EURO 2008: 9. Gruppenspiel (Gruppe A)
Tschechien vs. Portugal, 11.06.2008, 18.00 Uhr (kick-off)
Competition: Europameisterschaft 2008 (Endrunde)
Austragungsort: Österreich / Schweiz
Eröffnungsspiel: 07. Juni 2008, 18.00 Uhr (Basel)
Endspiel: 29. Juni 2008, 20.45 Uhr (Wien)
Stadion: Stade de Genève (Genf)
Schiedsrichter: Kyros Vassaras (Griechenland)
Team - Tschechien
Tor: Blažek (1. FC Nürnberg), Zítka (RSC Anderlecht), Čech (FC Chelsea)
Abwehr: Grygera (Juventus Turin), Jankulovski (AC Mailand), Kadlec (Sparta Prag), Kováč (Spartak Moskau), Pospěch (FC Kopenhagen), Rozehnal (Lazio Rom), Sivok (Sparta Prag), Ujfaluši (AC Florenz)
Mittelfeld: Galásek (1. FC Nürnberg), Jarolím (Hamburger SV), Matějovský (FC Reading), Plašil (CA Osasuna), Polák (RSC Anderlecht), Pudil (Slavia Prag), Sionko (FC Kopenhagen), Vlček (RSC Anderlecht)
Sturm: Baroš (FC Portsmouth), Fenin (Eintracht Frankfurt), Koller (1. FC Nürnberg), Svěrkoš (FC Baník Ostrava)
Was fällt auf?
Die Tschechen stellen neben den Eidgenossen und Kroatien die meisten Bundesliga-Legionäre aller EM-Teilnehmer! Mit Čech (FC Chelsea), Grygera (Juventus Turin), Jankulovski (AC Mailand), Rozehnal (Lazio Rom), Ujfaluši (AC Florenz) steht zudem die gesamte Defensivabteilung bei europäischen Spitzenklubs unter Vertrag.
Wer hat internationals Niveau:
Mit Čech hat die Brückner-Elf einen oder vielleicht sogar den besten Torhüter des Turniers in ihren Reihen. Seine hervorragenden Reflexe sowie eine exzellente Strafraumbeherrschung (s. 1. Gruppenspiel) zeichnen ihn besonders aus. Auch die gesamte Viererkette mit Grygera, Ujfalusi, Rozehnal und Jankulovski steht bei internationalen Top-Clubs unter Vertrag. Im Mittelfeld kann ich dieses Prädikat jedoch keinem der Spieler verleihen. Ein riesiges Talent ist zwar Plasil, doch ob er allein dem Spiel seinen Stempel aufdrücken kann, ist fraglich. Beim 1. Gruppenspiel gegen die Schweiz wollte ihm jedenfalls nicht sonderlich viel gelingen. In der Offensive hat ausschließlich Baros (EM-Torschützenkönig 2004) die Qualitäten eines Top-Stürmers. Fenin steckt noch in der Entwicklungsphase, Svěrkoš konnte sich nirgends durchsetzen und Koller hat seinen Zenit wahrscheinlich schon überschritten. Zwar ist auch er noch immer für ein Tor oder eine Vorlage gut, doch die Zeiten, wo er beim BVB gleich 2-3 Gegenspieler auf sich gezogen und seine Mitspieler lehrbuchmäßig bedient hat, sind wohl vorbei.
In der Bundesliga konnte er dem "Club" jedenfalls nicht zum Klassenerhalt verhelfen und wurde den Erwartungen der Club-Verantwortlichen somit auch nicht gerecht.
erfahrene Spieler:
Die gesamte Viererkette um Grygera (53 Länderspiele), Jankulovski (64 Länderspiele), Ujfaluši (68 Länderspiele) und Rozehnal (45 Länderspiele) ist recht erfahren. Dazu gesellen sich Galasek (66 Länderspiele), Baros (64 Länderspiele) und Koller (87 Länderspiele). Eine hervorragende Trefferquote haben Baros (31 Tore) und Koller (54 Tore) aufzuweisen.
