Zwei echte Spitzenspiele prägen den sechsten Bundesliga-Spieltag: Bayern München trifft auf RB Leipzig, und Bayer Leverkusen empfängt Tabellenführer SC Freiburg. Getippt wird aber vor allem abseits davon: Mainz auf Schalke, Paderborn in Bremen und Gladbach gegen Hoffenheim. Aus den Topspielen nehmen wir nur Leverkusen gegen Freiburg mit, dazu knapp Stuttgart beim HSV. Dahinter steht derselbe Gedanke wie immer: Der Markt bewertet nach Ergebnissen, wir nach Leistung. Interessant wird es dort, wo beides auseinanderläuft. Am vergangenen Spieltag lagen wir mit vier von sieben Tipps richtig: Alle vier Seitenwetten gingen auf, alle drei Torwetten nicht.
Bundesliga Tipps von Dirk Paulsen
Der vergangene Spieltag hat gezeigt, dass unsere Einschätzung der Mannschaftsstärken passt. Leverkusen gewann in Mainz, Werder holte mit +1,25 ein 2:2 in Dortmund, der HSV siegte in Hoffenheim und Freiburg gegen Schalke (unsere Tipps zum 5. Spieltag).
Bei den Torwetten lagen wir dagegen dreimal daneben, mit Under wie mit Over. Dabei sehen wir ein klares Muster: Torsummen und Chancen liegen derzeit weit auseinander. Paderborn gegen Stuttgart (unser Over 3,25) brachte zehn Großchancen, aber nur zwei Tore. In Dortmund gegen Bremen (Under 3,25) stand es bis zur 80. Minute 0:0, danach fielen noch vier Tore. Im Derby Köln gegen Gladbach (Under 2,5) reichten vier Großchancen für drei Tore. Solange das so bleibt, halten wir uns bei den Torwetten zurück und erzwingen keine Tipps.
Tipp des Spieltags – Mainz gewinnt bei Schalke 04
| Tipp | Faire Wettquote | Quoten |
|---|---|---|
| Mainz gewinnt | 2,08 |
Der Markt bietet für einen Mainzer Sieg 2,36. Das ist der Preis für einen Tabellenachten, der zuletzt 3:4 gegen Leverkusen verloren hat. Wir sehen Mainz deutlich stärker, denn die Mannschaft spielt bislang eine außergewöhnlich gute Saison. Auch das 3:4 ändert daran wenig: Mainz gab 23 Schüsse ab, Leverkusen 16.
Das war eine ausgeglichene Partie, die Leverkusen über die bessere Chancenverwertung gewonnen hat. Über die Saison steht Mainz bei 96:66 Schüssen. Die Niederlage steht in der Tabelle, die Leistung wird dadurch nicht entwertet.
Schalke wird vom Markt dagegen weiterhin erstaunlich hoch bewertet. Die Zahlen geben das nicht her: 52:80 Schüsse und 11:25 Großchancen, kein Team der Liga hat mehr Großchancen zugelassen. Mit fünf Punkten auf Platz 13 steht Schalke eher besser da, als diese Werte erwarten lassen. Auch der Kader gibt das nicht her: Schalke hat den drittniedrigsten Kaderwert der Liga.
Zuletzt verlor Schalke in Freiburg 1:2, obwohl Freiburg nach Gelb-Rot gegen Yuito Suzuki ab der 64. Minute in Unterzahl spielte. In dieser Überzahlphase gab Schalke keinen einzigen Schuss ab, Freiburg traf noch zum 2:1. Die Niederlage war verdient.
Leistung und Tabelle zeigen also in dieselbe Richtung, und zwar gegen die Marktbewertung. Das statistikbasierte Modell bestätigt die Indikation auf Mainz und bewertet den Mainzer Sieg sogar noch etwas wahrscheinlicher. Bei einer Marktquote von 2,36 gegenüber unserer fairen Quote von 2,08 ist Mainz der Tipp des Spieltags.
