Die neue DEL-Saison ist gestartet, die ersten Tore schon gefallen…
Hier eine Übersicht über die 15 Teams dieser Saison:
Adler Mannheim
Meisterschaft, Pokalsieg und Platz eins nach der Vorrunde: Die Adler dominierten 2006/07 die Liga. In den Playoffs gab es nur eine Niederlage. Die Konkurrenz war chancenlos. Warum also viel verändern? Das werden sich auch die Klub-Verantwortlichen gedacht haben und so startet Mannheim mit lediglich fünf Neuen in die Saison. Dementsprechend wenige Spieler wurden abgegeben. Lediglich der Verlust von Stürmer Nathan Robinson schmerzt, fällt bei der Extra-Klasse des Angriffs aber nicht sonderlich ins Gewicht.
Rene Corbet, Colin Forbes, Francois Methot, Eduard Lewandowski oder Jeff Shantz sind absolute DEL-Topspieler, die jede Abwehr schwindelig spielen können.
Auch die Defensive ist mit ihrer Mischung aus Kreativität und Abschlussstärke (Pascal Trepanier, Francois Bouchard) sowie Robustheit und defensiver Verlässlichkeit (Blake Sloan, Sven Butenschön) das Beste, was die Liga zu bieten hat.
Eigentlich kann man im hochklassig besetzten Team keine Schwachstellen ausmachen. Dazu kommt die Fachkompetenz von Coach Greg Poss und Manager Marcus Kuhl, die hochmoderne SAP-Arena mit 13.600 Plätzen und der größte Etat der Liga.
Was ist neu?
Nachdem Mannheim letzte Saison erster Doublegewinner der DEL-Geschichte wurde, mussten nur Kleinigkeiten verändert werden.
Die größte Neuerung gibt es auf der Torwartposition, wo Jean-Marc Pelletier (Wechsel nach Hamburg) dem schon Mitte letzter Saison verpflichteten Adam Hauser aus Köln Platz macht.
Auch der nach einem Hirntumor genesene Robert Müller wird mit Freude zurück erwartet.
Die anderen vier Neuzugänge sind allesamt Deutsche. Der Prominenteste ist sicherlich Nationalspieler Michael Hackert, der aus Frankfurt kommt. Die Verteidiger Stefan Langwieder und Denis Reul sind genau wie Stürmer Philipp Schlager vielversprechende Perspektivspieler.
Stars
Pascal Trepanier
Rene Corbet
Colin Forbes
Francois Methot
Zugänge
Goalies: Adam Hauser (Köln)
Verteidiger: Stefan Langwieder (Portland/WHL), Denis Reul (Mannheim/DNL)
Stürmer: Michael Hackert (Frankfurt), Philipp Schlager (Bietigheim)
Abgänge
Goalies: Jean-Marc Pelletier (Hamburg)
Verteidiger: Stephan Retzer (Hamburg)
Stürmer: Sachar Blank (Hannover), Fabio Carciola (Düsseldorf), Nathan Robinson (Berlin), Andre Schietzold (Düsseldorf)
Trainer
Chef-Coach: Greg Poss
Co-Trainer: Teal Fowler
Prognose
Wer soll diese Mannschaft stoppen? Mannheim kann sich im Kampf um den Titel eigentlich nur selbst schlagen. Die Adler sind zweifelsfrei Titelkandidat Nummer eins. Alles andere als die sechste DEL-Meisterschaft wäre eine Enttäuschung.
Sinupret Ice Tigers
Mit der Finalteilnahme letzte Saison sind die Nürnberger endgültig in der DEL-Spitze angekommen. Seit 2000 war man in der Vorrunde zwar immer unter den besten Fünf, scheiterte anschließend jedoch jedesmal im Viertelfinale. Mit dem Erreichen des Endspiels sollte der Bann gebrochen sein. Dennoch gehen die Klubverantwortlichen mit Sorgenfalten in die kommende Spielzeit.
Denn mit Jame Pollock verließ der wichtigste Verteidiger den Verein, um sein Glück bei den Washington Capitals in der NHL zu probieren.
