Eisschnellaufen Saison 2003/2004

Anni Friesinger: Titel-Hattrick in Erfurt

Anni Friesinger feierte in ihrer Laufbahn bereits 18 Weltcup-Siege

Erfurt - Goldener Hattrick von Anni Friesinger und ein eindrucksvolles Comeback der Rekord-Weltmeisterin Gunda Niemann-Stirnemann: Die deutschen Eis-Ladies haben sich bei den nationalen Meisterschaften bereits in glänzender Form präsentiert.

Sieben Monate nach ihrem Dreifach-Triumph bei den Weltmeisterschaften in Berlin feierte die "Gold-Anni" aus Inzell den besten Saison-Einstieg ihrer Karriere und schaffte das Kunststück, in Erfurt auf den Sprint-Distanzen zwischen 500 und 1500 Meter alle Konkurrentinnen souverän zu bezwingen.

Beeindruckende Rückkehr

Gunda Niemann-Stirnemann vollzog nach der Babypause eine beeindruckende Rückkehr in die Weltelite mit ihrem 34. Titel und einer Superzeit über 5000 Meter.

Am Sonntag musste sie sich als Dritte der Olympiasiegerin Claudia Pechstein über 3000 Meter geschlagen geben, sicherte sich aber das Weltcup-Ticket.

Einziger Wermutstropfen des Championats waren die Querelen um die neue Athleten-Vereinbarung, die von einigen Stars nicht akzeptiert wird. Da der Verband den Start beim Weltcup am kommenden Wochenende in Hamar aber an die Unterschrift unter den Vertrag geknüpft hat, sind an diesem Montag die Juristen gefordert.

Furioser Start

"Das war wunderbar. Aber da ich gesund geblieben bin, konnte ich härter als zuvor trainieren", sagte Anni Friesinger nach ihren starken Auftritten. Über 1000 Meter setzte die Weltmeisterin am Sonntag in der Weltjahresbestzeit von 1:16,60 (0,13 Sekunden über Bahnrekord) den i-Punkt auf ihren furiosen Saisonstart.

Auf den 500 Metern hatte sie auch die Olympia-Dritte Sabine Völker überrascht, die nach fast einjähriger Zwangspause wegen einer Viruserkrankung mit der Saisonbestzeit von 38,71 dennoch hoch zufrieden war und drei Mal Rang zwei belegte. Zuvor hatte Anni Friesinger auch auf ihrer Schokoladenstrecke über 1500 Meter mit dem Bahnrekord von 1:57,73 ihre Klasse unter Beweis gestellt.

Rückkehr eines Idols

Für die über 3000 Zuschauer in der Gunda-Niemann-Stirnemann-Halle war dennoch die Rückkehr ihres Thüringer Idols das Highlight der Titelkämpfe. Weder sie selbst noch ihr Coach Klaus Ebert hätten jene 7:09,13 Minuten über 5000 Meter für möglich gehalten.

Die 4:14,24 Minuten über 3000 Meter waren am Sonntag aber ein leichter Dämpfer auf zu hohe Erwartungen. Claudia Pechstein war beim Gewinn ihres dritten 3000-Meter-Titels nacheinander in 4:09,09 eine ganze Klasse besser.

Rummel in den Medien

"Ich bin dennoch nur glücklich. Ich habe mich sogar dabei erwischt, dass ich den Rummel in den Medien genossen habe. Dennoch bin ich erstaunlich ruhig geblieben", meinte Niemann-Stirnemann, die zuvor elf Mal auf dieser Strecke den nationalen Titel geholt hatte.

Deutlichen Aufwind nach einer schwachen Vorsaison gibt es unter den deutschen Herren. Annis Bruder Jan Friesinger lief über 1500 Meter sehr gute 1:49,34 Minuten. Bester Sprinter war der Neu-Inzeller Dino Gillarduzzi, der nach den 500 Meter am Sonntag auch die 1000 Meter in 1:11,74 gewann.

Wegen eines Versäumnisses der DESG darf Gillarduzzi, der bis zur Vorsaison für Italien lief, jedoch in Hamar noch nicht für Deutschland an den Start gehen. Auf den 5000 Metern gibt nach wie vor der 35-jährige Frank Dittrich (Chemnitz/6:37,79) den Ton an. Er gewann auch die 10.000 Meter.

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Olympiasieger Ohno und Choi gewinnen

München - Beim Shorttrack-Weltcup in Marquette im US-Bundesstaat Michigan gab es über die 500 Meter der Männer einen Heimsieg.

Bei seinem ersten Weltcupsieg der Saison ließ der US-Amerikaner und 1500-Meter-Olympiasieger Apolo Ohno der Konkurrenz keine Chance. Zweiter wurde der Südkoreaner Ahn Hyun-Soo vor seinem Landsmann Lee Seung-Jea.

Bei den Frauen konnte sich die Mehrkampf-Weltmeisterin Choi Eun-Kyung aus Südkorea durchsetzen. Sie verwies die Kanadierin Amelie Goulet-Nadon und die 500-Meter-Weltrekordlerin Jewgenia Radanowa aus Bulgarien auf die Plätze.

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Grünes Licht für Pechstein und Friesinger

München - Den scharfen Worten und komplizierten Verhandlungen folgte der Kompromiss: Nach einem Vergleichsvorschlag der Managements von Anni Friesinger und Claudia Pechstein lenkte die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) am Montag ein und gab Grünes Licht für den Start der beiden Top-Athleten am Wochenende beim Weltcup-Auftakt in Hamar.

Zunächst war die erfolgreichste Winter-Olympionikin Deutschlands, Claudia Pechstein, am Montag in die Offensive gegangen und hatte ihre Bereitschaft erklärt, die strittige Athletenvereinbarung zu unterzeichnen, wenn als neuer Passus eingearbeitet wird, dass die Nutzung ihrer Persönlichkeitsrechte durch den Verbandssponsor allein auf die Deutsche Kreditbank AG, den bislang einzigen DESG-Sponsor, beschränkt wird.

"Bei neuen Hauptsponsoren muss neu verhandelt werden", erklärte Pechstein-Manager Ralf Grengel am Montag.

