Und warum das Ganze?
Und warum das Ganze?
Es ist doch mehr als verständlich, dass in diesem spätkapitalistischen System Menschen nach Auswegen aus dem Hamsterrad suchen; und wenn es dann Sportwetten ist, prima, finde ich super, wenn jemand davon leben kann. Ob es erfüllend ist, habe ich in einem anderen Post schon kommentiert aber rein von der technischen Seite, finde ich das sehr nachvollziehbar.
Denn alle, die immer denken, dass es andere "Schmarotzer" sind, die die öffentlichen Kassen belasten, mögen sich mal ein wenig kritisch informieren über Einkommensentwicklung und Ausgaben der europäischen Staaten in den letzten vierzig Jahren.
Fakt ist, Staaten haben nicht zu viel Ausgaben (die bösen Sozialausgaben), wie von neoliberaler Seite immer lanciert wird, vielmehr haben sie viel viel viel zu wenig Einnahmen von denen, die es sich tatsächlich locker leisten könnten, mehr an den Staat abzutreten; gemeint sind die Topverdiener, Unternehmen, Kapitaleigner usw. die die Gesetze bewusst zu ihren Gunsten beeinflusst haben (war eigtl. schon immer so, schon im alten Rom) und verglichen mit normal verdienenden Arbeitnehmern einen Witz an Steuern zahlen müssen; wenn sie überhaupt zahlen (Stichwort Steuerschlupflöcher in einer globalisierten Welt).
Gleichzeitig wird aber dem gemeinen Pöbel (also uns) gesagt, die Armen, die Hartzer, die Faulen, Schwachen und Feigen sind schuld daran, dass der Staat kein Geld mehr hat. Und die meisten glauben es und wiegeln sich gegenseitig auf. Oft sind dann natürlich noch die Sinti und Roma, die Bettler und die "Armutszuwanderer" schuld, ist Wahnsinn was da zusammengeglaubt wird. Aber wenn 80% der Presse in Springerhand ist, muss man sich ja auch nicht wundern.
Dem Mittelstand, der eigtl. gar keiner ist, wird dann vorgemacht, dass er auch aufsteigen kann, wenn er sich nur genug anstrenge. Leute, wir leben in den übelsten Ausbeutungszeiten, die es je gegeben hat!!! Wenn jemand alternativ sein Geld erarbeiten kann, genießt er meine vollen Sympathien!
Für ein paar Zusammenhänge zwecks der Staatsverschuldung gibt es eine gute Lektüre (gibts auch bei der bpz für fast umme): "Gekaufte Zeit" von Wolgang Streeck (kein Spinner). Die wahren Asozialen sind nicht am unteren Einkommensende der Gesellschaft zu finden!