herby schrieb:
Ich kann mich erinnern, wie ich in den 90er Jahren durch Wetten vor dem finanziellen Bankrott gestanden bin ... ich habe mich hingesetzt, das Wetten eisern vom Spassfaktor zum Beruf gemacht und mich 40-60 Stunden die Woche hingesetzt und die kommenden 3 Jahre das Minus komplett wettgemacht.
richtig herby. diesen tragischen fall von mistro sollte man nicht verallgemeinern. ein aspekt, der in wettforen aber nie diskutiert wird, weil man unter gleichgesinnten ist, ist die frage, wie das familäre umfeld auf das wetten reagiert? der fall von mistro dokumentiert leider eine sehr angespannte familäre situation mit tragischen folgen. ich kann mir nicht vorstellen, dass man als vater oder mutter es gerne sieht, wenn die kinder zu zockern werden und ein bürgerliches, sicheres leben aufgeben, um sich mit spielgewinnen eine existenz aufbauen zu wollen.
lieber herby, hast du deinen eltern oder näheren verwandten damals gebeichtet, dass du mit zocken vor dem finanziellen bankrott standest? wußten die überhaupt von deiner wettleidenschaft? die logik, die du so locker beschreibst, klingt für mich beinahe wahnwitzig. erst 45.000 verzocken und es nach solch einer bilanz zum beruf zu machen, klingt wie "alles oder nichts", liest sich, als wenn ein alkoholiker eine kneipe eröffnet, um "trocken" zu werden. okay, es mag bei dir mit deiner charakterstärke funktioniert zu haben. das will ich auch gar nicht in frage stellen, aber wie hat sich damals dein persönliches umfeld verhalten? haben dir deine eltern, großeltern, geschwister mut zugesprochen, den weg weiter zu gehen? wäre es damals nicht ein wesentlich vernünftigerer ratschlag gewesen, dass du dir einen normalen sicheren job suchen solltest? lieber herby, ich möchte von dir genauso wenig details wissen wie von mistros fall, denn diese einzelfälle sollte man nicht verallgemeinern. es sollte sich allerdings jeder ambitionierte wettfreund hinterfragen, ob er ein familäres und persönliches umfeld hat, um sein interesse an wetten 40 bis 60 stunden in der woche so auszuleben, dass die zwischenmenschlichen beziehungen nicht auf der strecke bleiben bzw. sich dann nur noch auf die kontakte mit gleichgesinnten wettfreunden beschränken. wenn ich selber vater wäre, würde ich jedenfalls alles daran setzen, dass mein sohn keine "karriere" als wettprofi oder pokerspieler starten würde.