.
.
hey, daniel !
schau mal, was es in deinem so geringschätzig betrachteten unserem Wien so alles gibt !
**********************************************************
O'zapft is – auch in Wien!
Wer es nicht nach München schafft, kann auch in Wien süffige "Wiesn"-Luft schnuppern. Denn hier zapfen einige Wirte die Original-Wiesnfässer an. Einer von ihnen behauptet sogar: "Das Oktoberfest ist das heimliche Fest der Österreicher."
Im Bierbeisl Hopfenstange wird das Oktoberfest einen ganzen Monat lang gefeiert. Länger als in München feiern
Schon vor dem Münchner Anstich ging das Oktoberfest im "Bierometer" im elften Bezirk in die erste Runde. Inmitten von bayerischer Dekoration werden hier zum Paulaner Oktoberfestbier Weißwürschtel verzehrt.
Bayerische Schmankerln aller Art serviert auch die Chefin vom "Bierbeisl Hopfenstange" im siebten Bezirk. Anders als in München dauert das Oktoberfest hier (wie auch im Bierometer) nicht nur zwei karge Wochen, sondern einen ganzen Monat. "Mir gefällt die bayerische Art", schwärmt Christine Fabschütz, "sie passt zu den Österreichern."
Tracht und Wiesn-Hits
Der Andrang ist groß – doch nicht alle tanzen in Tracht an. In der Hopfenstange weiß man Abhilfe und stellt eine freche Fotowand auf, auf der ein gesund geformtes Paar in Dirndl und Lederhosen abgebildet ist. Dahinter stellen – hindurch sehen – und ein Foto dokumentiert die ganze Pracht der Tracht.
Lieber als Schunkelmusik hören die Gäste "Radio Wien". Bayern sorgen für Stimmung
Auch die typische Oktoberfestmusik darf nicht fehlen. "Richtige Stimmung kommt allerdings nur auf, wenn ein paar Bayern vom Hotel gegenüber vorbeischauen. Der Wiener ist halt eher der gemütliche Typ", räumt die Bierwirtin ein. "Nach ein bisschen Oktoberfestgedudel fragt er meistens, ob wir jetzt nicht doch wieder ,Radio Wien’ einschalten wollen."
Die Maß kostet in München 7,10 - in Wien 5,80 Euro. Heimliches Fest der Österreicher
Laut Wolfgang Schulz, Urschulz-Wirt im 19. Bezirk, ist es gar nicht nötig, das Oktoberfest nach Wien zu holen: "Wir sind dort schon genug vertreten." Etwa komme fast ein Drittel der Wiesnbedienungen aus Österreich. Und nicht genug damit, dass auch noch das Rezept für das Wiesn-Gebräu aus Österreich stammt: "300.000 der Maßkrüge werden von der steirischen Firma ,Stölzle Oberglas' gemacht."
Viele der Krüge finden den Weg in die Heimat zurück. Auch Schulz sammelt seit 1978 die Jahr für Jahr neuartigen Wiesn-Designerkrüge: "Sie geben der Schank erst den würdigen Glanz, denn jeder hat eine eigene, unverwechselbare Geschichte", sinniert er nachdenklich. Er selbst schenkt ein bronzefarbenes Wiesn-Märzen für 5,80 pro Maß aus. Außerdem gibt es bei ihm das "Papst-Bier", ein süffiges helles Festbier aus der Heimatgegend von Benedikt XVI.
Für alle, die trotzdem nach München fahren
Den Anstich erledigt am 17. September um punkt 12.00 Uhr der Oberbürgermeister im Schottenhamel, das gleichzeitig als das "jugendlichste" der Zelte gilt. Etwas gemächlicher geht es etwa im Augustiner zu, Touristen treffen sich im Hofbräu (nicht zu empfehlen). Wegen des deutschen Feiertags am 3. Oktober dauert das Fest heuer einen Tag länger als sonst. Die Maß kostet zwischen 6,65 und 7,10 Euro.
Kein Festumzug ohne Österreich. Steirer Hans holte Zaumzeug aus Wien
Auch der große Wiesn-Umzug, der die zwei Festwochen einläutet, sähe ohne Österreich anders aus: "Der Steirer Hans, ein echtes Kraftpaket, ließ sich damals nicht von der Polizei bremsen und zog 1879 als erster Wiesn-Gastronom in einer herausgeputzten Pferdekutsche zur Theresienwiese - samt Musik, Personal und einem vierspännigen Bierwagen", weiß Schulz.
Die Noriker-Pferde wurden noch lange eigens dafür aus Österreich geholt, und die prächtigen, festlichen Brauereigespanne kamen - man ahnt es bereits – aus Wien.
"Ohne uns läuft da nix"
"Also bitte auf der Wiesn keine Österreicher-Witze, denn ohne uns läuft da nix", empfiehlt der regierende Nockerlkönig – wie Schulz sich selber nennt – seinen bayerischen Freunden. Und tatsächlich: Wenn knapp sechs Millionen Besucher Udo Jürgens-Medleys und DJ Ötzi-"Hey Babies" grölen, sich zu "Herz wie a Bergwerk" oder "Fürstenfeld" in den Armen liegen oder mit Wolfgang Ambros "skifoahrn", dann gibt man Schulz gerne und bierselig recht.
************************************************************
also, nächstens ein bissl freundlicher zu unserem SCR bitteschön, wir sind ja schliesslich auch Bayernfans !