Als Abwehrspieler war Pollock mit 54 Punkten in 46 Spielen Nürnbergs bester Scorer. Ein ganz bitterer Verlust, der laut Manager Otto Sykora "durch die Verstärkungen im Sturm ausgeglichen werden soll."
Heißt: Die Abwehr bekommt nach dem Abgang des offensivstarken Pollocks weniger Freiheiten nach vorne. Der Sturm dafür mehr Rückendeckung. Coach Benoit Laporte glaubt, dass das neue Team noch mehr Variationsmöglichkeiten bietet. Er will auch in dieser Saison wieder mit vier Reihen und einer hohen Wechselfrequenz spielen lassen.
Der Saisonstart ging jedoch gleich mal in die Hose. Im Pokal blamierten sich die Ice Tigers mit einer 3:5-Niederlage beim Zweitligisten EHC München.
Was ist neu?
"Bei den Neuzugägen lag unser Hauptaugenmerk auf Spielern mit starkem Charakter", verkündete Laporte. Aber auch spielerisch bieten die Neuen einiges.
Komplett umrenoviert wurden bei Nürnberg die Torhüter-Positionen. Für Jean-Francois Labbe, der den Verein Richtung Wien verlässt, kommt Deutschlands Nationaltorwart Dimitrij Kotschnew.
Auf Position zwei ersetzt Patrick Ehelechner Lukas Lang.
Den Abgang von Pollock soll Sean Brown bestmöglich kompensieren. Auch wenn Brown ein anderer Spielertyp ist, zeigt sich Petr Fical von der Neuverpflichtung schon mal "begeistert". Kein Wunder: Brown ist 445-facher NHL-Spieler.
Im Sturm sind die beiden Ex-Ingolstädter Alexander Barta und Florian Keller solide Verstärkungen. Als "absoluten Kracher" kündigt Sykora aber einen anderen an: Ahren Spylo. "Er ist ein Spieler, der den Unterschied ausmacht", so Sykora über den 23-jährigen Deutschen.
Die Stars
Sean Brown
Scott King
Andre Savage
Petr Fical
Zugänge
Goalies: Dimitrij Kotschnew (Iserlohn), Patrick Ehelechner (Duisburg)
Verteidiger: Sean Brown (Düsseldorf), Josef Frank (Riessersee)
Stürmer: Björn Barta (Ingolstadt), Florian Keller (Ingolstadt), Ahren Spylo (Hamburg)
Abgänge
Goalies: Jean-Francois Labbe (Wien/Österreich), Lukas Lang (Duisburg)
Verteidiger: Anton Bader (Straubing), Jame Pollock (Washington Capitals/NHL)
Stürmer: Gert Acker (Villach/Österreich), Martin Jiranek (Karriereende), Justin Mapletoft (Ottawa Senators/NHL), Thomas Pielmeier (Berlin)
Trainer
Benoit Laporte
Prognose
Im Sturm ist Nürnberg noch besser als im Vorjahr. Dafür schwächt der Abgang von Pollock die Defensive - gerade im Spiel nach vorne - gewaltig. Mit Brown wurde jedoch ein routinierter Abräumer als Ersatz verpflichtet. Die direkte Playoff-Quali ist für Nürnberg Pflicht. Danach ist sicher einiges möglich.
Eisbären Berlin
In der kommenden Saison wollen auch die Cracks der Berliner Eisbären wieder Imagepflege betreiben. In der abgelaufenen Saison scheiterten sie als Titelverteidiger bereits in den Pre-Playoffs an den Frankfurt Lions.
Großer Hoffnungsträger ist ein Rückkehrer: Der ehemalige DEG-Coach Don Jackson ist der neue starke Mann hinter der Bande, der den Erfolg in den Wellblechpalast zurückbringen soll.
Er fungierte bereits vor zwei Jahren als Co-Trainer der Berliner und soll nach fünfjähriger Amtszeit von Meistertrainer Pierre Page für den Beginn einer neuen Ära stehen. Für ihn und seine Schützlinge steht in der kommenden Saison vor allem Wiedergutmachung auf der Agenda.
Jackson ist sich seines schweren Erbes bewusst. "Ich trete hier in die sehr großen Fußstapfen meines Freundes Pierre Page", sagte der ehemalige NHL-Verteidiger bei seinem Amtsantritt.
