Valuebets

Rainman

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Aug. 27, 2004
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Nordwalde
Ich habe mir vor Monaten das Buch "Sportwetten - Strategisch gewinnen" von Robert Neuendorf zugelegt.

In einem Kapitel geht es um die sogenannten Valuebets (wertvolle Wetten).

Um eine Valuebet zu finden, vergleiche ich ja die Wahrscheinlichkeit eines Spielausgangs mit den vom Buchmacher angebotenen Quoten.


Beispiel

Bayern München - SC Freiburg

Wahrscheinlichkeit

1 = 60%
X = 25%
2 = 15%

Bei jeder Quote über 1,75....wäre eine Wette auf einen Sieg der Bayern also eine Valuebet.

Jetzt meine Frage an die Wettprofis hier im Forum.....

Wie errechnet ihr euch die Wahrscheinlichkeit eines Spielausgangs ?

Da wir alle die Bayern kennen...hätte man sicherlich auch 80% für einen Bayernsieg nehmen können.

Jeder hat sicherlich eine andere Vorstellung von der Wahrscheinlichkeit des Spielausgangs. Ein Freiburger gibt vielleicht 30% auf einen Freiburger Sieg.

Wenn man die Fanbrille mal aussen vor lässt......

Wie geht man bei der Wahrscheinlichkeitsbestimmung sinnvoll vor ?

gibt es sowas wie ein patentrezept ?
 
Naja, um mal eine Annäherung zu wagen:
Du hast in jeder Liga langfristig gewisse Wahrscheinlichkeiten, wirst sehen dass z.B. das Unentschieden in Frankreich wohl über 30% haben wird, in Deutschland bspw. deutlich weniger. Dann hast über mehrere Saisonen hinweg gewisse Wahrscheinlichkeiten für den Heimsieg und den Auswärtssieg, du kannst dich also mal über eine globale Betrachtung annähern. Danach könntest du untersuchen, wie sich die Wahrscheinlichkeiten bei ähnlich starken Mannschaften (anhand der Endplatzierung zu ermitteln) gestalten, wie es bei einer stärkeren Auswärtsmannschaft ist etc. - das mit den Resultaten der letzten Jahrzehnte hinterlegt, gibt sicher einmal ein Bild.

Ich gebe zu dass ich es nicht so mache, sondern inzwischen die Bewertung eher unbewußt vornehme, sprich ich sehe wenn eine Quote falsch ist. Bei den meisten wird es ähnlich sein, aus der Erfahrung kommt ein gewisses Gefühl - aber es würde sicher auch über den rein statistischen Ansatz gehen. Dort aber, wie immer, das Problem dass du von der Vergangenheit auf die Zukunft schließt - was ja selten unproblematisch ist...

Ich denke unsere Statistiker können dir noch besser Auskunft geben...

Shining
 
Shining schrieb:
Ich gebe zu dass ich es nicht so mache, sondern inzwischen die Bewertung eher unbewußt vornehme, sprich ich sehe wenn eine Quote falsch ist. Bei den meisten wird es ähnlich sein, aus der Erfahrung kommt ein gewisses Gefühl - aber es würde sicher auch über den rein statistischen Ansatz gehen. Dort aber, wie immer, das Problem dass du von der Vergangenheit auf die Zukunft schließt - was ja selten unproblematisch ist...

Ich denke unsere Statistiker können dir noch besser Auskunft geben...

Shining

Danke für die Antwort.

Ich mache das auch meistens nach Gefühl. Natürlich mit Blick auf Tabellen und Statistiken. Aber wenn ich manche Tips im Forum gelesen habe, wo Leute dann mit so mehr oder weniger "krummen" Prozentzahlen ihre Wahrscheinlichkeiten darstellen, dann pack ich mir an den Kopf und frage mich wie kommt jemand auf eine Wahrscheinlichkeit von 63% beispielsweise.
 
dC schrieb:
Rainman schrieb:
Wahrscheinlichkeiten darstellen, dann pack ich mir an den Kopf und frage mich wie kommt jemand auf eine Wahrscheinlichkeit von 63% beispielsweise.

Weil es dafür Formeln gibt, also pack nicht zu fest an den Kopf :mrgreen:

Läßt es über diese Formeln laufen, kommst auf die "krummen" Zahlen

dC

Ne Formel ??? Jetzt mal ernsthaft....was soll das denn für ne Formel sein ?

Kannst du mir mehr Infos dazu geben...oder sind diese Formeln das Geheimnis eines jeden Zockers ??
 
