14. Januar 2005 Die 18 ist zu einer Kennziffer für die Fußball-Bundesliga geworden - so wie die Zahlenkombination 15.30 für den Spielbeginn am Samstagnachmittag. Die Stimmen aber mehren sich, die wie beim Reizen im Skat von 18 auf 20 kommen und damit den deutschen Profifußball auf eine breitere Existenzgrundlage stellen wollen.
Forderten im Vorjahr Fußballgrößen wie Franz Beckenbauer, der Präsident des FC Bayern München, und Dieter Hoeneß, der Manager des Münchner Bundesliga-Konkurrenten Hertha BSC Berlin, eine Vergrößerung der Bundesliga um zwei Klubs noch mündlich, hat sich Heribert Bruchhagen, der Vorstandsvorsitzende der Eintracht Frankfurt Fußball AG, nun schriftlich die Mühe gemacht, für künftig jeweils zwanzig Klubs in der Ersten und Zweiten Bundesliga zu plädieren.
Möglicher Starttermin: Saison 2006/07
Der Vormann des hessischen Zweitliga-Fünften hat in einem Schreiben an die Spitze des Liga-Verbandes, die Geschäftsführung der Deutschen Fußball Liga (DFL) und die 36 deutschen Profiklubs angekündigt, daß Eintracht Frankfurt bei der nächsten Mitgliederversammlung der Bundesliga den Antrag auf Aufstockung der Bundesliga stellen wird. Als Starttermin hat Bruchhagen den Beginn der Saison 2006/07 vor Augen.
Ob die Bruchhagen-Reform mehrheitsfähig sein wird? Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge reagierte schon mal ablhenend auf den Vorstoß. „Der Antralhat Nullkommanull Chancen.” Bruchhagen, der Ostwestfale aus Frankfurt, argumentiert in einem Acht-Punkte-Papier zumindest gut. So weist er in seinem Brief an die Kollegen darauf hin, daß "die Stadien moderner Art mit Überdachung und Rasenheizung ganzjährige Nutzung garantieren".
„Premiere fordert für mehr Geld mehr Leistung”
Daß die Winterpause "weitgehend obsolet" sei, findet auch Peter Peters, der Geschäftsführer des Bundesliga-Zweiten Schalke 04 und Vorstandsmitglied des Ligaverbandes. Peters aber will sich noch nicht festlegen, ob sein Verein am Ende auf der Seite von Eintracht Frankfurt stehe oder nicht. Immerhin würden nach dem Stand der Dinge 300 Millionen Euro aus den Fernsehverträgen der Liga auf 36 und in Zukunft vielleicht auf 40 Klubs verteilt. Das bedeutete auf "dem schwierigen Fernsehmarkt Deutschland" eine Verschlechterung der TV-Einnahmensituation.
Andererseits wird über neue Fernsehverträge spätestens 2006 entschieden, wenn der jetzt schon stürmische Fußballboom dank der Weltmeisterschaft in Deutschland auf dem Gipfel sein wird. Bruchhagen ist deshalb in Sachen Fernsehen optimistisch: "In der Diskussion um die Fernsehgelder fordert Premiere für mehr Geld mehr Leistung der Bundesliga. Dies wäre bei 38 statt 34 Bundesligaspielen der Fall." 2006 laufen die jetzigen Fernsehverträge aus - die Möglichkeit, mit einem vergrößerten Spieltagsangebot mehr Geld für die Klubs zu generieren, liegt auf der Hand.
Bielefeld signalisiert Zustimmung
Die wirtschaftlich am schwersten wiegende Begründung für eine Aufstockung der Bundesliga eins und zwei gibt Bruchhagen gleich zu Beginn seines Werbens um eine vergrößerte Profiklassengesellschaft preis: "Die Modernisierung der Stadien hat nicht nur in den WM-Städten stattgefunden. Die neuen und modernisierten Stadien sind fast ausschließlich durch den Steuerzahler entstanden. Dieser möchte zum Ausgleich in seiner Freizeit dann auch Bundesligafußball geboten bekommen."
Mit anderen Worten: Um die Chance einer wirtschaftlichen Nutzung der für viel Geld ausgebauten oder neu entstandenen Arenen zu mehren, hält Bruchhagen eine Ausweitung der Bundesliga im Interesse des Konsumenten wie auch der Kommunen für unentbehrlich. Roland Kentsch, Geschäftsführer der GmbH&Co.KGaA-Kapitalgesellschaft des Bundesliga-Aufsteigers Arminia Bielefeld, hat nach dem Lesen von Bruchhagens Brief seine Zustimmung schon signalisiert. Gerade aus wirtschaftlichen Erwägungen der mit Schuldendiensten aus Stadionprojekten belasteten Klubs führe "kein Weg an einer Bundesliga-Aufstockung vorbei".
