Beat the closing line

Sehr interessanter Post, ich habe mich mit der gleichen Frage auch bereits länger beschäftigt und konnte genauso kein Muster feststellen. Im Gegenteil gab es immer wieder Quotenänderungen in beide Richtungen, die für mich in keinster Weise nachvollziehbar waren.
Mrfloppy hast du dir notiert, zu welchem Zeitpunkt (du schreibst zwischen 12 und 160 Stunden) du die Wetten genau virtuell abgegeben hast und kannst daran eine Verteilung erstellen, in welchem Zeitraum du die Closing Line geschlagen hast und in welchem nicht?
 
... Dem möchte ich entgegnen, wenn ich bei einem Fussballspiel zwischen Team X und Team Y für Sieg Team X eine faire Quote von 2,4 errechne und sie zum jetzigen Zeitpunkt bei 2,6 steht, dann spiele ich sie natürlich an, denn sie hat ja in dem Moment Value für mich. Nur weil die Quote bis zum Abpfiff womöglich noch auf 2,8 steigt, bedeutet das ja dann nicht, dass sie dann keinen Value mehr hatte, denn woher bitte schön soll man denn wissen, ob die Quote noch steigt (um wieder zur Ursprungsfrage zu kommen)?

Wenn Du eine Wette @ 2,6 spielst, und sie auf @ 2,8 steigt, heisst das, der Markt, sprich das Geld, war nicht Deiner Meinung.
In winzigen Randligen mag das von minderer Bedeutung sein, aber in großen Ligen, wo Profis unterwegs sind, heißt das praktisch sicher, dass Du das Spiel falsch eingeschätzt hast.
Wäre dem nicht so, würdest Du deutlich erfolgreicher als die Profis sein (und dein Yield wäre zweistellig).

Wie sich eine Quote verändert, kann man nie sicher sagen (alleine weil unvorhersehbare Ereignisse wie Verletzungen auftreten können). Wenn man eine Liga gut kennt, weiss man allerdings in etwa, wie die Quoten am Spieltag stehen werden.
Wie genau man das lernt, kann (und wilI) ich Dir nicht sagen. Aber im Endeffekt kommt es automatisch mit der Zeit, wenn man die finalen Quoten verfolgt, überlegt wieso, weshalb, fehlende Spieler usw einbezieht.
Allerdings sind selbst dann die Quoten nicht immer "logisch". Ich selber behaupte mal dreist über mich, dass ich extrem gut darin bin - und trotzdem gibt es alle ein, zwei Wochen ein Spiel, wo ich den Move einfach nicht verstehe. Bzw erst Wochen später die Erleuchtung kommt, dass mir eine wichtige Variable einfach fehlte.
 
Hallo nochmal an alle und sorry wegen der etwas verspäteten Antwort.

@todestipper:
Gute Idee, die Zeiten nochmal gesondert zu vergleichen, habe ich dann auch direkt gemacht, leider ohne aussagekräftiges Ergebnis. Die Prozentzahlen gingen von -0,3 bis 2,7% und das auch bei einer so überschaubaren Anzahl von Wetten, dass man da nichts wirklich rauslesen kann.

@Andy80:
danke für deine Ausführung. Du hast einen Satz genannt: Wenn man eine Liga gut kennt, weiss man allerdings in etwa, wie die Quoten am Spieltag stehen werden. Eben da würde ich widersprechen. Ich kenne die Bundesliga wirklich gut, habe jetzt zugegebenermaßen nur die Aufzeichnung der letzten Saison, aber beschäftige mich deutlich länger mit ihr. Und ich habe eben keine klaren Muster für Quotenentwicklungen erkannt. Sei es für Favoriten, für Underdogs, für ausgeglichene Partien, für unvorhergesehenes wie Verletzungen etc. etc. Und glaube mir, ich habe es wirklich versucht. Die Quoten schlagen mal so und mal so aus. Du sagst ja selbst auch: Wie sich eine Quote verändert, kann man nie sicher sagen, was meine These ja unterstützt.
Dann sagst du folgendes: Wie genau man das lernt, kann (und wilI) ich Dir nicht sagen. Das ist in der Tat sehr schade, denn so würdest du uns allen die Möglichkeit geben, deine Aussagen genauer validieren zu können. Ich verlange ja auch nicht, dass du alles bis ins kleinste aufdröselst, aber kannst du nicht versuchen, gerne auch in abstrakter Form einen kleinen Einblick zu geben? Es würde uns allen hier helfen, das alles hier besser zu verstehen. Natürlich kann ich verstehen, dass du hart erarbeitete und erlernte Kenntnisse nicht gerne mit der ganzen Welt teilen möchtest. Daher frage ich ja wie gesagt auch nur nach einem kleinen Einblick.
 
