Glücksspielstaatsvertrag - was ändert sich 2020-2021?

Exciter

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März 2, 2011
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Moin,

ich muss sagen das ich dieses hin und her bei den Verhandlungen um den Glücksspielstaatsvertrag nicht mehr verstehe. Bei dem was man sich zusammensammelt, ist davon die Rede er tritt am 01.01.20 in Kraft, woanders ist die Rede davon nicht vor 2021, wenn überhaupt und was genau wie geändert wird und ob nicht in Wirklichkeit ohnehin alles beim alten bleibt und der Rest nur auf dem Papier ist, versteht auch keiner mehr.

Deshalb frag ich mal hier und da es die Buchmacher an sich betrifft, ist der Bereich hier denke ich passend:

Aber was genau ändert sich denn jetzt ab 1.1.? Ändert sich überhaupt was? Ist das Dinge wieder gekippt oder generell in die Länge gezogen, das doch vor 2021 nichts kommt und gibt es eigentlich endlich mal was handfestes dazu?

Ich versteh nur noch Bahnhof, aber es betrifft uns ja alle

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Linktipp: Empfohlene deutsche Wettanbieter mit Lizenz
 
Ich habe gelesen dass bis 1.1.2020 Lizenzen vergeben werden die bis Juni 2021 Gültigkeit haben. Dann soll wieder ein neues Gesetz gelten, wie es genau aussieht weiß niemand.
Von 1000 Euro Höchsteinsatzlimit pro Kunde und Monat war was zu lesen, es stand aber nicht ob pro Wettanbieter oder insgesamt. Es kann sein insgesamt weil es so eine Sammeldatenbank geben wird in der alle Wetten gespeichert werden.
 
diese 1k pro monat sind nach meinem verständnis für alle wettanbieter zusammen angedacht, die eben durch ein system kontrolliert werden. fraglich ob die das echt so durchkriegen, wenn ja dann wäre es eine katastrophe wenn man wegen solchen amateuren zum auswandern gezwungen wird. diese 1k-grenze ist aber erst für mitte 2021 im gespräch oder soll der müll jetzt tatsächlich schon zum 1.1.2020 kommen?
 
Die Limitierung auf 1000 Euro pro Monat, das Verbot von Livewetten etc sind alle Teil des aktuell (seit 2011) gültigen Staatsvertrags, den jeder mit zwei Klicks über die Google Suche finden kann.

Bisher war im Vertrag allerdings eine Beschränkung auf 20 mögliche Lizenzen für Wettanbieter festgeschrieben, und da das nicht EU Recht entsprochen hat (also gar keine Lizenzen vergeben werden konnten) hat der Vertrag mit all seinen unsinnigen Bestandteilen nie Anwendung gefunden. Die Wettanbieter haben sich die letzten Jahre entsprechend einfach auf ihre EU Lizenz berufen, und da es eh keine Alternative gab, war das auch okay so.

Im im Frühjahr beschlossenen 3. GlüÄndStV wurde diese Beschränkung auf 20 Lizenzen allerdings nun aufgehoben. Wenn alle 16 Bundesländer die Änderung ratifizieren (und nur dann - beim 2. GlüÄndStV war es nicht der Fall) wird sie am 1.1.2020 gültig, es können entsprechend Lizenzen vergeben werden, und es ist anzunehmen, dass die Anbieter die oben genannten Eckdaten des Vertrags erfüllen müssen, um eine solche Lizenz zu bekommen.

Nach 10 Jahren (also mitte 2021) läuft der Staatsvertrag dann aus, und wird gegenstandslos. Möglicherweise wird sich dann auf einen neuen Staatsvertrag geeinigt - wenn nicht, fällt es wieder an die Länder zurück, und jeder kann seine eigene Suppe kochen.
 
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Im im Frühjahr beschlossenen 3. GlüÄndStV wurde diese Beschränkung auf 20 Lizenzen allerdings nun aufgehoben. Wenn alle 16 Bundesländer die Änderung ratifizieren (und nur dann - beim 2. GlüÄndStV war es nicht der Fall) wird sie am 1.1.2020 gültig, es können entsprechend Lizenzen vergeben werden, und es ist anzunehmen, dass die Anbieter die oben genannten Eckdaten des Vertrags erfüllen müssen, um eine solche Lizenz zu bekommen.

