DEL 2, 17.12., 19:30 Uhr
Bad Tölz - Landshut
Hier quotieren die Bookies zu sehr nach Tabellenstand pro Tölz. Ich sehe hier durchaus ein 50:50 Spiel.
Die Gäste aus Landshut hatten die Kaderplanung sehr früh abgeschlossen. Der Umbruch war groß. 11 Spieler verließen den Club. Die größten Meilensteine waren schon im April gesetzt als sich Tölz noch in den Play-Offs abmühte. Man bastelte sich eine Offensive, die die Konkurrenz in großes Staunen versetzte. Die Verträge mit dem kanadischen Zauberduo Power / O´Brien waren schnell verlängert. Vom heutigen Gegner stieß Liga-Topscorer Pfleger hinzu, aus Freiburg verschlug es den Schweden Hult nach Niederbayern. Damit vereinte man die Topscorer Nummer 1,2,7 und 9 der Vorsaison in einem Team. Eitel Sonnenschein in Landshut bis es eine Woche vor dem Beginn des Eistrainings zum großen Knall kam. Power und O´Brien wurden vertragsbrüchig und kehrten nicht zurück. 152 Scorerpunkte aus der Vorsaison brachen weg. Die sportliche Leitung reagierte schnell und besetzte die freien Kontingentstellen mit den Kanadiern Alderson und Gill besetzt. Kein gleichwertiger Ersatz, aber zu diesem Zeitpunkt kurz vor Saisonbeginn gute Arbeit der sportlichen Führung.
Der Start in die Saison verlief ganz ordentlich, bis es ab Ende Oktober eine Niederlagenserie hagelte, in deren Verlauf Trainer Carlsson gehen musste. Die Mannschaft wirkte verunsichert und nicht frei im Kopf. Sie kennt schließlich ihren Marktwert und weiß was von einem derart gut bestückten Team erwartet wird. Der sportliche Leiter Kammerer übernahm als Interimscoach, nachdem man auf den vorletzten Platz abgerutscht war. Langsam aber stetig stabilisierte man sich. Das 3:4 letzten Freitag gegen Ravensburg war schon richtig gut. Man war dem großen Favoriten ebenbürtig. Am Sonntag der erste Punktgewinn seit Langem in Weißwasser und am Dienstag im Nachholspiel gar ein Dreier gegen Tabellenführer Frankfurt. Der erste seit dem 17.10.! Ein schöner Einstand für den neuen Trainer Vogler, der aus dem Augsburger Trainerstab kam.
Scorer Landshut 2021 / 2022: Pfleger 20 SP, Alderson 20 SP, Gill 19 SP, Weihager 17 SP, Hult 15 SP, wobei Letzterer zuletzt richtig aufblüht.
Der Aufwind bekam zuletzt einen Wehrmutstropfen, da sich Alderson schwer verletzte. Der Tscheche Mikyska wurde eilig nachverpflichtet. Er wird voraussichtlich heute bereits auflaufen. Außerdem fehlen Verteidiger Schwarz (ein ehemaliger Tölzer) und Stürmer Holzmann.
Weniger reibungslos verlief die Kaderplanung in Tölz. Der Hauptsponsor blieb Zahlungen schuldig, die den Etat schrumpfen ließen. Irgendwie war man froh, dass überhaupt noch DEL2-Hockey in Tölz angeboten werden kann. Vom Erfolgsteam, das Platz 2 in der letzten Hauptrunde belegte, blieb nur noch ein Rumpfkader übrig. Der geballte Scoringtouch um Pfleger, French, Gardiner und dem jungen Tosto - alle weg. Geblieben ist aber Erfolgstrainer Gaudet - trotz der unklaren finanziellen Verhältnisse. Sein Job war es, um Dibelka und McNeely ein neues Team aufzubauen. Die freien Ausländerposten wurden mit Verteidiger Bardy (USA) und offensiv mit Spiro aus Freiburg sowie Besse, der für Krefeld schon eine Saison DEL spielte, besetzt. Im Tor steht nach der Verletzung von Wölfl mittlerweile Hertel, der von Meister Bietigheim kam. Sicher kein Schlechter. Damit machte man viel aus den finanziellen Möglichkeiten, aber dennoch: Der Kader hat im Vergleich zur Vorsaison deutlich an Qualität eingebüßt. Und deshalb ist das Festhalten an Gaudet m.E. Fluch und Segen zugleich. Unbestritten sind seine Qualitäten, aber er setzt bei der Kaderzusammensetzung und der Mannschaftsaufstellung auf Klasse statt Masse. Letztes Jahr kam er mit seinem kurzen Kader gut durch die Saison, zumindest durch die Hauptrunde. Aber der heurige Kader scheint nun an seine Grenzen zu stoßen. Die fahren mittlerweile auf der letzten Rille.
Gaudet kann dieses Wochenende nur über 4 Verteidiger und 8 Stürmer verfügen. U.a. fallen Besse, Sedlmayr und Brandl aus. Das darf man aber nicht überbewerten und nicht mit dem Fiasko von Selb vergleichen (siehe oben). Tölz ist es durchaus gewohnt mit wenig Mann auszukommen.
Nach gutem Saisonstart rutschten die Tölzer immer weiter Richtung Tabellenende. Derzeit sind sie 11. mit 26 Punkten nach 23 Spielen, im Vergleich Landshut mit 20 Punkten aus 21 Spielen. Groß ist der Vorsprung nicht mehr. Das einzige Aufeinandertreffen heuer gewann Landshut zu Hause mit 2:1 nach Overtime.
Das Momentum liegt m.E. klar bei Landshut. Nominell ist der Kader eh stärker als der des heutigen Gegners. Während in Landshut die Formkurve nach oben zeigt, geht sie bei Tölz - insbesondere in Heimspielen - in die andere Richtung. Ich kann den Bookies nicht zustimmen und sehe Tölz nicht als klaren Favoriten, sondern eher bei 50:50.
Zu den Quoten muss ich auf Landshut setzen.
Bad Tölz - Landshut
doppelte Chance X/2 1,95 Bwin 4 EH
Sieg Landshut (3-Weg) 3,30 Unibet 1 EH