Deutschland: DEL2 - EV Landshut vs. Löwen Frankfurt - 08.11.2020 17:00 Uhr
Es geht wieder los. Zweiter Spieltag in der DEL2 - aufgrund des aktuellen "Lockdown-Light" völlig ohne Zuschauer. Es ist und wird eine schwierige Saison, die am vergangenen Freitag mit rund sechs Wochen Verspätung gestartet ist. Spieler in Kurzarbeit, Geschäftsstellen in Kurzarbeit und doch ist die zweite deutsche Eishockeyliga qualitativ so stark aufgestellt wie noch nie. Aber der Reihe nach..
Kurzer Blick noch auf die letzte Saison, Landshut hier 5:2 und 2:6, in Frankfurt gingen sie 0:8 unter und erreichten im zweiten Auswärtsspiel am Bornheimer Hang ein 2:5.
Es ist das zweite DEL2-Jahr für den Traditionsverein aus Landshut. Die Situation rund um die Covid-19 Pandemie spielte ihnen hierbei vielleicht sogar in die Karten, denn in der abgelaufenen Spielzeit stand man mit einer 11-11-7-23 Bilanz bei 160:183 Toren und 62 Punkten auf dem letzten Tabellenplatz. Es wäre schwer geworden in den Play-Downs, die Klasse zu halten. Da es aufgrund des Ausfalls selbiger keinen sportlichen Absteiger gab, blieb ihnen diese Eventualität erst einmal erspart.
Allen voran verloren sie erwartungsgemäß ihr Top-Scorer Duo Czarnik (26 Tore / 36 Assists) und Pompei (29 Tore / 39 Assists) beide gingen dahin zurück, wo sie herkamen - nach Ravensburg. Auf dem Kontingentmarkt deckten sie sich entsprechend neu ein. Verteidiger Robin Weihager kam aus Graz, Laaksonen aus Kaufbeuren, Zach O´Brien und Marcus Power aus der EHCL. Und dann wäre da noch Nationalspieler Felix Schütz, der aktuell übergangsweise in Landshut spielt, bis die DEL ihrerseits den Spielbetrieb aufnimmt. Freitag gastierten sie in Crimmitschau, es war ein absolut wildes Spiel. Bis weniger als zwei Minuten vor Ende stand es 6:4 für Crimmitschau - ehe Landshut die Partie in 60 Sekunden komplett drehte und den ersten Auswärtsdreier der Saison einfahren konnte. In der abgelaufenen Spielzeit hat dies noch bis zur Schlussphase der Hauptrunde gedauert. Felix Schütz war im übrigen an vier der sieben Landshuter Treffer direkt beteiligt.
Es ist die finale Spielzeit des 3-Jahre Plans der Löwen. Es ist die Spielzeit, in der es erstmals seit über 10 Jahren wieder einen sportlichen Aufsteiger geben kann (sofern der auch die wirtschaftlichen Voraussetzungen erfüllt). Auch in der abgelaufenen Spielzeit waren sie wieder ganz vorne mit dabei - wurden Hauptrundensieger mit einer 23-10-6-13 Bilanz bei 195:155 Toren und 95 Punkten. Satte 32 Zähler mehr wie der heutige Gegner. Im Gegensatz zu Landshut blieb der Stamm hier größtenteils zusammen. Auch das gehört zu dem angesprochenen Plan, der Frankfurt wieder zurück in die DEL führen soll. Allerdings ist Top-Scorer Roope Ranta (32 Tore / 30 Assists) nicht mehr mit von der Partie. Seine Rolle soll der Schwede Sebastian Collberg einnehmen, der aus Graz kam. Ein hoch veranlagter Spieler, der bereits über 200x in der höchsten schwedischen Spielklasse auflief, den aber immer wieder Verletzungen zurückwarfen. Weiterhin wechselten die Brüder Eisenmenger beide nach Augsburg, wovon der ältere von beiden (Max) natürlich auch ein Verlust ist. Für ihn wurde Dmitriev mit reichlich DEL-Erfahrung aus Iserlohn verpflichtet. Neben weiteren jungen Talenten für die Zukunft holte man für die defensive Stabilität noch Kyle Sonnenburg aus Schwenningen. Da aktuell mit McAulay, Mitchell und Faber gleich drei Leistungsträger längerfristig ausfallen, holte man unter der Woche kurzfristig Kyle Wood (200 cm / 107 kg) aus der AHL als Faber Ersatz. Eine Verpflichtung, die für die DEL2 auf Top-Niveau fungieren kann. Für die Center-Position schaut man sich derzeit noch um, damit die drei Monate Ausfallzeit von McAulay kompensiert werden können. Gleich Freitag kam es zum Hessenderby gegen die Kassel Huskies, die ihrerseits mit DEL-Verstärkung aus Köln antraten. Die Löwen gewannen die Partie mit 4:3 nach Penaltyschießen, führten allerdings zu Beginn des zweiten Drittels auch schon mit 3:0.
Für mich aus mehreren Gründen definitiv das Over in dieser Partie. Auch wenn den Löwen durch die Ausfälle einiges an Scoring-Potenzial fehlt. Gegen Kassel haben sie bereits gezeigt, dass der breite Kader dies aufzufangen weiß. Dazu darf man nicht vergessen, wir sind am Beginn einer Saison, die nach einer sehr langen Pause startete. In beiden Partien, sowohl in Crimmitschau, als auch in Frankfurt sah man deutlich, dass Abstimmung noch fehlt - es gibt vermehrt Strafzeiten, da die Koordination noch nicht zu 100% sitzt. Letzte Spielzeit 4x mindestens sieben Tore in dieser Partie - aktuell sind die Voraussetzungen sogar noch etwas besser. Faire Quote maximal @1,60 - @1,70.
Over 6,5 @1,98 5/10 (Pinnacle)