Der geplante Umzug in die O2-World am Ostbahnhof zur Saison 2008/09 erhöht den Erfolgsruck zusätzlich. Ein erfolgreiches Abschlussjahr in Hohenschönhausen würde den Abschied erleichtern.
Was ist neu?
National-Goalie Youri Ziffzer hat mit Rob Zepp einen ernsthaften Konkurrenten um den Platz im Gehäuse bekommen. Nachdem die Rückkehr von Top-Verteidiger Derrick Walser im letzten Moment doch noch gescheitert ist, gelang es Manager Peter John Lee kurz vor Saisonstart Brandon Smith nach Berlin zu locken. Der 34-Jährige war in der letzten Saison fünftbester Verteidiger der AHL. Er soll der Abwehr die nötige Stabilität verleihen und für mehr Durchschlagskraft im Powerplay sorgen.
Hinter dem Trio Quint/Roach/Smith darf sich mit den 22-jährigen Frank Hördler, Tobias Draxinger und Jens Baxman weiterhin der Nachwuchs austoben. Die ohnehin gut besetzte Offensive wurde mit Nathan Robinson von Meister Mannheim und Zweitliga-Topscorer Tyson Mulock (Essen) verstärkt.
Die Stars: Brandon Smith, Mark Beaufait, Nathan Robinson, Deron Quint, Steve Walker
Zugänge
Goalies: Rob Zepp (Lappeenranta/Finnland)
Verteidiger: Brandon Smith (Rochester Americans/AHL)
Stürmer: Tyson Mulock (Essen), Thomas Pielmeier (Nürnberg), Nathan Robinson (Mannheim)
Abgänge
Goalies: Daniar Dshunussow (Hamburg), Sebastian Stefaniszin (Iserlohn Roosters)
Verteidiger: Derek Dinger (Bremerhaven), Cole Jarret (Hämeenlinna/Finnland), Jeff Jillson (Colorado Avalanche/NHL), Ian Moran (Ziel unbekannt), Kyle Wharton (Ziel unbekannt)
Stürmer: Marcel Müller (Köln), Kelly Fairchild (Wien), Patrick Jarrett (Ziel unbekannt)
Trainer
Chef-Coach: Don Jackson
Co-Trainer: Jeff Tomlinson, Hartmut Nickel
Prognose
Die Eisbären haben die Vorraussetzungen für eine erfolgreiche Abschiedssaison im Wellblechpalast: Harmonie im Umfeld, einen erfolgshungrigen Trainer und einen jungen Kader, gespickt mit erfahrenen Cracks. Die direkte Qalifikation für die Playoffs dürfte kein Problem sein. Um Mannheim und Düsseldorf zu gefährden, wird es wohl noch nicht reichen.
Kölner Haie
In 13 Jahren DEL waren die Kölner Haie nie schlechter als Platz sechs. In der kommenden Saison will der ständige Playoff-Gast diese unerreichte Bestmarke verteidigen.
Die Saison 20006/07 war mit einer unglücklichen Pokalfinal-Niederlage gegen Mannheim und dem Playoff-Aus im Halbfinale gegen den selben Gegner durchaus zufrieden- stellend.
Doch die Erwartungen in Köln sind riesig. Für die erfolgsverwöhnten Fans zählt (fast) nur die Meisterschaft.
Nachwuchsschmiede Köln
Ob die Qualität der Mannschaft dazu ausreicht, ist fraglich. Denn die ganz großen Fische angeln sich mittlerweise meist andere Teams. Der Etat der Haie gehört nicht mehr zur Liga-Spitze.
Gerade deshalb legen die Kölner immer größeren Wert auf junge Deutsche. Die Nachwuchsmannschaft gewann sensationell den DNL-Titel und mit Gogulla, Sturm oder Wittfoth hat man vielversprechende Youngster aus dem eigenen Haus im Kader.
Was ist neu?
Top-Neuzugang ist ohne Frage Goalie Travis Scott. Der Kanadier war in der starken russischen Liga bester Schlussmann und wird die Defensive sicher nochmal verstärken.
