Wie kommen Quoten zustande ?

Pele

Gesetzl.Betreuer von flsch und _Wettpate
März 29, 2003
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Havanna
So errechnet der Buchmacher seine Quoten:

Zuerst legt er für jedes Ereignis Heimsieg, Remis und Auswärtssieg die Wahscheinlichkeiten p fest
(die Summe der Wahrscheinlichkeiten muss hier immer 1 ergeben):

1 ->0,50 (50%)
0 ->0,30 (30%)
2 ->0,20 (20%)


Dann errechnet er sich die fairen Quoten dazu mit der Formel Q=1/p

1 ->2,00
0 ->3,33
2 ->5,00


Danach legt er seine eigenen Buchmacherquoten fest. Hierbei multipliziert er die fairen Quoten mit einem Faktor der kleiner ist als 1.
Ist der Faktor z.B. 0,8 , ist der Gewinn des BM 1-0,8=0,2 -> also 20%.

Demnach ergebn sich folgende BM-Quoten:

1 ->1,60
0 ->2,65
2 ->4,00


Dementsprechend kann man auch immer prüfen, welche Gewinnspanne, der BM erzielen möchte. Sie werden "Pseudowahrscheinlichkeiten" genannt, da die BM-Quoten, ja keine fairen Quoten mehr sind.
Somit ist der Kehrwert 1/Q nicht der tatsächlichen Wahrscheinlichkeit des BM entsprechend.

Beispiel:

1 ->0,625
0 ->0,377
2 ->0,250


Wir addieren die "Ps-Wahrscheinlichkeiten" und erhalten:
S = 0,625 +0,377 + 0,250 = 1,252

Der %tuale BM-Gewinn errechnet sich dabei wie folgt:

G%BM = (1 - 1/S) x 100

Und erhalten (1 -0,79872) x 100 = 20%

Der Bm hat also vor, mit jeder Einzelwette 20% Gewinn zu erzielen.
 
Hierzu eine Frage: Hat das Wettverhalten der Kunden Einfluß auf die Quote? Beispiel: Ein normaler Bayern-Sieg bringt eine Quote von 1,60. Ohne, daß sich jetzt jemand verletzt oder sich sonst etwas tut, sinkt die Quote auf 1,55 oder 1,50. Doof, ich weiß, aber ändern sich in den Augen der Bookies Wahrscheinlichkeiten, wenn auf ein Ereignis mehr oder weniger gewettet wird?
 
Julian schrieb:
Hierzu eine Frage: Hat das Wettverhalten der Kunden Einfluß auf die Quote? Beispiel: Ein normaler Bayern-Sieg bringt eine Quote von 1,60. Ohne, daß sich jetzt jemand verletzt oder sich sonst etwas tut, sinkt die Quote auf 1,55 oder 1,50. Doof, ich weiß, aber ändern sich in den Augen der Bookies Wahrscheinlichkeiten, wenn auf ein Ereignis mehr oder weniger gewettet wird?

Natürlich.
Ziel eines Buchmachers ist, mit allen möglichen Ausgängen gleich viel Gewinn zu machen. Wenn zuviel Geld auf einem Ausgang liegt als auf den anderen, dann muss er die Quoten ändern um auf jene, die nach der Änderung höher stehen, mehr Einsatz zu bekommen.
 
Flo schrieb:
Julian schrieb:
Hierzu eine Frage: Hat das Wettverhalten der Kunden Einfluß auf die Quote? Beispiel: Ein normaler Bayern-Sieg bringt eine Quote von 1,60. Ohne, daß sich jetzt jemand verletzt oder sich sonst etwas tut, sinkt die Quote auf 1,55 oder 1,50. Doof, ich weiß, aber ändern sich in den Augen der Bookies Wahrscheinlichkeiten, wenn auf ein Ereignis mehr oder weniger gewettet wird?

Natürlich.
Ziel eines Buchmachers ist, mit allen möglichen Ausgängen gleich viel Gewinn zu machen. Wenn zuviel Geld auf einem Ausgang liegt als auf den anderen, dann muss er die Quoten ändern um auf jene, die nach der Änderung höher stehen, mehr Einsatz zu bekommen.

Wenn ich mir die Quoten von Buchmachern anschaue, dann fällt schon auf, dass es manche gibt, die eher auf die Außenseiter hohe Quoten anbieten und andere auf die Favoriten.
Außerdem findet man eher auf der Favoritenseite jene, die nahe am Markt sind (sofern man Wettbörsen so definieren kann).

