Formel 1 - Saison 2004

Theissen: "Zuverlässigkeit Herausforderung Nummer eins"

München - Ab der Saison 2004 muss ein Motor in der Formel 1 über das gesamte Rennwochenende halten. Im Gespräch mit Sport1 beschreibt BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen die Herausforderungen, die sich für die Ingenieure bei der Entwicklung eines solchen Aggregates stellen.

Zudem spricht Theissen über die Fahrerfrage. Er geht davon aus, dass Juan Pablo Montoya 2004 für BMW-Williams fahren wird. Danach würden dem Team alle Optionen offen stehen.

Sport1: Für Sie als Motor-Experte: Ist die neue Regelung, dass ein Triebwerk über das gesamte Rennwochenende halten muss vielleicht die größte Aufgabe, der sie sich in den letzten Jahren stellen mussten?

Mario Theissen: Es ist zunächst einmal eine Aufgabe, die das Team bewerkstelligen muss. Für die Ingenieure ist es so, dass sich der Rahmen verschoben hat. Doppelte Laufleistung heißt, wir müssen jedes Teil robuster auslegen. Sie können davon ausgehen, dass der diesjährige Motor wirklich nur auf 400 Kilometer ausgelegt war. Robustere Auslegung heißt auch, dass im Normalfall jedes Teil etwas größer und schwerer wird. Damit sinkt die erreichbare Drehzahl und damit auch die erreichbare Leistung. Jetzt geht es darum, für nächstes Jahr einen Motor zu entwickeln, bei dem diese Auswirkungen möglichst gering sind. Sie können davon ausgehen, dass wir von dieser zur nächsten Saison nicht die übliche Steigerung haben, sondern sogar einen Rückgang.

Sport1: Gibt es da schon eine Größenordnung?

Theissen: Ich kann Ihnen keine Zahlen nennen. Als die Regeln vor einem Jahr herauskamen, habe ich vermutet, es werden an die zehn Prozent sein. Heute gehe ich davon aus, dass es weniger ist.

Sport1: Es ist für BMW schon Verpflichtung, gerade im nächsten Jahr den stärksten und besten Motor zu bauen?

Theissen: Das ist unser Anspruch.

Sport1: Bei den Fahrern gibt es um Juan Pablo Montoya immer wieder Wechselgerüchte. Wäre es nicht sinnvoll, den Vertrag von Montoya so schnell wie möglich zu verlängern?

Theissen: Wir haben einen Vertrag bis 2004. Ich gehe davon aus, wie auch alle im Team und Juan Pablo, dass dieser Vertrag erfüllt wird. Danach stehen dem Team und Juan Pablo alle Optionen offen.

Sport1: Aber sie sind sich sicher, dass er 2004 noch im Williams BMW sitzen wird?

Theissen: Davon gehe ich aus.

Sport1: Muss nicht eine Entscheidung baldmöglichst getroffen werden?

Theissen: Muss nicht. Wenn Sie sehen, was in diesem Jahr gelaufen ist, ist es einfach so, dass mehr gute Plätze in Autos zur Verfügung stehen, als Spitzenfahrer da sind. Das hat schon in diesem Jahr dazu geführt, dass einige Teams bei denen die Fahrer-Verträge zu Saisonende ausgelaufen sind, sich lange Zeit gelassen haben und sich zum Teil immer noch überlegen, wen sie im nächsten Jahr ins Auto setzen. Also dieser Zwang ist nicht da, ein Jahr im Vorjahr im Voraus zu entscheiden.

Sport1: Die Vertragsverlängerung von Ralf scheint ja fast perfekt zu sein.

Theissen: Ja.

Sport1: Würden Sie bestätigen, dass Ralf der Mann der Zukunft für das Team ist?

Theissen: Wir werden auch in den nächsten Jahren auf beide Fahrer setzen.

Sport1: Egal, wie sie heißen?

Theissen: Das Ziel ist natürlich auch in den nächsten Jahren zwei Top-Fahrer in unseren Reihen zu haben und alle Möglichkeiten, die sie bieten, zu nutzen.

Sport1: Über die neue Motorenregelung haben wir bereits gesprochen. Nun wurden auch neue Regeln verabschiedet, die zum Beispiel das Qualifying betreffen. Was halten Sie davon?

Theissen: Für mich ändert es am Status Quo nicht viel. Wir haben weiterhin zwei Einzel-Zeitfahren, wie in diesem Jahr auch. 2004 finden sie eben nacheinander statt. Das ist der einzige Unterschied. Aber von der Art und Weise, wie wir das Auto für Qualifying und Rennen einstellen, ändert sich nichts.

Sport1: Sind sie ein bisschen überrascht, wie die FIA entscheidet? Vor einem Jahr hieß es noch, man wolle den Freitag aufwerten und legte ein Qualifying an den Anfang des Rennwochenendes. Jetzt wird der Freitag ja eigentlich wieder abgewertet. Zwar ist das Training wichtig für die Teams, für die Zuschauer ist es aber wenig spektakulär. Überrascht Sie die Rolle Rückwärts der FIA?

Theissen: Es ist sicher schwierig die sehr unterschiedlichen Interessen der Betroffenen und Beteiligten in der Formel 1 unter einen Hut zu bringen. Das führt hier und da zu Entscheidungen oder Kompromissen, die nicht nachvollziehbar sind oder als Rückschritt empfunden werden. Aber man muss schon alles im Zusammenhang sehen und erkennen, warum welche Entscheidung gefallen ist und welche Vorteile sie bringen. Es geht um verschiedene Ziele. Es geht zum einen darum, die Show zu verbessern. Es geht aber auch darum, eine gemeinsame Plattform zu finden, was das Testen und das Training angeht. Es geht vor allem darum, die Kosten zu senken. Ich glaube, dass man hier schon etwas erreicht hat. Aber natürlich nicht in allen Kriterien.

Sport1: Zum Beispiel ist der Sonntag-Morgen vom sportlichen Aspekt her leer geblieben.

Theissen: Jetzt warten wir Mal ab, wie das Wochenend-Programm für die nächste Saison aussieht. Dass da kein Formel-1-Training oder ein Qualifying stattfindet, heißt ja nicht, dass der Sonntag-Morgen leer ist. Da können auch noch andere Programme fahren.

Sport1: Hätten Sie sich persönlich für das Rennwochenende andere Regelungen gewünscht?