Ansonsten mussten sich die Haie vor allem nach neuen Mittelstürmern hinter Superstar McLlwain umschauen. Fündig wurde man in Todd Warriner und Kamil Piros. Zwei erfahrene Spieler, von denen gerade Piros Hoffnungen weckt.
Mit Müller, Dmitriew und Flaake holte man außerdem ein zukunftsträchtiges deutsches Sturmtrio.
"Insgesamt glaube ich schon, dass wir uns verstärkt haben", hofft Haie-Coach Doug Mason in der "Eishockey News".
Stars
Travis Scott
Stephane Julien
Dave McLllwain
Ivan Ciernik
Zugänge
Goalies: Stefan Horneber (Landshut), Travis Scott (Magnitogorsk/Russland)
Verteidiger: -
Stürmer: Alexej Dmitriew (Iserlohn), Jerome Flaake (Mannheim/DNL), Marcel Müller (Berlin), Kamil Piros (Zug/Schweiz), Mats Schöbel (Köln/DNL), Todd Warriner (Hannover), Marc Wittfoth (Köln/DNL)
Abgänge
Goalies: Adam Hauser (Mannheim), Oliver Jonas (Wolfsburg), Timo Pielmeier (Berlin)
Verteidiger: Lasse Kopitz (Frankfurt), Jason Marshall (Frankfurt)
Stürmer: Tino Boos (Hannover), Aaron Gavey (Ziel unbekannt), Ralph Intranuovo (Ljubljana/Slowenien), Bill Lindsay (Ziel unbekannt), Henry Martens (Iserlohn)
Trainer
Chef-Coach: Doug Mason
Co-Trainer: Clayton Beddoes
Prognose
"Ich habe keine Erwartungen", sagt Trainer Mason. Das Umfeld in Köln dafür umso höhere. Das Halbfinale wie im Vorjahr sollte es schon sein. Kann es auch. Auf der anderen Seite ist in der stark besetzten DEL schon die direkte Playoff-Qualifikation schwer.
DEG Metro Stars
Die Düsseldorfer haben den zweitgrößten Etat der Liga sowie die riesige Metro-Gruppe hinter sich, die Erwartungen sind also hoch.
Dem zweiten Platz in der Vorrunde folgte letzte Saison das Aus im Playoff-Halbfinale gegen Nürnberg.
Anschließend musste Trainer Don Jackson die Koffer packen. Schon daran werden die Ansprüche deutlich.
"Wir sollten zu den Top-vier-Teams der Vorrunde gehören. In den Playoffs sollte dann alles drin sein", verriet sein Nachfolgers Slavomir Lener der "Eishockey News" die Saisonziele. Im Klartext heißt das: Nach elf Jahren soll die Meisterschaft wieder nach Düsseldorf.
Dazu muss die Abwehr die Standfestigkeit der letzten Saison bestätigen. Luft nach oben gibt es im Angriff, wo die DEG bei den geschossenen Toren nur im Mittelfeld rangierte und sich nun gezielt verstärkt hat. Eine Reihe von Neuzugängen soll in Zukunft für mehr Tore sorgen.
Mittelstürmer Tore Vikingstad muss nach einer schweren Schulterverletzung schnellstmöglich zu alter Spielstärke zurückfinden. Wichtige Stützen sind auch die Nationalspieler Kreutzer und Kathan.
Was diese Saison drin ist, wird man in Düsseldorf gleich am ersten Spieltag sehen. Dann kommen die Adler Mannheim - der amtierende Deutsche Meister.
Was ist neu?
Natürlich ist man gespannt, was der Trainerwechsel bewirken wird. Neu-Coach Lener war mit Tschechien Weltmeister und Olympiasieger und kann zudem auf NHL-Erfahrung zurückgreifen.
Auch die Neuzugänge sind vielversprechend. Andy Hedlund und Peter Ratchuk sollen als schussgewaltige Abwehrrecken für mehr Gefahr von der blauen Linie sorgen.
Hohe Erwartungen ruhen auch auf den NHL-erfahrenen Brandon Reid und Jamie Wright, sowie Zweitliga-Torjäger Jason Pinizzotto (58 Spiele, 77 Scorerpunkte bei Bremerhaven).
