Svenska Hockeyligan - Langzeitwetten - 30.04.2021
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Am morgigen Samstag (19.09) beginnt in der schwedischen SHL die neue Saison. Eine Saison, die vor Unsicherheiten nur so strotzt. Die Schweden beginnen trotzdem mit dem regulären Termin, was auch dem ganz persönlichen Corona-Weg des Landes zuzuschreiben ist. Zuschauer sind demnach auch erlaubt, allerdings in begrenzter Anzahl. In sehr begrenzter Anzahl, denn aktuell beläuft sich diese Zahl auf 50. Verhandlungen um eine Verzehnfachung (was immer noch viel zu wenige sind) laufen, doch auch in Schweden mahlen die Mühlen der Politik langsam. Nun aber zum sportlichen, schauen wir uns dazu die die derzeitige Situation in der Liga einmal an.
Es sind die üblichen Verdächtigen, die auch in der neuen Spielzeit weit vorne gesehen werden. Allen voran der Primus der abgelaufenen Saison Lulea und dessen Verfolger Färjestad. Beide Teams gehen mit einer ähnlichen Qualität wie in der Vorsaison an den Start. Auf den ersten Blick sind bei beiden kaum Schwächen zu erkennen, vielleicht kleine Fragezeichen auf der Goalie-Position, da sich auf dieser sowohl bei Lulea, als auch bei Färjestad Änderungen ergeben haben. Im erweiterten Kreis der Favoriten befinden sich dann die Teams von HV71 Jönköping und des (mal wieder) amtierenden CHL-Siegers aus Göteborg (Frolunda Indians). Jönköping wird dabei von manch einem Anbieter sogar noch vor Färjestad gesehen. Dies ist mitunter auf die gute Vorbereitung von HV71 zurückzuführen. Krasser Außenseiter ist Oskarshamn, für den es einzig und allein um den Klassenerhalt gehen wird.
Doch auf diese Teams möchte ich gar nicht hinaus. Ich habe ein anderes im Blick, was immer ein wenig im Schatten der großen Namen wandelt. Skelleftea AIK. Ein Team aus der schwedischen Provinz Västerbottens Iän. Den Traditionsverein gibt es seit 1921 (Eishockey wird seit 1943 gespielt). 1978, 2013 und 2014 gelangen als größter Vereinserfolg jeweils der Gewinn der schwedischen Meisterschaft. Das waren große Jahre. Doch es waren nicht nur diese beiden Jahre, sondern an und für sich das letzte Jahrzehnt, in dem die Mannschaft von Skelleftea AIK groß aufspielte. Von der Saison 2011-2012 bis zur letzten Saison 2019-2020 gesehen war die schlechteste Vorrundenplatzierung ein 6.Tabellenplatz. In den neun Saisons, in denen die Playoffs auch tatsächlich ausgetragen wurden (das muss man ja mittlerweile leider so sagen) schieden sie zweimal direkt im Viertelfinale aus (2016-2017 und 2018-2019). In den übrig gebliebenen sieben Runden standen sie immer im Finale! Allerdings verloren sie dieses Finale auch fünfmal, während 2013 bei 12:1 Playoff-Siegen und 2014 bei 12:2 Playoff-Siegen kein anderes Team das Wasser reichen konnte. Sicher, allein aufgrund der Statistik liegt die Auswahl nahe. Doch da ist noch mehr. Die Teams von Lulea und Färjestad verfügen vor allem in der Breite über mehr Qualität, da braucht es gar keine Diskussion für. Das trifft durchaus auch noch auf eins bis drei weitere Teams zu. Aber die Saison steht eben im Zeichen von Corona und so muss jedes Team auch auf die Finanzen schauen. Spielergehälter wurden reduziert, Mitarbeiterstäbe verkleinert. Im Endeffekt führt dies wohl dazu, dass die Svenska Hockeyligan noch weiter zusammenrücken wird. Um den Anschluss nicht zu verlieren mussten kleinere Teams wie Leksand oder Brynäs beispielsweise Fans und Sponsoren mehrfach bitten, aktiv zu werden. Nur dadurch war es diesen beiden Clubs überhaupt möglich, auf dem Kontingentmarkt (der diese Saison aufgrund von Corona so stark ist wie lange nicht mehr) qualitativ höherwertige Verpflichtungen zu tätigen. Auch Skelleftea hat seine Kontingentspieler weitestgehend ausgetauscht. Auch ihnen gelang es, sich hier qualitativ zu verbessern. Wie bei vielen schwedischen Clubs bilden den starken Kern eine Reihe von einheimischen Akteuren. Hier ist bei Skelleftea einer klar hervorzuheben: Joakim Lindström. Mit mittlerweile 36 Jahren ist er dennoch einer der wichtigsten Leistungsträger am Standort. Er spielt seit 2011 hier, allerdings mit Unterbrechungen. Sein Durchbruch in der NHL gelang ihm nie, er spielte dort bei Colorado, St. Louis und Toronto. 