Die Gerüchte gibts ja schon seit Ende der letzten Saison. Hier ein paar Infos dazu:
Nach den Analysen von abgehörten Telefonaten wurden unter anderem fünf Profispieler und vier Klubs aus der Serie A schwer belastet. Die verbrecherische Vereinigung Camorra soll Spiele manipuliert haben.
Der wohl größte Skandal im italienischen Fußball zieht weitere Kreise. Vor dem sportlichen Finale der Meisterschaftssaison am Sonntag versinkt der Profi-Fußball immer weiter im Sumpf des Wettspielskandals. Das Ausmaß ist noch nicht abzusehen. Eine Untersuchung der Anti-Mafia-Staatsanwaltschaft von Neapel wirft einen dunklen Schatten auf den Titelkampf, deren Spiele laut Ermittlern durch die neapolitanische Camorra manipuliert worden sind.
Im Mittelpunkt der Untersuchung steht der Camorra-Boss Giacomo Cavalcanti. Er soll im Internet ein kompliziertes Wettsystem organisiert haben, das der Camorra mit Spielmanipulationen Gewinne in Millionenhöhe beschert haben soll. Zwölf Klubs der Serie A, B und C sowie 13 Personen sind in den Sog der ausgedehnten Ermittlungen geraten. Durchsucht wurden unter anderem die Geschäftsstellen der Serie-A-Klubs Siena, Lecce, Chievo und Reggina. Fünf Profikicker (Nicola Ventola, Roberto D´Aversa, Generoso Rossi, Salvatore Ambrosino und Vincenzo Onorato) wurden schwer belastet.
5000 Euro auf manipulierte Spiele
Insgesamt ermitteln die Justizbehörden nun gegen 20 Personen sowie 12 Klubs der Serie A, B und C.
Die Anti-Mafia-Staatsanwaltschaft von Neapel leitete eine Untersuchung in Camorra-Kreisen ein, die angeblich ein florierendes Wettsystem im Internet aufgebaut haben.
Die Ermittler gehen davon aus, dass einige verdächtige Kicker bis zu 5000 Euro auf manipulierte Spiele wetteten.
Siena-Keeper ist Schlüsselfigur des Skandals
Laut dem Staatsanwalt von Neapel, Filippo Beatrice, hatten Kriminelle in Neapel eine Organisation aufgebaut, "die die noch laufende Meisterschaft der Serien A, B und C beeinflusst hat".
Schlüsselfigur des Skandals ist angeblich der ehemalige Torhüter des Erstligisten Siena, Generoso Rossi.
Bei einem abhörten Telefonanruf hatte er angeblich betont, er hoffe, 40.000 Euro dank einer Wette auf das Spiel Siena gegen Udinese am 28. März zu gewinnen, berichtete die römische Tageszeitung "La Repubblica".
Vernehmungen noch diese Woche
Neben Rossi, der im Februar seinen Vertrag mit Siena überraschend aufgelöst hatte, stehen die Siena-Spieler Roberto D'Aversa und Nicola Ventola unter Verdacht.
Außerdem gerieten drei Spieler aus der Serie D ins Visier der Ermittler. Die Staatsanwaltschaft von Neapel will klären, ob nur die verdächtigen Spieler, oder auch ihre Klubs für die illegalen Wetten verantwortlich sind.
Die Chefs der Erstligisten Chievo Verona und Siena sollen noch diese Woche vernommen werden. Unterdessen forderte Erstligist Empoli den italienischen Verband FIGC und Sportminister Giuliano Urbani auf, harte Strafen auszusprechen und beide Klubs sofort zum Abstieg in die Serie B zu verurteilen.
Chievos Remis gegen Siena verdächtig
"Die Verantwortung der beiden Klubs sind offensichtlich", hieß es in einem Schreiben. Verdächtig sei vor allem das Spiel Chievo gegen Siena (1:1) am 21. März, behauptete Empoli.
Eine ähnliche Klage will auch der Erstligist Modena einreichen.