UFC 304 Manchester
Nach längerer Abstinenz bin ich mal wieder zurück. Viel Stadionbesuche bei der EM plus dieses heillose durcheinander bei UFC 303 haben mich irgendwie ein wenig demotiviert.
Nun geht’s nach Manchester, leider trotzdem die klassische US-Zeit. Damit geht die Card von 23 – 5 Uhr Ortszeit. Daher sollte man auch nicht ganz ungeachtet lassen, wann wer kämpft und aus welcher Zeitzone die Kämpfer kommen. Ich glaube schon, dass das für die UK-Kämpfer problematisch werden könnte, währenddessen die US-Kämpfer einfach in ihrer klassischen Zeitzone bleiben. Klar, die sind auch schon seit Montag/Dienstag vor Ort, aber keiner der US-Kämpfer ändert den Schlaf & Trainingsrhythmus. Bei den UK-Kämpfern wird es dagegen unangenehm, da die meisten schon vor Wochen den Trainingsrhythmus in die Nacht verändert haben. Ob das wirklich geklappt hat weiß man nicht, möglicherweise fehlt es dann an was anderem (Melantonin Mangel, Vitamin D etc.). Vielleicht auch was Geschwurbel, aber ich kann mir hier schon einen Vorteil für die US-Kämpfer vorstellen.
Shauna Bannon (5-1) vs Alice Ardelean (9-5)
Schrottiger WMMA Fight als Opener. Ich glaube man möchte Bannon hier aber eine kleine Bühne geben um sich ein wenig zu zeigen. Shauna ist schon 30, so viel Entwicklung kommt da nicht mehr, aber immerhin hat Sie eine durchaus erfolgreiche Amateurkarriere hinter sich und Siege in Invicta. Alles überschaubare Gegnerinnen. Ihren ersten UFC-Kampf hatte Sie quasi genau vor einem Jahr in London. Dort gegen Bruna Brasil verloren, aber konnte durchaus mithalten. Vor allem in der 3. Runde konnte Sie etwas zeigen. Nun hatte Sie ein Jahr Zeit zu trainieren und sich für das UFC-Level vernünftig vorzubereiten.
Ihre Gegnerin kommt als short notice und kann auf UFC-Level kaum schlechter sein. Ardelean hat zwar 14 MMA-Kämpfe und 9 Siege, aber ihre Gegnerinnen sind kaum irrsinnig gewesen. Sie hat 5 Siege in Folge, der Record aller 5 Gegner ist zusammen 8-8. Ihre letzte Gegnerin steht mittlerweile bei 0-5, davor bei 2-1 und kämpft im Badeanzug, davor bei 0-4. Interessant ist aber, vor 8 Jahren hat Sie mal gegen Weili Zhang gekämpft, allerdings auch chancenlos verloren. Immerhin fast 10 Minuten durchgehalten. Sie kommt aus Birmingham und hat evtl. deswegen hier den Kampf erhalten, ansonsten qualifiziert Sie nichts für die UFC. In dem Kampf auch die eindeutig kleinere mit 10cm Reach. Der Catch bei Ardelean ist, sie ist auf TikTok sehr aktiv und ist als Meme Girl „berühmt“ geworden. Denke das ist auch eher der Karriereweg anstatt in MMA erfolgreich zu werden.
Absolut Low Level, aber Bannon bekommt hier nach der Absage von Oliveira wohl eine Local Kämpferin, welche nur dazu da ist, das Bannon nach 1 Jahr wieder kämpft. Uhrzeit hier für beide irrelevant, da beide Europäer und beide zu einer normalen Uhrzeit.
Beim Weigh-In und Face Off sah Bannon für mich eindeutig größer und stärker aus.