Auffällig ist auch das verstärkte Augenmerk auf junge deutsche Spieler, die für mehr Wirbel in den hinteren Reihen sorgen sollen.
Stars
Darren Van Impe
Andy Hedlund
Daniel Kreutzer
Brandon Reid
Zugänge:
Goalies: Daniel Wrobel (Bietigheim), Björn Linda (Düsseldorf /DNL)
Verteidiger: Andy Hedlund (Hershey/AHL), Korbinian Holzer (Regensburg), Robert Kantor (Färjestads/Schweden), Marco Nowak (Mannheim/DNL), Peter Ratchuk (Wilkes-Barre/AHL)
Stürmer: Peter Boon (Bremerhaven), Fabio Carciola (Heilbronn), Dennis Fischbuch (Düsseldorf/DNL), Martin Hinterstocker (Rosenheim), Jason Pinizzoto (Bremerhaven), André Schietzold (Heilbronn), Brandon Reid (Manitoba/AHL), Jamie Wright (Genf/Schweiz), Tobias Orkan (Ratingen)
Abgänge:
Goalies: -
Verteidiger: Sean Brown (Nürnberg), David Cullen (Färjestads/Schweden), Jean-Luc Grand Pierre (New Jersey Devils/NHL), Alexander Sulzer (Nashville Predators/NHL)
Stürmer: Nils Antons (Karriereende), Benjamin Barz (EHC München), Craig Johnson (Ziel unbekannt), Thomas Jörg (Ingolstadt), Andrew Schneider (Klagenfurt/Österreich)
Trainer
Chef-Coach: Slavomir Lener
Co-Trainer: Mike Schmidt
Prognose
Die Bedingungen in Düsseldorf sind ideal, der Kader wohl noch stärker als letzte Saison. Düsseldorf gehört zu den Top-Teams der Liga. Alles in allem wäre die Zeit reif für den zweiten DEL-Meistertitel.
Frankfurt Lions
Bei den Lions gab es einschneidende veränderungen. Am schwersten wiegt eindeutig der Verlust des zweimaligen DEL-Topscorers Patrick Lebeau. Er konnte ein Spiel allein entscheiden, ohne ihn lief oft nicht viel.
Gerade deshalb bleibt abzuwarten, wie sein Weggang kompensiert werden kann.
Neben ihm schmerzen auch die Abgänge der Offensiv-Eckpfeiler Steve Kelly, Michael Hackert und Dwayne Norris. Letzterer wurde nach dreimonatiger Suche schließlich zum Nachfolger von Ex-Manager Charly Fliegauf ernannt. Überhaupt sind die Lions nach zwei mittelmäßigen Saisons bemüht, wieder zurück ins obere Drittel der Liga zu finden.
Zuletzt gab auch die löchrige Abwehr immer wieder Anlass zur Sorge. "Wir müssen unsere Gegentore runterdrücken, denn 171 wie im vergangenen Jahr waren zu viel", erklärt Coach Chernomaz in der "Eishockey News". Auf Grund vieler Ungewissheiten sind die Erwartungen also erstmal gedämpft. "Aber wir wollen die Playoffs erreichen, das ist klar", meint Chernomaz.
Was ist neu?
Im Sturm soll die Qualität des letzten Jahres beibehalten werden. In der Abwehr will man sich verbessern. Patrick Lebeau wird nicht adäquat zu ersetzen sein. Mit Jeff Heerema hat man aber einen vielversprechenden AHL-Spieler (78 Spiele, 67 Punkte) an den Main gelotst. Zudem wurde der frühere Publimkumsliebling Ilia Worobiew zurückgeholt.
Die beiden Ex-Kölner Marshall und Kopitz, sowie Richie Regehr aus der NHL verstärken die Defensive. Dort muss der schmerzliche Verlust von Peter Podhradsky aufgefangen werden.
Insgesamt kann man Neu-Manager Dwayne Norris ein Kompliment machen. Nach kurzer Einarbeitungszeit hat er es geschafft, die zwischenzeitlich steuerungslosen Frankfurter mit guten Neuverpflichtungen wieder auf Kurs zu bringen.