Ok, nehmen wir mal an es kommt so: bedeutet das dann das wir ab 1.1.2020 nur noch bei Wettanbietern mit dieser Lizenz wetten können und der Rest für uns Flach fällt? Und Livewetten dann auch gegessen sind? Das wäre ja ein Horrorszenario! Und ab wann wissen wir das?
 
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Ich biete Quote 2.0 an. Es wird sich nichts ändern. Am 1.1.2020. Wer gegen mich wetten will einfach melden.

die Bearbeitung der Lizenzanträge beginnt erst am 2.1., also da bist du auf der sicheren Seite ;)

Generell denke ich schon, dass sich was ändern wird, zumindest übergangsweise. Allerdings gibt es bisher auch eh keine Kontrollstellen, keine Möglichkeit zur Bekämpung von "illegalem" Wettangebot, etc. Also Schwarzmalen würde ich hier auch nicht.
 
Also jetzt für ganz dumme wie mich, denn ich rall es immer noch nicht: sollten die Bundesländer diesmal alle zustimmen, sind Livewetten für uns ab nächstem Jahr echt gegessen? Wundert mich das dies hier so wenig Thema ist.
Alles Theorie. Fakt ist, Wettbüros können natürlich rechnen. Daher wird diese Idee mit 1000 Euro Einsatzlimit nie kommen. Denn würde das kommen dann fallen die Umsätze und natürlich die Gewinne in den Keller. Ausserdem würde es die Leute vermehrt zu den Anbietern ohne Lizenz treiben. Ausserdem, warum sollen Leute mit viel Geld dieses nicht setzen? Leute mit viel Geld kaufen sich auch kein 30000 Euro Auto wie Robär, sondern die kaufen Autos oberhalb von 150000. Wer Geld hat soll es ausgeben wie es ihm gefällt, ob er das mit Imobilien, Spekulationen oder Wetten macht ist seine Sache. Dann muss man noch wissen das 1000 Euro setzen nicht automatisch mit 1000Euro verlieren verbunden ist. Wenn einer zehnmal einen Hunderter setzt kann sein das er nach den 10 Ereignissen wieder den Tausender hat. Diese Idee stammt ja von einem völlig Ahnungslosen wie es scheint.

Bei den Livewetten ist es das selbe. Livewetten hat wahrscheinlich schon höhere Umsätze als normales Wetten. Wenn Livewetten wegfällt passiert das gleiche wie oben, Umsätze und Gewinne im Keller. Also das wird auch nicht kommen. Sie werden die Livewetten reduzieren um Sachen die sowieso nicht gehen und dies medial an die große Glocke hängen. Also viel Wind, aber es wird wenig raus kommen weil die Interessen zu unterschiedlich sein werden.

Aber wie ich in einer Statistik eines Wettbüro gesehen habe sind die Umsätze der Automatenspiele höher als die beim Wetten. Da können sie einmal anfangen und diese schwachsinnigen Spiele verbieten.

Es kommt dann noch dazu das die jeweiligen Staaten und Länder kräftig mitschneiden wollen am Kuchen. Kuchen=unsere Einsätze. Die Politik will das sich niemand weh tut, keiner etwas verliert, aber das Geld wollen sie schon. Der normale Zocker welcher sich nicht so interessiert um solche Dinge weiß ja gar nicht wo diese Gelder auch hinfließen. Da ist das Sponsoring von Sportvereinen nur ein Teil, da gibts noch ganz andere Sachen die nicht publik gemacht werden.

Das Fatale an der Sache ist aber, das wir die Zockergemeinde KEINE Vertretung haben. Niemand ist da der hier für unsere Interessen mitmischt. Somit muss man nehmen was kommt.
 
Wie gesagt, es handelt sich dabei um keine "Ideen", das 1000 Euro Limit und das Livewettenverbot (von Ereigniswetten wie "nächstes Tor" usw, 1X2 und Over/Under ist - so wie ich es verstehe - nicht betroffen) steht so im Glückspielstaatsvertrag. Eine Änderung des Vertrags steht nicht zur Debatte, und ist auf die Schnelle auch gar nicht möglich.

