EU bestätigt Glücksspielmonopole

Das Interessanteste was ich bisher zum Thema gelesen hab, eine Tragikkomödie auf 33 Seiten. Es tagt der Sportausschuss des deutschen Bundestages:
http://www.bundestag.de/ausschuesse/a05/anhoerungen/Protokoll_der___ffentlichen_Anh__rung_zu__Sportwetten_und_Spielsucht_.pdf

Für alle die nicht soviel Zeit haben, eine meiner Lieblingsstellen:
"...Die Experten haben zwar etwas häufiger richtig gelegen, die Studien haben aber gezeigt, dass sowohl Experten wie auch Laien auf Dauer Geld verloren haben. Dies liegt letztendlich auch an den Quoten. Die Quote etwa bei einem Spiel FC Bayern gegen Mainz 05 ist bei einem
Tipp auf einem Heimsieg von Bayern eben recht gering. Die Quote für einen Auswärtssieg von Mainz 05 wäre deutlich höher gewesen.
Die Anbieter legen die Quoten in der Regel so fest, dass letztlich der Gewinn beim Anbieter bleibt und nicht beim Spieler."

Ich hätt Windeln beim Lesen tragen sollen. [[rofl]]
Der zuständige Experte kannte wohl den Tabellenstand, damit war er Experte im Wetten und hat wochenlang auf jeden Favoriten getippt der grad da war. Ärgert sich dabei den Allerwertesten ab, daß es dann nur 1,25 auf Bayern gibt und verliert am Schluss dabei! Da wär ich auch sauer!
Den Laien haben`s wohl aus dem afrikanischen Busch gezogen, der hat wild rumgesetzt und auch verloren! Warum nur?
Völlig logische Konsequenz: Weg mit den Quoten! Der einzige private Anbieter der Welt Bwin muß sofort alles 2,7-2,7-2,7 quotieren und nimmt sich damit gleich selber vom Markt und oddset quotiert Bayern-Mainz 1,15-1,15,-1,15!

Fällt mir noch ein: Dieses Zitat stammt nicht etwa von einem ahnungslosen Politiker, sondern von einem geladenen Fachmann [[help]]
 
"Experte" und "Fachmann" ist im Politik-Jargon einfach nur die übliche Bezeichnung für einen Lobbyisten, denke ich, der die gewünschten Informationen bringt. Die Informationen, die von der Politik gefordert werden und von einem sogenannten "Experten" oder "Fachmann" abgesegnet werden, damit sie der Öffentlichkeit präsentiert werden können.

Tja, so läuft es leider in diesem Land, und nicht nur hier.
Man hätte ja auch einen Blick in dieses Forum werfen können, wo zahlreiche Spezis dauerhaft im plus sind. Aber das hätte halt nicht das momentan benötigte Ergebnis gebracht ...
 
swidrigailov schrieb:
"Die Anbieter legen die Quoten in der Regel so fest, dass letztlich der Gewinn beim Anbieter bleibt und nicht beim Spieler."

Falls irgendein halbwegs intelligenter Mensch dieses Papier ernst nehmen sollte, dann würde ich vorschlagen, es wird anhand dieser Zeile mal eine Untersuchung eingeleitet.
Da der Lobbyist selbst die Sportwetten-Experten dauerhaft im Minus sieht, kann diese Aussage ja nur bedeuten, dass Oddset von der Liga die Spielergebnisse im voraus mitgeilt bekommt? [[nixweiss]]
Wie sonst kann es sein, dass sie niemals irren und immer die richtigen Quoten anbieten. Normalerweise ist kein Mensch frei von Fehleinschätzungen, auch kein Buchmacher.
Aber Oddset macht angeblich immer die richtigen Quoten, vom Quotenschlüssel natürlich einmal abgesehen!?

Skandal - alle Spiele sind abgesprochen!! [[rofl]] [[rofl]]
 
Ich lese das jetzt einfach mal nicht, weil mir dann gleich wieder das Frühstück entgegen kommt !

Vor allem, das sowas in einem so "fortschrittlichen" Land durchgeht.