Sam Patterson (11-2-1) vs Kiefer Crosbie (10-4)
Kiefer Crosbie ist jemand der nicht in die UFC gehört. Selbst in Bellator war er mit den ein wenig besseren Gegnern überfordert. Wahrscheinlich ist er hier nur als SBG-Zögling, gleichfalls natürlich damals in Bellator. Wenn er verloren hat, dann immer vorzeitig. Sein größter Sieg war in einer seltsamen portugiesischen Organisation, gegen einen kaputten und uralten Alex Oliveira. Danach hat er dann plötzlich (1 Jahre her) gegen den Geordie Shore Star Aaron Chalmers im Showboxen gekämpft… 2 Monate später in der UFC, um dort gegen Jousset chancenlos und vorzeitig zu verlieren. Crosbie hat für mich eine planlose Karriere und auch nicht die nötigen Skills für die UFC.
Patterson ist extrem lang, kaum zu glauben das er das Gewicht für das Welterweight macht. Er ist noch am Anfang seiner Karriere, trotzdem schon paar unbequeme Gegner in Brave CF besiegt. Er ist sehr flexibel, Black Belt BJJ, Top Grappling, guter Jab, kann durch seine Armlänge gute Shots vorbereiten. Bei Patterson gefällt mir nicht, dass er hittable ist und schon 2x KO gegangen ist. In den ersten Minuten könnte das knifflig werden. Mit dem riesigen Reachvorteil sollte er aber einigermaßen den Bomben aus dem Weg gehen können.
Patterson gehört die Zukunft, Crosbie hat gegen einen Kickboxer null Verteidigung im Grappling gehabt, ist schon älter, hat eine planlose Karriere, hat schlechte Cardio. Ich glaube Patterson gewinnt hier absolut problemlos und wahrscheinlich in Rd 1-2 per Submission.
Modestas Bukauskas (15-6) vs Marcin Prachnio (17-7)
Für mich das nächste geschenkte Matchup. Bukauskas ist mehrfacher Cage Warrior Champ, kam damit in die UFC, dort dann nach 1-3 Run rausgeworfen worden, hätte aber auch 2-2 stehen können inkl. Niederlagen gegen Topgegner wie Rountree. Zu dem kommen wir gleich noch mal. Danach zu Cage Warrior zurück um wieder Champ zu werden um dann wieder in die UFC geholt zu werden. Ich habe damals gegen Ihn gewettet, da ich ihm nicht getraut habe, er hat aber gegen Tyson Pedro einen guten Kampf abgeliefert. Und das „auswärts“ in Australien. Danach Pauga geschlagen und zuletzt dann gegen einen saustarken Petrino KO gegangen. Welcher auch Prachnio besiegt hat.
Bukauskas ist nichts Besonderes, er ist aber aus meiner Sicht solide und für sein Alter (30) schon sehr erfahren. Extrem Low Volume, bleibt in dem Outside, wenn er aber in die Offensive geht, kommt es meist zu einem „wow“ Moment wo er dem Gegner auch Schaden zufügt. Danach zieht er sich allerdings meist wieder zurück und geht laufen. Langweiliger Style, aber er gewinnt Runden. Vor allem hat er eine gute Kondition. In Cage Warriors schon mehrfach in Runde 4 oder sogar Runde 5 gewesen. Bukauskas kommt zwar aus Litauen, lebt aber seit Jahren in England und ist durch Cage Warriors auch ein bekannter Name.
Mit Prachnio bekommt er mit dem schwächsten Gegner möglich. Prachnio ist schon 36 und hat in der UFC einen sensationellen Sieg gegen Rountree geholt, ansonsten aber meist schlecht ausgesehen. Siege gegen nicht UFC würdige Kämpfer wie Villanueva, Knight oder Clark zähle ich nicht. Der Sieg über Rountree war allerdings impressive und unerwartet, aber auch teilweise umstritten. Andererseits ist er auch einer der Letzten in der UFC der gegen meinen Freund Sam Alvey verloren hat. Auch für Mike Rodriguez war das der letzte Sieg in der UFC. Prachnio hat gutes Karate, aber kann kaum noch einstecken und die Kondition ist absolut Schrott. Prachnio hat schlechte Defensive und rennt meist ohne jeglichen Schutz in die Rechten Hände der Gegner und sein Grappling ist auch nichts. Da sollte selbst Bukauskas Vorteile im Grappling haben. Dazu verliert Prachnio so gut wie immer gegen Gegner wo er einen klaren Reach Nachteil hat. Dies ist gegen Bukauskas so.
