Information zum WM-Gastgeber:
rüberkopiert
Russland will Heimfluch besiegen
Bykow, Nummelin und Gustafsson an der Eishockey-WM im Brennpunkt
An der am Freitag in Moskau und Mytischtschi beginnenden Eishockey-WM stehen frühere NLA-Stars im Mittelpunkt: Wjatscheslaw Bykow als Chefcoach der Russen, Petteri Nummelin mit dreizehn WM-Teilnahmen und Bengt-Ake Gustafsson, der Coach der Schweden. Auf Slawa Bykow ruhen die Hoffnungen einer eishockey-verrückten Nation.
Slawa Bykow steht bereits vor WM-Beginn unter grossem Druck.
(si) Im August des vergangenen Jahres nahm der bald 47-jährige Slawa Bykow, der von 1990 bis 1998 als Superstar des HC Fribourg-Gottéron in 332 Spielen auf 242 Tore und 651 Scorerpunkte gekommen war, die Herausforderung Nationaltrainer an. Bykow ist der fünfzehnte russische Headcoach seit 1992. Zuvor stand 15 Jahre lang Viktor Tichonow dem «CCCP-Team» vor.
Russische Klubs als Vorbild für Nationalteam
Die vielen Trainerwechsel belegen, dass für die russische Auswahl in den vergangenen Jahren vieles schief gelaufen ist. Das letzte WM-Gold wurde vor vierzehn Jahren bejubelt. Die grösste Schmach erlitt das Team an der letzten Heim-WM vor sieben Jahren in St. Petersburg, als nach vier Niederlagen innerhalb von fünf Tagen gegen die USA, die Schweiz, Lettland und Weissrussland nur Platz 11 resultierte.
Wie es laufen sollte, machten russische Vereine der Nationalmannschaft vor: Sie dominierten in den letzten Jahren das Klub-Eishockey in Europa. Der European Champions Cup (seit 2005) ging bisher ohne Ausnahme an den russischen Meister. Da die nordamerikanischen Teams in Moskau und Mytischtschi nicht mit überragenden Teams antreten werden, rechnen sich die russischen Fans grosse Chancen auf den Titelgewinn aus. Dazu müsste das Team von Slawa Bykow aber den «Heimfluch» besiegen. Seit 1986 und der letzten WM in Moskau gewann kein Heimteam mehr Gold.
Slawa Bykow bereits unter Druck
Bykow und die Russen gerieten schon vor dem Eröffnungsspiel vom Freitagabend gegen Dänemark unter Druck. Vor einer Woche bezogen sie nach den beiden 4:1-Siegen in der Schweiz zwei Niederlagen in Schweden, und am Dienstag beunruhigte die Hauptprobe in Moskau die Gemüter weiter. Bis zur 55. Minute führte Österreich 3:2; erst 50 Sekunden vor Schluss gelang Alexander Frolow noch das 4:3. Bykows Marschroute vor der WM unterscheidet sich nicht von jener, die auch einige seiner zahlreichen Vorgänger gewählt hatten. Er sucht den Erfolg überwiegend mit Spielern aus der (sehr starken) eigenen Liga.
Den NHL-Stürmer Alexander Semin warf Bykow aus dem Kader, weil er aus Nordamerika via Sibirien (wo er die Eltern besuchte) angereist war und sich um fünf Stunden verspätet hatte. Drei NHL-Akteure sind nach Semins Ausscheiden in der Auswahl verblieben, unter ihnen das «Wunderkind» Alexander Owetschkin. An den letzten vier Weltmeisterschaften in Moskau (1957/73/79/86), die jeweils in der Luschniki-Arena ausgetragen wurden, verlor die damalige «Sowjetunion» kein einziges von 35 Spielen. Wenn Bykow und die Russen diese Serie in der brandneuen Chodynka-Arena fortsetzen können, würde dies an ein Wunder grenzen. Die stärksten Gegner Russlands sind Schweden, Tschechien, Kanada, die USA und schon in der Vorrunde die Finnen.
Nummelins dreizehnte WM
Bei den «Suomi» steigt Petteri Nummelin (ex Davos und Lugano) in seine dreizehnte WM. Der 34-Jährige beendete nach dem Abgang vom HC Lugano vor einem Jahr seine zweite NHL-Saison (nach 2000/01 mit Columbus) bei Minnesota Wild mit 3 Toren und 17 Assists in 51 Partien. Nach dem Ausscheiden im Play-off gegen die Anaheim Ducks war Nummelin für die WM verfügbar. Nur der Tscheche Jiri Holik und der Schwede Sven Tumba-Johansson absolvierten noch eine WM mehr. Nummelins grösster Triumph resultierte schon bei der ersten WM-Teilnahme 1995 mit dem Gewinn seiner einzigen Goldmedaille. 1998, 1999 und 2001 gehörte er jenen Teams an, die den Final verloren.
Im finnischen Team figurieren zahlreiche Träger auch in der Schweiz bekannter Namen wie Toni Söderholm (SC Bern), Jukka Hentunen (Lugano) und Ville Peltonen (Florida, bis letzte Saison HC Lugano). Auch Peltonen war wie Nummelin schon 1995 beim finnischen WM-Triumph in Schweden mit von der Partie.
Das gejagte Team an der WM in Russland ist Schweden. Die Schweden schafften vergangene Saison mit dem Double Olympia/WM eine historische Premiere. Nationalcoach Bengt-Ake Gustafsson verlängerte daraufhin den Vertrag mit dem schwedischen Verband bis 2010. Der ehemalige Langnauer Trainer und Krueger-Assistent in der Schweizer Auswahl musste das «Tre-Kronor-Team» nach diversen Rücktritten zwangsläufig verjüngen, möchte aber weitere Erfolge feiern. Gustafsson: «Schweden muss an jeder WM mit der Goldmedaille vor Augen antreten. Ich rechne damit, dass die Gegner gegen uns noch stärker motiviert sein werden. Aber wir werden mit diesem Druck umgehen können.»
Heikle Ausgangslage für Kruegers Spieler
Das Schweizer Team wird in Moskau auf Bykow, Nummelin und Gustafsson treffen - auf Schweden schon in der Vorrunde, auf die Russen und Finnen in der Zwischenrunde (wenn die Abstiegsrunde vermieden werden kann). Schweden, Russland und Finnland dürften aus der «Moskau-Gruppe» die Viertelfinals erreichen, womit für den grossen Rest (mit der Schweiz) ein freier Platz verbleibt.
Die Aufgabe für das ersatzgeschwächte Schweizer Team (ohne Martin Plüss, Patrick Fischer, Thomas Ziegler, Kevin Romy und die «Davoser») ist nicht einfach: Gegen den Startgegner Lettland, der in der Weltrangliste unmittelbar hinter der Schweiz Platz 9 belegt, ging im Herbst ein Testspiel verloren (4:5 nach Verlängerung). Und gegen Italien und die Ukraine zitterte sich die Schweiz an der letzten WM in Riga zu Siegen. Italien wurde nach einem 0:1-Rückstand im letzten Abschnitt noch 3:1 besiegt, gegen die Ukraine resultierte ein knappes 2:1.
Ich hoffe die Info's sind von Nutzen......... [[yo]]