Ich vermute daher, dass viele Wettbüros nicht ausgleichen und bei jedem Ausgang eines Ereignisses einen Gewinn machen, sondern eher selbst Wetten eingehen.

Hat nicht Admiral beim letzten Geschäftsbericht erklärt, dass das Geschäfts-Ergebnis auf ungünstige Spiel-Ergebnisse zurückzuführen ist, weil besonders viele Favoriten gewonnen haben?

Außerdem habe ich bei manchen Bookies das Gefühl, dass die bewusst hohe Quoten auf bestimmte Ergebnisse anbieten, damit dort gesetzt wird. Aber eben auch nur so hoch, dass man gerade die Bestquote hat.

Teilweise fällt mir nämlich schon auf, dass es Bookies gibt, die anfangs ziemlich neben dem Markt liegen und dann sehr oft recht behalten.
- Und dann gibt's natürlich die, die immer gnadenlos zum Anpassen ihrer Quoten gezwungen werden.

Teilt wer meine Meinung oder lieg ich mit meiner Vermutung komplett daneben?
 
Gerinho schrieb:
Ja natürlich, was sollen die machen, ich mein di e halbe welt spielt nun z.b, heute auf juve die quotierung ist richtig drunter spielt es eh keiner und folglich ist das piel sicher ein verlust aber wer es nicht anbittet verliert an kunden , ähnlich wie bayern meister usw...

Bei solchen Spielen ist es aber wirklich kein Problem, die eigene Position bei betfair abzusichern, um so das Risiko einer nicht ausgeglichenen Position auszuschalten.
 
Dragoslav Stepanovic schrieb:
Gerinho schrieb:
Ja natürlich, was sollen die machen, ich mein di e halbe welt spielt nun z.b, heute auf juve die quotierung ist richtig drunter spielt es eh keiner und folglich ist das piel sicher ein verlust aber wer es nicht anbittet verliert an kunden , ähnlich wie bayern meister usw...

Bei solchen Spielen ist es aber wirklich kein Problem, die eigene Position bei betfair abzusichern, um so das Risiko einer nicht ausgeglichenen Position auszuschalten.

Ich glaube aber nicht, dass sie es regelmäßig absichern. Gerade solches Spiel bringt langfristig die meisten Gewinne für Bookie.
 
chinaboy schrieb:
Dragoslav Stepanovic schrieb:
Gerinho schrieb:
Ja natürlich, was sollen die machen, ich mein di e halbe welt spielt nun z.b, heute auf juve die quotierung ist richtig drunter spielt es eh keiner und folglich ist das piel sicher ein verlust aber wer es nicht anbittet verliert an kunden , ähnlich wie bayern meister usw...

Bei solchen Spielen ist es aber wirklich kein Problem, die eigene Position bei betfair abzusichern, um so das Risiko einer nicht ausgeglichenen Position auszuschalten.

Ich glaube aber nicht, dass sie es regelmäßig absichern. Gerade solches Spiel bringt langfristig die meisten Gewinne für Bookie.

Wenn man alle spieler einer 1,1 Quote vergleicht sicher, aber es gibt mMn ereigniss welches ein Buchmacher anbittet nur um die Kunden zu locken udn sie mit einen verlust in den Fall rechnen.
 
chinaboy schrieb:
Ich glaube aber nicht, dass sie es regelmäßig absichern. Gerade solches Spiel bringt langfristig die meisten Gewinne für Bookie.

Das glaube ich auch. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir Interwetten. Die haben beim Spiel Nordirland gegen England eisern an der 1,25 festgehalten. Obwohl überall sonst die Quote bei max. 1,2 war - selbst bei betfair war's unter 1,2.

Interwetten ist zwar manchmel recht langsam bzw. halten sehr lang an einer Quote fest, aber bei diesem einen Spiel sind sie ganz offensichltich bewusst auf 1,25 geblieben und haben gegen alle anderen gewettet. Da ist sicherlich sehr viel Geld drauf gelegen.
 
matchup schrieb:
chinaboy schrieb:
Ich glaube aber nicht, dass sie es regelmäßig absichern. Gerade solches Spiel bringt langfristig die meisten Gewinne für Bookie.

Das glaube ich auch. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir Interwetten. Die haben beim Spiel Nordirland gegen England eisern an der 1,25 festgehalten. Obwohl überall sonst die Quote bei max. 1,2 war - selbst bei betfair war's unter 1,2.

