morgen.. fan, ich wusste schon, was du meinst denk ich, wollt nur die gelegenheit für einen kleinen seitenhieb nutzen, aus meiner sicht sieht das so aus:
erstens ists eben so, dass wir ja in wirklichkeit alle nur rätselraten. wir schauen uns statistiken an, bisherige begegnungen und ergebnisse, und versuchen daraus, die zukunft vorherzusagen bzw. chancen einzuschätzen. Um bei gambill gestern zu bleiben:
gut, er hat ihn 3x auf hard geschlagen - ein spiel davon im 99er jahr, aber eben bitte: was heisst das schon für ein zukünftiges spiel: ein kleiner psychologischer vorteil vielleicht oder sogar ganz sicher, aber viel zuwenig, um ein spiel zu gewinnen. sowas kann des ausschlag geben, wenns knapp hergeht, aber eben nicht mehr.
in wirklichkeit versuchen wir, aufgrund des h2h, der teilweise jahre her ist und ein oder zwei interviews, die die spieler geben (und meist aufgrund der bisherigen ergebnisse des/der spieler im turnier, die aber auch in die falsche richtung deuten können, da andere spielertypen, müdigkeit, usw..) die gemütslage und motivation eines spielers einzuschätzen, der tausende kilometer weit weg ist - was dann eben auch nur teilweise gelingt.
Wer weiss schon, wie dc richtig anmerkt, wie die typen wirklich drauf sind, die für uns tag für tag ins rennen ziehen.
Es gibt soviele unbekannte Faktoren, die hier einfliessen, dass es mich oft wundert, dass man überhaupt auf über 50% trefferrate kommt. Auch Tennisspieler stehen mal mit dem falschen fuss auf, haben stress mit ihrer frau oder mit ihrer werkstatt, weil der rolls schon wieder kaputt ist.
Und selbst wenn alles gut ausschaut, der spieler spielerisch überlegen ist und motiviert, passieren so unvorhersehbare dinge wie vorige woche mit gonzalez, das er, einfach und trivial, vom falschen futter nascht, dann wahrscheinlich die halbe nacht scheisserei hat und am napf sitzt statt zu schlafen und am nächsten tag wegen bauchweh aufgeben muss. [[wc]]
Inplay passiert dann nochmal soviel, hier spielt sich alles nur mehr im kopf ab, das spiel verläuft in phasen, in denen mal der eine, mal der andere oberwasser hat.
Dieses fragile gleichgewicht kann oft nur durch einen einzelnen ball, eine einzige entscheidung des schiedsrichters gekippt werden.
Koubek wischt mit Federer im ersten den court bis 5-2, 30-0, er schiesst EINEN ball ins netz - und verliert 57 16 16. Karlovic hat 4 matchbälle, wird durch ein as, das der schiedsrichter fälschlicherweise nicht gibt, so aus der bahn geworfen, dass er das match noch verliert.
Ein spieler, der als heavy dog startet macht ein break, plötzlich gelingt ihm alles, du siehst richtig, wie er sich aufpumpt, wie ihm alles gelingt, der fav nur mehr mit hängenden schultern herumschleicht, den kopf schüttelt, während der dog plötzlich immer mehr riskiert und ihm das auch gelingt, er "zaubert" plötzlich - die momente, wo die faust rauskommt.
bei livewetten, wo man das spiel auch wirklich sieht, ists deshalb, zumindest für mich, recht leicht, geld zu machen, man muss sich nur die spieler ansehen, ihre körperhaltung, ihnen in die augen sehen, dort ist alles, was man zu wissen braucht. Das spiel verläuft eben in phasen - mathieu gestern 8 games in serie, die man "mitreiten" kann.
Die mentale komponente des sports, vor allem im einzelsport, wird meiner meinung nach von den meisten unterschätzt bzw. überhaupt komplett vernachlässigt - ich versuche, das soweit wie möglich in meine wetten einfliessen zu lassen, was natürlich oft schwer ist, natürlich auch spekulation, oft aber auch inzwischen automatisch passiert - ein beispiel:
ich bin davon ausgegangen, dass draper aufgrund der tatsache, dass er mit rusedski den "inform" titelverteidiger in einem knappen match rausgeschmissen hat, auftrieb bekommen haben MUSS - er hat ausserdem erstmalig seine 0-8 h2h gegen greg durchbrechen können, seine quote war fast 6,0, also heavy dog.
heute nacht hat er fish geschlagen, ein spieler, der normal deutlich über ihn zu stellen ist. draper war wieder dog, ca. 3,50, was für ein tennisspiel schon recht viel ist.
Natürlich hätte auch draper scheisserei bekommen können, aber solche spiele sind dann für mich "nobrainer", wo ich auf keine h2h mehr schau, einfach, weil ich den mentalen teil des sports sehr hoch einschätze.
Im Mannschaftssport schauts da schon wieder ganz anders aus..
Gambill-abschluss:
ein 50-50 match - baw-eröffnung 1,75-1,75 [[kotz]] ist "hochgeredet" worden, einerseits aufgrund der h2h, anderenseits aufgrund zweier interviews, die die spieler gegeben haben, tenor:
gambill: "bin gut drauf und erholt..."
malisse: "hab seit langem wieder gespielt, schau mer mal.."
Malisse ist, auch wenn man ihn nicht mag und bei heissen temperaturen gern mal gegen ihn spielt, eben ein spitzenspieler - nr. 25 cr - und der herby vom spielstil her ein favoritentipper...wobei gerade gambill schon des öfteren bewiesen hat, dass er als fav doch eher als inkonsistent einzustufen ist.