Glücksspielstaatsvertrag - was ändert sich 2020-2021?

Warum soll dieses 1000 Euro Verlustlimit pro Monat eigentlich nur online und nicht offline gelten? Wo ist denn da der Sinn bzw. was hat es damit auf sich?

Dieser Regelung liegt offenbar die völlig weltfremde Idee zugrunde, dass die Shopmitarbeiter den Süchtigen rechtzeitig darauf hinweisen, wenn sein Spielen problematisch wird und ggf. Maßnahmen ergreifen.

"Im terrestrischen Spiel ist es wichtig, dass das dort tätige Personal rechtzeitig erkennt, bei welchem Spieler Suchtgefahren entstehen. Deswegen sind die Anforderungen an die Qualifikation des Personals zu überprüfen und gegebenenfalls zu verschärfen." Innenminister Hessen, Peter Beuth
https://www.gluecksspielwesen.de/20...erten-gluecksspielregulierung-in-deutschland/
(siehe auch Kommentar #202.9 hier im Thread)
 
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Dieser Regelung liegt offenbar die völlig weltfremde Idee zugrunde, dass die Shopmitarbeiter den Süchtigen rechtzeitig darauf hinweisen, wenn sein Spielen problematisch wird und ggf. Maßnahmen ergreifen.

"Im terrestrischen Spiel ist es wichtig, dass das dort tätige Personal rechtzeitig erkennt, bei welchem Spieler Suchtgefahren entstehen. Deswegen sind die Anforderungen an die Qualifikation des Personals zu überprüfen und gegebenenfalls zu verschärfen." Innenminister Hessen, Peter Beuth
https://www.gluecksspielwesen.de/201...n-deutschland/
(siehe auch Kommentar #202.9 hier im Thread)

Danke, mich wundert es ja, dass der Staat hier anscheinend tatsächlich nur Gutes für den Bürger möchte und dadurch sogar auf Millionen von Steuereinnahmen verzichteten würde. Wäre ja eigentlich erstmal ziemlich positiv, sollte die "Bekämpfung" von Spielsucht tatsächlich hier im Vordergrund stehen. Wäre aber wohl trotzdem ein klassischer Fall von "gut gemeint, aber schlecht gemacht", wenn sich ein Anbieter nach dem anderen vom deutschen Markt verabschiedet. Oder ist das vielleicht ein gewünschter Nebeneffekt um die Konkurrenz von Oddset nach und nach auszuschalten?[[nixweiss]]
 
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Der Objektivität halber:
Eine Unterscheidung zwischen offline und online hat schon einen gewissen Sinn. Die Hemmschwelle nachts besoffen sein Geld online zu verzocken ist deutlich geringer, als wenn man erstmal in den Laden gehen muss.
Gilt dort eigentlich, analog zu Spielhallen, ein Alkoholverbot?

Auf den ersten Blick kann man auch die Idee eines Limits auch nachvollziehen. Es ist nur zum einen komplett wirklichkeitsfremd umgesetzt. 1.000 Euro Verluste sind für die Mehrheit eine existenzvernichtende Summe, und damit zu hoch angesetzt. Für andere wiederum ein Taschengeld und absurd niedrig. Und wieso Einsatzlimit statt Verlustlimit.

Und mit welchem Recht wird einer Person, die finanziell die Möglichkeiten dazu hat, verboten, mehr als 1.000 Euro einzusetzen? Ich als rechtlicher Laie würde mich da sogar in meinen Grundrechten beschnitten fühlen.

Für mich nachvollziehbar wäre eine Art Prüfung bei Einsätzen ab 1.000 Euro. Ein Vermögensnachweis. Das wird ab gewissen Summen (wenn auch in lächerlicher Form) bei einigen Pokerseiten / Buchmachern wie 888Poker etc verlangt.
Das bedeutet natürlich nochmal mehr Verwaltungsaufwand und Kosten, aber hätte zumindest konstruktive Züge.
 
