Deutschland - DEL
Straubing Tigers vs. Löwen Frankfurt
24.09.2023 16:30 Uhr
Raubkatzenduell am 4.Spieltag, Straubing empfängt Frankfurt. Straubing ist tatsächlich eines von nur zwei Teams, gegen das die Löwen in ihrem Aufstiegsjahr keinen Sieg holen konnten. Gegen das zweite Team - die Kölner Haie - ist man gar noch ohne Punktgewinn.
Straubing sich die letzten Jahre stetig weiterentwickelt und vor allem aufgrund von starken Imports in den Top-6 etabliert. Auch in der abgelaufenen Spielzeit belegten sie einen starken 4.Tabellenplatz und stellten mit 23 Siegen aus 28 Partien das beste Heimteam der Liga. Ausgerechnet das Heimspiel in Spiel 7 gegen Wolfsburg verloren sie jedoch und schieden damit bereits im Viertelfinale aus dem Meisterschaftsrennen aus. Bei ihnen war der Umbruch größer, denn Erfolg weckt nun mal Begehrlichkeiten. Gerade offensiv verloren sie mit Turnbull (Retired), Akeson (Pustertal), Adam (Plzen), Leier (Linköping) und St. Denis (Ingolstadt) fünf ihrer sieben besten Scorer der letzten Spielzeit. Die defensiven Abgänge konnte man mehr als nur kompensieren mit Samuelsson (Bremerhaven), Mattinen (Villach) und Justin Brown (Philadelphia Flyers). Das sollte ein Upgrade sein zur letzten Spielzeit. Offensiv mit Sheehy (Nürnberg), Clarke (Augsburg) Bradley (Vienna Capitals), sowie den beiden Kanadiern Scott (Colorado Eagles) und Fonstad (Cleveland Monsters) die Abgänge nominell eins zu eins ersetzt. Allerdings müssen die die immense Produktion erst einmal zusammen bringen und dahinter kann man insbesondere bei Clarke und Scott Fragezeichen setzen. Die Verantwortlichen sehen das ähnlich und holten noch einen Marcel Müller aus der DEL2 von Krefeld um auf dem deutschen Sektor für mehr secondary Scoring zu sorgen. Straubing zuhause gewohnt dominant veranlagt, in ihrem ersten Spiel aber fast noch gegen Bremerhaven (4:3 n.V.) verloren. Hatten an Ende ein Torschussverhältnis von 44:19. Im zweiten Spiel in Nürnberg früh 3:1 in Front, aber am Ende 3:5 verloren. Zu einfache Fehler und offensiv zu viel liegen gelassen - wie bereits in Spiel 1. Im dritten Saisonmatch dann ein nicht sehr ansehnliches 1:2 SO in Wolfsburg, was aber vor allem an den Hausherren lag. Diese bekamen davor in Bremerhaven ein halbes Dutzend eingeschänkt und haben ein sehr destruktives Spiel abgeliefert, einzig und allein darauf bedacht, keinen Fehler zu machen. Nach drei Spieltagen ist ihr bester Scorer tatsächlich Marcel Müller (2/1), während Neuzugang Bradley mit drei Assists bester Vorlagengeber ist.
