"Werde mich besonders vorbereiten"
München - Bernie Ecclestones Traum wird wahr. Der Formel-1-Boss wünschte sich einen Chinesen in der Formel 1. Mit Ho-Pin Tung testet der überlegene Sieger der Formel BMW Asien 2003 bald für BMW-Williams.
"Ich werde mich ganz besonders vorbereiten und ich werde mein Bestes geben, um fit genug zu sein, all diese Kräfte, die bei einer Formel-1-Testfahrt auf den Fahrer einwirken, auszuhalten", so der 20-Jährige im Gespräch mit Sport1.
Tung ist der erste Chinese in der Geschichte der Formel 1.
Tung vor Formel-1-Premiere: "Eine fantastische Nachricht"
Ho-Pin Tung war 2003 der dominierende Pilot der Formel BMW Asien
München - Er ist der erste chinesische Pilot der Formel 1. Ho-Pin Tung wird noch in der Winterpause für BMW-Williams einen Testeinsatz haben.
Der 20-Jährige dominierte 2003 die Formel BMW Asien nach Belieben. Tung wurde der Motorsport quasi in die Wiege gelegt und genießt bei den Motorsport-Experten höchste Wertschätzung.
Jetzt steht er kurz vor seinem ersten Auftritt in der Formel 1. Sport1 hat den talentierten Asiaten noch davor zum Interview gebeten. Während des Gesprächs konnte er sein Glück kaum fassen. Seine Vorfreude ist riesengroß.
Sport1: Herr Ho-Pin Tung, Sie haben als Testfahrer bei BMW-Williams bald ihren ersten Einsatz in der Formel 1. Wie fühlten Sie sich, als Sie von der Nachricht erfuhren?
Ho-Pin Tung: Die Einladung wurde bei der Preisvergabe-Zeremonie der Formel BMW Asien verkündet. Zu dieser Zeit fühlte ich mich etwas krank, denn ich litt schon seit zwei Tagen unter einer Lebensmittel-Vergiftung. Aber das habe ich sofort vergessen, als verkündet wurde, dass ich die Chance hätte, das Auto des BMW WilliamsF1 Teams zu fahren! Es war eine fantastische Nachricht und ich war total überrascht!
Sport1: Welches Gefühl überwiegt: Die Nervosität an der Seite von Ralf Schumacher und Juan Pablo Montoya zu fahren, oder die Vorfreude darauf, von diesen beiden etwas zu lernen?
Tung: Ich denke nicht, dass ich nervös sein werde, neben Ralf Schumacher und Juan Pablo Montoya zu fahren. Aber natürlich bin ich aufgeregt, denn es ist meine erste Erfahrung mit der Formel 1 ? und dann gleich mit einem Top-Team!
Sport1: Glauben Sie, dass sie physisch fit genug sind, die große körperliche Anstrengung, die eine Fahrt mit einem Formel-1-Boliden mit sich bringt, wegzustecken?
Tung: Ich habe in diesem Jahr viel trainiert, aber die Formel 1 ist schon eine Klasse für sich. Ich werde mich ganz besonders vorbereiten und ich werde mein Bestes geben, um fit genug zu sein, all diese Kräfte, die bei einer Formel-1-Testfahrt auf den Fahrer einwirken, auszuhalten.
Sport1: Würden Sie gerne einmal in der Formel 1 fahren?
Tung: Ich denke, es ist der Traum eines jeden Fahrers, einmal in der Formel 1 anzutreten. Und natürlich ist es auch meiner.
Sport1: Haben Sie in der Formel 1 ein Vorbild?
Tung: Eigentlich bewundere ich alle Fahrer. Da ich weiß, wie schwierig es ist, in die Formel 1 zu kommen, und wie unglaublich stark der Wettbewerb ist, muss man einfach zugeben, dass dies die besten Fahrer der Welt sind. Vielleicht ist Kimi Räikkönen für mich ein ganz besonderer Fahrer. Er ist für mich schon eine Art Vorbild. Er hat eine unglaubliche Karriere gemacht: Nach nur einer Hand voll Formel-Rennen hat er es gleich in die Formel 1 geschafft und war von Anfang an konkurrenzfähig.
Sport1: Denken Sie, die Zeit ist reif für den ersten chinesischen Formel-1-Fahrer?
Tung: Nun, das ist für mich schwer zu sagen. Es ist eine große Ehre für mich, dass mir Mario Theissen und Frank Williams die Chance einräumen, ihr Formel-1-Auto zu testen.
Sport1: Bei welchem Team würden Sie am liebsten fahren?
Tung: Bei BMW-Williams. Und das nicht, weil sie mir die Testfahrt angeboten haben. Ich war schon immer ein Fan von BMW Straßen-Fahrzeugen, insbesondere hat mich der M3 begeistert. Davon abgesehen hatte ich immer den größten Respekt für WilliamsF1, denn sie zählen schon seit langen Jahren immer zur absoluten Spitzenklasse. Und es ist sehr schwierig an der Spitze zu bleiben, wenn man in der Rennserie mit der härtesten Konkurrenz antritt.
Sport1: Haben Sie sich den neuen Schanghai-Circuit schon einmal ansehen können?
Tung: Bis jetzt habe ich nur Bilder der Rennstrecke gesehen. Aber diese Fotos sehen wirklich sehr viel versprechend aus.
Sport1: Wie reagiert die Öffentlichkeit in China auf die Formel 1? Meinen Sie, das Rennen in Schanghai wird ein Erfolg?
Tung: In China interessiert man sich immer mehr für die Formel 1, aber auch für andere Rennserien. Mein Rennen der Formel BMW Asien in Peking sorgte in der Presse für viel Aufsehen und mein bevorstehender Formel-1-Test war die Top-News in vielen Tageszeitungen und Fernseh-Sendungen.
quelle: sport1.de