Danke, mich wundert es ja, dass der Staat hier anscheinend tatsächlich nur Gutes für den Bürger möchte und dadurch sogar auf Millionen von Steuereinnahmen verzichteten würde. Wäre ja eigentlich erstmal ziemlich positiv, sollte die "Bekämpfung" von Spielsucht tatsächlich hier im Vordergrund stehen. Wäre aber wohl trotzdem ein klassischer Fall von "gut gemeint, aber schlecht gemacht", wenn sich ein Anbieter nach dem anderen vom deutschen Markt verabschiedet. Oder ist das vielleicht ein gewünschter Nebeneffekt um die Konkurrenz von Oddset nach und nach auszuschalten?[[nixweiss]]

ich kenne keinen der zu Oddset geht....und ich kenn viiiiiiiiiiiiele Hobbywetter. Eher gewinnt hier Tipico, Bwin und Bet3000 und diejenigen mit einem Wettlokal um die Ecke (bei mir neuerdings Tipwin).
 
Aber eins ist bei der Sache sicher, es wird nicht gut für uns ausgehen..und wir werden JAHRE, wenn nicht sogar Jahrzehnte darunter leiden. Ich mein, bei Betfair darf ich auch mit nem Proxy die Börse benutzen. Habe das auch von meinem VIP Manager bestätigt bekommen. Für alle die das halbwegs professionell betreiben, besorgt euch einen Briefkasten auf Malta...da habt ihr dann Ruhe und könnt,es weiter machen.
 
poker = glücksspiel sportwetten = Glücksspiel. Bei beiden weißt du nie, wie es am ende ausgeht, daher ist es glück, ob du am ende mit deiner Hand gewinnst, oder ob am Ende das over 2,5 kommt ^^

Mit den Definitionen ist es nicht so einfach, wie du es dir machst, aber das ist hier nicht der Punkt. Du hast in Nürnberg und Umgebung beobachtet, wie die Polizei gegen unerlaubte Pokerrunden vorgeht. That's it. Selbst wenn es so sein sollte, dass das bayerische Innenministerium (sicher nicht das Justizministerium, wie von dir erwähnt) härter gegen illegales Glücksspiel vorgehen sollte, so sagt das noch lange nichts darüber aus, ob man eher gegen die Veranstalter vorgehen möchte (was ich vermute) oder auch gegen die Teilnehmer (eher unwahrscheinlich), welche Glücksspiele man verstärkt ins Visier nimmt (in der Regel eher terrestrische Spielautomaten und Kartenrunden) und ob sich daraus irgendein erhöhtes strafrechtliches Risiko für die Teilnahme an Online-Sportwetten ableiten ließe.

Offline-Poker und Online-Sporwetten lassen sich eben nicht in einen Topf werfen. In den letzten 10 Jahren gab es 583 Verurteilungen wegen Beteiligung am unerlaubten Glücksspiel gem. § 285 StGB. Das ist eine verschwindend geringe Zahl, wenn man sich vor Augen hält, dass jedes Jahr Millionen Deutsche regelmäßig an illegalem Glücksspiel teilnehmen. Und trotzdem ist nicht ein Fall eines verurteilten Online-Wetters bekannt.

Dein Beitrag suggeriert, als gäbe es ein allgemein erhöhtes strafrechtliches Risiko für die Teilnahme an unerlaubtem Glücksspiel, also auch Sportwetten, was einfach nicht belegbar ist.
 
Weiß jetzt nicht mehr wer es gesagt hat, aber was soll ich die nächsten Wochen da noch mitnehmen?

Wetten ist einfach nur ein Hobby, wie bei den meisten hier wohl. Meine Stakes sind zweistellig, niemals dreistellig und ich will damit kein Geld verdienen. Hier und da fiel mal was ab. Aber ansonsten ging es mir nur um den Spaß, bißchen mehr mitfiebern (besonders bei Spielen wo man sonst neutral war) und der Wettbewerb um zu schauen ob man am Ende die Nase vorn hat gegenüber dem Bookie. Bonus freispielen war immer etwas das mir enorm Spaß gemacht hat, das war immer so ein Ziel auf das man hingearbeitet hat.

Momentan ist der Spaß daran aber absolut 0 und wo man wettet oder noch Boni mitnimmt, fühlt sich wirklich wie Glücksspiel an. Ich hab keinen Bock bei Tipico, Bwin und Co zu setzen. Bei den meisten weißt du nicht was der nächste Tag bringt aktuell.

Jetzt soll es over/under an den Kragen gehen? Wer da noch Spaß hat im Moment, der soll es gern nutzen. Aber wenn der Staat schon eines geschafft hat, dann das ich momentan zum ersten mal seit 14 Jahren überhaupt keinen Bock mehr drauf habe. Zumindest bis endlich mal Klarheit herrscht. Oder es sich sowieso komplett erledigt hat.

Dieses Land ist einfach nur zum kotzen.