Rainman schrieb:
dC schrieb:
Rainman schrieb:
Wahrscheinlichkeiten darstellen, dann pack ich mir an den Kopf und frage mich wie kommt jemand auf eine Wahrscheinlichkeit von 63% beispielsweise.

Weil es dafür Formeln gibt, also pack nicht zu fest an den Kopf :mrgreen:

Läßt es über diese Formeln laufen, kommst auf die "krummen" Zahlen

dC

Ne Formel ??? Jetzt mal ernsthaft....was soll das denn für ne Formel sein ?

Kannst du mir mehr Infos dazu geben...oder sind diese Formeln das Geheimnis eines jeden Zockers ??

Ja. Streng geheim. Top Secret.

Bitte nicht weitergeben, weil, hier liest kaum einer mit, also Vorsicht ! Der Feind hört mit.....fukkin buzziness

http://www.betbrain.com/about/aboutProbabilityCalculation.jsp

dC
 
danke für den tip....aber du hast mich missverstanden.

wie man die quoten der buchmacher auf die prozentsätze runterrechnet wusste ich bereits.

mich interessiert es vielmehr...welche faktoren die wettprofis hier im forum berücksichtigen um auf IHRE EIGENEN wahrscheinlichkeiten zu kommen....um dann letztendlich sagen zu können....die wette hat value oder nicht.

vielleicht gibt es ja leute die beispielsweise gleich 5% von der wahrscheinlichkeit eines bayernsieges abziehen.....wenn ballack und maakay fehlen.......

shining hat ja schon 'n guten denkanstoss gegeben....in dem er sagt...das man beispielweise schon mal grob an den verschiedenen ligen erkennen kann....das die wahrscheinlichkeit für ein unentschieden in frankreich schon mal höher zu bewerten ist....als in deutschland......

auf solche faktoren wollte ich eigentlich hinaus....ich vermute allerdings das die meisten das wohl wie ich selber auch....so aus dem bauch heraus entscheiden.....ob ne wette value hat oder nich....
 
Einige haben dazu auch eine Software entwickelt sie packen hier alle möglichen Daten rein und schon bekommst den prozentsatz klingt natürlich einfach ist aber viel arbeit dahinter bis mal soweit ist.

Die meisten die Länger dabei sind könne es gut schätzen und so kann es auch hier und da mal für die optik eine krumme zahl rauskommen z.b
Juve Milan da sage ich Milan geben ich 20% für eine Auswärtssieg die 80 Teile ich auf und wenn meine Grundformel z.b. 55% HS 30%UE 15%AS
können schon mal so seltsame zahlen rauskommen.
 
dC schrieb:
Fjoergyn schrieb:
Ich schick dir jetzt ne PN Rain. Punkt 3 dürfte deine Frage Beantworten :)

Das ist eine gute Idee, da haben dann alle was von und in zwei Wochen taucht die Frage wieder auf.

[[winkewinke]] [[winkewinke]]

dC

MH82 hat mir damals ne PM mit Ratschlägen seines "Lehrers" geschickt .. sehr umfangreich. Hier mal Punkt 3. ( Wenn du was dagegen hat MH82 das das öff. ist, dann schreib mir ne PN )



3. Absolute Estimations

Estimations sind die Grundlage jeglichen Wettens. Jeder macht Estimations, meistens intuitiv ohne grundlegende Ueberlegungen, was meistens on the long run verlustreich ist, ausser man weiss seine Erfahrungswerte richtig einzuschätzen. Mal abgesehen von Live-bets, Motivationswetten, fixed games, etc sind, gesetztenfalls man ist dazu halbwegs in der Lage, gültige Estimations die Grundlage des erfolgreichen Wettens. Schnell reich wird man dadurch nicht, aber stimmen die Berechnungen halbwegs, dann sollte man in der Lage sein den Value einer Quote zu erkennen und demzufolge seine 10, 20% ROI per anno zu machen.

Nachfolgend zeig ich mal kurz auf, wie ich absolute Estimations mache. Die Gewichtung der einzelnen Parameter hängt von der jeweiligen Liga ab und ändert sich lauffend. Mit Hilfe von Tabellen und Algorithmen findet man meist eine gute Annäherung. Voraussagend aber bleibt festzusetellen, das dies mit einem nicht unerheblichen Zeitaufwand verbunden ist, mehr als zwei Ligen kann man aufgrund der zeitintensiven News-Recherche kaum abdecken, auch wenn man fast Vollzeitwetter ist:

20%: Ausgangspunkt meiner Estimationsberechnung ist die langjährige Verteilung von Heimsieg, Unentschieden und Auswärtssieg einer Liga (Daten gibt’s dazu z.B bei betexplorer), wobei das laufende Jahr deutlich höher gewichtet wird als die vorherigen Saisons.

