte? Ich finde eine Alkoholsucht weitaus schlimmer als eine Spielsucht, weil hier schadest du deinem Körper.
 
Alkoholiker zu sein ist auch eine Sucht. Warum darf man trotzdem so viel Alkohol kaufen wie man möchte? Ich finde eine Alkoholsucht weitaus schlimmer als eine Spielsucht, weil hier schadest du deinem Körper.

ja, wollen wir hoffen, dass sich auch irgendwann Möglichkeiten finden, da was dran zu ändern. Irgendwo muss man ja den Anfang machen.

Letztendlich hat hier eh jeder von uns schon bei dutzenden von Anbietern ungelesen dubiose AGB bestätigt, und die persönlichen Daten werden genutzt und von A nach B verschoben, wie es den Bookies so Freude macht. Klar wäre es wünschenswert, wenn das nicht der Fall wäre, aber persönlich sehe ich eine vom Staat verwaltete Zentraldatei da nicht kritischer, als die Daten in privater Hand - nun müssen sie sich ja sogar verpflichten, sie in bestimmten Abständen zu löschen etc.
 
Alkoholiker zu sein ist auch eine Sucht. Warum darf man trotzdem so viel Alkohol kaufen wie man möchte? Ich finde eine Alkoholsucht weitaus schlimmer als eine Spielsucht, weil hier schadest du deinem Körper.

Interessante Argumentation.
Wenn eine schlechte Sache nicht verboten wird, soll man andere schlechte Sachen auch nicht verbieten?
Ich würde ja denken lieber zumindest die Spielsüchtigen schützen als niemand ...
 
Es gibt offizielle Meldungen ...

Das nicht alle Anbieter die 5% einbehalten, würde ich auch nicht anzweifeln. z.B. die Anbieter die bereits die Lizenz hatten und auch in der Zukunft haben wollen.
Wer mit logischem Verstand da ran geht, würde aber zu keinem anderen Ergebnis kommen, als Einnahmen aus illegalen Aktivitäten einzunehmen als Nonsens zu bezeichnen ist. Und ich möchte das Argument. dass eine illegale Aktivität ja erst aufgedeckt werden muss, eigtl. nicht mal erwähnen (Error). Dass durch rechtliche Angelegenheiten ein Gewerbe dann auf einmal legal wird, ist prinzipiell natürlich etwas Gutes, was man eventuell an deinem Beispiel (Prostitution) auch zeigen könnte. Und mit schwierig an der Diskussion ist dann zB der Fakt wie förderlich für eine Gesellschaft und den einzelnen Menschen dann zB die Legitimation von Prostitution wirklich ist/sein kann/wird. Nun könnte man diskutieren wem damit geholfen wird und wer gefördert wird: Nach fast 20 Jahren könnte man ja ein Fazit ziehen. Aber das ist nun a) zu weit abgedriftet und b) im Zusammenhang mit dem Thema Sportwetten auch schon zu weit für das aktuelle Thema:

Machen wir es doch ganz einfach: Ist eine Sportwette ein reines Glücksspiel? Laut Staatsvertrag ja. Und da geht es mMn schon los. Also dann über die Sinnhaftigkeit einer solchen vertraglichen Einigkeit darf es doch wenn man sich mit dem Thema beschäftigt gar nicht geben, usw. Ein weites Feld schon zu Beginn, daher schwer darüber zu diskutieren. Hier geht es aber um Pragmatik, und die Tatsache dass es solch einen Vertrag schon gibt, in ihm schon vieles enthalten ist, und nun nicht viel verändert wird. Und schon das menschliche Gebaren lässt mich daran zweifeln dass etwas Vernünftiges geschaffen und erhalten wird.

