Glücksspielstaatsvertrag - was ändert sich 2020-2021?

ehrlich gesagt vermute ich da eher ein falsches Verstehen auf der Seite der Buchmacher. Das Einsatzlimit steht so seit Jahren im (nun, mit Vergabe der Lizenzen auch gültigen) Glücksspielstaatsvertrag, und um den zu ändern, bräuchte es wieder eine Ratifizierung aller Bundersländer etc.

Aber wenn es anders gehandhabt/geduldet wird, soll mir das natürlich recht sein.

ich habe das weiter oben schon gesagt, ein einsatzlimit wäre nun wirklich für keine potentiellen interressengruppe sinnvoll, es bekämpft keine spielsucht (bzw deren folgen), für die buchmacher wäre es eine katasstrophe und auch der staat hat in form von fehlenden steuern nichts davon. zudem lesen sich auch die weiteren absätze mit einzahlungslimit gleich viel sinnvoller. ich halte es auch weiterhin für die wahrscheinlichste möglichkeit das sich da jemand vertippt hat (was ja auch wieder einiges sagt über die leute, die das ganze durchführen;)
 
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Ja, theoretisch macht man sich strafbar, so wie man sich die letzten 20 Jahre strafbar gemacht hat, wenn man online Wetten platziert hat. Tatsächlich ist bis heute aber kein einziger Fall bekannt, wo ein Spieler wegen Teilnahme an Online-Sportwetten strafrechtlich verfolgt wurde. Die Rechtsgrundlage für ein Vorgehen gegen Spieler, § 285 StGB, ist ohnehin höchst umstritten. Im Januar ist bei isa-guide ein lesenswerter Aufsatz von Rechtsanwalt Nik Sarafi erschienen, wo er nachvollziehbar darlegt, warum der Paragraph verfassungswidrig ist und abgeschafft gehört.

Vielleicht ist jetzt die beste Gelegenheit, eine Verfassungsklage auf den Weg zu bringen?

Ich gehe jedenfalls davon aus, dass die Behörden auch weiterhin nicht gegen Spieler vorgehen werden, sondern, wenn überhaupt, gegen Veranstalter bzw., wie oben erwähnt, gegen beteiligte Finanzdienstleister.

Nachtrag:
Antwort von RA Nik Sarafi auf die Frage, ob Verfassungsklage möglich:

"(...) in Betracht kommt nur eine Verfassungsbeschwerde. Allerdings kann eine Verfassungsbeschwerde nicht ohne weiteres gegen ein Gesetz erhoben werden, denn gemäß § 93 Abs. 1, Abs. 3 Bundesverfassungsgerichtsgesetz (BVerfGG) beträgt die Frist bei Verfassungsbeschwerden gegen Gesetze ein Jahr.

Würde man aber aufgrund von § 285 StGB im Rahmen eines Strafprozesses verurteilt werden, so könnte man - nachdem der Rechtsweg erschöpft wurde (also Berufung oder Revision eingelegt und diese nicht erfolgreich war), binnen eines Monats nach Rechtskraft des Strafurteils Verfassungsbeschwerde einlegen."
 
ich habe das weiter oben schon gesagt, ein einsatzlimit wäre nun wirklich für keine potentiellen interressengruppe sinnvoll, es bekämpft keine spielsucht (bzw deren folgen), für die buchmacher wäre es eine katasstrophe und auch der staat hat in form von fehlenden steuern nichts davon. zudem lesen sich auch die weiteren absätze mit einzahlungslimit gleich viel sinnvoller. ich halte es auch weiterhin für die wahrscheinlichste möglichkeit das sich da jemand vertippt hat (was ja auch wieder einiges sagt über die leute, die das ganze durchführen;)

naja, ob es Sinn macht oder nicht, es steht so seit ~10 Jahren im Staatsvertrag, also nur vertippt wird sich wohl niemand haben. Für ein Einzahlungslimit hingegen gibt es für Sportwetten aktuell gar keine gesetzliche Grundlage.
 
Finde jetzt nichts, aber steht irgendwas zu Boni in dem Vertrag? Oder ist das nur ein Gerücht das es dann keine Boni geben darf?

Zitat aus einer Ad hoc-Mitteilung der GVC Holdings PLC, zu der u.a. bwin und tipico gehören:

"An outline of the licence terms are:
  • Wagering limit of €1,000 euros per month that can be increased to €10,000 subject to certain criteria being met as well as certain loss limits
  • The ability to increase this further to €30,000 for 1 per cent of customers subject to enhanced due diligence and certain loss limits
  • Deposit limits until customer verification processes are complete
  • Maximum annual bonus per customer of €100
  • The inclusion of certain responsibility requirements by the licence holder"
https://gvc-plc.com/newsrelease/german-sports-betting-licences/
 
Statt Bonus lassen sich sicher andere Wege finden um Stammkunden zu halten (Quotenboosts, Punkte sammeln etc.).