Da ist der Begriff einer möglichen Jamaika-Koalition doch nicht nur auf die Farbgebung bezogen gewesen :mrgreen:

Fragt sich nur --- warum schließt die Regierung zum Schutz der Wettenden nicht Oddset, wenn es lt dem Experten doch NUR VERLUST für den Bürger bedeutet ????
 
könnte denen mal jmd die tolle AnfängerWettAnleitung zumailen die es hier gibt?
Also das über Moneymanagemnet und Value und so...glaub die wissen gar nicht was das is, vllt sollte chris, nobody, daniel, chinaboy und herby etc. mal als richtige Experten sagen wo der Hase lang läuft..als Stargast dann zum Schluß noch rios und die Welt ist gerettet [[grin]]

Ich kann nur von mir aus sagen, als ich das Wettforum hier noch nich kannte hab ich bei Oddset und BWin auch nur Verlust gemacht und habs zwischendurch auch aufgegeben...doch der googleGott hat mich hierhergeleitet und nun hab ich mir zumindest den Verlust den ich innerhalb von 2 Jahren bei BWin gemacht habe innerhalb eines Jahres wieder reingeholt und sogar noch mehr ... [[winkewinke]] [[bussi]]
 
swidrigailov schrieb:
Für alle die nicht soviel Zeit haben, eine meiner Lieblingsstellen:
"...Die Experten haben zwar etwas häufiger richtig gelegen, die Studien haben aber gezeigt, dass sowohl Experten wie auch Laien auf Dauer Geld verloren haben. .."

Ich glaube schon, daß diese Aussage korrekt ist.
Wenn man gezwungen wäre jedes Angebot zu bewetten, wäre jeder im Minus.

Experter allerdings weniger. Aha. Das heißt, ein Experte ist besser als Gevatter Zufall. Aber hätte der Experte selektieren dürfen, hätte er unter Garantie Gewinn erwirtschaftet - wenn es auch wahrscheinlich zu Oddset-Konditionen bestenfalls ein geringer wäre.

Quoten werden von Menschen erstellt. Menschen können irren, nicht genügend Informationen haben oder die Voraussetzungen können sich ändern usw...

Mal davon abgesehen, Jürgen Klinsmann war der größte Experte in Bezug auf die Nationalmannschaft. War das Gegentor gegen Italien deshalb unabänderliches Schicksal? Wußte Klinsmann schon vor Spielbeginn, daß es in der 119. Minute vorbei ist? Und wenn er es wußte, warum hat er nichts dagegen unternommen?
 
Absurde Welt, absurde Parallelen ??

Flaschen in Flammen

Von Agnes Tandler, Neu Delhi

In Indien tobt ein Kulturkampf gegen Coca-Cola und Pepsi. Mehrere Bundesstaaten haben den Genuss der Softdrinks in Schulen und Behörden verboten, ein Staat hat den Verkauf völlig gestoppt. Auf den Straßen der Städte treibt der Protest gegen die US-Konzerne kuriose Blüten.

Neu Delhi - Die Abfüllanlagen von Coca-Cola und Pepsi im kleinen südindischen Bundesstaat Kerala sind ab sofort geschlossen. Die marxistische Regierung entzog ihnen die Lizenzen und verhängte ein generelles Verbot für die Cola und andere Softdrink-Marken der beiden Konzerne.

In weiteren Bundesstaaten Indiens wurden Teil-Verbote beschlossen. Dort dürfen die Softdrinks nicht mehr in Schulen, Krankenhäusern, Ämtern und Behörden vertrieben werden. Die Front der Cola-Gegner wächst - am Donnerstag kamen die Regionen Karnataka und Andhra Pradesh dazu, insgesamt gelten Verbote nun in sieben Bundesstaaten.

Auslöser des staatlichen Cola-Verbots ist ein vor gut einer Woche herausgegebener Bericht des Center for Science and Environment. In 57 Cola-Proben aus zwölf indischen Bundesstaaten hatte das Institut eigenen Angaben zufolge Pestizide in gesundheitsgefährdenden Mengen nachgewiesen. Die Werte sollen den Standard um das zehn- bis 50-fache überschritten haben. Den amerikanischen Konzernen, die die Rezeptur ihrer Softdrinks streng geheim halten, wurden vier Wochen Zeit gegeben, um alle Inhaltsstoffe offenzulegen. Die Umsätze sind nach Angaben der beiden betroffenen Unternehmen in Indien seither schon um zehn Prozent gesunken.