Bukauskas MUSS diesen Kampf gewinnen um eine Zukunft in der UFC zu haben. Er ist noch jung und sollte sich auch ein wenig verbessern. Aufgrund des Kinns und der furchtbaren Cardio von Prachnio, glaube ich fast das Bukauskas in Rd 3 einen KO holen könnte. Ansonsten sollte es für einem Decision Sieg reichen. Hier bin ich eigentlich sehr überzeugt, dass Bukauskas den Sieg holt. Uhrzeit für beide gleich schlimm.
Sam Patterson (11-2-1) vs Kiefer Crosbie (10-4)
Kiefer Crosbie ist jemand der nicht in die UFC gehört. Selbst in Bellator war er mit den ein wenig besseren Gegnern überfordert. Wahrscheinlich ist er hier nur als SBG-Zögling, gleichfalls natürlich damals in Bellator. Wenn er verloren hat, dann immer vorzeitig. Sein größter Sieg war in einer seltsamen portugiesischen Organisation, gegen einen kaputten und uralten Alex Oliveira. Danach hat er dann plötzlich (1 Jahre her) gegen den Geordie Shore Star Aaron Chalmers im Showboxen gekämpft… 2 Monate später in der UFC, um dort gegen Jousset chancenlos und vorzeitig zu verlieren. Crosbie hat für mich eine planlose Karriere und auch nicht die nötigen Skills für die UFC.
Patterson ist extrem lang, kaum zu glauben das er vorher das Gewicht für eine Gewichtsklasse niedriger geschafft hat. Im Welterweight sollte er besser aufgehoben sein, er ist selbst dort immer noch einer der längsten. Er ist noch am Anfang seiner Karriere, trotzdem schon paar unbequeme Gegner in Brave CF besiegt. Er ist sehr flexibel, Black Belt BJJ, Top Grappling, guter Jab, kann durch seine Armlänge gute Shots vorbereiten. Bei Patterson gefällt mir nicht, dass er hittable ist und schon 2x KO gegangen ist. In den ersten Minuten könnte das knifflig werden. Mit dem riesigen Reachvorteil sollte er aber einigermaßen den Bomben aus dem Weg gehen können.
Patterson gehört die Zukunft, Crosbie hat gegen einen Kickboxer null Verteidigung im Grappling gehabt, ist schon älter, hat eine planlose Karriere, hat schlechte Cardio. Ich glaube Patterson gewinnt hier absolut problemlos und wahrscheinlich in Rd 1-2 per Submission.
Patterson ist 10cm größer und hat eine 20cm !!! längere Reach.
Uhrzeit hier für beide irrelevant, da beide Europäer und beide zu einer normalen Uhrzeit. Beim Weigh-In sahen beide Top austrainiert aus, Patterson mit den angesprochenen riesigen Größenvorteilen.
Preston Parsons (11-4) vs Oban Elliott (10-2)
Interessanter Spot. Elliott hat Hype, ich weiß aber nicht wieso. Als Cage Warriors Champ ist er in der UK natürlich ein bekannter Name und auch sehr beliebt. Sein Auftritt in der Contender Series war aber schon „mäh“ und sein 1. Fight gegen Val Woodburn wurde zwar gewonnen, aber gegen low low level Gegner war das auch null überzeugend. Woodburn ist jemand der nicht in die UFC gehört und niemals dahin gekommen wäre, wenn Bo Nickal nicht 2 Tage vor seinem PPV-Kampf ein Opfer gesucht hätte. Ich fand den Woodburn Fight wirklich fragwürdig, vor allem da Elliott die Luft ausgegangen ist… und das gegen Woodburn, der selbst nach Runde 1 am Ende seiner Kraft war.