Kann bitte jemand von euch das monatliche Einsatzlimit testen und bescheid geben sobald er es erreicht/überschritten hat? Das wäre interessant zu wissen ob es tatsächlich so gemeint ist, jetzt schon funktioniert, erst kommen soll, oder "nur" temporär bis 30.6.2021 gilt. Ich frage auch noch einmal bei unseren Kontakten nach.
 
naja, ob es Sinn macht oder nicht, es steht so seit ~10 Jahren im Staatsvertrag, also nur vertippt wird sich wohl niemand haben. Für ein Einzahlungslimit hingegen gibt es für Sportwetten aktuell gar keine gesetzliche Grundlage.

Mir geht es nicht darum irgendwie Recht zu haben oder sonstwas, das nur vorneweg. Ich schließe auch nicht aus, das es tatsächlich so gemeint ist wie es in den Dokumenten steht, halte das nur für unwahrscheinlich weil es bedeuten würde, das derjenige der es formuliert bzw sich ausgedacht hat einfachste Zusammenhänge nicht versteht. Ich denke ein einfaches Beispiel illustriert doch wie unsinnig ein Einsatzlimit mit einer verbundenen Liquiditätsprüfung bzw dem Argument des Spielsuchtschutzs ist.

Wenn Gelegenheitstipper A am Wochenende bei tipico 5€ einzahlt und dazu noch eine 5€ freiwette bekommt, das dann womöglich alles auf eine todsichere lategoal kombi in der Bui haut, diese gewinnt - hat er plötzlich 18300€ auf seinem Konto. Wenn jetzt die Vorgabe ist, das er von diesem Guthaben in den nächsten max 30 Tagen noch genau 995€ setzen darf, wem oder welchen Ziel ist damit gedient. Weiter inwiefern soll es sinnvoll sein, das eine Person die 5€ eingezahlt und jetzt durch die besonderen Umstände in diesem Monat gerne das 30000 "Einsatzlimit" ausreizen würde nun nachweisen soll das Sie über die finanziellen Möglichkeiten verfügt wenn doch diese finanziellen Möglichkeiten gerade aus 5€ entstanden sind?

Wie gesagt das hat gar nicht mit dir zu tun oder der Frage was nun tatsächlich gemeint ist. Ich habe einfach Schwierigkeiten zu glauben, das Menschen die ein (zugegeben zT hirnrissiges) Gesetz entwerfen tatsächlich diesen schlichten Sachverhalt verkennen, bzw nicht zeitnah von Anwaltskanzleien der Buchmacher darauf hingewiesen werden. Ersetzt man jedoch Einsatz - mit Einzahlung macht alles einigermaßen Sinn. Mehr wollte ich gar nicht sagen.
 
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Statt Bonus lassen sich sicher andere Wege finden um Stammkunden zu halten (Quotenboosts, Punkte sammeln etc.).

Kann bitte jemand von euch das monatliche Einsatzlimit testen und bescheid geben sobald er es erreicht/überschritten hat? Das wäre interessant zu wissen ob es tatsächlich so gemeint ist, jetzt schon funktioniert, erst kommen soll, oder "nur" temporär bis 30.6.2021 gilt. Ich frage auch noch einmal bei unseren Kontakten nach.

Bei Bwin durfte ich auf 1x2 nicht mehr als 1k setzen (auch auf England etc.). Unter über komischerweise 2-3k je nach Quote möglich. (Dürfte eigentlich auch nicht sein).

Ein Vip Manager hat mir nun geschrieben, dass diese Einzahlungslimits nur für NEUKUNDEN gelten ,die alten Kunden wären davon (zumindest zur Zeit) nicht betroffen. Aber wie gesagt, keiner weiß, was passiert und alle reden nur von Chaos.
 
Zitat aus einer Ad hoc-Mitteilung der GVC Holdings PLC, zu der u.a. bwin und tipico gehören:

"An outline of the licence terms are:
  • Wagering limit of €1,000 euros per month that can be increased to €10,000 subject to certain criteria being met as well as certain loss limits
  • The ability to increase this further to €30,000 for 1 per cent of customers subject to enhanced due diligence and certain loss limits
  • Deposit limits until customer verification processes are complete
  • Maximum annual bonus per customer of €100
  • The inclusion of certain responsibility requirements by the licence holder"
https://gvc-plc.com/newsrelease/german-sports-betting-licences/

Mir ist schleierhaft wie man auf einmal auf einen Max.Bonus von 100€ per customer/Jahr kommt. Kann dazu im GlüStV nichts finden. Wenn einer einen § dazu findet, bitte Bescheid geben.

Die Anbieter brauchen den Vertrag nicht noch absurder machen, als er ohnehin schon ist. Außerdem was soll 100€ per customer bedeuten? Pro Anbieter? Pro Konzern? Oder tatsächlich max. 100€ pro Kunde, wo sich die Anbieter dann um den Kunden einmal im Jahr prügeln können.