Theissen: Für mich ist das wichtigste, und das scheint mit dieser Regelung nun so zu sein, dass wieder alle Teams nach demselben Modus testen und trainieren. In diesem Jahr war es eben so, dass die sog. Heathrow-Teams am Freitag-Morgen das Freie Testen hatten. Die Zuschauer, die nicht wirklich im Reglement drinstecken, haben sich gewundert, dass da nur sechs oder sieben Autos fahren und auch ein paar Fahrer dabei sind, die beim Rennen gar nicht teilnehmen. Umgekehrt sind andere Teams, wie wir, in ein Riesen-Testprogramm außerhalb des Rennwochenendes gegangen, von dem die Zuschauer überhaupt nichts mitbekommen haben. Das war in meinen Augen keine glückliche Situation. Ich bin froh, dass wir wieder zu einem einheitlichen Schema kommen. Das ist der eine Punkt. Der zweite, den ich auch für den richtigen Weg halte, ist die Ein-Motoren-Regel. Das haben wir vor einem Jahr schon diskutiert, auch unter den Motorenherstellern. Wir haben damals gesagt, 'das unterstützen wir'. Wir werden also einen Motor mit 700 bis 800 Kilometer Laufleistung entwickeln. Wir haben uns alle auf den Weg gemacht, arbeiten jetzt seit knapp einem Jahr daran. Daher ist es wichtig, dass die Regel jetzt auch so kommt. Nur so lassen sich vom Technik-Aufwand her die Kosten senken.

Sport1: Erwarten Sie wegen dieser Regel im nächsten Jahr mehr Motorschäden?

Theissen: Die Zuverlässigkeit ist im nächsten Jahr die Herausforderung Nummer eins. Wir haben in diesem Jahr eine erstaunlich hohe Zuverlässigkeit erlebt, gemessen an der Tatsache, dass erstmals Qualifying und Rennen mit einem Motor durchgeführt wurden. Wir haben über die Saison keinen einzigen Motorschaden gehabt. Das ist natürlich nicht mehr leicht zu überbieten.

Sport1: Wenn Sie 'überbieten' sagen: Um ihre Leistung aus der vergangenen Saison zu überbieten, müssten Sie eigentlich 2004 Weltmeister werden - so nah, wie das BMW WilliamsF1 Team jetzt schon am Titel dran war.

Theissen: Dieses Jahr waren wir das erste Mal in Schlagdistanz zum Titel. Das ist richtig. Natürlich ist es jetzt unser klares Ziel, den Titel auch zu holen.

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Webber sieht keinen Unterschied zwischen Pizzonia und Wilson

München - Er gehört zweifelsfrei zu den positiven Überraschungen der Saison 2003: Mark Webber.

Quasi im Alleingang bescherte der Australier seinem Jaguar-Team Rang sieben der Gesamtwertung.

Dass für die "Raubkatzen" am Ende nicht sogar Platz fünf heraussprang, lag wohl an der Tatsache, dass dessen Teamkollegen Webber nicht annähernd das Wasser reichen konnten.

Pizzonia zu nervenschwach

Nach dem Großbritannien-GP hatte sich das Team aus Milton Keynes von Rookie Antonio Pizzonia getrennt. Der Grund: völlige Erfolgslosigkeit.

Nicht einen WM-Zähler konnte der Brasilianer für sich und sein Team verbuchen, war dafür aber oftmals mit seinem Boliden neben der Rennstrecke zu finden. Und Webber hatte im Qualifying und im Rennen immer wieder bewiesen, was mit dem Jaguar R4 möglich gewesen wäre.

Doch der Mann aus Down under will das Argument vom fehlenden Talent jedoch nicht gelten lassen. Für ihn hatte Pizzonia ein ganz anderes Handicap: "Antonio ist schnell, doch ich glaube nicht, dass er mental stark genug für den Job ist."

Wilson als Ersatzmann

Seine angebliche Schnelligkeit konnte der Rookie nur so gut wie nie unter Beweis stellen. Vielmehr blieben seine Dreher und Fehler in brenzligen Situationen im Gedächtnis haften.

Für Pizzonia wurde in Hockenheim kurzerhand Minardi-Pilot Justin Wilson ins Cockpit gesetzt, der für Jaguar in den verbleibenden fünf Rennen die Kohlen aus dem Feuer holen sollte.

Und obwohl der Brite zumindest einen WM-Punkt in Indianapolis einheimsen konnte, fiel es auch Wilson schwer, mit starken Leistungen zu glänzen.

Webber nicht überzeugt

Auch wenn sich Jaguar vom Auftreten und der vorbildlichen Arbeitseinstellung des "Piloten mit Überlänge" beeindruckt zeigte, sieht Webber dagegen im Vergleich zu Pizzonia überhaupt keinen Unterschied.

"Ich denke nicht, dass er schneller ist. Er ist lediglich dort stärker, wo Antonio seine Schwächen hat und andersherum", ist sich Jaguars Top-Fahrer sicher.

Im Klartext heißt das: In Webbers Augen waren weder Pizzonia noch Wilson gut genug, um das Team weiter nach vorne zu bringen.

Neuer Teamkollege in Aussicht

Man kann also davon ausgehen, dass der Australier 2004 einen neuen Teamkollegen an die Seite gestellt bekommt.

Die Liste der möglichen Kandidaten ist ebenso lang wie klangvoll. Für Webber wird es in der kommenden Saison daher wohl umso schwerer werden, seinen persönlichen Rekord zu halten. Nämlich immer schneller als der Stallgefährte zu sein.

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DSF baut Formel-1-Berichterstattung aus

München - Die Formel 1 wird im DSF künftig noch präsenter sein: Das für 2004 erworbene Rechtepaket sieht eine ausführliche Nachverwertung der Trainingsläufe am Freitag sowie der Qualifyings am Samstag vor.

Die einstündige Zusammenfassung des Rennens läuft am Sonntag ab 22.30 Uhr. Das DSF plant zudem einen Formel-1-Talk am Mittwoch mit Experten, Analysen, ausführlichen Rennbildern und Hintergrundberichten.

Attraktive Programmplätze für die Königsklasse

Das DSF kooperiert dabei inhaltlich mit RTL, dem Formel-1-Lizenzhalter im Free TV. Die Zusammenarbeit sieht einen Zugriff auf bestimmtes RTL-Bildmaterial für Features und Reportagen vor. Knapp sechs Stunden erstklassiges Programm pro Rennveranstaltung kann das DSF mit dem neuen Formel-1-Paket präsentieren.

Geschäftsführer Rainer Hüther: "Die Formel 1 ist ein wichtiger Eckpfeiler des DSF-Komplettangebots. Wir haben insbesondere den Samstag mit einer zweistündigen Zusammenfassung der Qualifyings aufgewertet und bieten den Fans mit der Verlegung der sonntäglichen Rennzusammenfassung auf 22.30 Uhr einen noch attraktiveren Formel-1-Programmplatz."