Mag durchaus sein, dass es da noch gewisse Auslegungsmöglichkeiten gibt, aber wenn ein Bookie eine deutsche Lizenz haben will, wird er diese Richlinien wohl oder übel befolgen müssen. Ich würde mich zumindest stark wundern, wenn nicht.

Was dann mit den Bookies ohne Lizenz passiert (bzw ob überhaupt etwas passiert), steht nochmal auf einem anderen Zettel.
 
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So wie ich es verstanden habe würden die einzigen Livewetten noch 1X2 sein, also auch over/under wäre verboten. [[tutu]]

Hier findest du eine Aufschlüsselung welche Livewetten zu "Endergebnisewette" (erlaubt) und welche als "Ereigniswette" (verboten) zählen:

https://add.rlp.de/fileadmin/add/Ab...unzulaessige_Wettarten_im_Fussball_in_RLP.pdf

(das Ganze betrifft allerdings nur RLP, andere Länder können das ggf. anders auslegen, und Niedersachsen z.B. tut das auch. Also wie es dann ggf. online aussieht, muss man mal schauen.)
 
nein, aber das Land Hessen (das für die Ausgabe der Konzessionen ab 2020 zuständig sein wird) hat einige PDFs mit Leitlinien für die Bewerber auf seiner Website veröffentlicht:

https://rp-darmstadt.hessen.de/sicherheit/gewerberecht/glücksspiel/sportwetten

Zu Livewetten heißt es da unter anderem:

"Wetten auf den Ausgang beziehen sich auf das Ergebnis der Sportveranstaltung und auf Vorgänge, die sich im Ergebnis unmittelbar niederschlagen, sich aus diesem herleiten lassen oder sich auf andere leistungsrelevante Merkmale des Ergebnisses der Sportveranstaltungbeziehen. Entscheidendes Kriterium für die Abgrenzung zum bloßen Vorgang (Ereignis) ist damit ein Ergebniszusammenhang, eine Ergebnisbezogenheit. Ein Vorgang, also ein Ereignis, das sich nicht im Ergebnis niederschlägt, sich nicht aus diesem ableiten lässt und auch keinen leistungsrelevanten Bezug zum Ergebnis hat, scheidet als zulässiger Bezugspunkt einer Sportwette aus Gründen des Schutzes der sportlichen Integrität aus.Damit wären Wetten auf gelbe Karten, Einwürfe, Fouls, nächster Strafstoß und Platzverweise keine zulässigen Wettgegenstände, da diesen Vorgängen die Ergebnisbezogenheitbzw. der Ergebniszusammenhang fehlt.Der „Ausgang“ von Sportereignissen würde demnach Folgendes umfassen:

• das Ergebnis der Sportveranstaltung;
• Vorgänge, die sich im Ergebnis unmittelbar niederschlagen oder aus diesem herleitenlassen oder sich auf andere leistungsrelevante Merkmale des Ergebnisses der Sportveranstaltung beziehen."


https://rp-darmstadt.hessen.de/sites/rp-darmstadt.hessen.de/files/160129Leitlinien Sportwetten_0.pdf

Alles etwas kryptisch ausgedrückt natürlich, aber dürfte im Endeffekt auf ähnliches hinauslaufen, wie es das Land RLP oben in dem PDF zusammengefasst hat.

Auch zum 1000 Euro Limit gibt es eine Klarstellung:

"Dabei ist grundsätzlich eine Höchstgrenze von 1.000 EUR je Monat zu beachten, wenn nicht in der Erlaubnis zur Erreichung der Ziele des § 1 Abweichendes festgelegt wird. In der Erlaubnis kann aus sachlichen Gründen sowohl eine höhere oder niedrigere Grenze festgelegt, als auch die Möglichkeit geschaffen werden, dem Spieler die Wahl eines über dem Regellimit liegenden Limits zu gestatten, sofern dieser dem Veranstalter oder Vermittler gegenüber eine entsprechende wirtschaftliche Leistungsfähigkeit in geeigneter und nachprüfbarer Weise nachweist. Zudem dürfen Gewinne nicht mit den Einsätzen verrechnet werden."

https://rp-darmstadt.hessen.de/site...Abs__5_-_Eckpunkte_Stand_08082018_final_0.pdf

Also es bleibt dabei, dass es ein Einsatzlimit geben wird und kein Verlustlimit. Dieses kann (bei entsprechendem Bonitätsnachweise) allerdings doch höher sein als 1000 EUR.

