Deutschland - DEL: Eisbären Berlin vs. Krefeld Pinguine - 04.11.2021 - 19:30 Uhr
Klare Vorzeichen am heutigen Donnerstag, wenn der Spitzenclub Berlin auf einen der Abstiegskandidaten, die Krefeld Pinguine trifft. In der abgelaufenen Spielzeit gewann Berlin 5:0, 5:2 und zweimal 6:1. Das erste Aufeinandertreffen in dieser Saison ging ebenfalls an die Eisbären - dieses mal aber "nur" mit 3:1 in Krefeld.
Berlin ist an und für sich der erste Verfolger des Spitzen-Duos München und Mannheim, die aufgrund ihrer Finanzkraft & Infrastruktur die nächsten Jahre wohl die deutsche Meisterschaft unter sich ausmachen dürften. Mit einer 11-0-2-4 Bilanz bei 62:44 Toren und 35 Punkten belegt man derzeit den 2.Tabellenplatz. Satte sieben Punkte vor München, diese haben allerdings auch drei Spiele weniger und zudem aufgrund der vielen Corona bedingten Ausfälle drei der letzten vier Spiele verloren. Während sie das beste Auswärtsteam der DEL sind, steht zuhause nur eine überschaubare 4-0-1-4 Bilanz bei 26:28 Toren und 13 Punkten zu Buche. Das ist fast das Niveau des Abstiegskandidaten, liegt aber vor allem daran, dass man in den ersten vier Heimspielen das Tor einfach zuhause nicht getroffen hat. Nehmen wir das 1:3 gegen Schwenningen mal raus, haben sie in den letzten vier Heimspielen 21 Tore erzielt. 5:3 gegen Köln, 6:3 gegen Ingolstadt, 5:2 gegen Bremerhaven und vor zwei Tagen ein 5:4 gegen Straubing. Zusammen mit Mannheim (63 Tore) stellen sie dabei die beste Offensive der DEL. So sind mit Pföderl (10/10), Byron (9/11), White (9/11) und Noebels (5/15) auch gleich vier Berliner unter den zehn Topscorern der aktuellen Spielzeit vertreten. Keine wichtigen Ausfälle bei Berlin.
Krefeld zeigt sich in der aktuellen Spielzeit ein Stück weit konkurrenzfähiger, wie noch in der zurückliegenden Spielzeit, als man in 38 Spielen nur fünf Siege und unterirdische 18 Punkte verbuchen konnte. In der aktuellen Spielzeit haben sie bereits sechs von 18 Partien gewonnen und stehen so bei 43:59 Toren und 19 Punkten aktuell auf dem 13.Tabellenplatz. Drei Punkte vor Bietigheim und fünf Zähler vor Schwenningen, diese haben allerdings eine Partie weniger absolviert. Im Worst case steigen zwei Teams ab, somit würden die Pinguine den aktuellen 13.Tabellenplatz sicher sofort unterschreiben. Auswärts 1-2-1-4 bei 17:21 Toren und acht Punkten aus acht Spielen. Auswärts zuletzt zwei Siege nach Verlängerung bei Nürnberg (3:2 n.V.) und Bremerhaven (2:1 n.V.). Dazu zwei Niederlagen beim 1:3 in Ingolstadt und 0:1 in Köln. Topscorer hier sind Bracco (7/11), Lessio (8/8) und Bergström (6/3). Hier sieht man auch schnell, warum man nun zumindest etwas konkurrenzfähiger als in der abgelaufenen Spielzeit ist. Die Imports sind einfach besser als die zweit- oder gar drittklassigen Russen in der abgelaufenen Spielzeit. Es fehlen keine absoluten Leistungsträger, lediglich Schymainski (1/0) muss für dieses Spiel passen, ebenso wie Niederberger (2/1), der wohl erst nach der Deutschland-Cup Pause wieder einsatzfähig ist.
