Er ist wohl noch ohne neuen Vertrag, dass soll sich in Bälde ändern. Hier mal ne Kurze Geschichte zu H.L.: Ein bemerkenswerter Spieler!
...Bis kurz vor der EM war das im Tre-Kronor-Land das große Thema: Würde sich Henrik Larsson zu einem abermaligen Comeback bewegen lassen? Er sagte erst "Nein", dann "Vielleicht", gefolgt von "Ich kann mich nicht mehr motivieren" bis zum "Ja, ich bin dabei".
Henrik Larsson ist Schwedens außergewöhnlichster Spieler. Die Uefa ehrte ihn kürzlich als den Besten, den das skandinavische Land in den 50 Jahren seit Gründung des Europa-Verbandes hervorgebracht hatte. Ein Stürmer, der alles kann: abstauben, vorbereiten. Er ist schnell und trotz seiner Schmächtigkeit und der geringen Größe (1,75 m) ein Kopfballphantom. Und wie vor vier Jahren ist er auf wundersame Weise doch noch zur EM gekommen.
Im Oktober 1999 hatte Henrik Larsson sich das Bein gebrochen, im Uefa-Cup-Spiel mit seinem Klub, Celtic Glasgow, bei Olympique Lyon. Es gibt ein düsteres Foto von diesem Abendspiel, es ist etwa grobkörnig, aber es zeigt sehr deutlich diesen grausamen Bruch ein paar Zentimeter über dem Knöchel. Das Bein hängt in einem seltsamen Winkel, ein doppelter Bruch. "Ich bin im Rasen hängen geblieben", blickt Larsson zurück. In den letzten Saisonspielen noch gab er sein Comeback, und es reichte für die EM 2000. Die Saison darauf war Larssons glanzvollste: 35 Ligatore in Schottland, dazu 15 in Pokal und Uefa-Cup. 50 - eine Traummarke. "Da staune ich immer wieder, wenn ich diese Zahl in der Statistik sehe", sagt er.
Über Feyenoord Rotterdam kam er vor sieben Jahren für im nachhinein lächerlich anmutende 800 000 Euro zu Celtic Glasgow. Er widerstand allen Lockungen der Großklubs, "weil es meiner Familie in Glasgow gefiel". Seine ausgestreckte Zunge wurde zum Torjubel-Kult, und die Fans konnten Larsson-Masken kaufen. Das war, als er noch die Reggae-Frisur hatte, die Dreadlocks, manchmal bändigte er sie mit einem Tuch. Im Jahr nach der schweren Verletzung beschloss Larsson eine einschneidende optische Veränderung: "Ich habe das lange vor mir hergeschoben. Bis ich eines Tages an der Kreuzung stand. Links ging es nach Hause, rechts zum Friseur." Er setzte den Blinker rechts. Die Presse spekulierte, dass Larsson mit dem ungewohnten Kurzhaar nicht mehr so treffen würde. Jedoch: "Gleich im ersten Spiel habe ich ein Tor gemacht. Mit dem Kopf."
Er verlässt Celtic, er hat ein Abschiedsspiel bekommen, er will noch etwas Neues machen. Aus dem Nationalteam war Larsson zurückgetreten nach der WM 2002, für ein EM-Qualifikationsspiel hatte er sich schon zum Kurz-Comeback überreden lassen. Nun bewegten ihn: Uefa-Präsident Lennart Johansson mit einem Bittbrief, Ministerpräsident Göran Persson, 125 000 Schweden, die sich in Unterschriften-Listen eintrugen, sowie Larssons siebenjähriger Sohn.