Die TV-Zuschauer haben dem DSF bereits beste Noten für die Motorsport-Berichterstattung erteilt: Nach einer Umfrage von TNSSport/emnid (Juni 2003, 1000 Befragte, Erwachsene ab 14 Jahre) belegt das DSF bei den Männern 14 bis 49 Jahre hinter RTL den zweiten Platz für die beste Berichterstattung im Motorsport.

Die Formel 1 2004 im DSF - die geplanten Sendezeiten:

Freitag, 17.00 - 18.30 Uhr: Zusammenfassung 1. und 2. Freies Training

Freitag, 20.00 - 21.30 Uhr: Wiederholung 1. und 2. Freies Training

Samstag, 17.00 - 19.00 Uhr: Zusammenfassung 1. und 2. Qualifying

Sonntag, 22.30 - 23.30 Uhr: Zusammenfassung Rennen

Mittwoch, 21.45 - 22.45 Uhr: Formel 1-Talk (vor denRennwochenenden)

Mittwoch, 21.45 bis 22.45 Uhr: Wiederholung Rennen (nach denRennwochenenden)

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Formel-1-Spionage-Affäre zieht weitere Kreise

München - Die Spionage-Affäre in der Formel 1 weitet sich aus.

Nachdem die Fabrik des in Köln ansässigen Toyota-Teams auf Anweisung des Bundeskriminalamtes am Freitag durchsucht worden war, drückt nun auch die Staatsanwaltschaft Modena aufs Tempo.

Die Ermittler der norditalienischen Stadt durchsuchten im Raum von Modena die Hauptquartiere von drei Unternehmen mit engen Verbindungen zu Ferrari und die Wohnung des Geschäftsführers eines dieser Betriebe, berichtete die Tageszeitung Gazzetta dello Sport in ihrer Dienstag-Ausgabe.

Verdächtiger wieder auf freiem Fuß

Die Staatsanwälte von Modena verdächtigen einen Toyota-Mitarbeiter und zwei weitere italienische Techniker der Werksspionage gegen Ferrari. Die Untersuchung richtet sich gegen Andrea S., der in der Aerodynamik-Abteilung von Toyota arbeitet und vor zwei Jahren von Ferrari an den Rhein gewechselt war.

Der Italiener wurde von der Kölner Polizei zunächst festgenommen, nach dem Verhör jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt.

Ex-Ferrari-Techniker unter Verdacht

Verdächtigt wird auch ein weiterer Ferrari-Techniker, der zu Toyota gewechselt war, aber wieder nach Modena zurückgekehrt ist, wo er mit der Familie lebt. Er soll enge Verbindungen zu einem Aerodynamik-Unternehmen haben, das von der italienischen Polizei durchsucht wurde.

Der mit den Ermittlungen beauftragte Staatsanwalt von Modena, Fausto Casari, gab der Presse keine Informationen über den Stand der Spionage-Untersuchung. Bestätigt aber wurden Kontakte zu den deutschen Justizbehörden, die in dem Fall ermitteln.

Die Staatsanwälte warten inzwischen auf Computer, Disketten und CD's, die bei der Durchsuchung des Toyota-Fabrik sicher gestellt wurden. Das Material soll zusammen mit der Aufzeichnung der Verhöre des verdächtigten Toyota-Technikers überprüft werden.

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Lauda erwartet baldigen Alonso-Wechsel

München - Mit starken Leistungen für Renault hat Formel-1-Jungstar Fernando Alonso 2003 auch die ganz großen Teams auf sich aufmerksam gemacht.

Ex-Weltmeister Niki Lauda sieht den Spanier schon im Ferrari-Cockpit sitzen. Der italienischen Zeitung "Gazetta dello sport" sagte der Österreicher: "Es wird nicht mehr lange dauern, bis Flavio (Briatore) Fernando Alonso zu Ferrari transferiert."

Laut Lauda würde der Spanier schon 2005 an der Seite von Michael Schumacher bei Ferrari zum Einsatz kommen.

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"Fisico" will in jedem Rennen punkten

München - Sauber-Neuling Giancarlo Fisichella hat sich für 2004 einiges vorgenommen. Als realistisches Ziel betrachtet er es, "in jedem Rennen Punkte zu sammeln, vielleicht das ein oder andere Mal aufs Siegerpodest zu klettern".

Im Fachmagazin "Motorsport aktuell" äußert sich der Römer zudem über seinen zukünftigen Teamkollegen Felipe Massa.

Fisichella hat viel Lob für den Brasilianer übrig: "Er ist ein netter Kerl. Und verflucht schnell dazu. Es wird nicht einfach, ihn hinter mir zu lassen."

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Lieber 16 als 18 Rennen

München - Die mögliche Aufstockung des F-1-Rennkalenders 2004 auf 18 GPs stößt bei Norbert Haug auf Ablehnung.

"16 Rennen wären mir lieber, 18 Rennen kosten mindestens zehn Prozent mehr Geld als 16. Das kann weder für die großen noch für die kleinen Teams gut sein", erklärte der Mercedes-Motorsportchef gegenüber dem Fachmagazin "Motorsport aktuell".

Dass zukünftig kaum noch GPs in Europa stattfinden werden, glaubt der 50-Jährige nicht: "Die Formel 1 wird mit ihrem Zentrum in Europa bleiben."

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BAR auf Michelin- oder weiter auf Bridgestone-Reifen?

(F1Total.com) - Nachdem die Reifenhersteller Bridgestone und Michelin im letzten Saisonviertel auf Grund der Bedeutung der Reifen in der entscheidenden WM-Phase stark im öffentlichen Interesse standen, fallen die Namen der beiden Unternehmen derzeit im Zusammenhang mit British American Racing.

Am Rande des Japan-Grand Prix war nämlich bekannt geworden, dass der Rennstall aus Brackley im kommenden Jahr mit Michelin-Pneus antreten möchte.

BAR bis Ende 2004 an Bridgestone gebunden

Für Bridgestone kam diese Nachricht einem Schlag ins Gesicht gleich. Seit das britische Team 1999 in die Formel 1 einstieg ist man dessen Reifenpartner. Zudem gibt es eine bis Ende 2004 laufende Vereinbarung über die Ausrüstung mit Reifen. Angesichts des Wechselwunsches von BAR erklärte der japanische Reifenhersteller, dass man überprüfen werde wie sich die Fortführung der Zusammenarbeit mit BAR in der Saison 2004 auf die Reifenentwicklung auswirken würde. Gleichzeitig ließ man wissen, dass man davon ausgeht, dass sich das Team an die Bedingungen des Vertrages mit Bridgestone halten wird.