Auffällig an dem neuesten Vorstoß Indiens gegen die Softdrinks-Industrie ist, dass lediglich die beiden großen multinationalen Firmen mit Verboten behängt werden, während andere kohlensäurehaltigen Getränke, besonders die heimischen Produkte, nicht betroffen sind. Der Schluss liegt nahe, Indien wolle wieder einmal seine Industrie gegen Konkurrenten aus dem Ausland abschotten. Viele westliche Konsumgüter sind in dem boomenden Land überhaupt nicht zu erhalten oder sind mit hohen Steuern belegt.

Zwar veröffentlichen Cola und Pepsi keine genauen landesbezogenen Zahlen, doch Branchenkenner schätzen, dass jährlich 500 Millionen Kästen Cola und Pepsi mit jeweils 24 Flaschen in Indien produziert werden. Der Umsatz mit den Drinks soll sich auf etwa 70 Milliarden Rupien (rund 1,4 Milliarden Euro) im Jahr belaufen. Beide Unternehmen beherrschen 80 Prozent des Softdrink-Marktes.

Erinnerung an frühere Verbote

Es ist nicht das erste Mal, dass in Indien Coca-Cola der Kampf angesagt wird. Gut 15 Jahre, von 1977 bis 1993 waren Pepsi und Coca-Cola hierzulande verboten. Bereits damals verlangte die Regierung die Offenlegung des geheimen Rezeptes, die Unternehmen verweigerten das. Pepsi und Cola waren jedoch in guter Gesellschaft: Neben den beiden Getränkeherstellern hatte man 1977 auch den Computergiganten IBM aus dem Land gejagt.

Die beiden US-Unternehmen sind nun ihrerseits in die Offensive gegangen und haben Zeitungsanzeigen geschaltet, um die Öffentlichkeit von der Ungefährlichkeit ihrer Getränke zu überzeugen. "Ist meine Pepsi ungefährlich?", heißt es einer der Annoncen etwa - der Herstellerkonzern versucht darin, die Kundschaft mit Zahlen und Untersuchungswerten anderer indischer Laboratorien zu beruhigen.

Pestizide kämen nun einmal in der Nahrungskette vor, heißt es in der Vertrauenskampagne. Die Rückstände in der Brause seien aber winzig. Insektenvernichtungsmittel seien auch im Wasser, in der Milch und in vielen anderen Lebensmittel in Indien nachzuweisen. Als Replik teilte der Center for Science allerdings in klaren Worten mit, bei der Milch würden die Menschen mit den Giftrückständen immerhin noch wichtige Nährstoffe zu sich nehmen. Dies sei bei Pepsi und Cola ja nicht der Fall.

Damit geht der Schlagabtausch in die nächste Runde. Das Forschungszentrum bezeichnet sein Wirken gegen die US-Brausekonzerne gar als "Straßenkampf". Pepsi und Coca-Cola haben aber auch Fürsprecher. Beide Unternehmen haben zudem eine eigene Organisation für PR gegründet - diese Institution mit dem schönen Namen "Zentrum für Verstand und Ausgewogenheit im öffentlichen Leben" verweist darauf, in Indien gebe es diverse Sicherheitsrisiken - betrügerische Lotterien und teure, undurchsichtige SMS-Dienste, die Menschen das Geld aus der Tasche ziehen. Ein Kulturkrieg um Cola, heißt es da, sei vor diesem Hintergrund doch Zeitverschwendung.

Pestizide=Spielsucht
heimische Cola=Oddset
Pepsi heißt eben bwin
und Indien ist näher als man glaubt


wie krank ist diese Menschheit eigentlich?

In diesem Sinne [[sleep]]
 
Mal wieder was aus der Süddeutschen Zeitung:


Zweifel am Jugendschutz bei Oddset

Private Wettbüros bezeichnen Polizei-Aktion in ihren Zentralen als Schikane - und prangern Freistaat an

Mit der Schließung von 41 privaten Wettbüros in München ist das Rennen um die Sportwetten noch längst nicht gelaufen: Nach der Versiegelung der Annahmestellen bekamen einige private Wettanbieter auch in ihren Zentralen Besuch von der Polizei, die mit der Begründung "Gefahr im Verzug" Räume durchsuchte und Unterlagen beschlagnahmte. Als "reine Schikane" bezeichnete ein Anbieter die Aktion und stellte gleichzeitig den Freistaat an den Pranger: Er hatte zwei minderjährige Jugendliche losgeschickt, die in staatlichen Lottoannahmestellen Oddset-Wetten abgeben sollten - was in 80 Prozent der Fälle mühelos gelang.