Alle weiteren Tipps zum Bundesliga 6. Spieltag in der Übersicht
Bei den Torwetten zeigt betty eine klare Under-Indikation. In Schalker Spielen sind bislang tatsächlich nur zehn Tore gefallen, gemeinsam mit Paderborn der niedrigste Wert der Liga. Bei Mainz ist die Lage widersprüchlich: Auf das 4:3 in Gladbach folgte das 3:4 gegen Leverkusen, zweimal sieben Tore in Folge. Diese Tore waren durch Chancen gedeckt: In Gladbach gab es zusammen neun Großchancen, gegen Leverkusen zehn. Ein Under gegen eine Mainzer Mannschaft, deren Spiele so viele Chancen hervorbringen, wollen wir nach unseren jüngsten Erfahrungen mit Torwetten nicht erzwingen. Die Seitenwette auf Mainz bleibt davon unberührt.
Beim Freitagabendspiel passen Ergebnisse, Leistungsdaten und Marktwerte nicht zusammen. Köln steht mit sieben Punkten auf Platz zehn, Frankfurt mit fünf Punkten auf Platz 14. Bei den Schüssen liegt Köln mit 87:79 im Plus, Frankfurt mit 73:96 klar im Minus. Bei den Großchancen sind beide fast ausgeglichen. Der Frankfurter Kader ist dagegen fast doppelt so viel wert wie der Kölner. Tabelle und Schüsse sprechen für Köln, die Großchancen für keine Seite, der Kader klar für Frankfurt. Ob Köln wirklich so gut und Frankfurt wirklich so schwach ist, lässt sich nach fünf Spieltagen nicht beantworten.
Auch bei den Toren widersprechen sich die Hinweise: Unser ergebnisbasiertes Modell zeigt eine leichte Under-Indikation, das statistikbasierte Modell bestätigt sie nicht. In Frankfurter Spielen fielen bislang 25 Tore, so viele wie sonst nur bei Gladbach. Damit gibt es keinen Anlass, ein Under zu erzwingen. Weil weder bei der Seite noch bei den Toren zwei Werte in dieselbe Richtung zeigen, lassen wir das Spiel aus.
Elversberg hat als Aufsteiger positiv überrascht, zuletzt aber zweimal nicht getroffen. Das 0:0 gegen Schalke war noch zufriedenstellend, beim 0:1 bei Union fiel das Gegentor erst in der 81. Minute, nachdem Elversberg zweimal den Pfosten getroffen hatte. Viele Chancen hatte Elversberg in diesen beiden Spielen allerdings nicht: zusammen 18 Schüsse und nur eine Großchance. Augsburg hat nach dem verspielten 2:0 beim 2:3 in Bremen mit dem 2:2 gegen Bayern neues Selbstvertrauen gewonnen.
Eine leichte Neigung zu Augsburg bleibt, doch bei Markt 2,59 und fair 2,59 fehlt jeder Quotenvorteil. Auch ein Under überzeugt nicht, obwohl Elversberg zuletzt kaum Chancen hatte. Die zwei torlosen Spiele stehen gegen die Saisonwerte: In Elversberger Spielen fielen 16 Tore in fünf Partien, in Augsburger Spielen 21. Augsburg hat zudem die meisten Schüsse der Liga zugelassen. Mit dieser Defensive auf der einen Seite spielen wir kein Under.
Der Markt geht nach der Tabelle: Werder hat acht Punkte, Paderborn vier. Die Bremer Ergebnisse waren zuletzt auch beeindruckend: Gegen Augsburg wurde ein 0:2 noch zum 3:2 gedreht, in Dortmund ein 0:2 in den letzten Minuten zum 2:2 aufgeholt. Gegen Augsburg war das Comeback durch die Zahlen gedeckt, in Dortmund nicht: Dort hatte Werder nur 11:21 Schüsse. Über die Saison hatte der Gegner in vier von fünf Spielen mehr Schüsse als Werder, insgesamt steht Bremen bei 66:81 Schüssen. Die Leistungen sind damit schwächer als die Ergebnisse, Bremen dürfte etwas zu hoch eingeschätzt werden.
Bei Paderborn ist es umgekehrt. Mit 3:7 Toren hat der Aufsteiger die schwächste Offensive der Liga, bei den Schüssen liegt er mit 71:92 aber nahe an Werder. In Paderborner Spielen fielen nur zehn Tore, dabei gab es 27 Großchancen. Beim 0:2 gegen Stuttgart war Paderborn mit 24:18 Schüssen keineswegs die schlechtere Mannschaft. Ein Gegenargument gibt es: Bei den Großchancen über die Saison liegt Werder mit 14:11 klar vor Paderborn (8:19). Insgesamt spielt der Aufsteiger aber näher an Werder, als die Tabelle vermuten lässt. Das bestätigt die Indikation auf die Nicht-Niederlage. Beim Over/Under gibt es dagegen keine ausreichende Indikation.