Stars
Richie Regehr
Chris Taylor
Jeff Ulmer
Zugänge
Goalies: Christian Wendler (Weißwasser)
Verteidiger: Lasse Kopitz (Köln), Jason Marshall (Köln), Richie Regehr (Omaha Knights/AHL), Sebastian Osterloh (Kassel)
Stürmer: Derek Hahn (Rodövre/Dänemark), Layne Ulmer (Turku/Finnland), Ilja Worobiew (Mytischi/Russland), Jeff Heerema (Binghamton/AHL)
Abgänge
Goalies: keine
Verteidiger: Rami Alanko (Espoo Blues/Finnland), Petr Macholda (Wolfsburg), Shane Peacock (Ziel unbekannt), Peter Podhradsky (Metallurg Novokuznetsk/Russland)
Stürmer: Chad Bassen (Ziel unbekannt), Michael Hackert (Mannheim), Steve Kelly (Minnesota Wild/NHL), Patrick Lebeau (Ziel unbekannt), Dwayne Norris (Karriere-Ende)
Trainer
Chef-Coach: Rich Chernomaz
Co-Trainer: Pavel Gross
Prognose
Bei all den prominenten Abgängen werden es die Lions nicht leicht haben. Viel hängt davon ab, ob die Neuzugänge halten, was sie versprechen und die abgewanderten Spieler, allen voran Patrick Lebeau, ersetzt werden können. Vom Papier her sollte ein Playoff-Platz aber drin sein.
Hamburg Freezers
Dreimal in Folge kamen die Freezers nicht über das Playoff-Viertelfinale hinaus. Dabei hatte Ex-Trainer Mike Schmidt zu Beginn der letzten Saison noch vollmundig den Gewinn der Meisterschaft angekündigt.
Stattdessen bangte Hamburg zwischenzeitlich um einen Playoff-Platz. Schmidt musste gehen und wurde durch Bill Stewart ersetzt.
Dieses Jahr ist man schlauer. "Ich bin davon weggekommen, konkrete Ziele zu formulieren", erklärte Geschäftsführer Boris Capla gegenüber der "Eishockey News".
Trotzdem wird man sich in Hamburg auch dieses Jahr nicht mit einem Playoff-Platz begnügen. "Die Erwartungen übertreffen das, was wir im Vorjahr erreicht haben", weiß Coach Stewart.
Die Voraussetzungen für höhere Ziele wurden geschaffen. Die nicht immer stabile Abwehr wurde gezielt verstärkt.
Im Prunkstück der Freezers, der Offensive, konnte das Niveau gehalten werden. Mit Francois Fortier (59 Spiele, 65 Punkte) und Brad Smyth (56 Spiele, 61 Punkte) besitzt man zwei absolute Top-Scorer.
Was ist neu?
Komplett neu sind die Freezers auf der Torwartposition besetzt.
Jean-Marc Pelletier kommt vom Meister Mannheim und ist ein gestandener Goalie. Der junge Daniar Dshunussow aus Berlin soll den Konkurrenzkampf anheizen.
In der Abwehr wurden Spieler verpflichtet, die die Durchschlagskraft von der blauen Linie erhöhen sollen - Marty Wilford und Andy Delmore kommen aus der AHL.
Im Sturm ersetzt Peter Sarno den in die NHL abgewanderten Greg Classen. Sarno soll als "klassischer Spielmacher" die ideale Ergänzung zu den Torjägern Smyth und Brandner werden.
"Er ist nicht nur torgefährlich, er verfügt vor allem über eine hervorragende Übersicht", so Freezers-Coach Stewart.
Stars
Francois Fortier, Brad Smyth, Peter Sarno
Zugänge
Goalies: Daniar Dshunussow (Berlin), Jean-Marc Pelletier (Mannheim)
Verteidiger: Andy Delmore (Chicago/AHL), Michail Kozhewnikow (Hannover), Stephan Retzer (Mannheim), Marty Wilford (Iowa/AHL), Daniel Sevo (Crimmitschau)
Stürmer: Peter Sarno (Fribourg/Schweiz), John Tripp (Ingolstadt)
Abgänge
Goalies: Steffen Karg (Schwenningen), Boris Rousson (Kassel)
Verteidiger: Patrick Boileau (Ziel unbekannt), Cory Cross (Ziel unbekannt), Kevin Mitchell (Ljubljana/Slowenien), Heiko Smazal (Bietigheim)
Stürmer: Jacek Plachta (Kassel), Ahren Spylo (Nürnberg), Greg Classen (Vancouver Canucks/NHL)
Trainer
Chef-Coach: Bill Stewart
Co-Trainer: Bob Leslie
Prognose
Im Sturm konnte die hohe Qualität gehalten werden. Entscheidend wird sein, ob die im Vorjahr schwache Abwehr durch die Neuzugänge an Stabilität gewinnt.