"Wir sind sehr erleichtert"

"Wir wollten unbedingt, dass jetzt fünf Tage vor dem Weltcup in Hamar endlich die Kuh vom Eis kommt", fügte er hinzu. Claudia Pechstein hatte bereits im vorigen Jahr auch einen Individual-Vertrag mit der DKB abgeschlossen.

Auch Friesinger-Manager Klaus Kärcher zeigte sich zufrieden über den Vergleich. "Wir sind sehr erleichtert, dass endlich der Druck von den Athleten genommen ist", bekräftigte er.

Die DESG hatte am Wochenende einen Weltcup-Start von Anni Friesinger und Claudia Pechstein in Hamar an die Unterschrift unter die neue Athleten-Vereinbarung geknüpft, in der vor allem die Rechte am eigenen Bild zwischen dem Verband und den Sportlerinnen strittig waren.

Kontrakt mit DKB Auslöser

Daraufhin hatte der Anwalt beider Stars, Simon Bergmann, sogar mit einer Einstweiligen Verfügung für den Fall gedroht, falls es nicht zur gütlichen Einigung mit der DESG gekommen wäre. "Ich bin zufrieden mit dem Vergleich. Es ist immer besser, wenn man sich nicht vor Gericht trifft", sagte Bergmann.

Als eigentlicher Hintergrund der Streitigkeiten erwies sich schließlich der Kontrakt zwischen der DESG und der DKB. Die Persönlichkeitsrechte waren bereits dem Hauptsponsor zugestanden worden, ohne offene Fragen mit den Managern geklärt zu haben.

"Cheftrainer soll sich raushalten"

Zuvor hatte es in der Auseinandersetzung heftige Verbal-Attacken zwischen Cheftrainer Helmut Kraus und Grengel gegeben.

"Der so genannte Cheftrainer soll sich lieber um seine Aufgaben als Reiseleiter kümmern und sich aus Dingen heraushalten, von denen er nichts versteht", reagierte der Pechstein-Manager barsch auf Aussagen des Coaches, der tags zuvor geäußert hatte, er sei "stinksauer auf die Manager, weil diese ihrer Aufgabe nicht nachkämen, den Stress von den Athleten fern zu halten".

Grengel bezeichnete dies als krassen Verstoß gegen die Vereinbarung vom März dieses Jahres, worin man sich geeinigt habe, persönliche Schuldzuweisungen zu unterlassen. "Das ist typisch für Kraus, dass er jetzt wieder die Manager in die Pfanne haut", so Grengel.

DESG-Sportdirektor Günter Schumacher zeigte sich erleichtert über die Beilegung des Konflikts. "Jeder sollte jetzt daraus lernen. Wichtig ist künftig, die Zeitschiene besser zu beachten, da die Folgen sonst unüberschaubar werden", erklärte er.

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Zickenduell: Friesinger gibt Fehler zu

Anni Friesinger hat sich nochmals gegen ein erneutes Aufflammen des "Zickenduells" mit Rivalin Claudia Pechstein verwahrt.

"Ich gebe zu: Den ersten Stein habe ich geworfen bei der Europameisterschaft in Erfurt, aber dann kam in den Medien eine Lawine in Gang, die ich nicht mehr aufhalten konnte", sagte die dreifache Eisschnelllauf-Weltmeisterin in der Sendung "Beckmann" der ARD. "Ich habe das schwer bezahlen müssen", aber jetzt ist es vorbei", erklärte die 26-jährige Inzellerin.

Auch ihr Bruder Jan gab in der Talkshow zu, dass ihn die monatelangen Streitigkeiten der Damen emotional belastet hätten. "Es hat auch mir sehr wehgetan, was da geschrieben wurde", sagte der deutsche Meister über 1500 m.

Zuvor hatte Anni Friesinger in der Sendung "Blickpunkt Sport" des Bayerischen Rundfunks erklärt, dass ihre neue Beziehung mit dem Sozialpädagogik-Studenten Stefan ihr zusätzliche Motivation für die Wettkämpfe auf dem Eis gebe.

"Es beflügelt ungemein, wenn man privat so glücklich ist", sagte die frisch gebackene dreifache deutsche Meisterin. Zugleich äußerte sie ihr Unverständnis, dass bei den Meisterschaften in Erfurt die Querelen mit dem Verband wegen der neuen Vermarktungs-Regelungen so hochgekocht waren.

"Solche Verträge kann man im Mai vorlegen, nicht erst kurz vor den Meisterschaften", kritisierte sie.

"Wir haben uns den Kopf zerbrochen, aber nun haben wir eine Einigung gefunden. Ich hoffe, dass so etwas in den kommenden Jahren nicht noch einmal vorkommt", fügte sie hinzu.

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Dreikampf der deutschen Eis-Stars in Hamar

HamarMünchen - Im "Wikingerschiff" von Hamar kommt es am Wochenende zum ersten großen Dreikampf der deutschen Eisschnelllauf-Asse.

Zum Auftakt der Weltcup-Saison werden sich über 3000 Meter Weltmeisterin Anni Friesinger, Olympiasiegerin Claudia Pechstein und Gunda Niemann-Stirnemann einen heißen Kampf um Punkte und Siegprämien liefern.

Friesinger Favoritin

Allerdings müssen sie sich auch der starken Konkurrenz aus den Niederlanden um die 5000-Meter-Olympia-Zweite Gretha Smit erwehren.

Über 1500 Meter am Sonntag ist Anni Friesinger nach ihrem Glanzauftritt bei den nationalen Meisterschaften auch auf internationalem Eis Favoritin.

Niemann-Stirnemann konzentriert sich auf 3000 Meter

Gunda Niemann-Stirnemann hat indes das Angebot des Verbandes abgelehnt, auch auf dieser Distanz an den Start zu gehen. Sie wird auch nicht in der im Vorjahr erstmals ausgetragenen Team-Verfolgung dabei sein.

"Beides war für sie kein Thema. Gunda konzentriert sich voll auf die 3000 Meter", bestätigte ihr Mann und Manager Oliver Stirnemann am Freitag.