Und ich denke schon dass der Staat nicht nur die Pflicht hat sich um seine "User" zu kümmern, sondern es auch tut, sei es als Vorwurf alleine aus dem Grund, dass das erworbene Geld im dt./europäischen Wirtschaftslauf bleibt. Oder aber auch z.B. um Geldwäsche u.a. einzuschränken, oder aber auch um eine höchst mögliche Steuereinnahme zu generieren. Und ich würde zumindest dem Sportwetten-Gewerbe nicht einen normalen Status verpassen (wollen). Und von daher macht es (für mich zumindest definitiv) sehr schwierig Ökonomie, Humanistik und Co. in Einklang zu bringen, ganz abzuschweigen von Stiefmutter Justizia., von daher bedaure ich es hier mich eingemischt zu haben. Antworte/[Diskutiere] natürlich (gerne), wenn eine gewisse Grenze zumindest gewahrt wird :-)
 
Der Staatsvertrag hat sicher viele schwachsinnige Punkte, aber das ist in meinen Augen keiner davon

Die Frage ist, ob die anlasslose Überwachung aller Spieler eine verhältnismäßige Maßnahme ist, um die Spielsucht einiger weniger zu bekämpfen. Mir erschließt sich z.B. nicht, warum es aus Sicht der Behörde erforderlich ist, die Klardaten eines Spielers zu erfassen, wenn dessen Spielverhalten überhaupt keine Anzeichen einer potentiellen Spielsuchtgefährdung aufweist. Wäre es nicht völlig ausreichend, wenn die Daten pseudonymisiert übermittelt und die Identität des Spielers nur dann offengelegt würde, wenn es nach objektiv gewählten Kriterien einen berechtigten Grund zur Offenlegung gäbe?

Ich finde eine Alkoholsucht weitaus schlimmer als eine Spielsucht, weil hier schadest du deinem Körper.

Wer urteilt darüber was "schlimmer" ist? Pathologisches Glücksspiel kann schwere psychische und psychosomatische Folgen haben, ganz zu schweigen vom finanziellen Ruin, emotionaler Verwahrlosung, sozialer Vereinsamung etc.

Ich halte es für arg problematisch, Krankheiten auf irgendeine Art und Weise zu relativieren oder kleinzureden, weil man dadurch das Leid des Betroffenen delegitimiert und den Patientien stigmatisiert. Jeder Einzelfall muss für sich betrachtet werden.
 
Alkoholiker zu sein ist auch eine Sucht. Warum darf man trotzdem so viel Alkohol kaufen wie man möchte? Ich finde eine Alkoholsucht weitaus schlimmer als eine Spielsucht, weil hier schadest du deinem Körper.

Dann hast du keinerlei Ahnung was eine Sucht ist. Natürlich schadet die auch dem Körper. Weißt du wie stark die Psyche den ganzen Körper beeinflusst?
 
Das nicht alle Anbieter die 5% einbehalten, würde ich auch nicht anzweifeln. z.B. die Anbieter die bereits die Lizenz hatten und auch in der Zukunft haben wollen.
Wer mit logischem Verstand da ran geht, würde aber zu keinem anderen Ergebnis kommen, als Einnahmen aus illegalen Aktivitäten einzunehmen als Nonsens zu bezeichnen ist.

Und von daher macht es (für mich zumindest definitiv) sehr schwierig Ökonomie, Humanistik und Co. in Einklang zu bringen, ganz abzuschweigen von Stiefmutter Justizia., von daher bedaure ich es hier mich eingemischt zu haben. Antworte/[Diskutiere] natürlich (gerne), wenn eine gewisse Grenze zumindest gewahrt wird :-)

Zu den 5%: Anbieter von Sportwetten führten 2018 knapp 384 Millionen Euro an den Fiskus ab. Macht einen Umsatz von 7,68 Milliarden. Die paar Dulli Anbieter die sich mit Querfinanzierung über Wasser halten oder ihre "Kunden" abziehen sind nicht der Rede wert oder glaubst Du ernsthaft das so Bruchbuden wie LSbet, Bet11 oder wie sie alle heißen einen Riesenkundenstamm haben und Millionenumsätze im Monat fahren? Das mit Logik bei dem Thema nicht viel zu holen ist, habe ich ja selbst geschrieben und die letzten 20 Jahre beweisen es immer wieder auf´s neue. Kannst ja gerne mal beim Finanzamt vorsprechen und denen mit Logik kommen. Die blicken doch selbst durch ihre Steuergesetze nicht durch, nicht umsonst werden keine Ahnung wie viele Millionen Fehler in all möglichen Steuererklärungen eingeräumt, aber keinen juckt es und das System läuft weiter.