Wechsel von BAR könnte sich negativ auf Bridegstones Reifenentwicklung auswirken

Dass die Japaner das Team nur ungern verlieren möchten, hat einen handfesten Grund. Neben Ferrari absolvierte BAR in diesem Jahr einen Großteil der Reifenentwicklungsarbeit und setzte oftmals drei Autos gleichzeitig ein, wohingegen zum Beispiel Sauber, Jordan oder Minardi meist nur mit einem Auto testeten. Sollte Bridgestone das Team an Michelin verlieren, so würde dies wohl in Sachen allgemeiner Entwicklungsarbeit einen Nachteil gegenüber den Franzosen bedeuten, denn diese würden dann sechs Teams ausrüsten, von denen einige problemlos mit mehreren Autos gleichzeitig testen können, was wiederum zu einem Entwicklungsvorsprung verhelfen könnte.

Dupasquier: BAR bestreitet die Wintertests mit "unseren Pneus"

Nachdem es in den letzten Wochen keine neuen Erkenntnisse bezüglich des Wechsels des Reifenpartners gab, berichtet nun die 'Motorsport aktuell' in ihrer aktuellen Ausgabe, dass dieser praktisch bereits besiegelt ist. "BAR wird bei den Wintertests im November auf unseren Pneus rollen", zitiert man Michelin-Motorsportdirektor Pierre Dupasquier. Offiziell bestätigt ist dies jedoch noch nicht.

Keine offizielle Bestätigung

Gegenüber F1Total.com erklärte Bridgestone Motorsport heute, dass es seit Suzuka keine weiteren Gespräche zwischen Bridgestone und BAR hinsichtlich der Fortführung oder einer vorzeitigen Beendigung der Partnerschaft gegeben hat. Auf Anfrage konnte auch das betroffene Team selbst einen Wechsel zu Michelin nicht bestätigen.

Das Unternehmen aus Clermont-Ferrand konnte in diese Angelegenheit bislang auch kein Licht bringen, denn ein entsprechender Vertrag scheint noch nicht unterschrieben worden zu sein. Unabhängig davon lässt sich aber feststellen, dass Teamchef David Richards in der nächsten Saison auf einen neuen Reifenpartner setzen möchte und offensichtlich auch eine Klage wegen Vertragsbruchs von Bridgestone nicht scheut.

Bis die Teams am 25. November die Testfahrten wieder aufnehmen sind es jedoch noch drei Wochen. Bis dahin ist davon auszugehen, dass es zwischen Bridgestone und BAR-Honda eine Einigung geben wird. Michelin wäre jedenfalls bereit noch ein Team auszurüsten.

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Bridgestone: Vorbereitungen auf die Debütrennen

(F1Total.com) - Zwei neue Formel-1-Schauplätze werden im nächsten Jahr ihre Premiere feiern: Der Bahrain-Grand-Prix im April, der das dritte Rennen in der Saison 2004 bilden wird, und der erste Große Preis von China in Schanghai, der Ende September ausgetragen werden wird. Während beide Strecken, die noch nicht fertig gestellt sind, für alle Beteiligten der Formel 1 Neuland sein werden, so müssen sich die Reifenhersteller dennoch frühzeitig auf die Debütstrecken vorbereiten.

"Es ist immer eine Herausforderung, einen Reifen für den ersten Auftritt auf einem Kurs zu bauen, weil wir keine alten Aufzeichnungen haben, um unsere Reifen vorzubereiten", erklärte Bridgestones Technischer Manager Hisao Suganuma. "Wir wissen nichts über Bahrain und Schanghai. Ich glaube, Bahrain hat bis jetzt noch nicht einmal eine Asphaltoberfläche. Wir müssen also warten, bis wir einige Daten von den Strecken haben, ehe wir mit den Vorbereitungen beginnen können."

Umso später vertrauenswürdige Daten von den neuen Kursen eintreffen, desto weniger Zeit bleibt den Reifeningenieuren, die Pneus für die neuen Rennen zu konstruieren. Eines ist jedoch sicher: Die staubige Wüstenlandschaft in Bahrain wird die Reifenhersteller vor ein neuerliches Problem stellen, welches auch zusammen mit den Bridgestone-Team gelöst werden muss.

Teams und Reifenhersteller ziehen an einem Strang

"Wir werden vor dem Rennen noch einen Eindruck der Streckenoberfläche gewinnen können, dann denken wir darüber nach, welcher Reifentyp zur Piste passen könnte", so der Japaner weiter. "Wir können einen Plastikabdruck der Oberfläche machen. Diesen vergleichen wir dann mit den bisherigen Strecken. Wir haben auch die Möglichkeit, die Oberfläche mit einem Laser zu analysieren – da haben wir Daten von jedem anderen Kurs. Wir werden diese Daten nutzen, um uns auf den neuen Kurs einzuschießen, und es ist wichtig, dass wir dabei mit den Teams zusammenarbeiten."

Ein wichtiger Teil der Vorbereitungen wird ohnehin von den Teams übernommen werden, die noch weit vor dem Rennen erste Simulationen der Kurse absolvieren werden. Den Rennställen geht es dabei mehr um Motoreinstellungen, Aerodynamik und die Getriebeübersetzungen, aber auch die Reifenentwicklung für eine neue Strecke profitiert von dieser Arbeit.

"Die Teams können das Fahren auf dem Kurs simulieren, und zusammen mit unseren Simulationsdaten und den Informationen über die Oberfläche können wir entscheiden, welche Reifensorte zu einem speziellen Kurs passt", so Suganuma. "Wir müssen aber abwarten, bis die Oberfläche fertig ist, weil wir diese Daten benötigen. Auch die Teams brauchen für die Simulationen genaueste Streckeninformationen. Ich glaube, dass noch kein Team über diese Daten verfügt."

Warten auf genaue Streckendaten aus Bahrain und China

Doch die Pistenoberfläche ist nicht die einzige Unbekannte: "Ich bin nicht sicher wie die Streckenführung in Bahrain aussehen wird, aber wenn man sich Schanghai ansieht, dann werden dort viele enge Kurven sein. Mein Gefühl sagt mir, dass die Strecke in Schanghai der in Jerez sehr nahe kommt", so der 48-Jährige.

Das genaue Layout spielt bei der Vorbereitung eine wichtige Rolle, vor allem um die passende Mischung herauszusuchen. "Das ist aber nur mein Gefühl", so Suganuma über den Jerez-Schanghai-Vergleich. "Wir müssen dass noch mit etwas mehr Daten ausarbeiten. Das werden wir aber sicher später tun, zu Beginn des nächsten Jahres im Januar oder spätestens Anfang Februar."