Besetzungen noch unklar

Die Besetzung des deutschen Damen-Teams für die Verfolgungsrennen ist dennoch unklar, da Doppel-Olympiasiegerin Claudia Pechstein noch nicht endgültig über den Start über sechs Runden entschieden hat.

Mit Anni Friesinger, Katrin Kalex und Lucille Opitz gibt es vier Kandidatinnen. Bei den Herren starten über 8 Runden Jan Friesinger, Christian Breuer und Jörg Dallmann.

Völker und Anschütz verzichten

Die Erfurterinnen Sabine Völker und Daniela Anschütz verzichten auf einen Start beim Saison-Auftakt, obwohl sie dafür qualifiziert waren.

Die WM-Dritte Anschütz kuriert noch eine Grippe aus und wird eine Woche später in Erfurt ihren Weltcup-Einstieg geben. Völker hat sich für die Konzentration auf die Sprintstrecken 500 und 1000 m entschieden und wird auch in ihrer Heimatstadt nicht am Start sein.

Eis-Oscar an Deutsche

Am Rande der Weltcup-Rennen wird Anni Friesinger eine große Ehre zuteil: Als dritte Frau nach Bonnie Blair (USA) und Gunda Niemann- Stirnemann nimmt sie den "Eis-Oscar" für die beste Leistung des Eisschnelllauf-Jahres entgegen.

Die Auszeichnung wird seit 1959 durch den Oslo Skoiteklub in Erinnerung an den norwegischen Rekordläufer Oscar Mathisen verliehen. Gunda Niemann-Stirnemann hatte die Ehrung von 1995 bis 1997 drei Mal erhalten.

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Geklärte Fronten beim Weltcup-Auftakt


Hamar - Anni Friesinger hat gleich im ersten Aufeinandertreffen mit Claudia Pechstein ihre Berliner Konkurrentin in die Schranken gewiesen.

Die Weltmeisterin aus Inzell gewann am Samstag zum Weltcup-Auftakt im norwegischen Hamar das erste Duell der beiden deutschen Rivalinnen über 3000 Meter gegen Pechstein, die sich vor Wochenfrist den nationalen Titel in Abwesenheit ihrer Konkurrentin gesichert hatte.

"Das ist nichts für meine Gelenke"

In 4:07,31 Minuten stellte Anni Friesinger im letzten Paar gegen die Kanadierin Kristina Groves laufend ihren siebten Weltcup-Streckensieg auf dieser Distanz sicher.

"Das Eis war heute sehr schwer, es war sehr anstrengend. Das ist nichts für meine Gelenke und den Rücken", meinte die Siegerin nach dem Auftakt-Erfolg im "Wikingerschiff".

Pechstein dennoch zufrieden

Die Olympiasiegerin aus Berlin, die sich die Wiederholung des Gesamterfolges im Weltcup zum Ziel gesetzt hat, hatte mit 4:08,06 zwischenzeitlich die Bestzeit vorgelegt, war aber damit gegen die energisch kämpfende Bayerin schließlich ohne Chance.

"Ich bin dennoch sehr zufrieden, es war ein konstantes Rennen. Ich war sehr aufgeregt", gestand Claudia Pechstein. Kurioserweise hatte die Amerikanerin Jennifer Rodriguez als Siegerin der B-Gruppe in 4:07,07 Minuten sogar eine schnellere Zeit vorgelegt, als alle Favoritinnen.

Niemann-Stirnemann Vierte

Einen glänzenden Einstand im Konzert der Weltelite feierte die 37- jährige Gunda Niemann-Stirnemann nach fast 1000 Tagen Baby-Pause.

In 4:09,65 Minuten bewies sie schon fast wieder die alten Tugenden, belegte Platz vier und drückte ihre bisherige Saison-Bestzeit gleich um fast fünf Sekunden.

"Ich habe damit die Qualifikation für die Einzelstrecken-WM erreicht, dieses Resultat macht mich glücklich", sagte die 98fache Weltcupsiegerin aus Erfurter. Bis 2200 Meter hielt sie Rundenzeiten unter 33 Sekunden durch. Erst auf den letzten Metern fehlte ihr noch das Stehvermögen.

Dominanz der "Fliegende Holländer"

Zuvor hatte Erben Wennemars den ersten Weltcup-Sieg der Eisschnelllauf-Saison 2003/2004 erkämpft. Der Niederländer gewann in 1:47,37 Minuten die 1500 Meter und krönte damit das starke Auftreten der "fliegenden Holländer", die vier Läufer unter die besten Sechs brachten.

Platz zwei ging an Mark Tuitert (1:47,55) vor Olympiasieger Derek Parra (USA/1:48,80). Mit den Rängen 17 und 20 schafften der Deutsche Meister Jan Friesinger (Inzell/1:50,68) und der Erfurter Jörg Dallmann (1:51,11) die Zielstellung, sich für die A-Gruppe beim nächsten Weltcup-Rennen am kommenden Wochenende in Erfurt zu qualifizieren.

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Rodriguez stiehlt Friesinger die Show


Hamar - Jennifer Rodriguez hat am Sonntag in Hamar einen Traumstart von Anni Friesinger in die Weltcup-Saison der Eisschnellläufer verhindert.

Die US-Amerikanerin dominierte die 1500 Meter in 1:57,57 Minuten, verwies die Weltmeisterin auf ihrer Lieblingsstrecke auf Platz zwei und verdarb Friesinger damit die Hoffnung auf den 20. Weltcupsieg ihrer Karriere.

"Der Lauf war nicht ganz rund, mein Tempogefühl noch nicht hundertprozentig. Ich bin ein wenig zu langsam angegangen", erklärte die Olympiasiegerin im Anschluss.

Sieg im Prestige-Duell

Tags zuvor hatte die Inzellerin über 3000 Meter im ersten Prestige-Duelle mit Claudia Pechstein ihre Claims abgesteckt und die Berlinerin knapp auf den zweiten Rang verwiesen.