Parsons hat schon etwas mehr Erfahrung, in der UFC 2-2 und das gegen durchaus vernünftige Gegner. Gegen Giles hätte er auch durchaus gewinnen können. Er hat bewiesen, dass er in die UFC gehört und dort auch mithalten kann. Wird wahrscheinlich niemals in die Top 15 kommen, aber als Füller brauchbar. Er ist noch jung, hat Entwicklungspotenzial. Parsons hat gute Cardio, sehr gutes Grappling, haut einen Takedown nach dem anderen raus, hat bisher super Herz gezeigt.
Grappler vs Grappler, wobei Parsons sich auf UFC-Ebene schon richtig bewiesen hat. Elliott ist zwar der Hometown Fighter, aber ich vertraue seiner Cardio 0. Bei Parsons weiß ich was ich bekomme, bei Elliott sehe ich keinen Upswing außer dass es ein „Heimkampf“ ist.
Muhammad Mokaev (11-0) vs Manuel Kape (19-6)
Die Quoten zu Beginn fand ich gut gesetzt. 50/50, nun bekommt man mittlerweile eine 2.5q auf Kape. Daher probiere ich Kape. Das Wichtigste bei ihm ist das er Gewicht macht. Das hat er geschafft und zwar überzeugend. Dagegen hatte Mokaev tatsächlich Probleme mit dem Gewicht, wurde dann aber irgendwie durchgewunken. Seltsam… evtl. gab es eine Ansage, dass man nicht zu streng beim Gewicht sein sollte. Nochmals einen Kape Kampf absagen und diesmal aufgrund des Gegners, wäre zu krass. Dazu wird das wohl der letzte Kampf von Mokaevs Vertrag sein. Allgemein seltsam, dass man den Kampf als Pre-Lim ansetzt. Es gibt Gerüchte, dass man Mokaevs langweiligen Stil nicht auf der PPV haben will oder auch das man namhafte Kämpfe relativ früh auff der Card haben will, so dass die Zuschauer früher im Stadion sind (Uhrzeit Problem).
Hier wird es klassisch Power Grappler vs Top Striker. Mokaev habe ich oft als Favoriten mit in meine Parlays genommen. Er ist noch sehr jung, hat dafür eine lange lange Amateurkarriere und war dort Weltmeister. Seine UFC-Karriere ist mit 6-0 perfekt, aber attraktiv war das alles selten. Die letzten Kämpfe waren sogar knapper als erwartet und gegen Filho war er kurz davor zu verlieren, lässt sich aber das Knie kaputt machen um am Ende sogar selbst die Sub zu holen. Das zeigt sein Herz. Ähnliche Probleme gab es gegen Eliott, wo er meiner Meinung nach sogar hinten lag. Im Grappling wirklich gut, super super Cardio, Kämpferherz und eine Menge an Entwicklungspotenzial.
Er hat aber nun auch öfters Situationen gehabt, wo er zu sehr das vorzeitige finish gesucht hat. Meist dann per Sub, aber oft dann eben auch unnötig in kritische Situationen geraten. Kommt er gegen Kape auch einmal auf die Idee etwas übermütig im Stand zu werden…. Dann kann Mokaev das erste Mal in seinem Leben richtig angeklingelt werden.
Kape ist mit Abstand der stärkste Gegner von Mokaev, sehr erfahren, in seiner Prime, bei Rizin mehrfach Champ gewesen. Sein Problem ist dann oft das Gewicht gewesen und eben seine Schwäche im Grappling. Mittlerweile hatte er aber genug Zeit an seiner Takedown Defense zu arbeiten. Mittlerweile immerhin eine 77% Takedown Defense. Falls Mokaev nur auf Takedowns geht und damit Erfolg hat, dann gewinnt er problemlos, wahrscheinlich vorzeitig per Sub. Schafft es Kape ein paar Takedowns abzuwehren, evtl. Mokaev dabei sogar mit einem Kick oder Knie zu catchen… dann wird es für Mokaev schwierig.
Ich traue Kape zu, einige Minuten im Stand Up zu generieren. Schafft er das, dann wird Mokaev das erste Mal richtig beschäftigt. Für die 2.5q kann man es small probieren.