Die Reifenhersteller werden in der Saison 2004 jedoch nicht nur durch neue Strecken auf die Probe gestellt, auch die Terminverlegungen können einige Änderungen mit sich bringen. So findet der USA-Grand-Prix nun im Juni und der Brasilien-Grand-Prix im Oktober statt. Die veränderten klimatischen Bedingungen dieser Rennen können durchaus Auswirkungen auf die einzusetzenden Reifen haben.

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Schwierigkeiten am Nürburgring


Da das Rennen in den Juni verlegt wurde, kommt es zu einer Überschneidung des F1 Rennens und Rock am Ring. Der Veranstalter möchte gern das Event "Rock am Ring" verschieben, allerdings sind damit die Rock am Ring - Heinis nicht einverstanden. Es droht nun, dass das Rennen nochmals verschoben oder am Nürburgring nicht ausgetragen wird. Sollte dies der Fall sein, wird der Nürburgring sehr schlechte Karten haben, ab 2006 den GP von Deutschland austragen zu dürfen. Ecclestone hat nämlich gemeint, dass es ab 2006 nur noch ein Rennen in Deutschland geben wird und das wird dann wohl in Hockenheim stattfinden.



Michi
 
Verdacht der Anstiftung zur Falschaussage

München - Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt gegen Michael Schumachers Manager Willi Weber wegen des Verdachts der Anstiftung zur Falschaussage.

Eckhard Maak, der Sprecher der Behörde, bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht des Hamburger Magazins "stern".

Hintergrund ist ein vor knapp drei Jahren abgeschlossener Rechtsstreit zwischen Weber und dem Koblenzer Motorsportjournalisten Burkhard Nuppeney um Vermarktungsanteile aus den Einkünften des inzwischen sechsfachen Formel-1-Weltmeisters. Es gebe Hinweise, wonach ein Zeuge von Weber "belohnt" worden sei.

Vertrag zwischen Weber und Nuppeney

Weber und Nuppeney hatten im Oktober 1988 einen Vertrag abgeschlossen, der beiden jeweils zehn Prozent aus der Vermarktung des damals vielversprechenden Nachwuchspiloten aus Kerpen zuteilte.

Der Schumacher-Manager hatte vor Gericht erklärt, dieses Abkommen bereits im Oktober 1990 mündlich und schriftlich gekündigt zu haben. Nuppeney bezeichnete den Kontrakt jedoch weiter als gültig.

Klage 1999 abgewiesen

Weber wurde in dem Verfahren vor dem Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart unter anderem vom früheren Tourenwagen-Teammanager Udo Wagenhäuser (Konstanz) bestätigt. Das OLG wies die Klage Nuppeneys auf Nachzahlungen im November 1999 ab.

Der Vorsitzende Richter Martin Würthwein begründete dies damit, dass der Journalist beinahe sieben Jahre lang seine Ansprüche auf Millionen nicht geltend gemacht habe.

Keine Rolle habe bei dem Urteil die Zeugenaussage von Wagenhäuser gespielt. Wagenhäuser sagte aus, dass Nuppeney ihm bereits 1990 in Hockenheim erklärt habe, dass er mit Weber "fertig sei".

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe lehnte im Dezember 2000 die Revision Nuppeneys ab.

Entscheidung über Verfahrenseröffnung am 12. November

Am Mittwoch, 12. November, muss sich nun Wagenhäuser vor dem Amtsgericht Stuttgart wegen des Verdachts der uneidlichen Falschaussage verantworten. Davon hängt dann ab, ob ein Verfahren gegen Weber eröffnet wird.

"Wenn der Verdacht nicht beweisbar ist, erledigt sich ein Weber-Prozess", erklärte Staatsanwaltschaft-Sprecher Maak. Auf das damalige Zivilverfahren werde dies jedoch keinen Einfluss haben.

Der Rechtsstreit zwischen dem Schumacher-Vertrauten und Nuppeney wird demnach nicht neu aufgerollt.

Das Strafmaß bei Falschaussage und bei Anstiftung zur Falschaussage liegt zwischen drei Monaten und fünf Jahren.

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Minardi nimmt an Testfahrten teil

München - Allen Finanzproblemen zum Trotz plant das Minardi-Team, an den F-1-Testfahrten Ende November teilzunehmen.

Im Cockpit wird dann aber nicht einer der diesjährigen Stammpiloten Jos Verstappen oder Nicolas Kiesa sitzen, sondern voraussichtlich Gianmaria Bruni.

Bruni bereits für Minardi aktiv

Der italienische Youngster bestritt seit dem Deutschland-Grand-Prix in Hockenheim Anfang August die Freitagstests für Minardi und beeindruckte dabei durch gute Zeiten.

Teamchef Paul Stoddart hat Bruni daher auch auf der Rechnung und plant anscheinend langfristig mit ihm.

"Wir stehen kurz vor einem Deal mit Bruni", verkündete der Australier unlängst.

Bekanntgabe der Fahrerpaarung noch im November?

Wann er denn die Fahrerpaarung für 2004 bekannt gebe, konnte oder wollte Stoddart noch nicht sagen.

Nur so viel war ihm zu entlocken: "Ich hoffe im November."

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Ferrari gegen Eurofighter

München - Der sechsmalige Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher tritt in seinem Ferrari gegen einen Kampfjet an.

Auf einer 1500 Meter langen Piste wird Schumacher am 11. Dezember auf dem Militärflughafen von Grosseto den Kampf gegen den neuen Eurofighter aufnehmen.

Dabei werden die Beschleunigungswerte über 500, 1000 und 1500 Meter verglichen. Der Eurofighter, der zweifache Überschallgeschwindigkeit erreicht, wird von Testpilot Maurizio Chelli gefahren werden.

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Stewart unterstützt schottischen Nachwuchs-Piloten

(F1Total.com) - Als Rennfahrer ist der dreimalige Formel-1-Weltmeister Jackie Stewart schon lange nicht mehr aktiv, doch wen einmal das Motorsport-Virus gepackt hat, den lässt es bekanntlich nicht mehr los.

Dem Jaguar-Team, welches aus Stewart Grand Prix hervorging, steht der 64-Jährige in der Formel 1 nach wie vor in "beratender Funktion" zur Seite, doch daneben kümmert sich der Schotte, der als Geschäftsmann nicht weniger erfolgreich ist als er es als Pilot in der Königsklasse war, auch um den Nachwuchs.

Aktuell bemüht sich Stewart um den 24 Jahre alten Ryan Sharp, den frisch gekürten Meister der deutschen Formel-Renault-Serie. "Jackie hat Interesse an mir gezeigt. Er spricht nun wegen mir mit einigen Unternehmen", erklärte der englische Nachwuchsfahrer, der sich ob der Unterstützung durch seinen berühmten Landsmann geschmeichelt fühlt: "Wenn dich jemand wie Jackie hoch einschätzt, dann ist das ein großer Bonus. Ich bin dankbar dafür", so Sharp.