Wenn man eine Liga gut kennt, weiss man allerdings in etwa, wie die Quoten am Spieltag stehen werden. Eben da würde ich widersprechen. Ich kenne die Bundesliga wirklich gut, habe jetzt zugegebenermaßen nur die Aufzeichnung der letzten Saison, aber beschäftige mich deutlich länger mit ihr. Und ich habe eben keine klaren Muster für Quotenentwicklungen erkannt. Sei es für Favoriten, für Underdogs, für ausgeglichene Partien, für unvorhergesehenes wie Verletzungen etc. etc.

Ein Muster für Verletzungen gibt es schon. Verletzt sich ein Key Spieler wie Lewa, steigen die Quoten. Aber gut, das ist banal.
Die anderen von Dir angesprochenen Muster gibt es meines Wissens nicht.

Der Begriff "Muster" klingt für mich eh, als verfolgst Du den falschen Ansatz. Montag morgens alle Auswärtsteam mit Quote 1,7-1,8 und Over odds 1,6+ spielen, so funktioniert das nicht.
Der (oder ein) richtige Weg ist, eigene Quoten zu erstellen: Man schaut sich die Buchmacherquoten gar nicht ein, sondern erstellt eigene. Ist man gut darin, werden sich die Quoten am Spieltag in die Richtung der eigenen entwickeln.

Genau dieses Quoten erstellen, "Buchmacher spielen" , ist die Kunst. Da könnte man ewig viel drüber schreiben, es gibt unzählige Ansätze und noch viel mehr Variablen, die ich selber nicht kenne. Alleine das Gewichten fehlender Spieler ist eine Wissenschaft für sich. Leider ein reines Raten und annähern. Mit der Zeit lernt man, dass z.B. ein Lewa (in klaren Favo-Spielen) um die 0,25 line wert ist.

"Die Bundesliga sehr gut zu kennen" ist sicher eine Grundvoraussetzung, aber es ist leider nur ein Teil des Puzzles. Quotenverständnis, also die Fakten in Wahrscheinlichkeiten übertragen, ist genauso wichtig.
 
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Du analysierst selbst die spiele ohne auf den Markt zu schauen? Wieso solltest du mehr wissen in einer Effizienten Liga haben als andere Profis? Natürlich ist es immer gut wenn man sich spezialisiert hat...aber dann doch eher auf Nischenligen wo man noch eher einen Informationsvorsprung gegenüber der Wettbörse oder Pinnacle hat. Die Meldung das sich ein Lewa verletzt hat kommt bei uns doch viel später an als beim Markt (auser Thomas Müller ist dein Buddy) . Wenn sich der beste Goalgetter in der Finnischen 4ten Liga verletzt und du deine Quellen hast dann bist du klar im Vorteil...der Markt checkt sowas sogar erst Stunden oder gar Tage später in solchen Ligen. Für mich ist es unabdingbar die Closing Line zu schlagen....das ist am Ende deine Marge um im Profit zu landen...die Trefferquote spielt für mich eher eine geringere Rolle da in einem Spiel alles passieren kann...den Faktor Glück und Pech kann man nicht berechnen...aber soweit minimieren (hohe Anzahl von spielen) das es kaum noch in die Gewichtung fällt.
 
hallo.

nochmals ne frage von mir. ich hab zwar in der suche - wieder - "beat the closing line" eingegeben, aber erstaunlicherweise kaum was gefunden.

der hintergrund ist folgender. als anfänger bin ich gewillt zu lernen und verschiedene strategien kennenzulernen und zu verstehen. in einem englischsprachigen forum bin ich dann auf die strategie des "beat the closing line" gestoßen.

dabei geht man scheins davon aus, dass man sich wetten sucht (teilweise relativ früh?), die von den bookies von vornherein "falsch" angesetzt wurden und sich in der folge aufgrund des "effizienten marktes" zu einer "wahreren" quote verändern. wenn man diese falsche quoten nun regelmäßig findet, macht man laut dieser strategie auf dauer gewinn.

also ein beispiel, so wie ich das verstanden habe:
- spiel von team 1 gegen team 2
- quote bei nem bookie vor dem spiel 1-2.30, X-3.10, 2-3.25
- man geht nun davon aus, dass die quote auf die 1 "falsch" bzw "unwahr" ist und noch auf eine niedrigere quote fällt und spielt diese früh an (bzw dadurch sind auch die quoten auf X und 2 "falsch" bzw "unwahr" und man geht davon aus, dass sich diese noch erhöhen)
- im verlauf der woche passt sich aufgrund des marktverhaltens (es spielen viele die 1 an, da sie die quote als zu hoch erachten oder der bookie sieht, dass andere bookies das spiel anders bewerten) das quotenverhältnis an, es ergibt sich beispielsweise als endquote 1-1.95, X-3.60, 2-3.60
- hat man nun die 1 für 2.30 (43%) angespielt, hat man gegenüber der endquote von 1.95 (51%) einen klaren vorteil (8%)

so nun die allgemeine vorgehensweise, richtig?

