Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es oft Kleinigkeiten sind, warum jemand beim Live-Wetten einfach versagt. Es fängt häufig schon bei der Wahl des Buchmachers an. Natürlich könnte man jetzt sagen, wir spielen ausschließlich und ganz klar nur bei Asiaten, doch gibt es ein paar gute Gründe auch mindestens einen, besser zwei Euro-Bookies mit ins Portfolio zu nehmen. Warum das ganze? Zum einen ist die Eingabedauer, egal über welchen Client mitunter um mehrere Sekunden verzögert. Nichts ist ärgerlicher, als wenn man den Tipp abgibt und die asia-Plattformen einfach zu lange brauchen oder aufgrund teilweise undurchsichtiger Abfrageprotokolle doch nochmal auf eine bessere Quoten gesprungen wird, diese aber dann aus dem Zeitfenster gefallen sind und der Pick einfach 'failed', also nicht angenommen wird. Man mag jetzt denken, dass das nur eine Kleinigkeit ist aber wenn das zu oft passiert, generiert es Ärger und wir wollen Ärger unter allen Umständen beim Live-Wetten vermeiden, weil er die Ausgangsbasis ist für Leichtsinnigkeit und Konzession. Ähnlich einem Schiedsrichter müssen wir uns knallhart an das Regelwerk halten und dürfen nicht aus Frust, weil eine Wette nicht angenommen wurde, an deren Stelle eine andere anspielen, die den Kriterien nicht entspricht, wir sie aber emotional anspielen. Dieser emotionale Drive ist das Aus der meisten Live-Wetter, er muss so niedrig wie möglich gehalten werden, was im Live-Wettenbereich eine Kunst darstellt, weil es täglich einfach viel mehr Situationen gibt, in denen man herausgefordert wird als wenn man, sagen wir drei Pre-Match-Picks anspielt und gut ist. Daher suchen wir nach Bookies, die in aller erster Linie eine sehr schnelle Reaktionszeit haben und die Rolläden so lange wie möglich offen halten, damit die Sonne hereinscheinen kann und wir Möglichkeiten so lange wie möglich sehen und anspielen können.
Der zweite Punkt ist, dass wir ein wirklich sehr großes Wettangebot brauchen, denn das Live-Wetten lebt nicht nur vom Angebot allein, in dem wir uns vielleicht gut auskennen müssen/sollten, sondern im intuitiven Bereich brauchen wir sogar Spiele, von denen wir noch nie was gehört haben und keine Ahnung haben aber vielleicht im Bruchteil einer Sekunde eine gute Eingebung da ist.
Im Idealfall hat man zwar den Asiaten seines Vertrauen aufgeschlagen aber hat nebenher einen oder zwei Eurobooks geöffnet, wo wir die Live-Konsole studieren und auch Live-Statistiken begutachten. Hier kann sich schon der nächste Fallstrick ergeben, weil es unter Umständen sein kann, dass wir einen Pick sehen oder mitbekommen, der bei den Euros angeboten wird, bei den Asiaten aber nicht - oder unter Umständen auch umgekehrt. Die schnelle Entscheidungsfreudigkeit ist beim Live-Sportwetten Segen und Fluch zugleich, darüber schrieb ich weiter oben schon einmal. Wenn nun ein guter Pick sich anbietet, wir aber bei den Euros einfach zu wenig Quote bekommen und uns dagegen entscheiden, weil er asiatisch nicht angeboten wird, dürfen wir unter keinen Umständen zulassen, dass Verärgerung aufkommt, wenn ein paar Sekunden später das Tor fällt und wir uns grämen könnten, warum wir das Spiel nicht doch genommen haben, wenn auch nicht zu den besten Quoten.
Bei Pre-Match-Wetten mag am Ende für manche gelten 'Value ist wenns kommt', für Live-Wetten verhält es sich aber so, dass wir unter keinen Umständen regelmäßig schlechtere Quoten als die Bestquote am Markt erwischen möchten, weil sich einfach bei der Vielzahl an Wetten, die man mitunter bei einer intuitiven Live-Wetten-Strategie fabriziert, der Frust zu groß wird, was man alles an Quote verschenkt hat - und Frust wollen wir unter allen Umständen vermeiden.
Daher sollte man bei Live-Wetten klar zu einer Entscheidung stehen, bzw. es geht nur darum, dass im Kopf glasklar eine Entscheidung gefällt wird, entweder ich nehm es oder ich lass es . Zu langes Zögern ist Gift, denn es erhöht unnötig die Aufmerksamkeitsspanne, die ein möglicher Pick erhält und mit jeder Aufmerksamkeit fließen auch emotionale Attachements in den Pick mit hinein. Es ist beim intuitiven Live-Wetten das A und O zu einer Entscheidung zu gelangen, bevor man emotional zu sehr in den Pick investiert ist. Außerdem ist Zögern meist ein Hinweis darauf, dass der Pick auch nicht wirklich gut ist.
