Frankreich: Marseille will den Serienmeister ärgern
Gelingt Lyon der siebte Streich?
Am Samstag startet die französische Ligue 1 in die neue Saison. Meisterschaftsfavorit Nummer eins ist dann natürlich Olympique Lyon, das den siebten Titel in Serie anstrebt. Allerdings hatte "OL" im Sommer namhafte Abgänge zu verzeichnen. Die Konkurrenz wittert ihre Chance. Allen voran Olympique Marseille, das sich trotz des Verlustes von Franck Ribery zum FC Bayern, Möglichkeiten ausrechnet, Lyons Siegeszug zu stoppen.
Ob dies gelingt oder nicht, der Vorsprung Lyons wird in dieser Saison kaum so groß ausfallen wie im Vorjahr, als die Lyonnais in der Endabrechnung 17 Punkte mehr auf dem Konto hatte als der Vizemeister aus Marseille. Schließlich musste der Abo-Meister im Sommer gleich drei Leistungsträger und Nationalspieler ziehen lassen. Florent Malouda wechselte zum FC Chelsea, Eric Abidal wanderte zum FC Barcelona ab und Tiago schloss sich Juventus Turin an. Bisher hatte Präsident Jean-Michel Aulas eigentlich nur einen Star pro Saison verkauft.
Als einzig namhafter Neuzugang steht den Abgängen Weltmeister Fabio Grosso gegenüber, der bei Inter Mailand jedoch auch eine eher durchwachsene Saison hinter sich hat. Vom Ligakonkurrenten OSC Lille kamen zudem der ivorische Außenstürmer Kader Keita und der torgefährliche Mittelfeldspieler Mathieu Bodmer. Neuer Trainer bei "OL" ist Alain Perrin, den man für 500.000 Euro Ablöse von Pokalsieger FC Sochaux loseiste. Er löst den zurückgetretenen Gerard Houllier ab.
Der Meisterserie Lyons ein Ende setzen könnte am ehesten Olympique Marseille, das zwar mit Franck Ribery seinen Superstar an Bayern München verlor, dafür aber auch einige Verstärkungen nach Südfrankreich lotste. Der Niederländer Boudewijn Zenden kam vom FC Liverpool, Stürmer Djibril Cisse, der zuvor von den "Reds" nur ausgeliehen war, konnte gehalten werden. Mit Linksverteidiger Laurent Bonnart (Le Mans), dem defensiven Mittelfeldspieler Benoit Cheyrou (Auxerre) und Innenverteidiger Gael Givet (Monaco) verpflichtete Marseille zudem drei Spieler, die in ihren Vereinen jeweils Kapitän waren. In Samir Nasri hat Coach Albert Emon zudem eines der größten französischen Talente in seinen Reihen.
Roux kehrt mit 69 auf die Trainerbank zurück
Dahinter streiten sich Stade Rennes, AS Monaco, FC Toulouse, Girondins Bordeaux sowie der RC Lens um die weiteren Europacupplätze. Lens war es gelungen, das Trainer-Urgestein Guy Roux, der sich seit zwei Jahren im Ruhestand befand und Auxerre in 44 Jahren zuvor nie verlassen hatte, zu reaktivieren. Dank einer Ausnahmegenehmigung darf der 69-Jährige, der das in Frankreich zugelassene Höchstalter für Trainer (65) bereits überschritten hat, auf der Bank der Nordfranzosen Platz nehmen. "Diese Aufgabe ist eine große Herausforderung für mich", freut sich Roux, der mit seinem neuen Klub am ersten Spieltag auf Bordeaux trifft. Dort führt seit dieser Saison ein Trainer-Novize an der Seitenlinie Regie: Laurent Blanc, Weltmeister von 1998.
Der erste Titel der Saison ging in der vergangenen Woche jedenfalls schon nach Lyon. Im Supercup setzte sich "OL" mit 2:1 gegen Pokalsieger Sochaux durch.
kicker.de