Shaq-Attack vor Wechsel nach Phoenix
München/Miami - Wer geglaubt hat, der Wechsel des spanischen Weltmeisters Pau Gasol zu den Los Angeles Lakers wäre der dickste Deal in dieser NBA-Saison, wird nun aufhorchen.
Wie der "Miami Herald" in seiner Mittwochausgabe meldet, steht ein Wechsel von Superstar Shaquille O'Neal von den Miami Heat zu den Phoenix Suns unmittelbar bevor.
Im Gegenzug sollen Shawn Marion und Marcus Banks von Phoenix nach Miami transferiert werden.
Der Sportsender "ESPN" will erfahren haben, dass O'Neal, der am 6. März 36 Jahre alt wird, bereits auf dem Weg zum Spitzenreiter der Western Conference sei, um sich dort einem Medizin-Check durch das Ärzte-Team der Suns zu unterziehen.
"Es sieht so aus, als ob es tatsächlich geschehen wird. Morgen werden wir Gewissheit haben", wird eine nicht genannte Quelle aus dem Umfeld beider Klubs bei "ESPN" zitiert.
Die Heat geben O'Neal ab - es wäre das Ende einer bewegten Partnerschaft mit vielen Aufs und Abs.
Erst Meisterschaft, dann Absturz
O'Neal kam 2004 mit der Empfehlung von drei gewonnen Meisterschaften von den Los Angeles Lakers nach Miami, um in der Saison 2005/2006 mit den Heat die erste NBA-Meisterschaft der Klubgeschichte zu feiern.
Damals schlugen die Heat in der Finalserie die Dallas Mavericks. Für Dallas eine Pleite, an der Mavericks-Star Dirk Nowitzki noch heute zu knapsen hat.
Danach ging es stetig bergab mit den Miami Heat - auch und vor allem mit Shaquille O'Neal.
Shaq-Attack hat seinen Schrecken verloren
Der Center, der seine NBA-Laufbahn 1992 bei den Orlando Magic begonnen hatte, seitdem gegnerischen Teams unter dem Korb mit seinen massigen, aber äußerst agilen 2,16 Meter das Fürchten lehrte und seinem Spitznamen "Shaq-Attack" alle Ehre machte, hat mittlerweile seinen Zenit deutlich überschritten.
In letzter Zeit musste O'Neal immer öfter verletzt und angeschlagen von der Seitenlinie aus zusehen, wie die Heat in der laufenden Saison mit nur neun Siegen aus 46 Spielen zum schlechtesten NBA-Team verkümmerten. Im Januar verlor Miami gleich 15 Spiele in Folge.
O'Neal hat in dieser Saison bereits 14 Spiele verpasst und liegt mit 14,2 Punkten, 7,8 Rebounds, 1,8 geblockten Würfen deutlich unter seinem Karriereschnitt von 25,6 Punkten, 11,5 Rebounds und 2,5 Blocks.
O'Neal dieses Jahr kein All-Star
Ebenfalls gewöhnungsbedürftig: Nach 14 Nominierungen in Folge wird O'Neal dieses Jahr nicht beim All-Star Game der NBA dabei sein.
Erst fiel Shaq bei der Fan-Wahl durch, um dann auch von den Trainern noch nicht mal für das Reserve-Team der Eastern Conference für das Aufeinandertreffen der NBA-Superstars am 17. Februar in New Orleans berücksichtigt zu werden.
Shaq kassiert 100 Millionen Dollar
O'Neal befindet sich im dritten Jahr eines Fünf-Jahres-Vertrags, der ihm insgesamt 100 Millionen Dollar garantiert. In den kommenden beiden Spielzeiten werden für O'Neal demnach noch 40 Millionen Dollar fällig.
Aus Sicht der Heat würde dieser Wechsel Sinn machen.
Um das Verhältnis zwischen O'Neal und Heat-Trainer Pat Riley soll es nicht zum Besten stehen.
Mit dem so eingesparten Geld würde Miami wieder Luft im so genannten Salary Cap, der Gehaltsobergrenze in der NBA, haben, damit um den anderen Superstar, Dwyane Wade, ein neues Team aufgebaut werden kann.
Unzufriedener Marion
Zudem wäre dann mit Shawn Marion (15,8 Punkte, 9,9 Rebounds in dieser Saison), der sich in Phoenix von den Medien und dem Umfeld nicht genügend gewürdigt fühlt, ein erster Baustein schon mal da.
Die Suns, mit einer Bilanz von 34 Siegen und 14 Niederlagen Spitze im NBA-Westen, gelten als einer der Favoriten auf die Meisterschaft.
O'Neal dürfte im Herbst seiner Karriere also sogar noch mal vom Titel träumen.
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