wer kennts sie nicht, die D/L-Regel!? [[rofl]][[rofl]][[rofl]]
Beim Cricket kommt es recht häufig vor, dass das Spiel wegen Regen oder aufgrund schlechter Sichtverhältnisse, seltener aus anderen Gründen, unterbrochen werden muss. Inwieweit dadurch die Spieldauer und/oder die Zahl der
Over im Spiel bzw. in den
Innings verringert wird, ist nicht durch die Cricketregeln (
The Laws of Cricket) festgelegt, sondern hängt von den jeweiligen speziellen Spiel- oder Ligabestimmungen ab.
In auf Zeit begrenzten Spielen, also insbesondere im
First-Class Cricket, erleidet keine der beiden Mannschaften dadurch einen grundsätzlichen Nachteil, es erhöht sich nur die Wahrscheinlichkeit für ein Remis (
draw), da für beide Mannschaften weniger Zeit zur Verfügung steht, um die Siegbedingung zu erfüllen. Siehe
Ergebnis (Cricket).
Im Ein-Tages Cricket allerdings, also bei begrenzter Overzahl pro Innings, verringern sich durch eine Overreduzierung automatisch die Möglichkeiten, Runs (Punkte) zu erzielen, und zwar im Allgemeinen für beide Mannschaften in unterschiedlichem Maße. Dies kann nur dadurch ausgeglichen werden, dass das
Target angepasst wird, soll nicht eine Mannschaft einen unverschuldeten Nachteil erleiden <SUP id=cite_ref-1 class=reference>
[1]</SUP>.
Beispiel: In einem 50-Over-Match erzielt Team A 210 Runs in ihrem Innings. Team B benötigt also zunächst 211 Runs zum Sieg, dies ist das Target. Während ihres Innings jedoch kommt es zu einer einstündigen Unterbrechung, worauf das Innings auf 36 Over reduziert werden muss. Wie hoch ist das Target jetzt?
Geschichte[Bearbeiten]
Die D/L Methode wurde durch die beiden Statistiker
Frank Duckworth und
Tony Lewis 1998 entwickelt und vom
International Cricket Council (ICC) als Standardmethode zur Berechnung des Targets in One-Day Matches übernommen.
Bis dahin waren verschiedene Berechnungsmethoden in Verwendung gewesen. Beispielsweise die
average run rate Methode, welche die Zahl der durchschnittlich pro Over erzielten Runs zur Ermittlung des Siegers heranzog. Diese Art der Berechnung scheint sich auf den ersten Blick geradezu aufzuzwingen, ist jedoch sehr unfair, wie unten erklärt. Eine andere Methode verglich die von der Schlagmannschaft des zweiten Innings in den ihr zur Verfügung stehenden N Over erzielten Runs mit den Runs, die die erste Schlagmannschaft in ihren erfolgreichsten N Over erzielt hatte. Letztere Methode wurde beispielsweise während des
Cricket World Cups 1992 in Australien benutzt, als der mittlerweile berüchtigte Fall eintrat, dass im Halbfinalspiel England – Südafrika, nach einer kurzen Regenunterbrechung kurz vor Ende des Spiels, Südafrika zwar zwei Over abgezogen wurden, das Target aber nur um eins verringert wurde.<SUP id=cite_ref-2 class=reference>
[2]</SUP> Neben diesen gab es auch noch andere Berechnungsverfahren, die jedoch seltener waren.
Alle diese älteren Methoden kranken daran, dass sie zwar die verringerte Overzahl der Innings berücksichtigen, jedoch die Tatsache ignorieren (oder zumindest durch wenig plausible Anpassungen auszugleichen versuchen), dass das für alle Spielformen geltende Kriterium zum Abschluss eines Innings, nämlich der Verlust aller 10
Wickets, bei einer Verringerung der Overanzahl natürlich nicht angerührt wird. Deshalb kann die Schlagmannschaft in einem solchen, verkürzten, Innings ohne großes Risiko viel offensiver spielen und damit schneller (pro Over) Punkte erzielen, da sie automatisch auch weniger Over hat, in denen sie alle ihre Batsmen verlieren kann.