Magnus von Zitzewitz, Mitglied des Vorstands bei der Bet 3000 AG, war mehr als überrascht, als am Mittwoch "etwa 60 Polizisten" in der Firmenzentrale an der Mittererstrasse auftauchten. "Ohne Durchsuchungsbeschluss" wollten sie alle Unterlagen des Unternehmens mitnehmen. "Nach etwa dreieinhalb Stunden Suche wurden wesentliche Dokumente einbehalten."

Oberstaatsanwalt August Stern bestätigte die Aktion: Neben der Schließung der jetzt illegalen Wettbüros gehe es auch darum, dass nun gegen die Betreiber Strafanzeigen wegen unerlaubten Glücksspiels gestellt werde. "In den Wettbüros hat sich herausgestellt, dass relevante Unterlagen in der Zentrale aufbewahrt werden", sagt Stern. Und da die Gefahr bestand, dass Mitarbeiter ihre Kollegen warnen, habe man sofort zugreifen müssen.

Die Bet 3000 AG betreibt in ganz Deutschland über 80 Wettbüros - sieben in München - mit einer EU-Lizenz. "Wir erwarten das Urteil des europäischen Gerichtshof, damit diese Lizenz anerkannt wird", sagt Zitzewitz. Dann sei die Rechtslage wieder eine völlig andere. Bis dahin, so mutmaßt er, "will der Staat die private Konkurrenz mit solchen Aktionen kaputtmachen."

Generell kann Zitzewitz der Argumentation des Gerichts nicht folgen, wenn es beispielsweise um die Werbung für Sportwetten gehe: "Wir werben gar nicht", sagt er. Oddset dagegen habe laut einer aktuellen Werbe-Auswertung der Firma Nielsen im Mai und Juni seine Werbeausgaben im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Auch beim Thema Jugendschutz stünden laut Zitzewitz die Privaten besser da: "Wir haben ein Schild an der Tür, dass Personen unter 18 Jahren keinen Zutritt haben." In die Lottoannahmestelle hingegen könne jeder hineingehen, weil dort ja auch Zeitschriften oder Kaugummis verkauft werden. Und: Er beauftragte eine Privatdetektei, den Jugendschutz dort zu kontrollieren: In 17 von 21 besuchten Oddset-Annahmestellen konnten die beiden jugendlichen Testpersonen (13 und 15 Jahre) problemlos Wettscheine abgeben. Ein Oddset-Sprecher wollte sich zu der Glaubwürdigkeit solcher Tests nicht äußern. Er erklärte, dass die Annahmestellen-Betreiber informiert - und bei Nichteinhaltung abgemahnt und gekündigt werden. Ab Herbst aber werde ohnehin alles anders: Da könne man nur noch mit einer vorher beantragten Kundenkarte wetten.

Susi Wimmer
(SZ vom 11.8.2006)
 
...und noch was:

Westerwelles privater Wetteinsatz
Hüpfen und werben

Am Samstag hüpfte Guido Westerwelle durch den Berliner Sand. Der Auftritt als Beachvolleyballer wäre der Rede nicht wert, hätte diese Aktion seiner FDP nicht das Ziel gehabt, "auf sportliche Art gegen die Zerschlagung des Sponsorings für den Breiten- und Spitzensport durch das Verbot von privaten Wettanbietern" zu demonstrieren. Am Sonntag führte der Parteichef dann in ganzseitigen Zeitungsanzeigen eine Liste prominenter Werber für die Reiter-WM (ab 20. August) in Aachen an. In beiden Fällen war das Logo des umstrittenen privaten Sportwettanbieters bwin (betandwin) gut sichtbar. Für das Volleyballspiel hatte die FDP am Freitag bei Bwin sogar Trikots mit Brustwerbung bestellt, die per Eilkurier nach Berlin geschickt wurden.

