Meine Erlebnisse in Heerenveen am 04.12.2005:
Am Sonntag, den 04.12.2005 war es wieder soweit, es ging nach Heerenveen zum Eisschnellaufweltcup, wobei ich meine Mutter mitnahm, die ja auch sehr sportbegeistert ist. Wir fuhren gegen 08:00 Uhr los und hatten eigentlich eine sehr angenehme Fahrt, fast gar keinen Regen. Allerdings musste ich in Holland mich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen von max. 120 km/h halten, da eine Überschreitung bis zu 400 Euro kosten kann.
Gegen 09:30 Uhr waren wir dann endlich da und mussten erstmal einen Parkplatz suchen, dieses Jahr auch mit 5 Euro zum ersten Mal bezahlen, der vom letzten Jahr war komplett abgesperrt.
Wir hatten letztes Jahr unsere Erfahrung gemacht, dasz es besser ist, einen Rucksack mit Verpflegung mitzunehmen, ich hatte auch heissen Tee, Getränke, Brötchen und Obst mit. Desweiteren ein kleines Fernglas und eine Kamera.
Nun gut, erstmal die Karten besorgen und ich hatte Glück, unser Stammbereich im Nord war noch frei (ich hatte mich vertan, wir standen auch letztes Jahr bei Nord und nicht bei Süd). Die Kartenverkäuferin sprach auch ein bischen Deutsch, das war letztes Jahr ja noch ulkig, ich bin ja immer so dreist und spreche gleich in Deutsch, obwohl ich nicht erwarten kann, dasz die Person vor mir auch deutsch kann. Ich fragte diesmal aber, sie konnte. Allerdings wurden wir diesmal nicht von der Halle aus reingelotst, sondern mussten draussen rein, natürlich wieder von Pontius nach Pilatus geschickt, aber nach einer gewissen Zeit fanden wir den Eingangsbereich.
Es wurde aber unser Rucksack kontrolliert und der Kontrolleur sagte nein zu den mitgebrachten Getränken, den Tee konnten wir mit reinnehmen, aber nicht die Getränkeflaschen. Mist, dachte ich mir, wieder schlauer geworden (nächstes Jahr nur Thermoskannen mitnehmen *notier* ). Da ich keine Lust hatte, wieder zum Wagen zu laufen, schenkte ich den beiden die Flaschen. Danach liessen sie uns beide durch.
Ok, jetzt erstmal rein in die Halle und dann ab zu unserem Stammplatz, es war mittlerweile kurz nach 10:00 Uhr, in einer Viertelstunde fingen auch die ersten Läufe der 1500m Damen Gruppe B an.
Diese Läufe waren noch nicht so spektakulär und wir begannen, es uns da einzurichten an der Bande, wobei wir auch unsere Flagge daran befestigten, Glück, dasz noch ein bischen Klebeband da dran war, das nutzten wir (nächstes Jahr Kleberolle mitnehmen *notier* ). Kurze Zeit später kamen dann eine Truppe, die wir vom letzten Jahr schon kannten, ein paar Holländer, die aber eher für Norwegen und Finnland waren, hatten Flaggen dabei und was ganz ulkig ist, etliche Puppen, die kleine Jäckchen an hatten, wo etliche Eisschnellaufstars drauf abgebildet waren, die mit Autogrammen verziert waren. Wir kamen mit ihnen auch schnell in´s Gespräch, ein bischen holländisch verstehen können wir auch und die können auch deutsch.
Zwischendurch liefen auch ein paar Läuferinnen vorbei, vor allen Dingen Daniela Anschütz und Sabine Völker, wir grüssten ganz brav mit Guten Morgen, die schauten nur sehr verdutzt, rechneten damit nicht. Die Katrin Kalex hingegen musste lächeln dabei.

Dann waren die 1500m-Läufe vorbei und es hiess mal Mittag, in der Halle gab es leckeren Erbseneintopf, wo wir uns jeweils ein Schälchen holten, dazu Brötchen und Tee. Ab und zu gegen Nachmittag mussten wir uns auch mal ein Getränk holen, aber 0,2l Kaffee für 1,50 Euro, teuer (nächstes Jahr die Thermoskannen mehr mitnehmen und ein Kissen zum Sitzen, ganz wichtig).