Theorie und Anwendung[Bearbeiten]

Zur Verfügung stehende Ressourcen als Funktion der verbleibenden Over
Die D/L-Methode baut auf der Theorie von
Schlag-Ressourcen auf. Danach hat, wie oben angedeutet, die jeweilige Schlagmannschaft immer zwei Ressourcen zur Verfügung, aus denen sie möglichst viele Punkte erzielen will: Die Zahl der zur Verfügung stehenden
Over in ihrem Innings und zehn
Wickets, also gewissermaßen ihre zehn „Batsmanleben“. Zu jedem beliebigen Zeitpunkt im Innings hängt die Fähigkeit zum Erzielen weiterer Punkte von den dann noch verbleibenden Over und Wickets ab. Eine statistische Untersuchung vieler Spiele ergab, dass zwischen diesen beiden Größen und dem Anteil der Runs in einem Innings eine Korrelation besteht, die man verwenden kann, um den „Spielstand“ der Mannschaft beurteilen zu können.
Daraus wurde eine Tabelle erstellt, die sogenannte D/L-Tabelle, aus der für jede Kombination von verbleibenden Over und Bällen einerseits und schon verlorenen Wickets (d.h. ausgeschiedenen Batsmen) andererseits der restliche Ressourcenanteil abzulesen ist. Diese Tabelle ist auf 50 Over normiert, d.h. 50 Over entsprechen 100 % Ressourcen.
Daraus wiederum kann dann zu jeder beliebigen Unterbrechung der entsprechende Verlust an Ressourcen ermittelt werden. Aus dem Verhältnis der Ressourcen beider Mannschaften ergibt sich, sobald das erste Innings abgeschlossen und dessen
Total bekannt ist, die dieser Punktzahl entsprechenden Runs der zweiten Schlagmannschaft, welche als
Par Score<SUP id=cite_ref-3 class=reference>
[3]</SUP> bezeichnet wird. Ein Run mehr ist dann das Target.
In den weniger häufigen Fällen, in denen Team B mehr Ressourcen zur Verfügung stehen als Team A, wird nicht einfach das Verhältnis der Ressourcen herangezogen, sondern das
Total von Team A um die der Ressourcendifferenz entsprechenden Runs erhöht. Als Basiswert wird hierbei die sogenannte G50-Zahl herangezogen, die den durchschnittlich in einem ersten 50-Over-Innings erzielten Runs entspricht.
Im Jahr 2004 wurde eine D/L-Tabelle mit aktualisierten Ressourcenwerten veröffentlicht und eine
Professional Edition<SUP id=cite_ref-4 class=reference>
[4]</SUP> herausgegeben, die auf die oben beschriebene Fallunterscheidung verzichtet, dafür aber nicht mehr mit einer Tabelle auskommt, sondern per Computerprogramm eine vom Total des ersten Innings abhängige Tabelle erstellt, mit der man wie gewohnt (wie erwähnt ohne die
G50-Variante) die Ressourcenausfälle berechnen kann. Die alte Version erhielt den Namen
Standard Edition, die
Professional Edition wird auch fast nur im professionellen Cricket verwendet.
Beispiele[Bearbeiten]
Unterbrechung im 2. Innings[Bearbeiten]
Im ersten
One-Day International zwischen Indien und Pakistan<SUP id=cite_ref-5 class=reference>
[5]</SUP> während ihrer 2006er Serie spielte Indien das erste Innings und war nach 49.4 Over
328 all out. Pakistans Target war also zunächst 329 Runs. Nach 47 Over in Pakistans Innings musste das Spiel wegen schlechter Sicht beim Stand von
311 für 7 abgebrochen werden.
Da also noch 3 Over oder 18 Bälle zu spielen waren und Pakistan auch genau 18 Runs zum Sieg benötigte, dürfte Pakistan leicht im Vorteil gewesen sein, insbesondere in Anbetracht der hohen Punktzahlen beider Mannschaften. Tatsächlich ergab D/L einen Par Score von
304 Runs zu diesem „Zeitpunkt“ (3 Over zu spielen und 7 Wickets verloren), Pakistan gewann also mit
7 Runs (D/L Method
Alle kapiert??