10%: je 5% für die totale 1X2-Bilanz der beiden Teams über die letzten Saisons gerechnet. Insgesamt geh ich bei allen Berechnungen von vier Saisons aus, wobei das Verhältnis der Gewichtung in etwa 50; 30, 12, 8 ist.

10%: je 5% für die jeweilige home- und away-Bilanz der beiden Teams.

5%: H2H, was die Kompatibiltät der beiden Spielsysteme der jeweiligen Teams ziegt. Auch hier gewichtet nach Saison.

5%: H2H at home

20%: Form der beiden Teams, wobei Siege auswärts mehr zählen und solche gegen stärkere Teams natürlich auch. Ev müssen gewisse Resultate je nach Leistung hinsichtlich ihrer Gewichtung revidiert werden. Demzufolge ist nicht nur die Kenntnis der Resultate wichtig, entscheidender ist wie sie zustande kamen.

10%: Personelles, d.h. Ausfälle, unmotivierte Spieler, handicapierte Spieler, schwach besetzte Bank etc. Je nach Umstand und Tragweite kann sich der Einfluss auf die Estimations bei mir auf bis zu 20% erhöhen.

10%: Motivation, wobei insbesondere gegen Schluss der Saison, dieser Parameter z.T. deutlich stärker gewichtet werden muss, ohne gleich in den Bereich der Motivationswetten abzudriften.

10%: Besonderes, wie Platzverhältnisse, Trainerwechsel, etc. Hier gibt es inhaltliche Ueberschneidungen zu den beiden oben genannten Punkte.

Dies sind meine Punkte, aus denen ich, so hoffe ich wenigstens, halbwegs gültige absolue Estimations ableite um dann den Value-Gehalt der Quoten erkennen zu können. Da dies im besten Fall passable Annäherungen sind, werden nur solche Wetten platziert, deren Quotendifferenz über ein bestimmtes Mass hinausgehen und/oder die Eintretenswahrscheinlichkeit ausgesprochen hoch ist. Wie gesagt, es gibt viele Wege Estimations zu berechnen, dies ist nur ein Weg und wie es mir das letzte Jahr gezeigt hat, sicher nicht der Schlechteste. Optimierungsbedarf herrscht ständig.

Langfristiges Wetten ohne halbwegs gültige Estimations (bzw der daraus abgeleitete Valuegehalt einer Quote) ist eine Einbahnstrasse in den Ruin.


Zufrieden dC? ^^
 
Gerinho schrieb:
Einige haben dazu auch eine Software entwickelt sie packen hier alle möglichen Daten rein und schon bekommst den prozentsatz klingt natürlich einfach ist aber viel arbeit dahinter bis mal soweit ist.

Die meisten die Länger dabei sind könne es gut schätzen und so kann es auch hier und da mal für die optik eine krumme zahl rauskommen z.b
Juve Milan da sage ich Milan geben ich 20% für eine Auswärtssieg die 80 Teile ich auf und wenn meine Grundformel z.b. 55% HS 30%UE 15%AS
können schon mal so seltsame zahlen rauskommen.



Die Diskussionen hier im Anfänger-Ordner sind nicht uninteressant.

Ich kenne Quotenmacher und Spielgemeinschaften, die mit einer Software arbeiten ähnich wie Gerinho oben schreibt. Es ist in der Tat sehr aufwendig. Unabhängig von der Entwicklungsphase und Optimierung der Software muss man ständig die Ansetzungen erfassen, Spielverlegungen etc und natürlich müssen die Ergebnisse auch rein ;-) und am Anfang einer Saison versuchen, die Mannschaften (Zu- und Abgänge, Auf- Absteiger) richtig zu raten und das ist auch nur die halbe Wahrheit. Die Computerquoten werden dann noch mal von Hand überarbeitet (optimalerweise von den jeweiligen Ligaexperten). Dinge wie Motivation, neuer Trainer usw kennt der Computer nicht und diese Dinge sind statistisch wohl auch nicht sinnvoll zu untersuchen. Dafür die von Shining genannten Faktoren um so mehr.

