Indianapolis Colts @ Las Vegas Raiders (19:00)
Die Lage in Indianapolis ist sehr chaotisch aktuell, oinkos hat's oben ja schon genauer beschrieben, deswegen werde ich's jetzt nicht in aller Tiefe beschreiben, aber die übergreifende Konsequenz ist klar: Owner Jim Irsay hat die Saison abgeschrieben und den Kahlschlag gemacht, indem er nacheinander QB, OC und Head-Coach und Playcaller gefeuert hat. Schon mit der Degradierung von Matt Ryan, die klar von Irsay und nicht vom Coach ausging, war das Saisonziel klar: den Rest der Saison nutzen, um Sam Ehlinger zu evaluieren und dann nächstes Jahr neu zu starten (vermutlich mit einem hohen Draftpick auf QB).
Nach diesen ungeduldigen Moves stehen die Colts für das Spiel gegen die Raiders jetzt mit Jeff Saturday da, der offensichtlich nur als das freundliche Gesicht da ist, um die Fans beim anstehenden Misserfolg bei der Stange zu halten. Er war weder Head-Coach noch Assistant auf College oder NFL-Level und wurde erst am Montag geholt, wo er erst die PK gab und dann erst am Dienstag das erste Mal das Team traf. Parks Frazier als offensiver Playcaller ist zwar schon länger dabei, aber eben auch noch nie in der Position als Playcaller.
Man hat also zwei "Rookie-Coaches" ohne jede Erfahrung mit 3 Tagen Zeit, um einen offensiven Gameplan für das Raiders-Spiel zu erstellen. Das bedeutet für mich viel Basic Plays, sprich extrem viel Run-Game und vereinfachte Pass-Plays für Ehlinger.
Für einen Run-Heavy Gameplan spricht eben auch Saturday als ehemaliger O-Liner, die bekanntlich Run-Blocking lieben und klar lieber laufen als Pass-Blocking zu spielen. Ich erwarte ihn ohnehin eher als "Old-School-Football-Guy", der "den Lauf etablieren" will und der der Meinung ist, dass man für Play-Action-Passpiel ein funktionierendes Run Game braucht (ist zugegeben viel Projection dabei, aber zumindest seine 4th-Down-Aussagen sprechen eher für Old-School und Anti-Analytics Haltung).
"Give it to our best player" ist ja ganz gerne immer der NFL-Standardsatz in solchen Situationen, und in dieser Situation wäre das eindeutig Jonathan Taylor. Er konnte bisher nicht an seine gute Vorsaison anknüpfen und hatte einige Verletzungsprobleme. Diese Woche hat er ab Donnerstag ohne Einschränkungen trainiert und hat keine Injury Designation.
In seine bisherigen Spielen hatte Taylor die folgenden Rushing Attempts: 31 (inkl. OT), 9,21,20,10,16 (In-Game-Verletzung).
Ich erwarte ihn hier mit mindestens seiner üblichen Workload als RB1 und 20+ Touches, zumal der ehemalige RB2 Nyheim Hines seit Taylors letztem Spiel nach Buffalo getradet wurde und sein jetziger nomineller Backup Deon Jackson ausfallen wird. Hinter Taylor werden auf RB nur der neuverpflichtete Zack Moss sowie eine Practice-Squad-Elevation stehen (vermutlich Phillip Lindsay). Da dürfte keiner Taylor besonders viele Snaps und Touches wegnehmen.
Wenn die Raiders hier nicht schnell mit mehr als 2 Scores wegziehen, glaube ich nicht, dass die Colts vom Run weggehen und wenn sie das Spiel eng halten oder sogar eine Führung in die zweite Hälfte mitnehmen können, sollte Taylor seine Attempts-Line locker knacken (und die Yards-Line auch, aber da die Raiders gegen den Run ok sind, beschränke ich mich hier auf die Attempts).
Jonathan Taylor über 17,5 Rush Attempts @1,93 (betano) 4/10
Jonathan Taylor 20+ Rush Attempts @2,75 (bet365) 0,5/10
Jonathan Taylor 25+ Rush Attempts @8,25 (bet365) 0,2/10
PS: An der Wette ändert sich für mich nichts, auch wenn überraschend Matt Ryan spielen sollte. Eigentlich war die ganze Woche klar, dass es Ehlinger wird und ich gehe auch weiter davon aus, aber gestern hat Saturday das ganze als mehr oder weniger offene Competition bezeichnet. Sehr wahrscheinlich aber nur typischer Media Talk.