ein aktuelles beispiel, dass mir dabei einfällt, wäre das spiel von ajax gegen salzburg, das ich einerseits selbst schon vor tagen angespielt habe und andererseits auch im forum ja angesprochen wurde.
laut betexplorer waren die startquoten im dezember bspw bei bet365 bei 1-1.73 (58%), X-3.50 (29%), 2-5.00 (20%).
gestern waren die endquoten dann bei 1-2.40 (42%), X-3.50 (29%), 2-3.10 (32%).
hat man nun salzburg frühzeitig angespielt, dann hat man eine um 12%-punkte veränderte quote erzielen können und die endquote massiv schlagen können.

in besagtem forum gab es nun unterschiedliche lager:
- diejenigen, denen das ganze egal war
- diejenigen, die dem "beat the closing line" keine relevanz zu sprachen
- diejenigen, die (angeblich aufgrund eigener erfahrung) behaupten, man würde "automatisch" auf lange sicht gewinn machen, wenn in ca 2/3 seiner wetten die closing line schlägt

ich habe dann mal nachgeguckt und für die letzten wochen verglichen, in wie vielen fällen ich die closing line geschlagen habe und wie viel ich in der jeweiligen woche gewonnen/verloren habe. bei mir persönlich war es dann in der tat so, dass ich in jenen wochen, in denen ich gewinn gemacht habe, tendenziell häufiger die closing line geschlagen habe, als in solchen, in denen ich häufiger drüber lag.

jetzt kann das natürlich in meinem fall aufgrund der geringen anzahl an wetten zufall gewesen sein. aber wie seht ihr das denn?

ist das eine auf dauer gewinn bringende möglichkeit, gewinn zu machen, indem man "falsche" quoten früh sucht und anspielt?
haltet ihr davon nichts, da ihr denkt, der markt wäre nicht immer "effizient"?
ist es euch egal?
würdet ihr einem anfänger raten, sich mit sowas zu beschäftigen?

https://www.sportwettenvergleich.net/wettforum/wettwiki/closingline

Ja, „Beat the Closing Line“ ist eine sinnvolle Lernstrategie, weil sie zeigt, ob du langfristig Value findest, aber allein garantiert sie keinen Gewinn, wenn deine Einschätzungen nicht tatsächlich besser als der Markt sind.
 
Die Quoten kommen bei mir erst in zweiter Linie in Betracht.
Wenn ich analysiert habe und mich auf einen Spielausgang festgelegt habe schaue ich mir die aktuellen Quoten an.
Dann entscheide ich wie ich nun vorgehe.
Ich finde es ziemlich gefährlich nach Quoten bzw. nach dem Marktverlauf Wetten abzugeben.

Sehr zeitig vor den Spielen Wetten abzugeben ist auch nicht mein Ding.
Es kann sich noch einiges bis zum Anpfiff verändern.

Das muss aber jeder für sich entscheiden.
 
Die Quoten kommen bei mir erst in zweiter Linie in Betracht.
Wenn ich analysiert habe und mich auf einen Spielausgang festgelegt habe schaue ich mir die aktuellen Quoten an.
Dann entscheide ich wie ich nun vorgehe.
Ich finde es ziemlich gefährlich nach Quoten bzw. nach dem Marktverlauf Wetten abzugeben.

Sehr zeitig vor den Spielen Wetten abzugeben ist auch nicht mein Ding.
Es kann sich noch einiges bis zum Anpfiff verändern.

Das muss aber jeder für sich entscheiden.

Wenn du dich auf einen Spielausgang schon vor der eigentlichen Analyse auf den Spielausgang festgelegt hast, wäre es doch sinnvoll zuerst die Quote anzuschauen. Du wirst dir ja auch schon Gedanklich eine Quote ausgedacht haben, zu der du diese Partie spielen willst. Wäre die jetzt bereits 5-10% drunter, kannst du dir doch die Analyse der Partie sparen.

Wenn man zeitig die Wetten abgibt, dürfte das auch immer 50/50 stehen ob man mal eine richtige super-Quote erwischt, die 10 oder sogar 15% später einbricht, oder doch um 5-10% zu billig eingestiegen ist. Grad akt. die DFB Pokal Quoten sind das beste Beispiel, wie stark die in den nächsten Tagen und Wochen schwanken werden.
 
Es ist bei mir so, dass mir meistens bei der Betrachtung der Partien Spiele sofort ins Auge springen.
Diese Dinger schaue ich mir dann genauer an.
Ich habe auch nur ein paar Ligen die für meine Tipps interessant sind.
Dadurch sind die Analysen nicht so zeitaufwendig.
Dann beschäftige ich mich mit den Quoten.
Lohnt sich diese Wette als Einzeltipp überhaupt?
Alternativ kommt dann eine Platzierung in einer Kombiwette in Betracht.
Maximal 4 Wetten in einer Kombi.

Früher hatte ich das Problem, dass mich häufig die Quoten dann doch zu stark beeinflusst haben.
Ich glaube, dass geht vielen Wettern so.

Es kommt bei mir auch vor, dass ich Wetten nach dem "Bauchgefühl" abgebe.
Dabei bleibt dann die genauere Analyse aussen vor.