Frankfurt nun im zweiten Jahr in der DEL. Die Rückkehr nach 15 Jahren verlief erfolgreich. Frühzeitig nichts mehr mit dem Abstieg zu tun und am Schluss doch wieder in die Pre-Playoffs rein. Dort war dann zwar schnell Schluss gegen Düsseldorf (0:5 auswärts und 1:5 zuhause), jedoch war man mit der Saison insgesamt zufrieden. Ein Problem war die Abhängigkeit von der ersten Reihe (Bokk, Rowney, Ranford), denn dahinter war es eben zu weiten Teilen auch ein DEL2-Kader, der zur Hälfte mit hoch ist. Auf dem deutschen Sektor tut eigentlich nur Maginot (Ingolstadt) etwas weh. War ein solider, aber kein herausragender Defender. Alle anderen deutschen Spieler erhielten keine neuen Verträge mehr und gingen oftmals mindestens eine Liga tiefer. Bei den Imports hat sich einiges getan, Goalie Hildebrand ging zu Berlin, Brendan Ranford hat sich verspekuliert und noch immer keinen neuen Club. Das war es aber auch schon. Scarlett (Vaasan Sport), Vandane (Bolzano), Damigo (unbekannt), Moser (Kassel) und McMillan (ebenfalls Kassel) erhielten ebenfalls keine neuen Verträge mehr. Die Mannschaft sollte insbesondere in der Breite Konkurrenzfähiger werden, wozu man die Ausländerlizenzen nötig hat. Äußerst erfreulich, dass man gleich beide Topscorer Bokk und Rowney halten konnte. Rowney hatte ursprünglich sowieso einen 2-Jahresvertrag unterschrieben und nun im Sommer nochmal bis 2026 vorzeitig verlängert. Im Tor holte man Cannata (Oskarshamn) und Cüpper (Schwenningen). Zumindest verfügt man jetzt über einen besseren Back-Up zu seinem Vorgänger Kucis. Defensiv setzte man vor allem auf Imports, denn die Verteidigung war tatsächlich ein Problem in der abgelaufenen Spielzeit. Ben Blood (Pelicans Lahti) als neuer Stay-at-home Verteidiger, Lajunen (Schwenningen) und Matushkin (Tappara) als offensive Waffen für das eigene Überzahl. Auf dem deutschen Markt konnte man mit Lua Niehus (Jungadler Mannheim), Kevin Bicker (Jungadler Mannheim) und Markus Schweiger (ESV Kaufbeuren) wieder vielversprechende deutsche Talente von seinem Plan überzeugen. Mit Eugen Alanov kam ein Routinier aus Iserlohn. Offensiv sollen Brace (Oskarshamn), Kunyk (Kärpät) und Cramarossa (Mannheim) eine wesentlich stärkere zweite Scoring-Line bilden. Die Vorbereitung verlief holprig, auch weil ein geplantes Trainingslager in der Schweiz inklusive Vorbereitungsturnier aufgrund mangelnder Hygieneumstände abgebrochen werden musste. Der Saisonauftakt missglückte ebenfalls, man unterlag den Iserlohn Roosters verdient mit 2:3, da man die ersten zwei Drittel verschlief. Somit war man im zweiten Spiel schon leicht unter Zugzwang, da man gegen den Abstiegskandidaten Augsburg keinesfalls ein Null-Punkte Wochenende vollenden wollte. Das gelang immerhin ergebnistechnisch - 3:2 Auswärtssieg - aber defensiv immer noch der ein oder andere Wackler. Donnerstag gastierte dann Bremerhaven in Frankfurt, die von Beginn an viel offensiven Druck entfachten. Die zweimalige Führung konterte Frankfurt noch im ersten Abschnitt und erhöhte spät im zweiten Drittel und brachte dieses Ergebnis (4:2) dann auch nicht unverdient heim. Topscorer bei Frankfurt sind die Neuzugänge Cramarossa (4/1) und Brace (2/3).
Es ist ein Spiel, indem hier zwei Mannschaften aufeinander treffen, die vor allem die eigene Offensive suchen. Frankfurt sich defensiv nach dem schwachen Auftakt gegen Iserlohn etwas stabilisiert, aber immer noch mit dem ein oder anderen Abstimmungsproblem. Dazu mit Matuskhin und Lajunen ein brutal offensives erstes Verteidigerpärchen, was hier und da auchmal ungewollt Gefahr für das eigene Tor entwickelt, da die Restverteidigung ab und an einfach komplett wegfällt. Offensiv sind sie wesentlich breiter aufgestellt als vergangene Spielzeit, als man stark abhängig von der Bokk - Rowney - Ranford Reihe gewesen ist. Sind offensiv nun viel schwerer auszurechnen, was neun Tore aus drei Spielen durchaus belegen, denn nur eines davon erzielte die nominell erste Reihe (Bokk). Kurse sind höher als letzte Spielzeit - ja Straubing hat Qualität verloren, aber Straubing spielt gerade zuhause mit extrem viel Druck nach vorne. Frankfurt gerade offensiv gut zugelegt, faire Line max. @1,70.
Over 5,5 @1,85 5/10 (div.)