Westerwelle und Wettfreunde trommeln für die Glücksspielfirma, der vom Freistaat Sachsen am Donnerstag jede Tätigkeit untersagt worden war. Auch im Fachblatt Sponsors warb er jüngst (wegen der "Gemeinwohlbelange und zur Förderung des Sports") für die Neuordnung des Sportwettrechts. Es ginge ja "nicht nur um das Schicksal eines Unternehmens, sondern um die ordnungspolitischen Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft", ließ der FDP-Chef nun der SZ übermitteln, schwieg sich aber aus zur Kernfrage: Ob er sich bei seinem Kreuzzug für die Freiheit des Zockens nicht selbst zu weit aus dem Fenster hängt. Es war ja Westerwelles Lebensgefährte Michael Mronz, der bwin Mitte Februar als Topsponsor für die Reit-WM präsentieren konnte. "Mit diesem Partner haben wir unseren Sport um eine spannende Variante erweitert", hatte Mronz, Sprecher des Aachener WM-OK, damals stolz verkündet.

Die Sponsorsummen bei der Reit-WM liegen nach SZ-Information im hohen sechsstelligen Bereich. Norbert Teufelberger, Vorstandschef der Bwin AG, will den Betrag nicht nennen; auch das Motiv, warum sich die Glücksspielfirma just im Wettspiel-freien Reitsport so signifikant engagiert, umschreibt er wolkig: "Mit der Reit-WM können wir unsere Marke hervorragend transportieren." Klar sei aber: Westerwelles Einsatz für Privatwetten und für bwin im Besonderen habe "nichts mit seiner Beziehung zu Mronz zu tun".

Das mag sein, könnte aber öffentlich anders herumkommen, wenn der FDP-Chef im Sponsortrikot den märkischen Sand aufwühlt - im selben Sportdress, der vor Tagen Amateurkickern in Bayern polizeilich untersagt worden ist. Erhellend wäre es jedenfalls, die von Lobbyisten in Sport und Politik gefeierte Förderung der Privatwetter für den Breitensport einmal näher zu beleuchten. Die im Verkaufskatalog 2005 angebotenen Vollpolyester-Trikots liegen ganz im Markttrend, Online-Stores führen preislich Vergleichbares. Gelockt wird die Basis von den frommen Förderern zudem mit dem Wettbewerb Supermatch: "Trommelt Freunde zusammen und versucht, so viele Neukunden wie möglich für betandwin zu begeistern". Den Preis, ein Spiel gegen die Profis von Werder Bremen, gewann B-Ligist SV Niederkassel, er warb 604 neue Wettkunden. Gerade präsentierten sich die Amateurkicker nackt in einem Boulevardblatt - als Protest gegen das Verbot von bwin.

T. Kistner/K. Ott
(SZ vom 14.8.2006)



P.S.: 604(!!) Neukunden - das schafft vermutlich nicht mal unser Forenmaster [[bussi]]
 
Mc schrieb:
Die Sponsorsummen bei der Reit-WM liegen nach SZ-Information im hohen sechsstelligen Bereich. Norbert Teufelberger, Vorstandschef der Bwin AG, will den Betrag nicht nennen; auch das Motiv, warum sich die Glücksspielfirma just im Wettspiel-freien Reitsport so signifikant engagiert, umschreibt er wolkig: "Mit der Reit-WM können wir unsere Marke hervorragend transportieren." Klar sei aber: Westerwelles Einsatz für Privatwetten und für bwin im Besonderen habe "nichts mit seiner Beziehung zu Mronz zu tun".

Irgendwie tuts mir unheimlich leid es sprechen hier nur leuten die von Wetten NULL ahnung haben
 
die Einführung einer Kundenkarte ist ja dann wohl die Krönung:

was will Oddset (und somit der Staat):

die Leute dazu zwingen zum schlechtestmöglichen @_Schlüssel zu spielen - idealerweise als Monopol (warum erinnert mich das immer an die ehemalige UDSSR?)-
mit der Kundenkarte kann ich Leute, die trotz Scheiß-@ gewinnen limitieren oder gar sperren...

meine Herren, das wird in Europa nicht gelingen, ausser Deutschland tritt aus der EU aus. Ein Spiel mit dem Feuer, weil jedes heute án der Ausführung Ihrer Dienstleistung gehindertes/behindertes Wettbüro, wird, wenn ein bestätigtes Urteil vorliegt d. hier momentan gegen EU-Recht verstossen wird in weiterer Folge eine Klage einreichen - vermutlich erfolgreich. Das kostet Deutschland mehr Geld als die WM eingebracht hat. Das dann einige Entscheidungsträger zurücktreten werden hilft dann auch nix mehr...............
 
