Santa Cristina - Hermann Maier hat beinahe schon auf allen Rennstrecken dieser Welt triumphiert: Kitzbühel, Wengen, Bormio, Chamonix, Garmisch, Schladming, Val d'Isere, Lake Louise, Beaver Creek usw.
Ein Klassiker fehlt aber in der imposanten Sammlung des "Herminators": Gröden. Am Freitag will der Salzburger im Super-G im Grödnertal (ab 12:15 Uhr im Sport1-LIVE-Ticker) einen der letzten weißen Flecken auf seiner Ski-Landkarte erobern und zum 45. Weltcup-Sieg fahren.
Gröden war bis Freitag erst zwei Mal Austragungsort eines Weltcup-Super-G. Zwei Mal hatten dabei die Schweiz die Nase vorne, Österreich wartet auf Grund der Erfolge von Pirmin Zurbriggen (1983) und Didier Defago (2002) noch auf den ersten Sieg.
ÖSV-Herren dominieren den Super G seit Jahren
Die bisherigen beiden Saison-Rennen lassen für Rot-Weiß-Rot allerdings einiges erhoffen, in Lake Louise führte Maier vor Michael Walchhofer, Stephan Eberharter und Benjamin Raich einen Vierfach-Triumph an, in Beaver Creek landeten Maier und Knauß auf den Rängen zwei und drei.
Einziger Nicht-Österreicher auf dem Super-G-Podest der laufenden Saison: der norwegische Beaver-Creek-Sieger Bjarne Solbakken, und der letzte Super G ohne Österreicher auf dem Podest liegt nun bereits fast acht Jahre zurück, am 7. März 1996 gewann in Kvitfjell Aamodt vor Alphand und Kjus.
Youngster Reichelt gibt sein Comeback
Für ÖSV-Speed-Coach Robert Trenkwalder wird der Grödener Super G aber trotz aller Statistiken keinesfalls zum Selbstläufer. "Gröden hat für uns immer einen ganz eigenen Charakter. Von alleine gewinnen wir hier sicher nicht."
Fix ist, dass Youngster Hannes Reichelt (23) nach Verletzungspause sein Comeback gibt. "Ich bin wieder fit", meldete sich der Radstädter zurück. Gerade rechtzeitig vor jenem Rennen, in dem vor genau einem Jahr mit Rang zwei im Super-G sein Stern aufgegangen war.
Maier hat eine Hassliebe zu Gröden
Zwei Mal Dritter, ein Mal Vierter - so lautet die bisherige Gröden-Bilanz Maiers. Bei seinem ersten Rennen auf der Saslong seit 1999 (2000 fielen die Rennen aus, 2001 und 2002 fehlte Maier verletzungsbedingt) soll nun endlich die "1" im Zielraum aufleuchten.
"Es gibt einfach Strecken, die mühsam sind. In Beaver Creek fahr ich mit einem Schmunzeln, hier in Gröden muss ich mich plagen", beschreibt der Flachauer seine Hassliebe zu Gröden.
"Aber das gehört dazu, man muss auch hier schnell sein. Sollte ich wirklich gewinnen, dann wäre das die bisher größte Sensation seit meinem Comeback", hätte der 31-Jährige mit einem Sieg in Italien wahnsinnige Freude.
Hans Knauß lauert hinter dem "Herminator"
Hinter Gesamt-Weltcup-Leader Maier lauert Hans Knauß auf Rang zwei, der Schladminger befindet sich derzeit wie Andreas Schifferer in einer beneidenswerten Form.
Selbst das Thema "Große Kugel" ist für den Steirer keineswegs tabu. "Körperlich und technisch hab ich die Voraussetzungen dafür geschaffen. Ich fahre derzeit gut Ski", meinte Knauß, der sich in diesem Winter auch zwei Weltcup-Siege zum Ziel gesteckt hat.
Für Prognosen ist es laut Knauß aber noch viel zu früh: "Ganz ehrlich, ich hab erst ein einziges Mal auf den Weltcup-Stand geschaut. Wenn ich im Jänner noch immer vorne dabei bin, dann können wir weiter reden."
Mögliches ÖSV-Aufgebot für den Super-G der Herren in Gröden:
Hermann Maier, Michael Walchhofer, Stephan Eberharter, Benjamin Raich, Hans Knauß, Andreas Schifferer, Hannes Reichelt, Josef Strobl,
Christoph Gruber, Norbert Holzknecht, Johann Grugger