Der Trainer:
Trainerfuchs Karel Brückner ist nun schon seit sechs Jahren Trainer der tschechischen Nationalmannschaft. Jedoch ist die EURO 2008 sein letzter großer Auftritt auf der Fußball-Bühne. Mit einem guten Resultat will sich Tschechiens Nationaltrainer gebührend verabschieden und seinem Nachfolger ein bestelltes Feld hinterlassen. Er gilt als Taktikfuchs und wurde bei seinem Amtsantritt noch ein wenig kritisch beäugt, ehe er sich in der Folgezeit einen ausgezeichneten Ruf erarbeitete: 2004 schaffte es dir Brückner-Elf bis ins EM-Halbfinale und 2006 qualifizierte sich Tschechien unter seiner Regie - erstmal nach 16 Jahren - wieder für eine Weltmeisterschaft! Trotz des frühen Ausscheidens in der Gruppenphase verlängerte der Verband seinen Vertrag um weitere zwei Jahre.
Der Weg zur EURO 2008
Tschechien erreichte in der (Qualifikations-)Gruppe D vor Deutschland den 1. Platz (Sp. 12: g. 9, u. 2, v. 1--> 27:5 Tore, 29 Pkt.). Nur Frankreich und die Niederlande haben in den Quali-Spielen auch nur fünf Gegentreffer hinnehmen müssen. Ansonsten haben alle anderen Teilnehmer (deutlich) mehr Gegentore kassiert! Defensiv haben die Tschechen also Top-Arbeit geleistet.
Taktik:
Brückner setzt(e) auf ein 4-5-1 bzw. 4-3-2-1: Die Viererkette ist mit vier Italien-Legionären gesetzt. V.a. Ujfaluši, der bereits 2004 eine riesige EM spielte, stach im Spiel gegen die Schweiz durch sein überragendes Stellungsspiel und Zweikampfverhalten nochmals hervor. Galasek spielte häufig den "Abstauber" vor der Abwehr, während Jarolim und Polak eine Art Raute bildeten, vor der Sionko und Plasil die Offensive beleben sollten. Koller lief demnach als einzige Spitze auf.
1:0-Sieg vs. Schweiz (1. GS)
Im Eröffnungsspiel besiegte die Brückner-Elf die Gastgeber aus der Schweiz mit 1:0. Die Zuschauer sahen ein sehr temporeiches und umkämpftes Spiel, in welchem die "Nati" zwar ein leichtes Chancenplus hatte, jedoch nicht für ihre Bemühungen belohnt wurde. In der 70. Spielminute war es dann der Ex-Bundesligaprofi Svěrkoš, der die mangelnde Chancenverwertung der Schweizer mit seinem Jokertor bestrafte. Zwar agierte fortan fast nur noch die Elf von "Köbi" Kuhn, doch scheiterte man häufig an Ujfaluši, der permanent die Lufthoheit hatte und somit viele Angriffsversuche des Gastgebers zunichte machte. Offensiv war von den Tschechen nur wenig zu sehen. Allenfalls war es Sionko, der gegen Magnin oft seine Schnelligkeit ausspielte und durch Torabschlüsse immer wieder für Entlastung im eigenen Team sorgte.
Stärken / Schwächen:
Die überragende Stärke der Tschechien ist ganz klar die Defensive. In den 12 Quali-Spielen haben sie 8 / 12 Mal zu Null gespielt! Auch beim Eröffnungsspiel gegen die Schweiz war wieder einmal die "Serie A Viererkette" das Prunkstück der tschechischen Mannschaft. Dafür ging nach vorne viel zu wenig! Koller wurde daher folgerichtig bereits in der 55. Minute ausgewechselt. Auch meine Befürchtung, Plasil könne den verletzten Rosicky womöglich nicht ersetzen, hat sich im ersten Gruppenspiel bestätigt.