Bobby King Green (32-15-1) vs Paddy Pimblett (21-3)
Vor 3-4 Jahren hätte ich auf Green gebrettert zu der Quote, aber ich denke die UFC und Pimbletts Team haben sich Green zu einem richtigen Zeitraum ausgesucht. Green geht mittlerweile gegen die etwas besseren und jüngeren Gegner KO. Grant Dawson war natürlich eine Ausnahme, aber das passiert Dawson nicht noch mal nach 30 Sekunden. Gegen Miller war es eine sehr gute Leistung, aber Miller ist eben auch uralt und kam wohl nur um mit offenem Visier die 300k zu bekommen. Gegen Turner schwer KO gegangen, gegen Ferguson war es gar nicht mal so gut. Gegen Jared Gordon war die 1. Runde auch nichts Besonderes. Vorher gegen Dober KO gegangen. Green ist sehr aktiv für sein Alter, kämpft jeden Gegner, bietet sich als Short Notice an. Super Company Man und ihm geht es wirklich nur noch darum so viel Geld wie möglich zu machen. Besonders gesund finde ich das nicht, aber an für sich ist es richtig. Den Titel holt er nicht mehr und wer weiß wie lange es noch geht. Mittlerweile immerhin 56 Kämpfe auf dem Tacho und in den letzten 5 Jahren 16 Kämpfe! 7x verloren. In den letzten 2 Jahren davon 3x schwer KO gegangen. Sein Speed baut ab und er ist weniger beweglich. Gegen Miller ist er natürlich noch sehr beweglich und schnell, gegen jüngere Gegner wird es aber anders aussehen.
Paddy wird meiner Meinung nach schlechter gemacht als er ist. Ich habe ihn auch gegen Gordon gelayed und war über dieses Skandalurteil erschüttert, aber er hat genau die richtige Schlussfolgerung gezogen. Erstmal ein Jahr sich rausgezogen, Verletzung auskuriert, weniger laut und schrill und gegen Ferguson dann eine blitzsaubere Leistung ohne viel Blödsinn. Klar, es war ein washed up Ferguson, der mir aber bspw. Klarer vorkam als in einigen seinen Kämpfen davor.
Paddy ist erst 29 Jahre alt, hat dafür schon eine Menge Erfahrung, steht 6-0 in der UFC, entwickelt sich langsam weiter und bekommt hier nach Ferguson den nächsten größeren Namen, aber weiterhin einen der langsam Richtung Karriereende geht. Green ist natürlich stärker als Ferguson, aber auch Green baut ab. Pimblett dagegen verbessert sich. Sein Striking ist unterschätzt und sein Grappling ist absolut in Ordnung. Gerade im Clinch sollte er große Vorteile haben und dies auch als einen Path to Victory sehen.
Paddy hier natürlich mit einem Heimvorteil, wobei er auch in England nicht sonderlich beliebt ist. In Manchester werden aber genug seiner Leute am Start sein. Bedeutet, trifft er, gibt es eine ganz andere Reaktion als wenn Green trifft. Green hat sowieso das Problem, dass er viele Kämpfe via Decision verliert, teilweise auch nicht ganz gerechtfertigt. Dominiert er den Kampf nicht eindeutig wie gegen Miller oder Haqparast, dann sehe ich Paddy vorne. Paddy wird die Runden durchs Grappling einigermaßen in die richtige Richtung bringen können und am Ende per Decision gewinnen. KO gehen sehe ich hier keinen.
Als Favoriten würde ich Paddy nicht spielen, zu even Odds aber ein no-brainer. Die Karriere der beiden zeigt in verschiedene Richtungen, der Altersunterschied ist groß, der Damage über die Jahre ist eindeutig contra Green.
Die Uhrzeit ist für Paddy und seine Fans Schrott, das sollte Green entgegenkommen. Interessant, Paddy wiegt 1.5 Pfund auf der Waage mehr, wie man Ihn kennt wiegt er morgen wahrscheinlich dann 10 Pfunde mehr. Wobei Paddy wirklich in Topform zu sein scheint. Kein Plan aber, wieso Green sogar unter der 155 Grenze ist.
