EV Zug vs. Rapperswil Jona Lakers - 22.08.2020 - 19:45 Uhr
Kleines Tournament in Sursee, einer kleinen Stadt in der Schweiz im Kanton von Luzern. Letztes Jahr gewann der EV Zug dieses Turnier und setzte sich dabei gegen Vitkovice (Tschechien) und Barys Astana (Kasachstan - KHL) durch. Dieses Jahr sind aufgrund von Corona nur Schweizer Teams am Start. Neben dem großen Club Zug sind das Ambri-Piotta, die Rapperswil Jona Lakers und der Zweitligist Kloten Flyers.
Auch wenn sie erst einen einzigen Meistertitel auf ihrer Habenseite verzeichnen können, der EV Zug gehört ohne Wenn und Aber zu den großen Clubs in der Schweiz. In der abgebrochenen Saison standen sie auf dem 2.Tabellenplatz - nur einen Zähler hinter den ZSC Lions. Der Kader ist weitgehend zusammen geblieben, für heute fallen nur Albrecht und Martschini aus. Sie gewannen in einem Vorbereitungsspiel gegen ihr Farmteam Zug Academy mit 7:1. Ihr erstes Turnierspiel verloren sie überraschend mit 2:4 gegen Ambri-Piotta am gestrigen Abend. Sie waren zwar die deutlich bessere Mannschaft, schafften es aber nicht, ihre Chancen ausreichend zu nutzen.
Die Rapperswil Jona Lakers sind das komplette Gegenteil. Für sie ging es zuletzt immer nur um den Klassenerhalt. Auch in der vergangenen Saison stand man nach 50 Partien mit nur 52 Punkten abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz. Sie verloren allerhand Spieler, holten mit Julian Payr einen großgewachsenen Defenseman vom Ligakonkurrenten Ambri-Piotta, der letzte Saison allerdings nur neun Spiele aufgrund einer schweren Verletzung absolvieren konnte. Ein Fingerzeig war dagegen die Verlängerung von Roman Cervenka, wohl ihrem besten Kontigentspieler. Auch die Verpflichtung von Simon Moses kann sich durchaus sehen lassen, er spielte zuletzt lange Zeit für Jokerit Helsinki in der KHL. Ihr erstes Testspiel gewannen sie mit 7:0 gegen ihr Farmteam HC Thurgau. Den ZSC Lions mussten sie sich dann mit 2:4 geschlagen geben.
Zug galt vor dem Turnier als Favorit und sie verkündeten, dieses Turnier unbedingt gewinnen zu wollen. Ambri gewann heute Nachmittag mit 4:3 nach Verlängerung gegen die Kloten Flyers, daher wird das schon mal nicht funktionieren. Sie waren gestern die bessere Mannschaft, ließen aber zu viel liegen. Heute geht es erneut gegen ein Team, welches auf dem Papier deutlich schwächer einzustufen ist, als der EV Zug. In der Schweiz dürfen maximal vier Kontigentspieler auf den Spielberichtsbogen, damit bringen diese Herren allesamt eine große Menge an Qualität mit. Rapperswill gelangen diesbezüglich tolle Verpflichtungen, aber auch genau da beginnen die Probleme. Cervenka musste bis zuletzt noch in Quarantäne verweilen und auch Simon Moses kam wegen Visa-Problemen erst zwei Wochen später als angedacht in die Schweiz. Er befand sich noch bis zu dieser Woche in häuslicher Isolation. Beide befanden sich demnach nicht in den Aufgeboten der ersten beiden Testspiele und beide haben bislang wenig mit dem Team trainiert. Sowohl Cervenka, als auch Moses sind für heute fraglich. Line-Ups sind leider immer noch nicht final draußen. Wenn sie spielen, so rechne ich mit verringerter Eiszeit, da aufgrund des Trainingsrückstandes noch keine allzu große Belastung sinnvoll erscheint. Der EV Zug ist am Ende auch dann noch das Team mit der höheren Qualität. Fällt ein Cervenka oder ein Moses aus, steigert das den Wert dieser Wette noch mal enorm. Um das warum zu beantworten - gerade die kleinen Clubs sind enorm auf starke Kontigentspieler angewiesen. Insbesondere bei Rapperswil wird das deutlich, in der Saison 2018/2019 haben die Kontigentspieler knapp 47% der Rapperswil Tore erzielt - in der Saison 2019/2020 waren es sogar 56%. Die Torbeteiligungen über Assists an dieser Stelle gar nicht mit eingerechnet. Normalerweise sind klare Favoritenwetten nicht mein Ding - aber unter diesen Umständen:
EV Zug AHC-1,25 @1,98 4/10 (Bet365)