Dann ging es los, die 1500m der Damen, Gruppe A. In der Pause hatten wir schon Anni Friesinger am laufen gesehen auf der blauen Trainingsbahn, aber jetzt ging es an Eingemachte. Die ersten Läuferinnen liefen noch normale Zeiten und auch die deutschen Mädels waren noch so der Bringer, aber dann als Claudia Pechstein gegen Sabine Völker lief, da wurde es erstmals interessant, die Zeiten aber auch nicht der Bringer. Ich musste warten, bis Anni Friesinger kam und wie die kam, ihre Laufgegnerin Maki Tabata hatte keine Chance, sie lief mit 1:54,66 eine Wahnsinnszeit, neuen Bahnrekord, so eine Zeit ist noch niemand von den Frauen auf einer Flachlandbahn gelaufen in 1500m. Als Anni ihre Ehrenrunde drehte, riefen wir ganz laut: Anni, Anni, Anni, sie kriegte das mit und sah uns wohl und winkte uns zu, auch die Holländer waren sehr begeistert. Sie hatte aber noch nicht gewonnen, denn sie musste noch auf Cindy Klassen warten und die lief ebenfalls ein Wahnsinnsrennen, war zwischenzeitlich sogar unter der Zeit von Anni und erst in der Zielgeraden kam sie leicht aus dem Tritt und verlor die entscheidenden 6 Zehntel, die zum Sieg für Anni Friesinger reichten, aber mit 1:54,72 ist auch Cindy Klassen eine Mordszeit gelaufen, das muss man anerkennen.
Nach dem Rennen machte ich eine Feststellung: In meiner Kamera war der Film nicht richtig eingerastet, ich hatte keine Bilder drauf, auch die von Anni nicht, puuh, war ich ärgerlich, aber nun gut, ich musste dann noch sehen, dasz ich ein paar Bilder drauf bekam von den 10000m der Männer.
Und das wurde ein Wahnsinnsrennen, was ich mal anhand der Bilder kommentiere möchte:
Bild 1 (Heerenveen3):
Hier sieht man Oystein Grodum gegen Johan Röjler am laufen, der Norweger war die ganze Zeit vorne bis 8000m, dann holte der Schwede schlagartig auf, hier konnte man sehen, wie man am besten das Rennen einteilt. Röjler lief mit 13:08,42 schon eine sehr gute Zeit.
Bild 2 und 3 (Heerenveen4 und 5):
Bild 2
Bild 3
Nach zwei Läufen wurde eine Pause eingelegt, das Eis wurde neu gemacht, man kann auf dem ersten Bild denjenigen sehen, der die Klotjes (das sind so rote Halbkugeln, die immer die Bahn markieren) absammelte, bevor auf dem zweiten Bild die beiden Wagen auf´s Eis fuhren und es neu machten.
Bild 4 (Heerenveen7):
Arne Dankers (links) und Lasse Saetre (rechts) sind hier am Anfang des Rennens zu sehen. Das sollte auch schon mal eine Vorgabe geben, was noch kommen mag, denn der Norweger Saetre war der erste, der an diesem Nachmittag unter 13 Minuten lief mit 12:59,42.
Bild 5 (Heerenveen8):
Ja, wer kommt denn da? Der Nikolaus war an diesem Tag auch in Heerenveen und machte seinen Besuch dort, vorher war er noch auf der Eisfläche gewesen, jetzt lief er in der Pause in dem Aufwärmbereich einmal um die Laufbahn. Hier im Vordergrund links des Bildes sieht man die von von mir vorher im Bericht beschriebenen Puppen unserer holländischen Kollegen. Derek Parra (Eisschnellauf-Sprinter) war zwischenzeitlich auch mal da und verkaufte dort seine Memoiren, auch den holländischen Fernsehmoderator sowie seine charmante Kommentatorin liefen ebenfalls da öfters rum.
Bild 6 und 7 (Heerenveen9 und 10):
Bild 6
Bild 7
Chad Hedrick in Aktion, er war zu dem Zeitpunkt schon auf Weltrekordkurs, was uns aber gar nicht bewusst war, denn es wurde nicht angezeigt auf der Anzeigetafel, als er auf dem zweiten Bild seine Ehrenrunde drehte und Weltrekord gelaufen ist mit 12:58,25.
Bild 8 und 9 (Heerenveen11 und 12):
Bild 8
Bild 9
Auf dem ersten Bild sieht man Carl Verheijen (rechts) und Sven Kramer (links), die beiden lieferten sich ein spannendes Finish im letzten Lauf, die Holländer waren total aus dem Häuschen, auf dem zweiten Bild läuft Carl Verheijen gerade durch´s Ziel zum neuen Weltrekord mit 12:57,92, so was hab ich noch nie gesehen, es wurde dann kurz danach auch ganz schlicht angezeigt, dasz er Weltrekord gelaufen ist. Damit hätte ich im Leben nicht gerechnet, ein Weltrekord auf der Flachlandbahn und ich war dabei, das werde ich nie vergessen, zumal man das nicht jeden Tag geboten bekommt.
Bild 10 und 11 (Heerenveen und 1):
Bild 10
Bild 11
Auf dem ersten Bild nochmal meine Eintrittskarte, auf dem zweiten Bild dann die Halle gesamt.
Zum Schluss möchte ich sagen, es war ein Supertag, Sieg Anni Friesinger mit neuen Bahnrekord, dazu Weltrekord über 10000m der Männer, wann bekommt man so was mal geboten. Ärgerlich nur, dasz der Film anfangs nicht drin war und dann muss ich nächstes Jahr noch an einiges mehr denken.
Ich hoffe, euch gefällt der Bericht, er ist ein wenig lang geworden, aber ich wollte halt nix vergessen.