Das Hurra-Eishockey aus Berlin empfängt den Abstiegskandidaten aus Krefeld und der Kerl hier geht aufs Under. Nun, ich spiele wirklich ungern Under, weil dir sowas durch einzelne Spielverläufe - gerade im Eishockey - mal schnell um die Ohren fliegen kann. Zwei, drei schnelle Tore und die Bet ist so gut wie raus. Allerdings komme ich in diesem Spot nicht umher, auch wenn die Wette auf den ersten Blick totaler Quatsch ist. Aber eben auch nur auf den oberflächlichen ersten Blick. Berlin die zweitbeste Offensive (62 Tore) der DEL gegen eine der schwächsten Defensiven (59 Gegentore) der DEL. Letzte Saison wurde Krefeld viermal abgewatscht, kassierte jedes Mal mindestens fünf Gegentore. Nun, der Grund ist am Ende relativ simple. Für beide Teams ist es eine anstrengende Phase der Saison. Viele Spiele in wenigen Tagen, noch mehr als sonst, da aufgrund der Olympia-Pause im Februar zusätzlich drei Wochen die Liga pausieren wird. Berlin schießt viele Tore und kassiert viele Tore. Zuhause aber nur 5/4 beim Over 5,5 aufgrund des schwachen Saisonstarts. Krefeld auswärts gar 2/6 bei dieser Line. Die eine Partie fand statt, als man noch ein völlig anderes Eishockey unter dem vorherigen Coach spielte (3:6 in Wolfsburg). Die andere Partie war das 3:4 in Straubing. Die kennen Defensive jetzt eher weniger in ihrem Gameplan. Das kassieren kann man hier schon mal mit dem Gegner entkräften. Krefeld auswärts mit gerade mal gut zwei Toren pro Spiel im Schnitt. Nicht mit eingerechnet, dass dieses Scoring gegen ein absolutes Top-Team eher noch darunter anzusiedeln ist. Hauptgrund für den Pick ist die Spielphilosophie. Nach dem grauenhaften Saisonstart (18 Gegentore in drei Partien) wechselte man den Coach und agiert fortan insbesondere in Spielen gegen Top-Teams mit einem ultra-defensiven
System, welches auswärts noch destruktiver ausgelegt wird als vor heimischer Kulisse. Fünf Mann eng vor dem eigenen Tor. Offensiv geht daher nur über gelegentliche Konter oder das eigene Überzahl etwas. Berlin ist eine der stärksten Umschaltmannschaften der DEL. Erzielen deutlich über 30% ihrer Tore durch solche Aktionen. Die wird man in diesem Spiel mit den Spielweisen an einer Hand abzählen können. Das wird kein Hurra-Hockey, denn dann hat Krefeld nicht den Hauch einer Chance, sondern eher ein biederes Eishockeyspiel, in dem Krefeld versuchen wird, das Scoring lange sehr tief zu halten. So kassierten sie weder gegen München, noch zweimal gegen Mannheim mehr wie drei Gegentore. Das sie dabei maximal zwei schossen, bringt der Spielstil eben mit sich. Um die Line zu brechen, benötigt es satte sieben Tore. Mindestens 5-6 der Berliner und auch Krefeld müsste die eigenen Chancen konsequent zu 1-2 Treffern nutzen. Sehe ich hier nicht. Auch das erste Spiel der beiden endete mit 1:3 aus Sicht von Krefeld. Dort schafften sie es, über 40 Minuten die Null zu halten. Das heute wird nicht viel anders werden als die Partien gegen die Top-3 der DEL. Heißt der Gegner heute Straubing, Ingolstadt, die den offensiven Output mitgehen können, defensiv aber oftmals sehr sorglos agieren. Oder heißt der Gegner Bietigheim, der sich aktuell ohne den eigenen Top-Goalie gerne mal einen einschenken lässt, dann reden wir über eine faire Line. Aber das heute wird mit dem Gegner ein ganz anderes Spiel, wie die letzten Offensivfeuerwerke der Berliner. Wenn hier nicht früh der Damm mit zwei, drei schnellen Toren für die Eisbären bricht, ist Krefeld im Spiel. Die Bet dann sowieso. Will nicht wissen, wie viele hier blind für @1,55 rum auf das Over springen. Das hat hier absolut keinen Wert.
Under 6 @1,99 4/10 (Pin)