Russland 1.Division

salinas

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Sep. 30, 2003
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rostock
beschäftige mich desöfteren mit der 2.Liga Russlands aber mal ne Frage, wie legen die 2.Ligisten die doch häufig riesigen Entfernungen zurück kann mir aber kaum vorstellen das die kleinen Vereine die Flüge bezahlen können..... wiederum mit dem Zug so 20 Stunden unterwegs ist auch recht schlecht vorstellbar bei dem Termin Kalender
 
Habe Mal einen kleinen Bericht eines russischen Teams gesehen, dass tatsächlich die meisten Spiele mit dem Zug anfährt, nur wenn der Zuschaueranspruch höher und die Kasse etwas klingelt wird mal das Flugzeug genommen. Einige Teams dabei die tatsächlich nicht in die höheren Ligen aufsteigen wollen, weil sie sich die weiten Reisen einfach nicht leisten können. Der Bericht handelte glaube ich sogar über einen Erstligisten, ist aber schon etwas länger her.
 
Aus der "Welt" vom April 2006:

20 000 Kilometer für ein Auswärtsspiel
Aufsteiger Wladiwostok revolutioniert Rußlands Fußball

von Andreas Becker

Von Andreas Becker Berlin/Wladiwostok - Am Wochenende steht in derhöchsten Spielklasse Rußlands ein Fußballspiel an, das weltweiteinmalig sein dürfte: Die rund 100 Fans, die Aufsteiger FC Luch-EnergiaWladiwostok während der Partie bei Zenit St. Petersburg anfeuern, habeneine Anreise von erheblicher Länge hinter sich. Fast 10 000 Kilometerliegen zwischen den beiden Städten - Jürgen Klinsmanns Heimreisen vonFrankfurt/Main nach Los Angeles sind kürzer. "Diese Anhänger sind dieTreuesten der Treuesten und wir sind sehr froh, daß sie immer dabeisind", sagt Klubsprecher Oleg Kotow.

Wladiwostok ist die wichtigste Hafenstadt Rußlands am Pazifik, liegt8000 Kilometer von Moskau entfernt, und wer die russische Hauptstadterreichen will, durchquert sieben Zeitzonen. Das bedeutet für denrussischen Fußballverband viel Arbeit und vor allemOrganisationsgeschick. Wegen des Liganeulings mußte der kompletteSpielplan anders angelegt werden. "Partien und Anstoßzeiten wurden sogelegt, daß die Spiele im Fernsehen für alle zu sehen sind", bestätigtein Verbandssprecher. Da mehr als 40 Millionen Russen - der Großteilaus dem Raum Moskau - am Nachmittag Fußball sehen wollen, werden dieSpiele in Wladiwostok morgens um acht oder neun Uhr angepfiffen.

Für das Team sind aber besonders die Auswärtsfahrten eine Tortur. Damitdie Spieler nicht jedes Wochenende zweimal zehn Stunden im Flugzeugsitzen müssen, legte der Verband fest, daß der Verein jeweils zwei oderdrei Auswärtsspiele am Stück absolvieren darf. "Das Erlebnis Erste Ligaist für uns eine logistische Anstrengung", sagt Kotow.

Er und die Mannschaft verbrachten die vergangenen drei Wochen in derNähe Moskaus. In der Stadt Nowogorsk mietete Luch-Energia ein Stadion,das als Trainingslager und Basis dient. Von Nowogorsk aus, bricht dieMannschaft zu den Spielen im europäischen Teil von Rußland auf. Dasspart Geld und Kraft, zumal laut Trainer Sergej Pawlow besonders dieRückreisen anstrengen: "Ein Flug nach Moskau ist einfacher als ein Flugzurück nach Wladiwostok. Wir brauchen zwei Tage, um uns von einem Flugnach Moskau zu erholen, aber mindestens eine Woche, wenn wir wieder zuHause sind." Torwart Gennadi Tumilowitsch sagt: "Wir werden gut betreutund kriegen viele Ruhephasen. Auch unsere Familien verstehen das, wennwir so lange wegbleiben."

Finanziert werden die Anstrengungen Wladiwostoks von derRegionalverwaltung und dem Energiekonzern "Dalenergo". Die Geldgeberhaben große Ziele und streben Austragungsorte an, die noch weitentfernter liegen als St. Petersburg. Europacup heißt das Stichwort vonTeammanager Andrej Skorotschkin: "Wir wollen international bekanntwerden, das ist unser Ziel für die Zukunft."

In naher Zukunft müssen aber weder die eigenen, noch spanische oderportugiesische Fans die Planungen für halbe Weltreisen beginnen.Wladiwostok konnte diese Saison noch nicht gewinnen und liegt nach vierRunden mit zwei Zählern auf dem drittletzten Platz der Tabelle.Mitarbeit: Elena Beller
 
In der 1.Division ist Fliegen Pflicht.

Vor dieser Saison habe ich ein Interview mit dem Präsidenten vom FC Yelets (2.Division Mitte) gelesen. Da ging es (natürlich neben sportlichen Themen) um finanzielle Probleme, 25 Jahre alte Busse und den Zwang zu Spielen im 300 km entfernten Moskau am Spieltag anzureisen, weil sich der Verein Übernachtungen in Moskau nicht leisten kann.