Lewis vor dem Rücktritt
München - Es sieht ganz so aus, als ob Vitali Klitschko seinen Titelkampf um den WBC-Schwergewichtsgürtel nun doch bekommen wird. Allerdings nicht gegen Lennox Lewis. Denn der wird laut einem britischen Radiosender am Freitag zurücktreten.
Wie "BBC Five Live Radio" berichtete, plant der 38-jährige Boxer, nach 15 Jahren - zehn davon als Weltmeister - die Boxhandschuhe an den Nagel zu hängen. Wie es in dem Bericht hieß, werde für Freitag eine Pressekonferenz erwartet.
Klitschko boxt um vakanten Titel
Lewis selbst und sein Trainer Emanuel Steward schwiegen sich bislang zu den Spuklationen aus. Aus dem Umfeld der Coaches war lediglich zu vernehmen, er "könnte in den nächsten Tagen mehr dazu zu sagen haben".
Sollte Lewis wirklich zurücktreten, würde Klitschko aller Voraussicht nach um den dann vakanten Titel boxen. Und Lewis' letzter Gegner bleiben. Nach dem Sieg über den Ukrainer war der Brite bislang nicht wieder in den Ring gestiegen.
Entweder gegen Klitschko oder gar nicht mehr
Damit wäre das Hin und Her um den Rückkampf der beiden Schwergewichtler nach der monatelangen Verzögerungstaktik des Weltmeisters endlich beendet. Immer wieder hatte Lewis in den letzten Monaten eine Revanche in Aussicht gestellt, dann aber doch noch einmal zurückgezogen.
Schon vor zwei Wochen hatte Steward die Rücktrittsmöglichkeit angedeutet. "Wenn er noch einmal boxt, kann es nur gegen Vitali Klitschko sein", hatte Lewis' Trainer damals gesagt.
Es sieht ganz so aus, als habe sich der Champion nun entschieden, nicht mehr in den Ring zu steigen. (Ist der Rücktritt die richtige Entscheidung? Jetzt im Box-Forum mitdiskutieren!)
"Es ist die richtige Entscheidung"
"Diese Nachricht kam nicht sehr überraschend für die Box-Gemeinde. Lennox hat eine Menge Geld mit Boxen verdient und er muss niemandem mehr etwas beweisen. Es ist die richtige Entscheidung", sagte der britische Box-Analyst Duke McKenzie dem Radio-Sender.
Lennox Lewis hat in 44 Profikämpfen 41 Mal gewonnen, 32 Mal davon durch K.o..
"Wir müssen annehmen, dass er Angst hat"
Im Lager von Klitschko reagierte man unterdessen mit Unverständnis:
"Für uns ist es unverständlich, was Lewis im Moment macht. Wir waren immer in Gesprächen. Es liegt Lewis ein Angebot mit einer Garantiesumme in Höhe von 20 Millionen Dollar plus einer Beteiligung an den Pay-per-View-Einnahmen vor. Und nun müssen wir sehen, dass er nur mit uns spielt", sagte Universum-Boss Klaus-Peter Kohl.
"Wir müssen annehmen, dass er Angst vor Vitali hat."
Ich glaub, der Lewis weiß ganz genau, dass es sehr schwer gegen Klitschko werden würde. Und bevor er das Ding verliert, hört er lieber auf.
Michi