bissel Lekt?f?lle: quelle:_S?sche Zeitung
Keiner will der Favorit sein
Christoph Franke und Petrik Sander – die Trainer von Dynamo und Energie – sind betont optimistisch.
Dresden gegen Cottbus – ein Kellerduell. Knipsen sich die Ost-Klubs gegenseitig das Licht aus?
Franke: Am Ende k?e es so sein, dass es einen Ost-Klub erwischt. Erfurt steckt auch mit unten drin. Mir w? es nat?ch lieber, wenn alle vier Vereine aus den neuen Bundesl?ern in der zweiten Liga bleiben w?n. Diese Profi-Standorte sind wichtig f?ie Entwicklung des Fu?alls in der Region.
Sander: Nein, weil wir beide danach noch 15 andere Spiele haben. Ich fahre gern nach Dresden mit seiner emotionsgeladenen Kulisse. Gegenseitige Hilfe gibt es aber in der zweiten Liga nicht. Wir haben nichts zu verschenken. Genauso wenig wie Dynamo.
Weshalb konnte Energie in den Abstiegsstrudel geraten?
Franke: Das kann ich aus der Ferne nicht beurteilen. Die Cottbuser haben mit Thurk und Reghecampf in der Winterpause zwei wichtige Spieler verloren. Zudem gibt es Turbulenzen in der Vereinsf?ng, nachdem das Triumvirat Geyer, Stabach und Krein Energie von der Regionalliga bis in die Bundesliga gef? hatte. Aber die Mannschaft wird versuchen – ?lich wie wir vor drei Jahren als die Lage bei Dynamo ?lich kritisch war –, eine Trotzreaktion zu zeigen: Einer k?ft f?en anderen.
Sander: Weder Eduard Geyer noch mein Assistent Thomas Ho?ang und ich hatten vor der Saison mit einer so schlechten Ausbeute gerechnet. Aber wenn man st?ig einen auf die M? bekommt, bekommt die ganze Sache eine unheimliche Eigendynamik, und am Ende l?t gar nichts mehr. Ich will nicht abstreiten, dass wir einen guten Kader besa?n. Dennoch hatten wir durch teils schlimme Verletzungen und Sperren mit riesigen personellen Problemen zu k?fen, wie sie Energie nicht kannte.
Warum kommt Dynamo bisher nicht aus der Gefahrenzone?
Franke: Weil es beim R?undenauftakt in Duisburg genau so weiterging, wie im Herbst: Wir haben gut mitgespielt, aber durch grobe individuelle Fehler ein besseres Resultat verpasst. Deshalb stehen wir vor der gleichen Situation wie im Herbst: Wir m?n das Heimspiel gewinnen, um Anschluss zu halten.
Sander: Aus der Distanz sehe ich die Aussichten gar nicht so pessimistisch. Dynamo fehlte ausw?s manchmal nur ein bisschen Gl? um einen Punkt festzuhalten. Als Aufsteiger haben sie sich im Rahmen des Erwarteten eingepegelt.
Ist Dynamo auf Grund des Heimvorteils vor ausverkauften R?en der Favorit?
Franke: Einen Favoriten gibt es in dem Spiel nicht. Aber der Heimvorteil spricht f?ns. Ich hoffe, dass uns die Kulisse befl?t. Die Fans haben uns schon in der Hinrunde mit ihrer Unterst?ng in brenzligen Situationen sehr geholfen.
Sander: Den gro?n Favoriten sehe ich nicht in dieser Partie. Dynamo hat aber aufgrund des vollen Stadions einen gewissen Vorteil. Die G?ehaut-Atmosph? sollte meine Spieler jedoch nicht erschrecken, weil wir sie aus erfolgreichen Jahren in Cottbus ebenso kennen.
Erleben die Zuschauer ein Sch?nfest, weil beide Mannschaften ein Torwart- und Abwehrproblem haben?
Franke: Im Moment gibt es bei uns noch ein Torwart-Problem. Das muss man ganz klar sagen. Wir haben die meisten Gegentore kassiert, leider auch mit dem neuen Torh? zum Beginn der R?unde vier. Ich hoffe, dass sich Horvat, dem ich noch eine Chance einr?e, sich entscheidend steigert. Unser Torwart-Trainer Werner Friese ist der Meinung, dass Horvat genau wie Kresic und Herber gut drauf ist. Warum er in Duisburg so gepatzt hat, ist auch ihm ein R?el. Die Abstimmungsprobleme wie in Duisburg zweimal zwischen Kukielka und Oppitz werden sicher von Trainingseinheit zu Trainingseinheit und von Spiel zu Spiel geringer.
Sander: Wo sollen wir solche Probleme haben? Nur Piplica die f?Gegentreffer vom K?Spiel anzulasten, w? reichlich vermessen. Wenn ich ihm verbieten w?, die Rolle des Torwarts in seiner bekannten Art zu interpretieren, k?e ich ihm gleich seine langen Haare abschneiden. Er genie? mein uneingeschr?tes Vertrauen. In unserer Abwehr sehe ich eher ein Organisations-Problem. Es darf nicht passieren, dass erfahrene Spieler in Druck-Phasen des Gegners schnell den Kopf verlieren.
Steigt der Derby-Verlierer ab?
Franke: Weder noch. Der Sieger hat noch lange nicht den Klassenerhalt geschafft. So etwas kann man nach dem zweiten Spiel der R?unde nicht sagen. Sechs, sieben Mannschaften werden bis zum Schluss gegen den Abstieg k?fen.
Sander: Nein. Das Derby wird nicht einmal Vorentscheidungen besiegeln. Freilich ist es ein direktes Aufeinandertreffen zweier abstiegsbedrohter Mannschaften. Sonst sehe ich nur den Derby-Charakter. Durch die kurze Entfernung zwischen Cottbus und Dresden ist es vielleicht f?ie Fans noch interessanter als andere Ost-Duelle.
Die Gespr?e f?en Sven Geisler und Berthold Neumann.