Curtis Blaydes (18-4) vs Tom Aspinall (14-3)
Der Rückkampf von dem Kampf der eigentlich keiner war. Nach paar Sekunden hat sich Aspinall schwer verletzt, ohne das Blaydes einen Schlag gemacht hat. Seitdem hat sich viel getan. Aspinall hat den Interim Titel gewonnen, mit einem Must Win gegen Tybura und auf den ersten Blick starken Sieg gegen den damaligen Boogeyman Pavlovich. Sieht man aber wie Pavlovich gegen Volkov zuletzt aussah, dann war das evtl. doch kein so toller Sieg wie der gemacht wird. Aspinall ist einer der talentiertesten Kämpfer der Division, hat quasi noch keinen UFC-Kampf verloren, musste noch nie in eine 3. Runde und ist auch im Grappling ein absolut solider Kämpfer. Sehr beweglich, harte Schläge und entwickelt sich stetig weiter.
Mit Blaydes kommt ein Gegner mit einer noch größeren UFC-Erfahrung, 13-4 overall, darunter eigentlich jeden im HW gekämpft. Trotzdem ist er erst 33 und eigentlich in seiner Prime. Niederlagen gab es gegen Ngannou (2x), völlig überraschend gegen Lewis und gegen eben genannten Pavlovich. Blaydes hat das beste Grappling in der HW-Division, ist extrem Fit und hat sich auch immer weiter im Striking verbessert. Sein Sieg gegen Almeida war ein Ausrufezeichen.
Overall denke ich, dass Blaydes oft unterschätzt wird. Er ist nicht der lauteste, Wrestling im HW wird oft nicht gerne gesehen und hat dann auch mal so Aussetzer wie gegen Lewis drin. Geht er gegen Lewis nicht sensationell KO, dann hätte er schon längst seinen Title Fight gehabt. Gegen Powerpuncher hat er seine Probleme, sein Chin ist absolut fragwürdig, ansonsten hat er immer überzeugt. Gegen Powerpuncher wie Overeem oder Rozenstruik konnte er aber auch überstehen.
Niemand redet über Blaydes, eigentlich reden alle schon über Aspinall vs Jones oder Aspinall vs Pereira. Aber wieso? Blaydes ist brandgefährlich, bringt mit dem Wrestling eine Komponente mit der Aspinall zwar umgehen kann, aber auf jeden Fall deutliche Nachteile haben wird. Der Druck liegt ganz bei Aspinall, evtl. spielt im Oktagon dann auch die schwere Verletzung aus dem 1. Kampf eine Rolle. Einmal nicht richtig stehen und zack wird Blaydes den Takedown holen. Was passiert, wenn Blaydes durchs Grappling den Kampf in Rd 3 und weiterbringt? Blaydes kann Runde 3-5, bei Aspinall wissen wir das nicht.
Von der Größe her hat Aspinall 3cm Vorteil, in der Reach Blaydes 5cm.
Mir wird hier viel zu viel über Aspinall vs XY gesprochen, anstatt über Aspinall vs Blaydes. Auf dem Niveau im HW, ist die Quote für mich zu weit auseinander. Im ersten Kampf war der Kampf ausgeglichen quotiert. Das wäre für heute evtl. auch falsch, aber nicht 1.2 zu 4. Dazu mein geschwurbelter Uhrzeitenvorteil pro US-Kämpfer.
Blaydes heute auch mit 5 Pfund mehr. Könnte hilfreich im Wrestling werden.
Belal Muhammad (11-2-1) vs Leon Edwards (10-4)
Ähnlich wie bei dem vorherigen Kampf wird hier der Herausforderer unterschätzt. Belal ist unbeliebt, wieso auch immer. Klar, er kämpft meist nicht besonders attraktiv, aber auch das ist meiner Meinung nach besser geworden. Sein Striking hat sich verbessert, ein sehr guter Grappler ist er sowieso. Er ist extrem schlau, kämpft clever und geht nicht unüberlegt in irgendwelche Clashs. Seine Cardio kann kaum besser sein, er hat alles gekämpft was es in der Gewichtsklasse zu kämpfen gab und steht seit 2019 einfach 9-0-1. Der No Contest war gegen Edwards und aufgrund eines Eye Pokes. Erste Runde ging an Edwards, aber wer weiß wie der 5 Rundenkampf dann weitergeht. Belal kam hier als short notice, daher auch ohne vernünftige Vorbereitung. Was man aber gesehen hat, Belal hat den Kick von Edwards einfach so gefressen und ist weiter nach vorne gegangen.