Einen glänzendes Comeback auf internationalem Eis feierte Rekordweltmeisterin Gunda Niemann-Stirnemann, die als Vierte den deutschen Triumph auf der langen Strecke perfekt machte.

"Das ging an die Substanz"

Trotz schweren Eises hatte Anni Friesinger am Samstag in 4:07,31 Minuten Claudia Pechstein, die vor Wochenfrist den nationalen Titel geholt hatte, den 3000-Meter-Sieg entrissen.

"Hinten heraus ist das Eis immer stumpfer geworden, ich musste mir jeden Meter hart erarbeiten. Das ging an die Substanz", meinte die Inzellerin nach ihrem Sieglauf im nur mäßig besuchten "Wikingerschiff".

Mittelstrecklerinnen mit Problemen

Auch am Sonntag sprachen Experten vom "Langstreckler-Eis", das den technisch anspruchsvoll laufenden Mittelstrecklerinnen Probleme bereitete.

Doch Rodriguez hatte schon am Samstag als Beste der B-Gruppe in 4:07,07 Minuten bei weit besserem Eis eine schnellere Zeit als die 3000-Meter-Siegerin vorgelegt.

Niemann will Form "langsam aufbauen"

Am Ort ihres 98. und bislang letzten Weltcupsieges (17. Februar 2001) bewies Niemann-Stirnemann nach fast 1000 Tagen Babypause fast wieder altes Können.

"Aber ich muss realitisch bleiben: Ich will meine Form langsam aufbauen, um im März bei der WM in Seoul topfit zu sein", sagte Gunda Niemann und zog den Hut vor Siegerin Anni Friesinger. "Sie ist wie eine Rakete angegangen. Dieses Vermögen habe ich derzeit nicht", sagte die 37-Jährige.

Pechstein trotz knapper Niederlage nicht unzufrieden

Auch Weltcup-Verteidigerin Claudia Pechstein war nicht unglücklich ob der knappen Niederlage über 3000 Meter.

"Es war bei schwerem Eis ein konstantes Rennen. Aber es fehlte noch die Lockerheit. Außerdem war ich sehr aufgeregt, aber diese Nervosität brauche ich vor dem Wettkampf", gestand die 31-jährige Berlinerin.

Am Sonntag trumpfte sie als Fünfte über 1500 Meter (2:00,36) erwartungsgemäß nicht so stark auf und meinte im Anschluss: "Ich muss noch etwas mehr für die Unterdistanz tun."

Friesinger und Dittrich hinter den Erwartungen

Bei den Männern blieb der Deutsche Meister Jan Friesinger eine Woche nach seinem starken Saisondebüt von Erfurt über 1500 Meter hinter den Erwartungen zurück. In 1:50,68 Minuten belegte der Bruder von Anni Friesinger nur Rang 17.

Der Dresdner Olympiadritte Jens Boden, der nach den schwachen Leistungen der letzten Saison in der B-Gruppe antreten musste, lief über 5000 Meter in 6:35,71 Minuten auf Rang drei der B-Gruppe hinter K.C. Boutiette (USA/6:30,23) und den Erfurter Rene Taubenrauch (6:35,30).

Routinier Frank Dittrich enttäuschte nach seinem Rücktritt vom Rücktritt: Der 36 Jahre alte Chemnitzer landete in 6:36,92 Minuten in der A-Gruppe unter "ferner liefen". Der Niederländer Bob de Jong lief in 6:19,94 Bahnrekord.

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noch ein wenig ausführlicher:

Friesinger verpasst perfekten Auftakt


Jennifer Rodriguez hat in Hamar einen Traumstart von Anni Friesinger in die Weltcup-Saison der Eisschnellläufer verhindert.

Die Amerikanerin dominierte die 1500 m in 1:57,57 Minuten, verwies die Weltmeisterin auf ihrer Lieblingsstrecke auf Platz zwei und verdarb Friesinger damit die Hoffnung auf den 20. Weltcupsieg ihrer Karriere. Tags zuvor hatte Anni Friesinger über 3000 m im ersten Prestige-Duelle mit Claudia Pechstein ihre Claims abgesteckt und die Berlinerin knapp auf den zweiten Rang verwiesen.

Einen glänzendes Comeback auf internationalem Eis feierte Rekordweltmeisterin Gunda Niemann-Stirnemann, die als Vierte den deutschen Triumph auf der langen Strecke perfekt machte.

Trotz schweren Eises hatte Anni Friesinger am Samstag in 4:07,31 Minuten Claudia Pechstein, die vor Wochenfrist den nationalen Titel geholt hatte, den 3000-m-Sieg entrissen. "Hinten heraus ist das Eis immer stumpfer geworden, ich musste mir jeden Meter hart erarbeiten. Das ging an die Substanz", meinte die Inzellerin nach ihrem Sieglauf im nur mäßig besuchten "Wikingerschiff".

Auch am Sonntag sprachen Experten vom "Langstreckler-Eis", das den technisch anspruchsvoll laufenden Mittelstrecklerinnen Probleme bereitete. Doch Rodriguez hatte schon am Samstag als Beste der B-Gruppe in 4:07,07 Minuten bei weit besserem Eis eine schnellere Zeit als die 3000-m-Siegerin vorgelegt.

Im Rahmen der ersten Weltcup-Veranstaltung durfte die dreifache Weltmeisterin Anni Friesinger als dritte Frau den "Eis-Oscar" in Empfang nehmen, mit dem die beste Saison-Leistung in Erinnerung an den großen Norweger Oscar Mathisen gewürdigt wird. Zuvor war diese Ehre neben Bonnie Blair (USA) nur Gunda Niemann-Stirnemann zuteil geworden, die zwischen 1995 und 1997 als bislang einzige Deutsche mit dem Preis des Oslo Skoiteklubs ausgezeichnet wurde.

Am Ort ihres 98. und bislang letzten Weltcupsieges (17. Februar 2001) bewies die Erfurterin nach fast 1000 Tagen Babypause fast wieder altes Können. "Aber ich muss realitisch bleiben: Ich will meine Form langsam aufbauen, um im März bei der WM in Seoul topfit zu sein", sagte Gunda Niemann und zog den Hut vor Siegerin Anni Friesinger. "Sie ist wie eine Rakete angegangen. Dieses Vermögen habe ich derzeit nicht", sagte die 37-Jährige.