Tipp: Paderborn X2 (Markt 2,10 | fair 1,87)
Der HSV hat zuletzt zweimal gewonnen, der Markt sieht Stuttgart mit rund 1,90 trotzdem als Favorit. Beide HSV-Siege waren glücklich. Gegen Köln hatte der HSV nur 12:18 Schüsse. In Hoffenheim lag er 1:2 zurück, bis Bernardo in der 65. Minute Gelb-Rot sah. Erst in Überzahl drehte der HSV das Spiel in der Schlussphase. Über die Saison steht der HSV bei 53:91 Schüssen. Die Ergebnisse sehen besser aus als die Leistungen.
Stuttgart hat das 2:0 in Paderborn eher glücklich eingefahren: 18:24 Schüsse, einmal klärte Jeltsch auf der Linie. Ganz unverdient war der Sieg nicht, denn bei den Großchancen lag Stuttgart mit 6:4 vorn. In dieser Mannschaft steckt außerdem mehr, als Platz elf zeigt: Bei den Großchancen liegt Stuttgart gemeinsam mit Leipzig auf Rang drei der Liga. Das spricht knapp für Stuttgart, eindeutig ist es nicht. Das Ergebnismodell bewertet den Sieg mit 1,73 fair, das statistikbasierte Modell mit 1,89. Beide Modelle zeigen auf Stuttgart, aber nur das Ergebnismodell mit klarem Abstand zum Markt. Bei Marktquoten um 1,90 bleibt eine knappe, diskutierbare Indikation. Bei den Torlinien stimmen die Erwartungen weitgehend überein; weder Over noch Under bietet sich an.
Tipp: Stuttgart gewinnt (Markt ca. 1,90 | fair 1,73 Ergebnismodell / 1,89 Statistikmodell)
Dortmund hat gegen Werder eine 2:0-Führung noch aus der Hand gegeben und damit die Tabellenführung an Freiburg verloren. Platz zwei ist weiterhin ein gutes Ergebnis, doch die Leistungswerte widersprechen sich: Gegen Werder hatte Dortmund 21:11 Schüsse, beim 1:0 in Stuttgart nur 13:12. Erst vier Gegentore stehen elf zugelassenen Großchancen gegenüber. Schon gegen Werder hatten wir deshalb Argumente für die Gegenseite gefunden.
Union gewann gegen Elversberg 1:0, ohne zu überzeugen. Union hatte zwar 19:7 Schüsse, aber keine einzige Großchance. Ein Grund zur Aufwertung ist das nicht. Im ergebnisbasierten Modell gibt es eine Indikation auf Dortmund, die übrigen Vergleichswerte bestätigen sie wegen der schwankenden Dortmunder Zahlen nicht ausreichend. Bei den Torlinien liegen wir nahe am Markt und finden keine Indikation. Deshalb erzwingen wir weder eine Seitenwette noch Over/Under.
Nach dem 2:2 in Augsburg, dem zweiten Remis nach dem 0:0 auf Schalke, dürfte Bayern nicht ganz zufrieden sein. Chancen gab es in Augsburg genug: 30:12 Schüsse und 7:3 Großchancen. Das 2:2 zeigt zugleich, warum Under-Wetten bei Bayern derzeit wenig reizen. Bayern hat erst vier Gegentore kassiert, aber in drei von fünf Spielen mindestens eines. Trifft Bayern zweimal, reicht ein Gegentor, um die Linie zu kippen. Erneut gibt es eine Under-Indikation – Under 2,5 bei Markt 5,50 und fair 4,82 –, aber wir lassen sie liegen.
Bei der Seitenwette herrscht weitgehend Einklang mit dem Markt. Leipzig steht auf Platz fünf. Für Bayern liegen die fairen Quoten ungefähr bei 1,26 bis 1,28, Tipico bietet 1,22. Eine vereinzelt gesehene 1,29 ist nicht verlässlich verfügbar. Damit liegt der Markt unter unserer fairen Quote, und es gibt auch hier keinen Grund für einen Tipp.
