Daniel schrieb:
Habe heute einige Zeitungen mir angeschaut. Auffallend war, dass in jeder nur ein ganz kleines Bild von den Italienern mit Pokal abgebildet war. Normalerweise würdigt man dem Weltmeister die komplette Titelseite, aber das war in den meisten Zeitungen nicht der Fall. Warum wohl ?
Es wird seine Gründe haben. [[prayer]] [[prayer]]
genau ! dazu passender ORF-Medienartikel darüber:
WM-Triumph als Nebensache
Als "Triumph des Nichts" wertete das spanische Blatt "El Pais" Italiens Finalsieg.Nur sehr verhaltenes Lob für den italienischen Fußball, vor allem aber Unverständnis und Bestürzung über den beschämenden Abgang von Zinedine Zidane: Im internationalen Medienecho geriet der vierte WM-Triumph der "Squadra Azzurra" angesichts der Roten Karte für den Regisseur der französischen Nationalmannschaft fast zur Nebensache.
"Amok-Zidane - Kopfstoß! Rot! Titel futsch!" war etwa der Aufmacher der "Bild"-Zeitung.
Zidane zaubert sein Genie weg
"Der letzte Trick des Zauberers Zidane bestand darin, sein Genie in reiner Form vorzuführen. Indem er es wegzauberte", schrieb die schwedische Zeitung "Aftonbladet" über Frankreichs Kapitän, der zehn Minuten vor Spielende mit gesenktem Kopf in den Stadionkatakomben verschwand.
Das dänische Blatt "Politiken" bemerkte dazu: "Der große Alte ließ Frankreich im Stich. Was in Zidanes Kopf vorging, wissen nur die Götter." Und der niederländische "Volkskrant" meinte: "Ein Kurzschluss im Kopf von Zidane setzte seiner ruhmreichen Laufbahn ein bizarres Ende."
Glanzloser Weltmeister
Italien sei zwar kein glanzvoller, aber doch ein verdienter Weltmeister, lautet der Tenor der Kommentatoren über den Gewinner des Finales.
"Obwohl er nicht die Üppigkeit der Sixtinischen Kapelle besitzt, hat der italienische Fußball wenigstens die Ausdauer und die Disziplin eines großen Künstlers gezeigt", schrieb die brasilianische Zeitung "O Globo".
Die "Basler Zeitung" fühlte sich an das WM-Turnier vor 24 Jahren erinnert: "Mäßig gestartet, am Ende unschlagbar, so wurde Italien 1982 Weltmeister - und jetzt wieder."
Rückkehr zur Defensive
Auch in Serbien wurde der Ausgang der WM eher kritisch betrachtet. "Die Italiener sind ... zu ihrem altbekannten Defensivspiel zurückgekehrt. Sie waren ohne eine richtige Idee vom Angriff", urteilte das Blatt "Vecernje novosti".
Deutlich besser kamen die "Azzurri" in der "Berner Zeitung" weg: "Der Weltmeistertitel ist verdienter Lohn für die starken Leistungen in diesem Sommer. Italien hat unter dem Strich den besten Turnierfußball gespielt."
Häme aus Spanien
Ganz andere Töne kamen von der Iberischen Halbinsel. Als "Triumph des Nichts" wertete das spanische Blatt "El Pais" Italiens Finalsieg.
"Sicherlich wird in Italien von den Helden von Berlin die Rede sein. Doch von Fußball sollte nicht gesprochen werden. Italien hat nicht existiert, es war eine klitzekleine Mannschaft, dazu verdammt, in Vergessenheit zu geraten", lautete der hämische Kommentar.