Auch Weltcup-Verteidigerin Claudia Pechstein war nicht unglücklich ob der knappen Niederlage über 3000 m. "Es war bei schwerem Eis ein konstantes Rennen. Aber es fehlte noch die Lockerheit. Außerdem war ich sehr aufgeregt, aber diese Nervosität brauche ich vor dem Wettkampf", gestand die 31-jährige Berlinerin, die am Sonntag als Fünfte über 1500 m (2:00,36) erwartungsgemäß nicht so stark auftrumpfte.

Bei den Herren erkämpfte Erben Wennemars auf der Mittelstrecke den ersten Weltcup-Sieg der Saison. Der Niederländer gewann in 1:47,37 Minuten und krönte damit das starke Auftreten der "fliegenden Holländer" mit vier Läufern unter den Top 6. Mit den Rängen 17 und 20 qualifizierten sich der deutsche Meister Jan Friesinger (Inzell/ 1:50,68) und Jörg Dallmann (Erfurt/1:51,11) für die A-Gruppe beim nächsten Weltcup-Rennen am kommenden Wochenende in Erfurt.

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Bombenfund: Sprint-WM 2005 nicht in Turin


In der Olympia-Stadt Turin hat ein Bombenfund für Aufregung gesorgt. Beim Bau der Eisschnelllauf-Halle wurde unter der 400-m-Bahn, auf der 2006 um zehn olympische Goldmedaillen gekämpft wird, eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Damit liegen die Bauarbeiten an der Halle zur Zeit brach.

Wie die niederländische Tageszeitung "Algemeen Dagblad" (Montag-Ausgabe) berichtet, ist schon jetzt klar, dass die Sprint- Weltmeisterschaften der Eisschnellläufer im Januar 2005 nicht wie geplant in Turin stattfinden können.

Maurizio Marchetto, Nationaltrainer der italienischen Eisschnellläufer, ist tief enttäuscht: "Ich weiß nicht, was jetzt geschehen soll", erklärte er.

Ob wegen der Entschärfung und Entfernung der Bombe Teile der Olympia-Halle wieder zurückgebaut werden müssen, sei derzeit nicht klar. "Wir hätten gern die WM organisiert", bedauerte der Nationaltrainer, "es wäre eine gute Gelegenheit gewesen, die Italiener fürs Eisschnelllaufen zu erwärmen."

Die Sprint-WM im Jahr 2005 galt als Generalprobe für Olympia; eine Alternative dazu gibt es derzeit noch nicht.

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Pechstein: "Wir werden keine Freunde"


Berlin - Drei Tage vor dem nächsten Aufeinandertreffen in Erfurt hat Claudia Pechstein von Rivalin Anni Friesinger eine Entschuldigung für das Auslösen des "Zickenduells" gefordert und zugleich heftige Angriffe gegen die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) gerichtet.

"Ich habe mich gewundert, dass Anni bei Beckmann in der ARD gesagt hat, sie habe damals den ersten Stein geworfen. Ich dachte bei mir: Uuuups. Diese Einsicht kommt sehr spät, aber sie kommt", erklärte die viermalige Olympiasiegerin.

Kritik zurückgewiesen

"Ich denke, dass das ganze Zickenduell gar nicht so ins Rollen gekommen wäre, wenn Anni sich damals bei mir relativ schnell persönlich entschuldigt hätte. Aber das ist bis heute nicht geschehen. Es bleibt dabei: Wir werden sicher keine Freunde werden, aber ganz normal unsere sportliche Leistung akzeptieren", so die Ausnahmeathletin weiter.

Zugleich wies Pechstein die Kritik der Inzeller Konkurrentin zurück, dass sie nicht an der Team-Verfolgung beim Weltcup in Hamar teilgenommen habe.

"Ich war vor dem ersten Wettkampf krank, und wenn ich das so entscheide, dann muss sie das akzeptieren. Sie würde auch nicht starten, wenn sie vorher krank gewesen wäre. Außerdem hat kein Hahn darum gekräht, dass Gunda Niemann nicht in der Mannschaft gelaufen ist", erklärte die Berlinerin.

Start nicht ausgeschlossen

Pechstein schließt dennoch künftig einen Start bei den neu eingeführten Team-Rennen nicht aus - wenn der Wettkampf günstig liege. Jedoch müsse der Weltverband die Zeitpläne besser auf die Reihe bringen.

Mit Blick aufden gerade überstandenen Vermarktungsstreit äußerte die 5000-m-Weltmeisterin heftige Kritik am Verband. "Die haben es sich sehr leicht gemacht, indem sie sagen, die Manager sind Schuld an der Eskalation und hätten den Athleten den Rücken nicht frei gehalten. Das kann ich so nicht akzeptieren. Unsere Aufgabe sind die sportlichen Leistungen, die werden von uns gebracht", meinte Pechstein.

"Die falschen Leute am Werk"

Und ergänzte: "Der Verband fordert immer, wir sollen uns professionell bewegen, aber der Verband bewegt sich in keiner Weise professionell. Trotz der guten Leistungen von uns ist der Verband nicht in der Lage, schon im Juni, Juli oder August einen Verbandssponsor zu präsentieren. Meistens ist das immer erst kurz vor der Angst geschehen. Und da habe ich das Gefühl, dass die falschen Leute am Werk sind."

Die DESG klage immer, dass sie keine Sponsoren habe, "aber vielleicht liegt der Fehler im personellen Bereich. Anni macht es vor mit ihrem Manager, ich mach' es vor mit meinem Manager, wie es funktionieren kann", erklärte die Berlinerin.

Ihr Vorschlag in Richtung Verband: "Da sollten sich die mal eine Scheibe abschneiden und vielleicht auch mal die Manager der Sportler konsultieren, wie man am besten etwas anstellt. Eine enge Zusammenarbeit Manager - Verband wäre sicher nicht von Nachteil."

