Matthäus spielt für Lok - wer noch?
Lothar Matthäus wird mehr und mehr zum Rächer der Enterbten, Beschützer von Witwen und Waisen. Der Soli-Beitrag für den Ost-Fußball müsse her, Lok in die Oberliga gebeamt werden, forderte der Sport-Bildler, legte jetzt heiße Briketts nach. Unter der Headline "Versprochen! Ich packe im Osten richtig mit an" kündigte der Rekord-Nationalspieler einen 45-minütigen Einsatz beim Elftligisten an, bot Beistand beim Erarbeiten eines "vernünftigen Konzepts". Weil der Coach der ungarischen Nationalmannschaft demnächst mit seinen Untergebenen in Thailand weilt und es sich Anfang 2005 wettertechnisch nicht fügt, steigt das Matthäus-Gastspiel wenn es keimt und sprießt. "Im Frühjahr im Bruno-Plache-Stadion", so Lok-Boss Steffen Kubald, der noch keinen Kontakt zum prominenten Samariter hatte, erst im neuen Jahr den Rahmen rund ums Highlight in Angriff nimmt. Wir haben uns erlaubt, einige potenzielle Mitspieler auszugucken. "Ein bisschen Spaß muss sein!!", gell, Herr Blanco. Bis Loddar in Probstheida aufschlägt, könnte die vermeintlich ad acta gelegte Fusions-Geschichte mit dem Hausdorfer SV wieder aktuell sein! Die Mitglieder des Landesligisten hatten bekanntlich ihr Veto gegen eine Verschmelzung eingelegt, besorgt, die flöten gehende HSV-Identität ins Feld geführt. Jetzt könnte "mangels Masse" nicht nur die Identität abhanden kommen. Nach unseren Informationen hat sich der wichtigste Geldgeber des Vereins am Dienstag zurückgezogen, steht der ohnehin klamme Fünftligist vor dem Aus. Dazu passen würde der Umstand, dass Cheftrainer Jochen Kunath zum Präsidium bestellt wurde. HSV-Vize Matthias Schmiedel am Mittwoch Abend: "Noch ist nichts offiziell, in und um Hausdorf wird immer viel erzählt. Der Ausstieg des Sponsors ist uns bekannt - allerdings sollte das erst zum Saisonende passieren." Ein sofortiger Ausstieg würde die Fusionsvariante mit Lok wieder salonfähig machen, den Leidensdruck auf die Mitglieder erhöhen. "Wir schauen uns das alles in Ruhe an", so Lok-Coach Rainer Lisiewicz, der eingedenk des gnadenlosen Konkurrenzkampfes im eigenen Kader selbst einem Lothar Matthäus keine Stammplatzgarantie geben kann. "Ganz klar: Ich muss den Mann vorher beobachten."