Play-off-Spiele um Auf- und Abstieg
Weitere Argumente für einen Ausbau der Liga sind die gegenwärtigen Rekordzuschauerzahlen in beiden Bundesligen. "Fußball", sagt Bruchhagen, "ist ein wirtschaftliches Ereignis, ein moderner Städtekampf in zeitgemäßen Stadien geworden." Keine Serien-Veranstaltung des deutschen Fußballs genieße einen Zulauf wie die Bundesliga. Auch aus dieser Perspektive sei eine Vergrößerung ihrer Plattform angemessen. Um erst gar nicht den Eindruck zu erwecken, dem ausgedehnten Wettbewerb drohe auch mehr Langeweile, erwärmt sich Bruchhagen für die Idee des Leverkusener Ligaverbands-Vizepräsidenten Wolfgang Holzhäuser, der sich eine Auf- und Abstiegsregelung mit Play-off-Spielen zwischen den Letzten der ersten und den Ersten der zweiten Liga vorstellen kann.
Bruchhagen weist schließlich darauf hin, daß die international höher als die Bundesliga eingestuften ersten Ligen in den Fußball-Kernländern England, Spanien und Italien sämtlich wie auch Frankreich mit 20 Klubs aufgestellt seien. "Deutschland", sagt Bruchhagen, "ist das größte der großen Fußballänder und leistet sich die kleinste Liga. Das ist nicht mehr zeitgemäß." Hierzulande, sagt Bruchhagen, seien die Spielpausen zu lang. "Drei Monate im Sommer, ein Monat im Winter, das ist bei allem Verständnis für die Regeneration der medizinisch und physiotherapeutisch längst bestens versorgten Spieler zu viel." Mehr Mannschaften, mehr Spiele, weniger Freizeit: Die Bruchhagen-Reform steht ab sofort auf der Agenda der gesamten Bundesliga - mit möglicherweise guten Aussichten, in die Tat umgesetzt zu werden.
Quelle: faz.net
Ja mei, bei der "Mehrbelastung" höre ich die Leute schon weider weinen.... [[grin]]
Forderten im Vorjahr Fußballgrößen wie Franz Beckenbauer, der Präsident des FC Bayern München, und Dieter Hoeneß, der Manager des Münchner Bundesliga-Konkurrenten Hertha BSC Berlin, eine Vergrößerung der Bundesliga um zwei Klubs noch mündlich, hat sich Heribert Bruchhagen, der Vorstandsvorsitzende der Eintracht Frankfurt Fußball AG, nun schriftlich die Mühe gemacht, für künftig jeweils zwanzig Klubs in der Ersten und Zweiten Bundesliga zu plädieren.
Möglicher Starttermin: Saison 2006/07
Der Vormann des hessischen Zweitliga-Fünften hat in einem Schreiben an die Spitze des Liga-Verbandes, die Geschäftsführung der Deutschen Fußball Liga (DFL) und die 36 deutschen Profiklubs angekündigt, daß Eintracht Frankfurt bei der nächsten Mitgliederversammlung der Bundesliga den Antrag auf Aufstockung der Bundesliga stellen wird. Als Starttermin hat Bruchhagen den Beginn der Saison 2006/07 vor Augen.
Ob die Bruchhagen-Reform mehrheitsfähig sein wird? Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge reagierte schon mal ablhenend auf den Vorstoß. „Der Antralhat Nullkommanull Chancen.” Bruchhagen, der Ostwestfale aus Frankfurt, argumentiert in einem Acht-Punkte-Papier zumindest gut. So weist er in seinem Brief an die Kollegen darauf hin, daß "die Stadien moderner Art mit Überdachung und Rasenheizung ganzjährige Nutzung garantieren".
„Premiere fordert für mehr Geld mehr Leistung”
Daß die Winterpause "weitgehend obsolet" sei, findet auch Peter Peters, der Geschäftsführer des Bundesliga-Zweiten Schalke 04 und Vorstandsmitglied des Ligaverbandes. Peters aber will sich noch nicht festlegen, ob sein Verein am Ende auf der Seite von Eintracht Frankfurt stehe oder nicht. Immerhin würden nach dem Stand der Dinge 300 Millionen Euro aus den Fernsehverträgen der Liga auf 36 und in Zukunft vielleicht auf 40 Klubs verteilt. Das bedeutete auf "dem schwierigen Fernsehmarkt Deutschland" eine Verschlechterung der TV-Einnahmensituation.