Der ganze Witz beim Live-Wetten ist, dass man intuitiv herausfinden muss, ob ein Pick gut ist oder nicht. Alle guten Picks können angespielt werden, also schlechten Picks müssen unter allen Umständen vermieden werden. Jeder weiß nach kurzer Zeit, was ein guter Pick ist und was nicht - die Kunst ist ja nur, sich konsequent daran zu halten und nicht Spiele anzuspielen, von denen man weiß, dass sie einfach nicht gut sind. Nun mag einer sagen: Ja, aber der Würfel ist doch immer 50:50, wie kann man denn sagen, was ein guter Pick ist und was nicht.
Der Punkt ist der, dass man das intuitiv spüren aber niemals restlos erklären kann. Es kann sein ein Pick ist gut, obwohl nur noch fünf Minuten zu spielen sind oder gerade weil nur noch fünf Minutenzu spielen sind. Es kann sein ein Pick ist gut, unmittelbar nachdem ein Tor in der anvisierten Partie gefallen ist, oder es kann auch großer Schmarrn sein, unmittelbar nach einem Tor in der besagten Partie was anzuspielen. Genau die Tatsache sich von sehr vielen Regeln erst einmal wieder frei zu machen, ist meiner Meinung nach der Schlüssel zum Erfolg bei Live-Wetten, denn natürlich könnte man für jede Partie Gründe finden, warum es generell Quatsch ist überhaupt das Live-Wetten zu riskieren.
Doch wer Angst hat, Fehler zu machen und zu verlieren, wird beim Live-Wetten nie zum Erfolg kommen, weil es einfach völlig normal ist auch mal eine Verlierer-Serie hinzulegen, nur muss man dann in der Nachbetrachtung analysieren, lag es am mangelnden Glück oder war der Pick einfach nicht wirklich gut.
Was sind nun gute Picks, um an ein Ende zu kommen? Gute Picks sind Live-Picks, gegen die zunächst einmal nichts spricht, außer das immer vorhandene Gefühl, dass man ja unter Zeitdruck steht und ob man das wirklich riskieren soll usw. - wenn allein diese wahrnehmbaren Regungen da sind, ist der Pick meistens sehr gut, denn außer dem allgemeinen Risiko, dem man sich immer und jederzeit unterwirft auf natürliche Weise (es kann immer alles passieren), hat man sonst keine Bedenken und ab damit. Ein schlechter Pick ist in meiner Wahrnemung dann am passieren, wenn das allgemeine Restrisiko gar nicht so im Vordergrund steht, sondern im Bewusstsein ist, dass das ein Zockertipp ist, wo man oft erst nach Eingabe plötzlich realisiert, mensch da gab es doch was, was ich gerade übersehen habe, die spielen ja gerne mal X oder Y und ich weiß es eigentlich aber gegen mein Wissen und Gefühl habe ich trotzdem gespielt, weil ich einfach auf das absolute Glück hoffe.
Es gibt also beim Live-Wetten zwei Arten von Risiko-Glücksverhältnissen.
Das Erste ist das Verlassenmüssen und das Vertrauen auf das eigene Gefühl, das natürlich falsch sein kann, aber es ist nunmal so da wie es da ist, und das muss erst einmal für möglich gehalten werden, dass das nicht so verkehrt ist, weil es ja irgendwoher kommt und letztlich auf Erfahrung und gespeicherten Informationen basiert, die man bewusst und unbewusst angesammelt hat und die zur Verfügung stehen. (Beispiel ich weiß, dass Japan am Ende einfach oft die Luzi abgeht in vielen Spielen, das ist ein Erfahrungswert, der einfach ein Faktor ist, dass heißt im Umkehrschluss nicht, dass er als alleiniger Faktor bei jedem Spiel als late-goal-Tendenz in Frage kommt aber es verhält sich in dieser Liga anders als in der Ligue 2 z.B. also entweder habe ich den Erfahrungswert oder ich habe ihn halt nicht, weil ich keine Ahnung habet).
Das Zweite ist, das Zurkenntnisnehmen mit der eigenen Aufmerksamkeit, wenn man das Nichtvorhandensein eines Gefühls, eines Restwissens, einer Information, einer Erinnerung komplett ignoriert und dann besser aufgibt und sagt: Ich habe keine Ahnung und dann sollte sich ein Pick erledigt haben. Denn sonst ist ein möglicher Pick nicht mehr von einer gewissen Restbeeinflussung des Schaffners abhängig, sondern ist 100% darauf angewiesen, welcher Gleisverlauf vorgegeben ist, und das führt oftmals nicht zum Einfahren in den Gewinner-Bahnhof.
Kurzfassung: Wir wissen oft, was ein guter Pick ist und was ein schlechter Pick ist. Gerade beim Live-Wetten kommt es darauf an, darauf zu vertrauen zu wissen, was ein guter Pick ist und sich zu trauen diese guten Picks dann auch zu spielen, egal wie viele Minuten, egal wie viele Quoten noch bleiben. Wer von vorneherein denkt, dass es immer die Metaglücksschiene braucht, um beim Live-Wetten erfolgreich zu sein, hat seine Intuition noch nicht ganz ausgereizt.