voraussichtliche Aufstellung:
Cech - Grygera, Ujfalusi, Rozehnal, Jankulovski - Galasek - Jarolim, Polak - Sionko, Plasil - Koller
Team - Portugal
Tor: Ricardo (Betis Sevilla), Nuno Espírito Santo (FC Porto), Rui Patrício (Sporting Lisabon)
Abwehr: Paulo Ferreira (FC Chelsea London), Bruno Alves (FC Porto), Bosingwa (FC Porto, jetzt: FC Chelsea London), Fernando Meira (VFB Stuttgart), Miguel (FC Valencia), Jorge Ribeiro (Boavista Porto), Pepe (Real Madrid), Ricardo Carvalho (FC Chelsea London)
Mittelfeld: Raul Meireles (FC Porto), Petit (Benfica Lissabon), João Moutinho (Sporting Lissabon), Miguel Veloso (Sporting Lissabon), Deco (FC Barcelona)
Sturm: C. Ronaldo (Manchester United), Almeida (SV Werder Bremen), Simão (Atletico Madrid), Ricardo Quaresma (FC Porto), Nani (Manchester United), Nuno Gomes (Benfica Lissabon), Hélder Postiga (Panathinaikos Athen)
Was fällt auf?
Viele Akteure stehen in der portugiesischen Liga unter Vertrag. Dass diese jedoch nicht die allerschlechteste ist, hat der CL-Sieg des FC Porto 2004 eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Ansonsten ist das Team von Felipe Scolari nur so mit Top-Stars gespickt: C. Ronaldo (geschätzter Marktwert: ca. 80-90 Mio.), Bosingwa (wechselt für 20 Mio. zum FC Chelsea), Pepe, Carvalho, Simao, Quaresma, Nani und Deco. Nominell gibt es bei der EM nur wenige Teams, die hier mithalten können.
Wer hat internationales Niveau:
Bei den Portugiesen fällt fast keiner durchs Raster. Auch Spieler, die von der Bank kommen, sind in der Lage, einen verletzten oder ausgepumpten Spieler gleichwertig zu ersetzen. Die Spieler, die aktuell (noch) in Portugal unter Vertrag stehen, werden allesamt von internationalen Spitzenklubs "gejagt".
erfahrene Spieler:
Torwart Ricardo (75 Länderspiele), Paulo Ferreira (47 Länderspiele), Miguel (47 Länderspiele), Ricardo Carvalho (43 Länderspiele), Petit (54 Länderspiele), Deco (53 Länderspiele), C. Ronaldo (55 Länderspiele), Simao (61 Länderspiele) und Nuno Gomes (69 Länderspiele).
Der Trainer:
Unter Scolari wurde Portugal Vize-Europameister 2004 und 4. Platz bei der WM 2006. Brasilien führte er 2002 zum WM-Titel. Er gilt als Taktikfuchs und schreckt auch nicht vor großen Namen zurück. Sein Ziel ist das EM-Finale!
Der Weg zur EURO 2008:
In der Quali-Gruppe A sicherten sich die Portugiesen als Zweitplatzierter hinter Polen das Ticket zur EURO 2008 (Sp. 12: g. 7, u. 6, v. 1--> 24:10 Tore, 27 Pkt.). Die erfolgreichsten Torschützen waren damals Nuno Gomes (3), Simao (3) und C. Ronaldo (5).
Taktik: offensiv ausgelegtes 4-3-3
2:0-Sieg vs. Türkei (2. GS)
Mit einer überzeugenden Leistung und einem mehr als verdienten 2:0-Erfolg über die Türkei, ist die Scolari-Elf in die EURO 2008 gestartet. Portugal war sehr spiel- und offensivstark und heizte den Türken, die eine recht hohe Fehlerquote hatten, mächtig ein. Drei Mal traf man sogar nur Aluminium - der Sieg hätte also durchaus höher ausfallen können.
voraussichtliche Aufstellung:
Ricardo - Pepe, Bosingwa, Ricardo Carvalho, Paulo Ferreira - Petit, Joao Moutinho, Deco - C. Ronaldo, Simao, Nuno Gomes
Mein Tipp: 2 @ 1.80 partybets
Mein Tipp: Nuno Gomes to score @ 3.20 partybets (small)
Durch den 2:0-Sieg über die Türkei hat Portugal ihre eigenen Titelambitionen unterstrichen. Neben dem Auftritt von Holland, Spanien und Deutschland war das sicherlich eines der stärksten Teams, die man im bisherigen EM-Verlauf zu sehen bekommen hat. Mit einem Sieg gegen Tschechien kann das technisch versierte Team aus Portugal den Einzug ins VF unter Dach und Fach bringen! Nuno Gomes ist gesetzt und war einer der besten Quali-Torschützen (s. oben).