Freiburg steht mit vier Siegen und einem Unentschieden an der Spitze, der Markt bietet für den Leverkusener Heimsieg rund 1,70. Die Tabellenführung ist durch die Zahlen gedeckt: 86:43 Schüsse und 18:5 Großchancen. Leverkusen liegt in denselben Werten aber noch darüber, mit 106:59 Schüssen und 23:7 Großchancen. Der späte Sieg gegen Schalke war verdient, aber kein spielerisches Feuerwerk, auch vor dem Platzverweis nicht. Leverkusen hat dagegen beim starken Mainz 4:3 gewonnen und damit den Anschluss nach oben hergestellt. Mit einem Sieg mit zwei Toren Vorsprung könnte Leverkusen an Freiburg vorbeiziehen.
Entscheidend ist der Quotenvergleich: Der Markt bietet rund 1,70 für den Heimsieg, unsere faire Quote liegt bei 1,59. Das statistikbasierte Modell kommt mit 1,57 auf fast denselben Wert, beide Modelle sind sich also einig. Trotz Freiburgs hervorragendem Saisonstart ist damit eine begründete Indikation vorhanden. Beim Over/Under stimmen unsere Einschätzungen mit dem Markt überein; dort gibt es keinen Tipp.
Tipp: Bayer Leverkusen gewinnt (Markt ca. 1,70 | fair 1,59; Statistikmodell 1,57)
Fünf Spiele, null Punkte: Gladbach ist Tabellenletzter, und auch der Trainerwechsel hat bislang nichts gebracht. Entsprechend wenig traut der Markt der Mannschaft zu. Die Leistungen waren aber nicht durchweg so schlecht wie die Ergebnisse. Gegen Elversberg und gegen Mainz hatte Gladbach jeweils mehr Abschlüsse und verlor beide Spiele 3:4. Beim 1:2 in Köln standen 2:2 Großchancen. Das war nicht weit von einer ausgeglichenen Partie entfernt.
Hoffenheim überzeugt allerdings ebenfalls nicht, vor allem defensiv. In Paderborn hatte die TSG 23:13 Schüsse und verlor trotzdem 1:3. Gegen den HSV führte sie 2:1 und verlor nach Gelb-Rot gegen Bernardo noch 2:3. In beiden Spielen zusammen kassierte Hoffenheim sechs Tore aus neun gegnerischen Schüssen aufs Tor. Damit treffen zwei verunsicherte Mannschaften aufeinander, und genau in dieser Konstellation lohnt es sich, die abgeschriebene Gladbacher Seite zu prüfen. Die Leistungsdaten und das statistikbasierte Modell stützen die vorhandene Indikation. Mit dem Handicap +0,25 ist der Kurs von 2,02 bei 1,88 fair ausreichend attraktiv.
Tipp: Borussia Mönchengladbach +0,25 (Markt 2,02 | fair 1,88)
Dirk Paulsen
Wettopa, bekannt aus Bild, Pro7 und mehr. Dirk Paulsens Blog. Betty.
Der Markt reagiert auf Ergebnisse, wir setzen dort an, wo Leistung und Tabelle auseinanderlaufen. Am belastbarsten sind die Tipps, bei denen beide Modelle übereinstimmen: Mainz, Leverkusen und Gladbach. Bei Stuttgart gilt das nur knapp (1,73 und 1,89 bei Markt 1,90), und bei Leverkusen spricht Freiburgs Tabellenführung mit 18:5 Großchancen ernsthaft dagegen. Unterm Strich stehen vier Tipps – Mainz, Paderborn X2, Leverkusen und Gladbach +0,25 – plus Stuttgart als knappe Indikation.
Bei den Torwetten bleiben wir zurückhaltend, und das nicht nur, weil am letzten Spieltag alle drei danebenlagen. Torsummen und Chancen passen derzeit oft nicht zusammen: Mainz spielte zweimal in Folge mit sieben Toren, bei neun und zehn Großchancen. Elversberg blieb zweimal ohne Tor, nachdem in den drei Spielen davor 15 Tore gefallen waren. In Paderborner Spielen fielen zehn Tore bei 27 Großchancen. Bayern ist der bewusste Nicht-Tipp: Das Modell sieht Under 2,5 bei 4,82 fair gegenüber 5,50 am Markt, aber ein einziges Gegentor kippt die Linie. Daraus leiten wir eine Regel ab: Torwetten spielen wir nur, wenn beide Modelle und die Chancenwerte in dieselbe Richtung zeigen. An diesem Spieltag ist das nirgends der Fall.