Insgesamt investierten die Hansestädter in der Defensive vielleicht doch zu wenig, um am Ende endlich über die Playoff-Viertelfinals hinauszukommen.
Hannover Scorpions
Zum dritten Mal in Folge wollen die Scorpions in dieser Saison die Playoffs erreichen. Es wäre eine Serie, die ihnen in zwölf Jahren DEL noch nie geglückt ist.
Die Chancen, diese neue Bestmarke aufzustellen, sind gut. Mit Hans Zach besitzt man einen renommierten Coach, dessen Name für Erfolg steht.
Mit ihm sind die Scorpions auf dem besten Weg, sich langfristig als Spitzenmannschaft zu etablieren.
Bei einem vernünftigten Abschneiden sollte die Verlängerung von Zachs auslaufendem Vertrag nur Formsache sein.
Insgesamt besitzt Hannover eine gestandene, starke Mannschaft mit besonderem Augenmerk auf deutschen Spielern. Absoluter Superstar ist Verteidiger Sascha Goc (44 Spiele, 48 Punkte).
Überschattet wird der Saisonstart derzeit jedoch von heftigen Unruhen im Umfeld.
Scorpions-Besitzer Papenburg liegt im Clinch mit der Stadt Hannover. Anlass sind finanzielle Streitigkeiten.
Papenburg hat mit einer Schließung der defizitären TUI-Arena, die ebenfalls in seinem Besitz ist, und dem Verkauf der DEL-Lizenz zur Saison 08/09 gedroht, sollte die Politik ihm nicht entgegenkommen.
Was ist neu?
Mit Aris Brimanis und Chris Herperger haben die Skorpione zwei beeindruckende Spieler von den Kloten Flyers (Schweiz) verpflichten können.
Letzterer ist für Zachs Parade-Reihe eingeplant und konnte sein Können schon in drei Jahren DEL (134 Spiele, 108 Scorerpunkte) bei den Krefeld Pinguinen unter Beweis stellen.
Mit Mike Green und Tino Boos hat man zwei weitere Center verpflichtet. "Der Schwerpunkt lag ganz klar auf der Mittelstürmer-Position. Da hatten wir im Verlauf der vergangenen Saison die ein oder andere Schwierigkeit", erklärte Zach der "Eishockey News".
Stars
Sascha Goc
Dan Lambert
Thomas Dolak
Chris Herperger
Zugänge
Goalies: Jan Guryca (Regensburg), Martin Morczinietz (Augsburg)
Verteidiger: Aris Brimanis (Kloten/Schweiz), Rainer Köttstorfer (Krefeld)
Stürmer: Sachar Blank (Mannheim), Tino Boos (Köln), Matt Dzieduszycki (Duisburg), Mike Green (Iowa/AHL), Chris Herperger (Kloten/Schweiz)
Abgänge
Goalies: Dennis Hipke (Ziel unbekannt), Christian Künast (Karriereende)
Verteidiger: Brad Schlegel (Karriereende), Michail Kozhewnikow (Hamburg), Todd Simpson (Ziel unbekannt)
Stürmer: Derek Bekar (Ziel unbekannt), Rob Hisey (Ziel unbekannt), Brad Tapper (Iserlohn), Jason Ulmer (Wolfsburg)
Trainer
Chef-Coach: Hans Zach
Co-Trainer: Christian Künast
Prognose
Die Qualität der letzten Saison konnte auf jeden Fall gehalten werden. Auswärts war Hannover top. Zeigt sich das Team in Zukunft auch noch daheim konstant, ist das Ergebnis vom Vorjahr mit Platz sechs nach der Hauptrunde sicherlich erreichbar.
......