Für was soll man eigentlich 40 Euro abdrücken? Der Sieger steht in Las Vegas doch bereits vor dem Kampf fest! [[hammer]]
Wieder Betrug in Las Vegas
Sturm war klar besser als de la Hoya
Von THOMAS DIERENGA
Es war die sensationellste Vorstellung eines deutschen Boxers in den USA seit dem Sieg von Max Schmeling gegen Joe Louis.
Mittelgewichts-Weltmeister Felix Sturm (25) brach Super-Star Oscar de la Hoya (31) die Nase, schlug dem „Golden Boy“ das Gesicht blutig – und verlor trotzdem seinen WBO-Titel. Gegen 100 Millionen Dollar konnte er nicht gewinnen! Um diese Wahnsinns-Summe geht’s, wenn de la Hoya, der jetzt als erster Fighter in 6 verschiedenen Gewichts-Klassen den Titel holte, am 18. 9. gegen Bernard Hopkins (Champion bei WBA/IBF/WBC) antritt. Diesen Mega-Fight hätte Sturm fast platzen lassen.
Er knackte schon in Runde 2 de la Hoyas Nase. Sturm traf härter und genauer, hatte de la Hoya in Runde 12 kurz vorm K.o. Nach dem letzten Gong sprang er auf die Seile, riss siegessicher die Fäuste hoch.
Dann das Urteil: Die drei Punktrichter aus Las Vegas werteten alle 115:113 – für de la Hoya. Ein neuer Skandal in Las Vegas, nachdem hier am 10. April schon Wladimir Klitschko unter dubiosen Umständen (K.o.-Tropfen) gegen Brewster verloren hatte...
Diesmal spuckte der Box-Computer diese Zahlen aus: Sturm-Treffer 234, Oscar-Treffer 188.
„Wir sind bestohlen worden“, schimpft Promoter Klaus-Peter Kohl. „Wir legen sofort Protest ein.“
Mike Tyson sagte nur: „Felix ist der Sieger. Aber in Las Vegas gelten andere Gesetze.“
Das alles und die Gage von knapp einer Million Euro konnten Sturm nicht trösten. „Darauf hätte ich gern verzichtet, wenn ich gewonnen hätte.“
Und de la Hoya rief er zu: „Wenn du den Sport liebst, dann gibst du mir ein Re-Match. Wenn du das Geld liebst, dann boxe gegen Hopkins.“
Der verprügelte Sieger sagte nur kleinlaut: „Ich habe Felix unterschätzt, er hat mich aus dem Konzept gebracht.“
Im Innersten wusste auch er: Der wahre Sieger heißt Felix Sturm!