2015/2016 versuchte er sich ein Jahr in der russischen KHL beim Spitzenclub SKA St.Petersburg, doch es zog ihn wieder zurück an alte Wirkungsstätte. Er geht damit jetzt in die fünfte Saison in Folge bei Skelleftea. 58, 57, 47 und 39 Punkte konnte er in diesen Spielzeiten verbuchen. Absteigend, allerdings auch daran gelegen, dass sie in diesen Saisons früh ausschieden oder überhaupt keine Playoffs gespielt worden sind. Er kann dabei nicht nur vorbereiten, sondern ist weiterhin für 15 - 20 Tore gut. Ein Wert, der erstmal nicht nach viel klingt. In einer eher defensiv geprägten Liga wie die der SHL erreichen diesen Wert aber nicht viele Spieler. Vor allem, weil es gerade bei den stärkeren Clubs viel über die Breite im Kader geht. Trotz dieser durchaus vorhandenen Breite ist Lindström aber einer der Garanten für den Erfolg von Skelleftea. Die gute Nachricht – er ist auch 2020/2021 dabei! Dazu fungiert Oscar Möller als second-Star im Team. Neben den Nachwuchsakteuren, die sie in das Team integrieren konnten, konnte man sich insbesondere auch in der Breite verstärken. Mit Jonathan Johnson kam einer der besten Scorer der Hockey Allsvenskan (zweite Liga) von MoDo Hockey. Von Spielern wie Wingerli erwartet man sich derweil den nächsten Schritt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten konnte der Akteur aus dem eigenen Nachwuchs seine Punkteausbeute stetig steigern. Zusammen können die beiden auch die Produktion von Alvarez (wechselte zu Frölunda) auffangen, der durch ein gutes second-Scoring letzte Season sehr wichtig wurde. Mit Lindvall haben sie auch einen der besten Goalies der SHL in ihren Reihen. Das größte Fragezeichen im Team befindet sich auf der Back-Up Goalie Position. Dort sitzt mit dem 21-jährigen Söderblom zwar ein weiteres vielversprechendes Talent, allerdings muss er sich auf dem höchsten schwedischen Niveau erst noch beweisen. Ein kleines Fragezeichen setze ich hinter den Defensivverbund, der mit Jonathan Pudas seinen besten Akteur (Jokerit Helsinki) verlor. Hierbei gibt es im Laufe der Saison ggf. noch etwas Nachbesserungsbedarf. Offensiv wird man denke ich eine sehr gute Rolle spielen.
Acht Teams sind geringer oder von den Quoten her gleich eingestuft wie Skelleftea. Bei den oben aufgeführten gehe ich das durchaus auch mit, die Qualität bei manch einem dieser Clubs ist schon wirklich sehr stark. Orebro wird ebenfalls vor Skelleftea geführt (Meisterschaft @10 / Final @5). Ja, die haben sich auch gut mit europäischen Akteuren verstärkt. Die Namen kennt man durchaus, aber reicht das für ganz oben? Ich bin skeptisch. Ebenso wie bei Brynäs, die ich in der Endabrechnung definitiv hinter Skelleftea erwarte. Växjo ist dabei eine Wundertüte, aber lange nicht mehr so dominant wie noch vor ein paar Jahren. Djurgarden ist in der Breite nicht mehr so stark aufgestellt, spielten auch eine schwache Vorbereitung. Linköping ist zu sehr von der first line abhängig. Bleiben die klassischen Top-4 mit Lulea, Färjestad, HV71 und Frölunda. Einen dieser vier Clubs kann Skelleftea in der Hauptrunde definitiv hinter sich lassen. Optimalerweise benötigt es dann nur einen Serien-Sieg gegen die Top-4 auf dem Weg in das Finale. Gegen die anderen Teams sehe ich sie zumindest mal minimum als leichten Favoriten. Es wird in der Saison definitiv Überraschungen geben. Skelleftea könnte in meinen Augen eine davon sein. Eine Überraschung, die in Wirklichkeit vielleicht gar keine so große Überraschung sein wird..
Skelleftea to reach the final @7 1/10 (Unibet)
Skelleftea to win the championship @14 0,5/10 (Unibet)