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Friesinger hat freie Wahl bei Gegnerinnen


München - Anni Friesinger darf sich beim Weltcup in Erfurt ihre Gegnerin über die 3000-Meter-Strecke selbst aussuchen.

Sie kommt damit als Erste in den Genuss des vom Weltverband ISU kreierten Setz-Verfahrens, wonach der jeweils Führende im Weltcup den Gegner aus den Top 6 und die Bahn selbst wählen kann.

Besonders interessant wird es, ob Friesinger eine nationale Gegnerin für ihren Auftritt in Erfurt wählt, denn zur Auswahl stehen auch Claudia Pechstein und Gunda Niemann-Stirnemann.

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"Die Konkurrenz lacht nur noch darüber"


München - Weltmeisterin Anni Friesinger hat gelassen auf die Anwürfe von Rivalin Claudia Pechstein reagiert, sie hätte sich bei ihr für das Auslösen des "Zickenduells" entschuldigen sollen.

"Ich sage gar nichts mehr dazu. Das ist eine zwei Jahre alte Geschichte. Diese Geschichte hat mich lange genug belastet", erklärte die 26-jährige Inzellerin am Rande des Trainings für den Weltcup am Wochenende in Erfurt und fügte hinzu: "Die Konkurrenz lacht nur noch darüber."

Pechstein lässt Rivalität aufblitzen

Tags zuvor hatte Pechstein erklärt, sie habe sich gewundert, dass Anni Friesinger bei einer TV-Sendung zugegeben habe, bei den Europameisterschaften in Erfurt den ersten Stein geworfen zu haben.

"Diese Einsicht kommt sehr spät, aber sie kommt. Ich denke mal, dass das ganze Zickenduell gar nicht so ins Rollen gekommen wäre, wenn Anni sich damals bei mir relativ schnell persönlich entschuldigt hätte. Aber das ist bis heute nicht geschehen", sagte Claudia Pechstein und hatte damit alte Rivalitäten wieder aufblitzen lassen.

"Die Sache ist für uns abgehakt"

Friesinger-Manager Klaus Kärcher versuchte gleichfalls, neuen Zündstoff zu vermeiden. "Nach dem ganzen Theater mit dem Verband ist das Wichtigste jetzt der Sport, dafür braucht Anni ihre volle Konzentration. Es wäre doch blödsinnig von ihr, wenn sie jetzt auf Claudia reagieren würde. Die Sache ist für uns abgehakt", meinte er.

Zugleich verwies Kärcher darauf, dass Anni Friesinger bei ihrer Kritik über die mangelhafte Beteiligung deutscher Athletinnen an der Team-Verfolgung beim Weltcup in Hamar nicht Claudia Pechstein persönlich angegriffen habe.

Team-Verfolgung bleibt Thema

"Das dürfen durchaus auch Damen wie Gunda Niemann-Stirnemann und andere auf sich beziehen", sagte der Manager. In Norwegen hatte Anni Friesinger gesagt, einige Damen sollten mal über ihren Schatten springen und an diesem neuen Wettbewerb teilnehmen.

Claudia Pechstein hatte indes ihr Fehlen mit gesundheitlichen Problemen vor dem Saisonstart begründet und erklärt: "Anni würde auch nicht starten, wenn sie vorher krank gewesen wäre."

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Niemann: Erster Weltcup in "ihrer" Halle


Erfurt - Am Sonntag bestreitet Rekord-Weltmeisterin Gunda Niemann-Stirnemann das erste Weltcup-Rennen in der nach ihr benannten Halle von Erfurt.

Über 3.000 Meter muss sie sich der starken einheimischen Konkurrenz von Hamar-Siegerin Anni Friesinger (Inzell) und Olympiasiegerin Claudia Pechstein (Berlin) erwehren.

"Der 100.Weltcupsieg ist momentan kein Thema"

Nach ihrem gelungenen Comeback beim Weltcup in Hamar mit Rang vier geht es für die 37-jährige Mutter der eineinhalbjährigen Tochter Victoria in ihrer Heimatstadt jedoch noch nicht um Siege.

"Der 100. Weltcupsieg ist momentan kein Thema", erklärte die 19- malige Weltmeisterin, die es bislang auf 98 Siege in der Rennserie brachte, zuletzt aber fast 1.000 Tage vom Wettkampfgeschehen pausierte.

Medaillen in Reichweite?

Derzeit seien ihre Leistungen auf den langen Strecken noch zu instabil. "Die Auftaktresultate der Saison haben mir aber die Hoffnung gegeben, dass ich bei den Einzelstrecken-Weltmeisterschaften in Seoul um die Medaillen kämpfen kann", bestätigte die Thüringerin.

Völker verzichtet auf Start

Das zweite Erfurter Aushängeschild Sabine Völker verzichtet trotz sportlicher Qualifikation für die 1.500 Meter auf einen Start an ihrer Heimstätte und wird dafür am Samstag als Co-Moderatorin an der Seite von Michael Steinbrecher für einen TV-Sender arbeiten.

"Ich habe schon ein wenig Lampenfieber", gestand die dreifache Medaillengewinnerin von Salt Lake City. Sie wird sich in der ersten Weltcup-Phase voll auf Starts bei den Sprinterinnen im Dezember konzentrieren.

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Niemann gibt Debüt in nach ihr benannter Halle


München - Weltmeisterin Gunda Niemann-Stirnemann wird am Sonntag ihr erstes Weltcup-Rennen in der nach ihr benannten Eishalle von Erfurt bestreiten.

Die Erfurterin wird jedoch nach ihrer Baby-Pause nicht als Favoritin in die Wettbewerbe starten. Lokal-Rivalin Sabine Völker verzichtet auf einen Start und moderiert stattdessen den Weltcup für das "ZDF".

Nicht starten wird möglicherweise auch Lasse Saetre. Der Norweger wurde nach einem schweren Sturz am Freitagabend in ein Krankenhaus gebracht.