Andererseits wird über neue Fernsehverträge spätestens 2006 entschieden, wenn der jetzt schon stürmische Fußballboom dank der Weltmeisterschaft in Deutschland auf dem Gipfel sein wird. Bruchhagen ist deshalb in Sachen Fernsehen optimistisch: "In der Diskussion um die Fernsehgelder fordert Premiere für mehr Geld mehr Leistung der Bundesliga. Dies wäre bei 38 statt 34 Bundesligaspielen der Fall." 2006 laufen die jetzigen Fernsehverträge aus - die Möglichkeit, mit einem vergrößerten Spieltagsangebot mehr Geld für die Klubs zu generieren, liegt auf der Hand.
Bielefeld signalisiert Zustimmung
Die wirtschaftlich am schwersten wiegende Begründung für eine Aufstockung der Bundesliga eins und zwei gibt Bruchhagen gleich zu Beginn seines Werbens um eine vergrößerte Profiklassengesellschaft preis: "Die Modernisierung der Stadien hat nicht nur in den WM-Städten stattgefunden. Die neuen und modernisierten Stadien sind fast ausschließlich durch den Steuerzahler entstanden. Dieser möchte zum Ausgleich in seiner Freizeit dann auch Bundesligafußball geboten bekommen."
Mit anderen Worten: Um die Chance einer wirtschaftlichen Nutzung der für viel Geld ausgebauten oder neu entstandenen Arenen zu mehren, hält Bruchhagen eine Ausweitung der Bundesliga im Interesse des Konsumenten wie auch der Kommunen für unentbehrlich. Roland Kentsch, Geschäftsführer der GmbH&Co.KGaA-Kapitalgesellschaft des Bundesliga-Aufsteigers Arminia Bielefeld, hat nach dem Lesen von Bruchhagens Brief seine Zustimmung schon signalisiert. Gerade aus wirtschaftlichen Erwägungen der mit Schuldendiensten aus Stadionprojekten belasteten Klubs führe "kein Weg an einer Bundesliga-Aufstockung vorbei".
Play-off-Spiele um Auf- und Abstieg
Weitere Argumente für einen Ausbau der Liga sind die gegenwärtigen Rekordzuschauerzahlen in beiden Bundesligen. "Fußball", sagt Bruchhagen, "ist ein wirtschaftliches Ereignis, ein moderner Städtekampf in zeitgemäßen Stadien geworden." Keine Serien-Veranstaltung des deutschen Fußballs genieße einen Zulauf wie die Bundesliga. Auch aus dieser Perspektive sei eine Vergrößerung ihrer Plattform angemessen. Um erst gar nicht den Eindruck zu erwecken, dem ausgedehnten Wettbewerb drohe auch mehr Langeweile, erwärmt sich Bruchhagen für die Idee des Leverkusener Ligaverbands-Vizepräsidenten Wolfgang Holzhäuser, der sich eine Auf- und Abstiegsregelung mit Play-off-Spielen zwischen den Letzten der ersten und den Ersten der zweiten Liga vorstellen kann.
Bruchhagen weist schließlich darauf hin, daß die international höher als die Bundesliga eingestuften ersten Ligen in den Fußball-Kernländern England, Spanien und Italien sämtlich wie auch Frankreich mit 20 Klubs aufgestellt seien. "Deutschland", sagt Bruchhagen, "ist das größte der großen Fußballänder und leistet sich die kleinste Liga. Das ist nicht mehr zeitgemäß." Hierzulande, sagt Bruchhagen, seien die Spielpausen zu lang. "Drei Monate im Sommer, ein Monat im Winter, das ist bei allem Verständnis für die Regeneration der medizinisch und physiotherapeutisch längst bestens versorgten Spieler zu viel." Mehr Mannschaften, mehr Spiele, weniger Freizeit: Die Bruchhagen-Reform steht ab sofort auf der Agenda der gesamten Bundesliga - mit möglicherweise guten Aussichten, in die Tat umgesetzt zu werden.
Quelle: faz.net
Ja mei, bei der "Mehrbelastung" höre ich die Leute schon weider weinen.... [[grin]]