Ein wichtiges Kriterium ist dann noch die Marktmeinung (Buchmacher, Wettbörsen und so) Hier erkennt man schon, ob man (mit oder ohne Computerunterstützung) eine exklusive Meinung hat oder ob es noch andere Martteilnehmer mit einer ähnlichen Einschätzung gibt.

Normalerweise sollte der "Value" beim Wetten durch das langfristig sich als Richtig herrausstellende Vertrauen auf die eigene Einschätzung entstehen.

Noch kurz zu der von dC weiter oben genannten Formel. Als Annäherung und für Anfänger, die sich erste Gedanken machen ist sie sinnvoll. Ich bezweifle aber stark, daß Wettbüros ihre Marge gleichmäßig so beispielhaft aufteilen. Wenn ein Buchmach 60% für einen Heimsieg einschätzt, dann schreibt er nicht 1,40 für die 1 hin wie im Beispiel (selbst bei 84,67% "Ausschüttung"). Das Risiko bestünde darin, dass er sich verschätzt und dann die 5,0 für die 2 zu hoch wären. Er könnte vielmehr bis irgendwas unter 1,65 für die 1 gehen und dann bei X und 2 mehr wegnehemen. Dann fließt ja bei den meisten Buchmachern auch noch das Kundenverhalten mit ein in die Quoten. Also es ist fraglich, ob das Rückwärtsrechnen uns zur Wahrheit bringt - aber wer kennt diese schon

[[grin]] [[nixweiss]] [[grin]]
 
Ich habe mir vor Monaten das Buch "Sportwetten - Strategisch gewinnen" von Robert Neuendorf zugelegt.

In einem Kapitel geht es um die sogenannten Valuebets (wertvolle Wetten).

Um eine Valuebet zu finden, vergleiche ich ja die Wahrscheinlichkeit eines Spielausgangs mit den vom Buchmacher angebotenen Quoten.


Beispiel

Bayern München - SC Freiburg

Wahrscheinlichkeit

1 = 60%
X = 25%
2 = 15%

Bei jeder Quote über 1,75....wäre eine Wette auf einen Sieg der Bayern also eine Valuebet.

Jetzt meine Frage an die Wettprofis hier im Forum.....

Wie errechnet ihr euch die Wahrscheinlichkeit eines Spielausgangs ?

Da wir alle die Bayern kennen...hätte man sicherlich auch 80% für einen Bayernsieg nehmen können.

Jeder hat sicherlich eine andere Vorstellung von der Wahrscheinlichkeit des Spielausgangs. Ein Freiburger gibt vielleicht 30% auf einen Freiburger Sieg.

Wenn man die Fanbrille mal aussen vor lässt......

Wie geht man bei der Wahrscheinlichkeitsbestimmung sinnvoll vor ?

gibt es sowas wie ein patentrezept ?

Hey, interessante Frage.
Die beschäftigt wirklich jeden, der sich ernsthaft mit Sportwetten auseinandersetzt. Deswegen dachte ich mir, ich wärme diesen alten Thread hier mal wieder auf.

Ein Patentrezept im klassischen Sinne gibt es leider nicht, weil Wahrscheinlichkeiten für Spielausgänge immer mit Unsicherheit behaftet sind. Aber es gibt strukturierte Herangehensweisen, mit denen man seine Einschätzungen objektiver gestalten kann.

1. Statistische Analyse / Datenmodell

Viele nutzen historische Daten, um Wahrscheinlichkeiten zu modellieren. Das kann man händisch machen oder mit Hilfe von Software.

Beispiele für ein einfaches Modell:
  • Heim-/Auswärtsstatistiken der letzten X Spiele
  • Torverhältnisse (z. B. Expected Goals)
  • Direkter Vergleich (H2H)
  • Verletzungen, Sperren, Kaderveränderungen
Beispiel: Bayern hat in den letzten 20 Heimspielen 16 Mal gewonnen. Das entspräche einer Siegquote von 80%. Das ist ein Ausgangspunkt, aber noch keine perfekte Prognose.

2. Marktkonforme Einschätzung

Viele orientieren sich an den Quoten mehrerer Buchmacher. Diese enthalten bereits viel Schwarmwissen. Wenn du die Quoten auf eine implizite Wahrscheinlichkeit umrechnest, kannst du deinen eigenen Eindruck damit abgleichen.

Beispiel:
  • Quote auf Bayern-Sieg: 1,60
  • Implizite Wahrscheinlichkeit: 1 / 1,60 = 62,5%
Wenn du meinst, die „wahre“ Wahrscheinlichkeit liegt bei z. B. 70%, hast du eine Valuebet.