Belal hat trotz seiner tollen Serie, nie eine Chance auf einen Titelkampf bekommen. Anscheinend weil er unbeliebt ist und teilweise langweilig kämpft. Es ist aber weniger langweilig, er ist eher sehr überlegt und strategisch. Ähnliches erging übrigens Edwards, bevor er dann Usman sensationell last minute KO-gekickt hat. Von der Historie her, hat Belal sogar die weitaus besseren Leute gekämpft und besiegt. Dos Anjos war schon hinüber, Nate sowieso und selbst da sah es in Runde 5 plötzlich brenzlig aus. Das gleiche gilt für Colby, wo es in Runde 5 dann auch auf einmal fast gedreht hat. Gegen Usman war er im 1. Kampf komplett unterlegen, bis zu diesem famosen Moment in der letzten Minute. Im 3. Kampf gegen Usman war er für mich der klar dominantere und hat sich zurecht durchgesetzt, wobei diesen Kampf auch viele als Draw gewertet haben und Usman auch nicht fit war. Das war nicht der Usman den man kannte und der Rückkampf wurde viel zu früh terminiert.
Edwards ist gut, ein toller Allrounder der endlich für seine harte Arbeit belohnt wurde. Er ist immer noch erst 32 Jahre alt und hat trotzdem massig an Erfahrung auf Top-Level. Er ist aber auch nicht unbesiegbar und zeigt in seinen Kämpfen zwischendurch immer mal wieder „Auszeiten“, auch gegen eigentlich klar unterlegene Gegner. Dazu ist er sehr inaktiv im Vergleich zu Belal.
Belal ist schlau genug solche Auszeiten beim Gegner zu nutzen und ist selbst wie eine Zecke und zermürbt seine Gegner. Für Belal wird das die wirklich einzige Chance auf den Titel sein. Danach wird die UFC Ihn nicht mehr für ein Main Event matchen. Edwards sollte auf UFC 300 kämpfen und drei verschieden Kämpfer wurden angefragt, Edwards hätte sogar alle angenommen, aber keiner von denen war Belal. Das zeigt wie wenig Interesse die UFC an Belal hat. So ganz komme ich nicht auf den Grund, auf jeden Fall sportlich ungerechtfertigt. Mit 36 ist es aber tatsächlich seine erste und letzte Chance. Als Vollprofi und 14 Monaten Vorbereitungszeit glaube ich das er unangenehm wird und in einem 5-Rundenkampf einige Runden an sich reißen wird. Von einem KO einer der beiden gehe ich nicht aus, eher ein knappes 3-2/ 2-3. Daher muss man aus meiner Sicht zu der Quote Belal spielen.
Height und Reach Vorteile sind pro Edwards, Belal kennt das aber in seiner Gewichtsklasse. Auch hier mein geschwurbelter Uhrzeitenvorteil pro US-Kämpfer.
Beim Weigh-In beide unproblematisch. Belal sieht heftig durchtrainiert aus. Beim Face Off sind sich beide fast an die Gurgel gegangen. Übrigens ist Belal als Underdog bisher sehr profitabel zu bewetten und steht 6-3 (als Underdog).
Gesamt:
4/10 Bukauskas 1.62q @ Pin & Rabona
2/10 Bannon + Patterson 1.89q @ Pin & Rabona
2/10 Parsons 1.68q @ Rabona
1/10 Pimblett 2q @ Pin
1/10 Belal 3.39q @ Pin
1/10 Blaydes 4.2q @ Pin
0.5/10 Kape by KO 5.33