Caliph schrieb:
die Einführung einer Kundenkarte ist ja dann wohl die Krönung:

was will Oddset (und somit der Staat):

die Leute dazu zwingen zum schlechtestmöglichen @_Schlüssel zu spielen - idealerweise als Monopol (warum erinnert mich das immer an die ehemalige UDSSR?)-
mit der Kundenkarte kann ich Leute, die trotz Scheiß-@ gewinnen limitieren oder gar sperren...

meine Herren, das wird in Europa nicht gelingen, ausser Deutschland tritt aus der EU aus. Ein Spiel mit dem Feuer, weil jedes heute án der Ausführung Ihrer Dienstleistung gehindertes/behindertes Wettbüro, wird, wenn ein bestätigtes Urteil vorliegt d. hier momentan gegen EU-Recht verstossen wird in weiterer Folge eine Klage einreichen - vermutlich erfolgreich. Das kostet Deutschland mehr Geld als die WM eingebracht hat. Das dann einige Entscheidungsträger zurücktreten werden hilft dann auch nix mehr...............

...irgendwie kann ich mich auch noch ganz dunkel daran erinnern, im Geschichte-Unterricht gehört zu haben, dass auch im "3. Reich" verstaatlicht/enteignet wurde... [[help]] -und diese "Hexenjagd" empfinde ich vergleichbar mit den Geschehnissen um 1940! Als wenn es in diesem Land nicht noch MINDESTENS 100 wichtigere Probleme zu lösen gäbe- Thema Arbeitslosigkeit, kaputte Kassensysteme-diese Liste ließe sich noch beliebig fortsetzen! Aber leider scheinen die "geliebten" sächsischen Politiker sich derzeit in einem "Sommerloch" zu befinden, in dem es sehr langweilig zu sein scheint-"Ach, mir fällt da gerade ein, wir könnten doch die privaten Wettanbieter verbieten..."-so ungefähr stelle ich mir das Szenario vor...Typisch ist auch, mit der "Wettsucht" als Hauptargument anzutreten- man braucht halt was, um den "braven Bürger" verarschen zu können, und versucht dies dadurch, dass man ihn doch um jeden Preis vor den "großen Gefahren des Glücksspiels" schützen will, damit er sich ja nicht ruiniert (sonst kann er ja keine Ökosteuer, Tabaksteuer...usw. mehr zahlen, wenn er ruiniert ist) -bloß das es eh nur um den sinkenden Gewinn von ODDSET geht, weiß doch jeder!! Solche Handlungen sind hier in Deutschland, besonders in den "neuen" Bundesländern, an der Tagesordnung, an Bürokratie fast nicht zu überbieten! Nach dem Motto "Erst handeln (in diesem Fall: verbieten)-dann überlegen! [[stupid]]

Ein dreifaches "Hurra" auf den freien Wettbewerb (der hier leider mit Füßen getreten wird...)!!!!! Chapeau!
 
Caliph schrieb:
die Einführung einer Kundenkarte ist ja dann wohl die Krönung:

was will Oddset (und somit der Staat):

die Leute dazu zwingen zum schlechtestmöglichen @_Schlüssel zu spielen - idealerweise als Monopol (warum erinnert mich das immer an die ehemalige UDSSR?)-
mit der Kundenkarte kann ich Leute, die trotz Scheiß-@ gewinnen limitieren oder gar sperren...

Es geht noch heftiger. [[hammer]]

Aus dem Kleingedruckten bei der Online-Registrierung von Oddset:

Zur Altersverifikation werden Ihre Daten an die SCHUFA Holding AG, Hagenauer Straße 44, D-65203 Wiesbaden übergeben:
Ich willige ein, daß meine persönlichen Daten zum Zwecke der Identitätsprüfung an die SCHUFA übermittelt werden. Die SCHUFA übermittelt daraufhin den Grad der Übereinstimmung der bei ihr gespeicherten Personalien mit den von mir angegebenen Personalien in Prozentwerten. Die Staatliche Lotterieverwaltung, München, kann somit anhand der übermittelten Übereinstimmungsraten erkennen, ob eine Person unter der von mir angegebenen Anschrift und mit dem von mir angegebenen Geburtsdatum im Datenbestand der SCHUFA gespeichert ist.