Daher ist bei diesem Thema nicht viel mit Ökonomie, Humanistik und Co, auch wenn es natürlich für die Masse an Patienten die die denken sie könnten mit ein paar Euro jeden Monat Hunderttausende abräumen wünschenswert wäre. Gerade da auch immer mehr Jugendliche schon verzockt sind und denken weil sie den Namen Ronaldo fehlerfrei aussprechen können, das sie mit ihren 3 Euro Tipico pleite machen können.

Vor allem denke ich, das es hier Fehl am Platze ist, da es hier in der Diskussion eigentlich nur darum geht, das der Großteil der User einfach nur weiterhin ohne großes Brimborium bei einigen Buden seine Wetten platzieren will. Schöner Nebeneffekt wäre für die meisten wohl, wenn die Kohle auch irgendwie sicher wäre. Was man aber auch nicht unbedingt als High Prio ansieht, wenn man mal einen Blick in die verschiedenen "Betrug Aufschrei" Threads wirft.

Fazit bleibt einfach, das die Regulierung vom Staat gemacht wird und das dort nicht die hellsten Leuchten hocken, das wissen wir alle, darüber braucht man nicht zu diskutieren.
Das dieses mit zunehmender Zeit noch eher verschlimmbessert wird, wenn mal einer die Daten der Kunden analysiert und evtl. merkt das der ein oder andere doch ein erfolgreicher Sportwette ist, dann dürfte es auch nicht lang dauern das Gewinne besteuert werden.

Wie auch immer, ich drück allen die Daumen. Bin selbst nicht davon betroffen. Daher werde ich mich auch aus der Diskussion ausklinken. Man wird ja eh sehen was passiert und ändern kann es auch keiner von uns.
 
In der TV Werbung wird in der Tat nun fast immer explizit auf Schleswig Holstein hingewiesen. Eine ähnliche Strategie kennt man von den Pokeranbietern, die nur ihre Spielgeldseiten in den Medien bewerben.

Spielsucht ist in meinen Augen schon eine ernstzunehmende Krankheit, die gewisse Vorgaben rechtfertigt. Um diesen Zweck zu erfüllen, würde allerdings eine einfache zentrale Datenbank ausreichend, in die jeder Problemspieler aufgenommen wird. Es sollte direkt eine Verifikation nach Registrierung stattfinden, bei der die Daten abgeglichen werden. Genau so läuft es übrigens in jeder Spielbank. Die Tatsache, dass jeder Vorgang von jedem Spieler präzise erfasst wird, lässt eindeutig auf andere Motive schließen.

Meine Hoffnung ist, dass Brüssel den neuen Glücksspielstaatsvertrag erneut kippt und der Status Quo weiter erhalten bleibt. Angriffspunkte dürfte es dafür genug geben.
 
Meine Hoffnung ist, dass Brüssel den neuen Glücksspielstaatsvertrag erneut kippt und der Status Quo weiter erhalten bleibt. Angriffspunkte dürfte es dafür genug geben.

ich denke die Chance ist gering. Der Vertrag ist ja nicht nun schon über 8 Jahre alt, und Hauptkritikpunkt war immer die beschränkte Anzahl von Lizenzen - die nun wegfällt.

Die letzten Ratifizierungsurkunden der Bundesländer sind übrigens am 30.12. bei der Staatskanzlei eingegangen, und damit ist der Vertrag dann gestern in Kraft getreten.
 
Ich kenn mich mit Randligen nicht aus. Ist das ein nennenswerter Markt?
Mir fallen nur sowas wie im Fußball die U17 EM ein. Dort waren die Limits mal hoch und es ist bestimmt prädestiniert für Wettbetrug. Allerdings:
1. Sind meines Wissens die Limits bei den Eurobooks ein Witz und nur in Asien hoch, und da kann Europa eh nix beeinflussen.
2. Ob jetzt bei nem Jugendspiel oder in der Regio geschoben wird, macht das einen großen Unterschied?

Ich lass mich gerne belehren, aber spontan klingt das für mich nach weltfremden Aktionismus.
Was europäisches auf die Beine zu stellen bedeutet einen riesigen Aufwand. Die Resourcen könnte man bestimmt zielführender einsetzen.
 
Da gehts glaube ich eher darum, dass Jugendliche und Frauen aufgrund niedriger Gehälter mit viel weniger Geld angefüttert und gefügig gemacht werden könnten. Für Profiligen brauchts da seitens Wettmafia schon höhere Summen um die Ergebnisse zu bekommen die man möchte.