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Eisschnellauf: Breuer muss passen


Christian Breuer wird nicht beim Eisschnelllauf- Weltcup in Erfurt starten. Der mehrmalige deutsche Meister zog seine Meldung für die 1500 m am Freitag zurück, da er noch unter den Folgen einer Halsentzündung leidet, die er sich am vorigen Wochenende beim Weltcup-Auftakt in Hamar zugezogen hatte. Am kommenden Wochenende will Breuer im niederländischen Heerenveen wieder dabei sein.

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Friesinger wieder "nur" Zweite


Erfurt - Anni Friesinger wartet weiter auf ihren 20. Weltcup-Erfolg.

Wie schon vor Wochenfrist in Hamar musste sich die Olympiasiegerin am Samstag in Erfurt auf ihrer Paradestrecke über 1500 Meter in 1:58,65 Minuten der starken US-Amerikanerin Jennifer Rodriguez beugen.

Bahnrekord nur knapp verfehlt

"Die letzte Runde war extrem hart. Jetzt muss ich morgen versuchen, auf den 3000 Meter viel lockerer zu bleiben", meinte die 26-jährige Inzellerin, nachdem sie bei den ersten Zwischenzeiten unter der Vorgabe ihrer Konkurrentin geblieben war.

Im Ziel hatte die Olympia-Dritte aus den USA, die nach zwei Rennen nun souverän die Weltcup-Gesamtwertung anführt, in glänzenden 1:57,86 den Bahnrekord von Anni Friesinger nur um 0,13 Sekunden verfehlt.

Friesinger gehandicapt

Leicht gehandicapt durch eine Wadenverhärtung hatte Friesinger das Rennen in Angriff genommen. "Sie quält sich damit schon seit einigen Tagen herum und musste mit zwölf Spritzen behandelt werden", erklärte ihr Manager Klaus Kärcher.

Erst am Morgen hatte die Inzellerin daher ihren Verzicht auf eine Teilnahme am Kleinen Mehrkampf bekannt gegeben, der als Rahmenwettbewerb über die Distanzen von 500, 1000, 1500 und 3000 Meter ausgetragen wird.

Pechstein Sechste

"Ich dachte auf der letzten Runde, dass mich auch noch Renate Groenewold überholt", tat Anni Friesinger nach dem Rennen ihre Befürchtungen kund. Der Niederländerin blieb am Ende aber der dritte Rang, während sich Claudia Pechstein auf der Mittelstrecke wie in Hamar (5.) nicht ganz vorn einreihen konnte und in 2:00,27 Minuten auf Rang sechs landete.

Für die Allround-WM-Dritte Daniela Anschütz endete das Saison-Debüt nach einer Erkrankung zu Beginn des Wettkampfjahres mit Platz 12 (2:01,50).

Rodriguez gewinnt auch 500 Meter

Vor Friesinger hatten auch Claudia Pechstein und Gunda Niemann-Stirnemann eine Beteiligung am Kleinen Vierkampf abgelehnt. Dieser Wettbewerb wird erst zum zweiten Mal im Rahmen einer Weltcup-Veranstaltung ausgetragen und hat keinen Einfluss auf die Weltcup-Ranglisten.

In Abwesenheit der deutschen Asse landete Jennifer Rodriguez in 39,17 Sekunden einen klaren Erfolg über 500 Meter. Damit führt sie nach zwei Strecken auch deutlich das Mehrkampf-Klassement an, für das der Weltverband ISU eine Siegprämie von 1500 Dollar ausgelobt hat.

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Friesinger feiert 20. Weltcupsieg


Erfurt - Glücklich fiel Anni Friesinger ihrem Trainer in die Arme: Unbeeindruckt von jüngsten Sticheleien der Rivalin Claudia Pechstein hat die Inzellerin am Sonntag ihre derzeitige Überlegenheit auf der 3000-Meter-Distanz unterstrichen und ihren 20. Weltcupsieg eingefahren.

In 4:06,33 Minuten besiegte sie im direkten Duell die Olympiasiegerin aus Berlin bereits zum zweiten Mal in dieser Saison auf der Langstrecke und verteidigte damit ihr Terrain, das sie spätestens seit ihrem Sieg bei der WM in der Hauptstadt abgesteckt hatte.

"Das war ein schweres Stück Arbeit. Die letzten Meter wollten nicht enden", meinte die Siegerin, nachdem ihr die Niederländerin Renate Groenewold noch bis auf 0,1 Sekunden nahe gekommen war.

Rodriguez über 1500 Meter dominant

Tags zuvor war es der Inzellerin erneut nicht gelungen, die Amerikanerin Jennifer Rodriguez auf ihrer Paradestrecke über 1500 Meter, auf der sie vor zwei Jahren Olympiasiegerin war, zu bezwingen.

"Ich wäre aber trotzdem froh, wenn es die gesamte Saison so weiter laufen würde. Jedes Mal auf dem Stockerl, das wäre doch prima", versuchte die 26-Jährige, die zweite Niederlage nach dem Rennen von Hamar nicht ganz so tragisch zu nehmen.

Sie verwies auf die lange Saison, die erste Mitte März mit den Einzelstrecken-Weltmeisterschaften in Seoul ihren Höhepunkt findet: "Jen hat zur Zeit einen Superlauf. Aber diese Ausnahmestellung muss ja nicht die gesamte Saison anhalten. Ich werde jedenfalls alles tun, sie da wieder abzulösen."

Friesinger führt 3000-Meter-Rangliste an

Rodriguez, die auch den Kleinen Vierkampf mit drei Streckensiegen für sich entschied, baute ihre Weltcup-Führung vor Friesinger, die die mit 14.000 Dollar dotierte Trophäe schon zwei Mal gewonnen hat, auf 40 Punkte aus.

Ähnlich klar dominiert die Inzellerin nun die 3000-Meter-Rangliste und rückte mit dem 20. Erfolg ihrer Karriere auf Platz sechs der Weltcup-Rangliste vor, die unangefochten von Gunda Niemann-Stirnemann mit 98 Siegen angeführt wird.

Pechstein Dritte

Claudia Pechstein, die schon über 1500 Meter nicht ganz vorn mithalten konnte und in 2:00,27 Minuten Sechste wurde, schaffte zumindest ihr Minimal-Ziel und hielt als Dritte über 3000 Meter in 4:08,10 Minuten die Rekordweltmeisterin Gunda Niemann-Stirnemann auf Distanz.