Damit rückt Sharps Interesse auch wieder auf die Formel 1, denn diesen Traum hatte er mangels Unterstützung schon fast aufgegeben. "Die Leute, die ich nun treffe, und das Interesse, welches mir widerfährt, beschleunigen nun alles", berichtet er über die positiven Auswirkungen der Fürsprache von Stewart.

Im nächsten Jahr wird Sharp in Rahmenrennen bei den Formel-1-Grand Prix in Frankreich und Monaco fahren, wodurch sich die Formel-1-Teamchefs dann einen persönlichen Eindruck verschaffen können.

Gelingt ihm 2004 der Titelgewinn in der Formel Renault V6-Serie, so wird er die Chance erhalten eine Testfahrt für RenaultF1 zu absolvieren, denn die hat der französische Automobilhersteller dem Gewinner der Serie versprochen.

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Theissen: "Die Lerneffekte sind gewaltig"

(F1Total.com) - Nach langen und sich mehrere Monate hinziehenden Verhandlungen, gaben BMW und WilliamsF1 Ende Juni die Verlängerung ihrer bisherigen Partnerschaft um weitere fünf Jahre bekannt. Wenig später berichtete die 'Berliner Zeitung', dass sich der bayerische Automobilhersteller das verlängerte Abenteuer Formel 1 insgesamt 1 Milliarde Euro kosten lassen wird.

Wie viel sich BMW sein Engagement tatsächlich kosten lässt, ist nur wenigen Verantwortlichen bekannt, doch sicher ist, dass man für den Erfolg in der prestigeträchtigen Motorsportserie einiges investiert. Vielen Formel-1-Fans stellt sich daher die Frage, ob die durch einen oder mehrere Konstrukteurstitel vermeintlich steigenden Absatzzahlen bei den Serienfahrzeugen die zunächst notwendigen, enormen Investitionen rechtfertigen.

BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen kann dies eindeutig mit "Ja" beantworten. "Die Rennpiste ist auch eine Marketingbühne", so der Bayer. Aber: "Die Lerneffekte aus dem Top-Motorsport für die Serienfertigung sind schon gewaltig", berichtet der 51-Jährige auf der Internetseite des Teams.

Gerhard Berger sieht in der Formel 1 vor allem eine hervorragende Möglichkeit für BMW technische Kompetenz zu beweisen. "BMW kopiert nicht, sondern macht alles selbst", so der Österreicher gegenüber der Zeitschrift "auto, motor und sport" im Hinblick auf die Motorenentwicklung.

Für Theissen und Berger ist der Technologietransfer zwischen der Formel 1 und der Serienproduktion ohnehin einer der größten Vorteile - und letztlich auch eine angemessene Begründung für die Millionen die man investieren muss, um ganz vorne mitzufahren.

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Jordan hofft auf mehr Erfolg mit dem EJ14

(F1Total.com) - Für Eddie Jordan war die Saison 2003 mehr schmerzlich als denn erfreulich. Insgesamt verlief das Jahr eher enttäuschend, weil die Wettbewerbsfähigkeit und Zuverlässigkeit des Jordan-Cosworth-Paketes nicht stimmte.

Mit Giancarlo Fisichellas Sieg in Brasilien gab es aber auch wenigstens ein großes Erfolgserlebnis, sowie mit Firmans in Spanien geholtem achten und Fisichellas siebten Platz in Amerika noch zwei kleine Höhepunkte. Abseits der Rennstrecke sorgte derweil Jordans Klage gegen Vodafone für Aufsehen. Anstatt einer beträchtlichen Entschädigung für blieb man auf jeder Menge Gerichts- und Anwaltskosten sitzen.

Dass sich ausgerechnet das von ihm vorgeschlagene neue Punktesystem als nachteilig für sein Team erweisen würde - mit der Punktevergabe wie 2002 hätte man Platz 5 bei den Konstrukteuren belegt, nach der neuen Regelung wurde man nur Neunter -, besserte Jordans Stimmung auch nicht gerade, doch der Teamchef hat die Enttäuschungen der Saison 2003 mittlerweile überwunden.

Anstatt zurückzublicken, konzentriert sich der 55-Jährige auf die Zukunft, die durch die Übernahme von 49,9 Prozent des Teams durch die irische Investorengruppe Merrion Capital vorerst gesichert zu sein scheint. Nach dem Motto "Neues Spiel, neues Glück", laufen in der Jordan-Fabrik wie bei allen anderen Teams die Vorbereitungen für 2004 bereits auf Hochtouren.

Zwei Mal wird der EJ13 in diesem Jahr noch zum Einsatz kommen. Vom 14. bis 16. November beim 50. Macau-Grand Prix, wo Ralph Firman einige Demonstrationsfahrten auf dem engen Straßenkurs absolvieren wird, sowie vom 3. bis 5. Dezember, wo die letzten Testfahrten für das Team in diesem Jahr in Jerez anstehen.

Nach Angaben von Jordan hat man derzeit mit der Entwicklung und Produktionsplanung des EJ14 alle Hände voll zu tun. Wann man das erste Mal mit dem "neuen Auto" testen wird, steht momentan aber noch nicht fest.

Relativ sicher aber ist, dass der neue Bolide eine Weiterentwicklung des EJ13 sein wird, der laut Eddie Jordan kein schlechtes, sondern im Vergleich zur Konkurrenz "weniger gutes Auto" war, dessen Potenzial man letztlich auch auf Grund der schwierigen finanziellen Situation in diesem Jahr nicht so nutzen hatte können wie es geplant war. Mit den neuen Geldgebern im Hintergrund, sollte dies nun aber möglich sein.

Allein ob man den in den vergangenen Monaten eingefahrenen Entwicklungsrückstand gegenüber den Mitbewerbern im Winter aufholen kann, wird sich zeigen müssen.

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Bekommt Justin Wilson eine Schonfrist?

(F1Total.com) - Justin Wilson darf vorerst erleichtert sein. Der baumlange Brite musste in den letzten Wochen viele Spekulationen wahrnehmen, die ausnahmslos sein Ende bei Jaguar bedeuten würden – zumindest das Stammcockpit betreffend. Die größten Chancen auf das Cockpit neben Mark Webber werden dem McLaren-Testfahrer Alexander Wurz zugeschrieben, aber auch Jos Verstappen ist noch nicht aus dem Rennen.

Angesichts der bald beginnenden Testfahrten scheint man im britischen Team vorerst für etwas Ruhe sorgen zu wollen. Wie die britische Zeitung 'The Sun' berichtet, wurde Wilsons derzeitiger Vertrag um weitere sechs Wochen verlängert. Eine Entscheidung über den zweiten Fahrer wird so wohl erst Anfang Januar fallen.