Interwetten ist zwar manchmel recht langsam bzw. halten sehr lang an einer Quote fest, aber bei diesem einen Spiel sind sie ganz offensichltich bewusst auf 1,25 geblieben und haben gegen alle anderen gewettet. Da ist sicherlich sehr viel Geld drauf gelegen.

Naja, Interwetten is a ganz a schlechtes Beispiel, die können auch auf Urlaub fahren und die Quoten online lassen, bei € 10,- Einsatz riegelt das System eh blind ab... Das tät sogar ich mich privat halten trauen... :mrgreen:

Apropos Buchmacher und absichern: Grade bei BF das X live bei Liverpool @ 2,8 mit € 28.000 im lay - da müssen schon verdammt viele Hobbywetter unterwegs sein... [[rofl]] [[rofl]] [[rofl]]

Shining
 
Re: Wie kommen Quoten zustande ?

Pele schrieb:
So errechnet der Buchmacher seine Quoten:

Zuerst legt er für jedes Ereignis Heimsieg, Remis und Auswärtssieg die Wahscheinlichkeiten p fest
(die Summe der Wahrscheinlichkeiten muss hier immer 1 ergeben):

1 ->0,50 (50%)
0 ->0,30 (30%)
2 ->0,20 (20%)


Dann errechnet er sich die fairen Quoten dazu mit der Formel Q=1/p

1 ->2,00
0 ->3,33
2 ->5,00


Danach legt er seine eigenen Buchmacherquoten fest. Hierbei multipliziert er die fairen Quoten mit einem Faktor der kleiner ist als 1.
Ist der Faktor z.B. 0,8 , ist der Gewinn des BM 1-0,8=0,2 -> also 20%.

Demnach ergebn sich folgende BM-Quoten:

1 ->1,60
0 ->2,65
2 ->4,00


Dementsprechend kann man auch immer prüfen, welche Gewinnspanne, der BM erzielen möchte. Sie werden "Pseudowahrscheinlichkeiten" genannt, da die BM-Quoten, ja keine fairen Quoten mehr sind.
Somit ist der Kehrwert 1/Q nicht der tatsächlichen Wahrscheinlichkeit des BM entsprechend.

Beispiel:

1 ->0,625
0 ->0,377
2 ->0,250


Wir addieren die "Ps-Wahrscheinlichkeiten" und erhalten:
S = 0,625 +0,377 + 0,250 = 1,252

Der %tuale BM-Gewinn errechnet sich dabei wie folgt:

G%BM = (1 - 1/S) x 100

Und erhalten (1 -0,79872) x 100 = 20%

Der Bm hat also vor, mit jeder Einzelwette 20% Gewinn zu erzielen.



hier auch nochmal kurz was ich in einen anderen thread geschrieben hab, was aber eigentlich hierher gehört:

.... Als Annäherung und für Anfänger, die sich erste Gedanken machen ist sie sinnvoll. Ich bezweifle aber stark, daß Wettbüros ihre Marge gleichmäßig so beispielhaft aufteilen. Wenn ein Buchmach 60% für einen Heimsieg einschätzt, dann schreibt er nicht 1,40 für die 1 hin wie im Beispiel (selbst bei 84,67% "Ausschüttung"). Das Risiko bestünde darin, dass er sich verschätzt und dann die 5,0 für die 2 zu hoch wären. Er könnte vielmehr bis irgendwas unter 1,65 für die 1 gehen und dann bei X und 2 mehr wegnehemen. Dann fließt ja bei den meisten Buchmachern auch noch das Kundenverhalten mit ein in die Quoten. Also es ist fraglich, ob das Rückwärtsrechnen uns zur Wahrheit bringt - aber wer kennt diese schon
[[grin]] [[nixweiss]] [[grin]]

Konkret das Beispiel hier:
1,60 schreibt kein Buchmacher hin, wenn er von 50% ausgeht.
Eher 1,80 oder sogar noch mehr oder als Formel:
1,60 + Pi x Daumen [[zwinker]]
 
Re: Wie kommen Quoten zustande ?

retired_lutscher schrieb:
Konkret das Beispiel hier:
1,60 schreibt kein Buchmacher hin, wenn er von 50% ausgeht.
Eher 1,80 oder sogar noch mehr oder als Formel:
1,60 + Pi x Daumen [[zwinker]]

wenn er 20% haben will, muß er aber auf 1.60 stellen......sonst kann ich mir diese Erklärung auch an den Hut stecken.... [[zwinker]]
es ging auch rein um ein Rechenbeispiel