Den Nachsatz halte ich dann nur für ein unglaubwürdiges Placebo.

Ein weiterer Datenaustausch, insbesondere eine Bonitätsprüfung oder eine Übermittlung abweichender Anschriften sowie eine Speicherung meiner Daten im SCHUFA-Datenbestand findet nicht statt. Es wird aus Nachweisgründen allein die Tatsache der Überprüfung der Adresse bei der SCHUFA gespeichert. Nähere Informationen finden Sie unter www.schufa.de.
 
schufa ist doch das Ding wo nachgeschaut wird wenn man einen Kredit haben will (glaube so ähnlich wie der Kreditschutzverband in Ö...).
Feine Sache: Herr Müller aus Dresden will einen Kredit - "liegt da etwas vor? Nein eigentlich nicht, er ist allerdings ein Oddset-Kunde". Bei kniffeligen Kreditentscheidungen läßt das ev. das Pendel in Richtung "nicht genehmigt" ausschlagen. feine Sache - bin gespannt was als nächstes kommt.
nebenbei bin ich froh Österreicher zu sein [[grin]] (na gut das bin ich so und so..... [[grin]] ..., aber jetzt nocheinmal um eines mehr :mrgreen: )
 
Caliph schrieb:
Feine Sache: Herr Müller aus Dresden will einen Kredit - "liegt da etwas vor? Nein eigentlich nicht, er ist allerdings ein Oddset-Kunde". Bei kniffeligen Kreditentscheidungen läßt das ev. das Pendel in Richtung "nicht genehmigt" ausschlagen.

Ich hab noch mal drüber nachgedacht. Das Vorgegen ist korrekt.

Wer bei Oddset wettet ist tatsächlich nicht kreditwürdig.
 
@Pechvogel: da hast Du aus heutiger Sicht 100% Recht

wenn allerdings das Ziel dieser feinen Herren durchgehen würde (graue Theorie) wären all jene, die bei Bayern - Werder Ihr sportliches Fachwissen mit einer Wette vesilbern wollen ja GEZWUNGEN dies über Oddset zu machen = Meldung bei Schufa = herabsetzung im persönlichen Kreditrating (Vorsicht: Spielernatur....)- auch wenn natürlich offiziel derartige Einträge nicht angeschaut werden........
 
Neuigkeiten zu Bwin vs. Sachsen:

Dienstag, 15. August 2006
"bwin"-Verbot
Verstoß gegen EU-Recht

Der Freistaat Sachsen verstößt einem Bericht des Wirtschaftsmagazins "Focus-Money" zufolge mit dem Verbot des privaten Wettenanbieters "bwin" gegen die Dienstleistungsfreiheit laut EG-Vertrag.

Der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofes, Dámaso Ruiz-Jarabo Colomer, habe schon am 16. Mai zu einem ähnlichen italienischen Fall geschrieben: "Die Artikel 43 und 49 sind so auszulegen, dass sie einer nationalen Regelung entgegenstehen, die die Annahme und die Übermittlung von Wetten ohne die hierfür erforderliche Genehmigung des jeweiligen Mitgliedstaates verbietet." Der Artikel 43 des EG-Vertrages regelt das Recht auf freie Niederlassung, Artikel 49 den freien Dienstleistungsverkehr.

Besitze ein Unternehmen eine Zulassung im Bereich Wetten in einem Mitgliedstaat, müsse der freie Zugang diese Unternehmens in einem anderen Mitgliedstaat gewährleistet sein - unbeachtet nationaler Gesetzgebung, sagte der Chef des EU-Büros des deutsche Sports, Tilo Friedmann, zu "Focus-Money".

Eine endgültige Position des Europäischen Gerichtshofes ist laut Friedmann in etwa sechs Monaten zu erwarten. "In 80 Prozent der Fälle folgt der EuGH aber der ersten Einschätzung des Generalanwalts", sagte er.

Quelle: http://www.n-tv.de/699877.html