Für den Briten bedeutet dies auch, dass er sich in den Testfahrten erneut beweisen kann. Eine dem Team nahe stehende Quelle erklärte der Zeitung weiterhin: "Justin hat sich gut eingelebt, aber wir müssen davon überzeugt werden, dass er so schnell wie Mark sein kann. Wir brauchen zwei Fahrer, die Punkte holen können, nicht nur Mark."

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Bruni: "Die Wahrscheinlichkeit ist höher als 50 Prozent"

(F1Total.com) - Einmal in der Königsklasse des Motorsports - der Formel 1 - anzutreten, ist der Traum eines jeden Rennfahrers.

Für Gianmaria Bruni wurde dieser in Form eines zweistündigen Einsatzes bei den Freitagstestfahrten an den letzten fünf Rennwochenenden bereits Wirklichkeit. Der Italiener kam dabei so richtig auf den Geschmack und erklärte nun, dass "extrem" sei ein Formel-1-Auto zu fahren, selbst wenn es nur ein Minardi war.

Nachdem sich der 22-Jährige bei seinen Kurzeinsätzen beachtlich aus der Affäre zog, darf er sich sogar gute Chancen ausrechnen im kommenden Jahr die komplette Saison als einer der beiden Stammpiloten zu fahren.

Ende November/Anfang Dezember könnte die Vertragsunterzeichnung offiziell bekannt gegeben werden, doch bis dahin muss noch eine kleine Hürde überwunden werden. "Ich habe keine eigenen Sponsoren und muss darauf hoffen, dass die italienische Sponsorengruppe mich weiterhin unterstützt", sagte Bruni in einem Interview gegenüber 'f1racing.net', dass zunächst eine finanzielle Lösung gefunden werden muss.

Diesbezüglich ist der Römer aber zuversichtlich, schließlich haben die Sponsoren "gesehen, wie schnell ich bin - also wollen sie ja vielleicht mehr investieren." Für das Minardi-Cockpit interessieren sich aber auch noch andere Piloten, doch "die Wahrscheinlichkeit, dass ich nächstes Jahr Rennen fahre ist höher als 50 Prozent", berichtet Bruni, der auch weiß, dass er Teamchef Paul Stoddart bei den Freitagstest beeindrucken konnte.

Momentan heißt es für den in diesem Jahr neben der Formel 1 in der Euro 3000 Series angetretenen Rennfahrer "erst einmal Abwarten", denn die Entscheidung liegt bei anderen. "Mir hat man gesagt, dass es in zwei oder drei Wochen feststehen wird. Das werden bestimmt die längsten Wochen meines Lebens", so Bruni, der sich möglicherweise über ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk in Form eines Renncockpits beim Formel-1-Team aus Faenza freuen können wird.

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Toyota-Techniker beteuert seine Unschuld

Müchen - Noch immer konnte die Staatsanwaltschaft kein Licht ins Dunkel der Spionageaffäre bringen, die die Königsklasse in Atem hält.

Der Toyota-Techniker Andrea S., der als einer der Hauptverdächtigen in diesem Fall gilt, hat erstmal öffentlich seine Unschuld beteuert.

"Ich habe keine Informationen gestohlen, ich bin unschuldig", sagte er der Tageszeitung "Gazzetta di Modena".

Untersuchungen laufen

Am Freitag war der Techniker, der vor zwei Jahren von Ferrari zu Toyota wechselte, von der Kölner Polizei zunächst festgenommen, nach dem Verhör jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Die drei bei Andrea S. sichergestellten PCs werden derzeit im Kölner Polizeipräsidium ausgewertet. Experten der Abteilung Wirtschaftskriminalität stehen mit ihren italienischen Kollegen dabei eng in Verbindung.

Eine Zeitung in Modena hat inzwischen den vollständigen Namen des Verdächtigen veröffentlicht, woraufhin das Elternhaus von Andrea S. in Maranello von Paparazzi regelrecht belagert wird.

Toyota geht von Unschuld aus

Toyota-Sprecher Chris Hughes zum Stand der Dinge: "Gegen ihn ist bisher keine Anzeige erstattet worden." Für die Kölner gilt weiter das Prinzip der Unschuldsvermutung und auch eine Schadensersatzklage seitens Ferrari scheinen sie nicht zu befürchten.

"Es gibt nichts, worüber wir uns Sorgen machen müssten. Wir werden die Behörden weiter unterstützen", erklärt Huhes weiter. Auch Teamchef Ove Andersson sieht bisher keinen Grund zur Besorgnis: "Nicht Toyota ist Objekt der Untersuchung, sondern unser Angestellter."

Am Mittwoch wurden die Namen der zwei anderen Verdächtigen veröffentlicht, gegen die der Staatsanwalt von Modena ermittelt. Die Ermittler vermuten, dass die drei Männer ihre in Maranello gesammelten Erfahrungen und geheimen Informationen bei Toyota genutzt haben, um ähnliche Projekte zu entwickeln. Laut italienischem Strafrecht drohen ihnen bis zu zwei Jahren Haft.

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Toyota-Ingenieur: TF103 und F2002 sehen sich ähnlich


(F1Total.com) - Für gewöhnlich geht es in der testfreien Zeit in der Formel 1 etwas ruhiger zu. Seit Ende letzter Woche beschäftigt die Königsklasse und ihre Fans aber eine Spionage-Affäre.

Seit bekannt wurde dass der Staatsanwalt von Modena gegen einen Toyota-Mitarbeiter wegen der Werkspionage gegen Ferrari ermittelt, es bereits Durchsuchungen gab und Computer und Datenträger beschlagnahmt wurden, hat sich der Kreis der Verdächtigten mittlerweile auf drei Personen erweitert. Im Mittelpunkt der Untersuchungen steht ein Aerodynamik-Ingenieur, der von 1995 bis Februar 2002 für Ferrari arbeitete und anschließend zum Toyota-Rennstall wechselte.

Bei seinem neuen Arbeitgeber soll der von der italienischen Presse als Angelo Santini bezeichnete Aerodynamik-Ingenieur aber nicht nur sein Fachwissen zur Verbesserung der Konkurrenzfähigkeit des deutsch-japanischen Rennstalls eingebracht, sondern auch Informationen von Ferrari unerlaubter Weise genutzt haben.