Nach dem Wettkampf sagte sie: "Ich bin voll im Plan. Allerdings fehlt mir im Moment auf den Unterdistanzen noch ein bisschen die Spritzigkeit, weil ich vor Saisonbeginn wegen einer Erkältung pausieren musste."

Die 37-jährige Niemann-Stirnemann wurde bei ihrem ersten Weltcup-Rennen in der nach ihr benannten Halle von 2000 Fans begeistert gefeiert und zum 4. Platz in 4:09,26 Minuten getrieben. "Ich genieße diese Atmosphäre. Es war schon seit der Einweihung der Halle mein Wunsch, hier noch mal ein großes Rennen zu bestreiten", sagte die Erfurterin.

Auch Herren dürfen jubeln

Auch die deutschen Herren durften in Erfurt jubeln, denn der fünfte Platz von "Oldie" Frank Dittrich in 13:34,74 über 10.000 Meter war das bisher mit Abstand beste Saison-Ergebnis.

An die Topzeiten der "fliegenden Holländer", die gleich dreifach ihre Traditionsstrecke dominierten, konnte er nicht heranreichen. Bob de Jong pulverisierte bei seinem fünften Weltcup-Erfolg in 13:17,63 Minuten den Bahnrekord gleich um 16 Sekunden. Auch über 1500 Meter war gegen die Oranje-Streitmacht um Sieger Mark Tuitert (1:47,24/Bahnrekord) kein Kraut gewachsen.

Anni Friesingers Bruder Jan verbuchte als 14. in 1:49,99 wiederum das beste deutsche Ergebnis. Ein Lichtblick war die Team- Verfolgung, in der die deutschen Mittelstreckler Platz drei hinter den USA und den Niederlanden belegten.

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Bahnrekord für de Jong


München - Die niederländischen Eiskunstläufer haben am Samstag den Weltcup in Halle dominiert.

Weltmeister Bob de Jong stellte über 10.000 Meter in 13:17,63 Minuten einen neuen Bahnrekord auf und verwies seine Landsmänner, den Olympiasieger Jochem Uytdehaage (13:20,67) und Carl Verheijen (13:22,78), auf die Ränge zwei und drei.

Routinier Frank Dittrich wurde in 13:34,74 Fünfter. Der 5000-m-Olympiadritte Jens Boden belegte in 13:42,53 Platz 9, Rene Taubenrauch (13:49,99) wurde 13..

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Niederländer dominieren in Erfurt


München - Die niederländischen Männer haben beim Eisschnelllauf-Weltcup in Erfurt alles im Griff.

Mit Mark Tuitert durfte sich am Sonntag bereits der vierte Niederländer über einen Sieg freuen. Im Rennen über 1500 Meter verbesserte Tuitert in 1:47,24 Minuten den Bahnrekord von Olympiasieger Derek Parra (USA) um 0,24 Sekunden.

Auf die Plätze kamen Tuiterts Landsleute Erben Wennemars (1:47,71) und Ids Postma (1:47,84). Jan Friesinger belegte in 1:49,99 Minuten Rang 14, Jörg Dallmann wurde 17.

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Rodriguez' Erfolg von schwerem Sturz überschattet


München - Jennifer Rodriguez bleibt beim Weltcup der Eisschnellläufer in Erfurt top. Die US-Amerikanerin holte sich mit dem Sieg über 1000 Meter bereits den dritten Erfolg.

Die deutschen Stars Anni Friesinger, Claudia Pechstein und Gunda Niemann-Stirnemann hatten den Mehrkampf ausgelassen und treten am Nachmittag über die 3000 Meter an.

Überschattet wurde der Weltcup durch den schweren Sturz der Österreicherin Emese Dörfler-Antal. Erste Diagnose: Bruch von Knöchel, Waden- und Schienbein.

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Eisschnelllauf-Aufstand in Holland


Nach dem Zoff um die Vermarktungsrechte zwischen deutschen Kufen-Stars und der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) proben nun auch die niederländischen Eis-Profis den Aufstand gegen den Verband KNSB und dessen Hauptsponsoren.

Um den lange währenden Konflikt endlich zu lösen, hat die "Vereinigung professioneller Eisschnellläufer" für das kommende Wochenende in Heerenveen eine Protestaktion angekündigt. "Der KNSB war in den zurückliegenden sieben Jahren kein guter Verhandlungspartner. Das akzeptieren wir nicht länger", hieß es in einer in Erfurt verbreiteten Erklärung.

Im Kern geht es darum, dass der niederländische Verband trotz anders lautender Zusagen einen neuen Vier-Jahres-Kontrakt mit seinen beiden Hauptsponsoren unterzeichnete, der diesen vier der sechs Werbeflächen auf den Rennanzügen zusichert. Für Sponsoren der Privatteams stehen hingegen nur zwei Werbeflächen zur Verfügung.

"Es gibt eine totale Schieflage, der Stellenwert der Verbandssponsoren wird immer größer und unsere privaten Geldgeber bekommen kaum Möglichkeiten, mit unseren Top-Leistungen zu werben", beklagte Mark Tuitert, der Weltcup-Zweite von Hamar über 1500 m gegenüber der Nachrichtenagentur ANP.

Indes fordert der KNSB von sieben Läufern Schadensersatz wegen Vertragsbruchs. Danach sollen die ehemaligen Junioren - unter ihnen Beorn Nijenhuis und Tom Prinsen, die schon bei den Senioren mit spektakulären Zeiten aufwarteten - insgesamt 140 000 Euro an den Verband bezahlen. Sie hatten die Nationalmannschaft im vergangenen Jahr verlassen und sich kommerziellen Teams angeschlossen. In Verträgen ist festgelegt, dass Junioren, die eine kostenlose Ausbildung erhielten, eine gewisse Zeit als Senioren bei den Verbandsteams bleiben müssen. Nach Angaben des Verbandes kostet ein Ausbildungsjahr etwa 10 000 Euro.

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