was glaubst du, was Lotto zum Spielerschutz bewegt? Nur die staatlichen Vorgaben. Bei den Handlungsweisungen im Umgang mit scheinbar Spielsüchtigen hält man sich bedeckt, auch wenn die offenen Schreiben dann wieder anders aussehen. Wobei ich ganz klar sage, dass niemals dazu aufgefordert wurde Spielsüchtige auszunutzen, nicht dass da ein falscher Eindruck entsteht.Hi,
könntest du das, was niemals öffentlich gemacht werden dürfte, näher erläutern?
Ich beziehe mich im Folgenden auch nur auf die normalen Lotto-Spiele, oddset läuft bei uns großartig.
Generell ist der Umgang schwierig. Bei manchen weißt du, dass sie spielsüchtig sind, andere verprassen halt gern ihre sauer verdienten Kohlen. Wir haben Leute, die verzocken jede Woche zwischen 150 und 200 Euro, aber denen ist es egal, die verdienen auch entsprechend. Also nicht egal, aber egal. Andere haben schon Monatsanfang alles auf Lotto verballert und hatten nix mehr zu fressen. Ist hier aber schon in diversen Threads durchgekaut worden, Lotto da meiner Ansicht nicht so suchtanfällig wie Sportwetten, aber darf ich nicht laut sagen, weil das ja eines der Hauptargumente.
Die Sache ist aber, was machst du, wenn die Leute zu dir kommen und ballern jede Woche Kohlen auf die Kästchen, immer schön fragen, noch Quicktipp dazu, Glücksspirale vielleicht? Es ist deine Kohle, du verdienst dir damit dein eigenes Fressen. Auf der anderen Seite weißt du, dass die Leute ihr Geld aus dem Fenster werfen. Mir ist es immer so peinlich, Leute haben einen verschissenen Fünfer und kriegen dafür nicht mal fünf Riesen. Hier geht es mir noch nicht mal um die Süchtigen!
Un wenn du nen Glücksspielsüchtigen hast, du erkennst es irgendwann, wenn es problematisch wird. Sprichst du die Leute offen drauf an? Redest du mit Verwandten, die bei dir in den Laden kommen? In der Großstadt weiß ich von Gewaltandrohungen, aufm Dorf ist dann gleich Gesprächsthema. Du schädigst dich selbst. Nicht weil dir die paar Mark Umsatz entgehen, sondern mit dem Drumherum. Das mit dem Suchtschutz ist aus meiner Sicht nicht umsetzbar. U18-Tipper klar, kein Problem. Und die Aussagen der Lotto-Mitarbeiter sind dann, man könne den Betroffenen ja eine der Broschüren unauffällig zukommen lassen. Mir fällt außer lächerlich kein Wort dazu ein.
Spielsucht ist wie Alkohol oder Drogen nicht vollends in den Griff zu kriegen, schon gar nicht, wenn man es nicht verbietet. Da verschiebt sich das ganze in grauere Regionen. Es würde lediglich die Zahl der Neueinsteiger bremsen, also doch komplettes Verbot. Darf ich aber auch nicht laut sagen, weil ich dann mir selbst eine wichtige Einnahmequelle nehme. Und der Staat will es ja gar nicht verbieten, der ist genauso geil auf die Kohlen, wie die Leute, die jedes Mal nen Ständer kriegen, wenn abertausend Millionen im Jackpot sind.
Alles weitere überlasse ich der Phantasie.
Sind auch nur meine Eindrücke, sieht in anderen Bundesländern bestimmt auch anders aus.[[rofl]]Hier fehlt mir der richtige Smily, so ein Bestimmt-Smily.