In der Tageszeitung 'Gazzetta di Modena' beteuert der Italiener jedoch seine Unschuld. "Ich habe keine Informationen gestohlen, ich habe mit dieser Affäre nichts zu tun", sagte er. Konfrontiert mit der Tatsache, dass der von Toyota in dieser Saison eingesetzte Bolide vom Typ TF103 optisch Gemeinsamkeiten mit Ferraris F2002 aufweist, hatte Santini offensichtlich schon im Frühjahr gegenüber der Zeitung bestätigt, dass sich beide Autos ähnlich sehen.

"Sie sind aber anders, denn die Anpassung an die technischen Gegebenheiten ist unterschiedlich. Wir verwenden beispielsweise andere Reifen. Für mich war bei meinem Wechsel zu Toyota wichtig, dass ich die Möglichkeit habe meine Fähigkeiten zu demonstrieren und das bedeutet nicht nur eine Kopie zu machen. Selbst wenn es ähnlich erscheint, so ist es doch immer unterschiedlich: im Motor, dem mechanischen Design, den Reifen und jedem kleinen Detail der Aerodynamik", sagte der Italiener den vorliegenden Informationen zufolge.

Inwiefern er tatsächlich Betriebsgeheimnisse zu seinem neuen Arbeitgeber mitgenommen hat, versucht die italienische Staatsanwaltschaft nun zu klären. Der Toyota-Mitarbeiter ist sich jedenfalls keiner Schuld bewusst. In der Tat ist das Nachkonstruieren oder Nachempfinden eines erfolgreichen Konzepts eines anderen Teams in der Formel 1 sicherlich an der Tagesordnung.

So bestätigte zum Beispiel BAR-Hondas Technischer Direktor Geoffrey Willis im August, dass sich die Teams grundsätzlich Ideen bei den Konkurrenten abschauen, diese nachbauen und auf eine die eigene Leistungsfähigkeit verbessernde Verwendung am eigenen Auto prüfen. Der Staatsanwaltschaft obliegt es nun, genau zu klären, ob Angelo Santini nur das getan hat oder aber geheimes Datenmaterial seines ehemaligen Arbeitgebers zu Toyota mitgenommen hat.

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Auch die Top-Teams müssen deutlich sparen

München - Formel 1 - das steht für das "Höher, schneller, weiter"-Prinzip und vor allem für technische Perfektion.

Und diese Perfektion hat natürlich auch ihren Preis. Doch an diesem Punkt spaltete sich die Königsklasse bisher in eine "arme" und "reiche" Gesellschaft. Von den Unsummen, die die Top-Teams in Entwicklung und Personal investieren, können die kleinen Rennställe nur träumen.

Doch auch für Ferrari und Co. könnten die goldenen Zeiten bald ein jähes Ende finden. Denn selbst die Finanzquellen der großen Teams sind nicht mehr unerschöpflich. Droht der Formel 1 über kurz oder lang eine handfeste Finanzkrise?

Auch Top-Teams müssten sparen

Was für den deutschen Durchschnittbürger schon lange alltäglich geworden ist, könnte auch für die großen F-1-Teams bald bittere Realität werden: Sparen, sparen und nochmals sparen.

Bisher wurden Minardi, Jordan und Sauber immer milde belächelt, wenn es um deren Finanzsorgen ging, doch seit einiger Zeit stoßen auch die Top-Drei ans Ende ihrer bislang gigantischen Liquiditätsrahmen.

Das Problem an der Sache: Die neue Situation scheint sich noch nicht wirklich herumgesprochen zu haben. Anders lassen sich die erneuten Regeländerungen für 2004 wohl nicht erklären.

McLaren verspekuliert sich

Wo im Vorjahr noch die Kostenersparnis im Vordergrund stand, machen die Verantwortlichen nun eine Rolle rückwärts. Die Test-Regularien wurden geändert - ein klarer Nachteil für die finanzschwachen Teams, die erfolglos ein Veto einlegten.

Aber die Top-Teams hätten gut daran getan, sich ihren Konkurrenten anzuschließen, denn so gut wie sie vorgeben, geht es auch ihnen schon lange nicht mehr.

Beispiel McLaren: Die Briten haben sich mit ihrer neuen Fabrik komplett verspekuliert. Bereits im August 2002 sollte das Paragon eingeweiht werden, bisher konnte nur der Windkanal genutzt werden.

Teurer Williams-Windkanal

Mit schlappen 15 Monaten Verspätung zieht die Formel-1-Crew nun um. Zu allem Überfluss ist das architektonische Meisterwerk auch noch ganze 120 Millionen Euro teurer geworden als geplant. Gerüchten zufolge soll Mercedes durch einen Aktientausch für die Fehlplanung gerade stehen.

Auch auf Frank Williams kommen harte Zeiten zu: Der Bau des neuen Windkanals, der im Sommer 2004 einsatzbereit ist, hat eine Summe von 30 Millionen Euro auf dem Preisschild stehen. Für Williams bedeutet das: Der Rennstall wird keinen Gewinn machen und sein Teamchef muss sogar eiserne Reserven angreifen.

BMW dreht den Geldhahn zu

Motorenpartner BMW wird ab 2005 die Entwicklungspauschale um die Hälfte kürzen, die weiteren Zuschüsse hängen dann vom Erfolg des Teams ab.

Frank Williams könnte es daher nur recht sein, wenn McLaren-Mercedes ihm für eine zweistellige Millionensumme Juan Pablo Montoya abkaufen würde. Doch Ron Dennis fehlt dafür das nötige Kleingeld.

Ferrari denkt nicht ans Sparen

Auch Ferrari gibt nach wie vor das Geld mit beiden Händen aus und anstatt zu sparen, fordert Luca di Montezemolo lieber von Bernie Ecclestone mehr Geld. Dabei hat man in Scuderia-Kreisen längst die Zeichen der Zeit erkannt: "Ferrari täte gut daran, sich auf schlechtere Zeiten vorzubereiten. Sie müssten jede Sparmaßnahme begrüßen."

Einzig bei Toyota scheint die Geldquelle ohne Ende zu sprudeln: Das in Köln ansässige Team schockte die Konkurrenz mit einem Rekord-Etat von 500 Millionen Euro. Wo das ganze Geld hinging, ist angesichts der Neu-Verpflichtungen klar.

Bei Toyota gilt: Klotzen statt Kleckern

Mike Gascoyne kam von Renault zu den Kölnern, Nick Heidfelds Renningenieur Remi Decorzent folgte. Alleine der ehemalige Renault-Technikchef soll im Jahr fünf Millionen Euro verdienen.

Und auch beim Mitarbeiterstab klotzt Toyota. 1400 Fachkräfte sollen sich um das Projekt Formel 1 kümmern. Zum Vergleich: Das sind doppelt so viele, wie bei Ferrari.

Doch nach Lage der Dinge dürften diese Zahlen in Zukunft die Ausnahme bleiben.

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