Schwachsinnig ist das ganze natürlich trotzdem weiterhin.
 
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Danke.

Dann würde der Livewettenbereich gar nicht so angefasst werden wie befürchtet, außer für Leute die auf Rückennummern, Einwürfe oder sonstiges wetten, aber die wichtigen Märkte wären weiterhin live spielbar.

Die 1000 Euro sind natürlich Schwachsinn! Wieso nicht Verlust? Da könnte ich das ja sogar nachvollziehen. Aber wenn man viele Wetten setzt, dafür aber kleine, ist man trotzdem raus wenn man +-0 gemacht hat, aber eben 1000 setzte? So ein Unfug. Und dann eventuell aber doch mehr? Wie schwammig ist das bitte? Wie wäre es wenn in solchen Sachen einfach mal Klarheit herrschen würde. So wie das formuliert wird, kann das im Grunde heißen: es ändert sich nicht mal was. Aber vielleicht doch. Wer weiß schon.
 
Auch zum 1000 Euro Limit gibt es eine Klarstellung:

"Dabei ist grundsätzlich eine Höchstgrenze von 1.000 EUR je Monat zu beachten, wenn nicht in der Erlaubnis zur Erreichung der Ziele des § 1 Abweichendes festgelegt wird. In der Erlaubnis kann aus sachlichen Gründen sowohl eine höhere oder niedrigere Grenze festgelegt, als auch die Möglichkeit geschaffen werden, dem Spieler die Wahl eines über dem Regellimit liegenden Limits zu gestatten, sofern dieser dem Veranstalter oder Vermittler gegenüber eine entsprechende wirtschaftliche Leistungsfähigkeit in geeigneter und nachprüfbarer Weise nachweist. Zudem dürfen Gewinne nicht mit den Einsätzen verrechnet werden."

https://rp-darmstadt.hessen.de/site...Abs__5_-_Eckpunkte_Stand_08082018_final_0.pdf

Also es bleibt dabei, dass es ein Einsatzlimit geben wird und kein Verlustlimit. Dieses kann (bei entsprechendem Bonitätsnachweise) allerdings doch höher sein als 1000 EUR.

allerdings heißt es in den Leitlinien auch: "Die Veranstalter halten entweder die Höchsteinsatzgrenze von 1.000 € je Spieler pro Monat ein; sie gestatten abweichend davon dem Spieler die Wahl eines über dem Regellimit liegendem Limits, sofern, der Spieler dem Veranstalter gegenüber eine entsprechende wirtschaftliche Leistungsfähigkeit in nachprüfbarer Weise durch Selbstauskunft nachweist und eine Begrenzung der monatlichen Verluste des Spieler auf 1000,-€ sichergestellt ist., was dann doch eher für ein Verlistlimit sprechen würde.
 
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„In der Erlaubnis kann aus sachlichen Gründen sowohl eine höhere oder niedrigere Grenze festgelegt, als auch die Möglichkeit geschaffen werden, dem Spieler die Wahl eines über dem Regellimit liegenden Limits zu gestatten, sofern dieser dem Veranstalter oder Vermittler gegenüber eine entsprechende wirtschaftliche Leistungsfähigkeit in geeigneter und nachprüfbarer Weise nachweist.“

wie soll man sich das vorstellen? muss man dem anbieter sein vermögen aufzeigen um höhere einsatzlimits spielen zu können?
außerdem wird aus dem text nicht deutlich ob es sich um 1k einsatz pro anbieter oder 1k einsatz insgesamt handelt.
 
Das rall ich auch nicht. 1k Einsatz insgesamt wäre der größte Witz allerzeiten. 1k pro Anbieter ist es auch, aber wenn es sogar insgesamt gilt, hätte sich das Wetten doch für fast jeden erledigt. Wie schnell erreicht man das bitte? Und dann soll es keine Rolle spielen das man vielleicht plus macht oder gar nichts verloren hat?

Was mich so ankotzt ist diese Scheinheiligkeit in den Artikeln das der Mark für Sportwetten geöffnet werden soll in Deutschland. Nee, ihr macht ihn damit kaputt. Deutsche Anbieter könnten dann einpacken!