Auflistung Glücksspiellizenzen Deutschland

Schleswig-Holstein: Schleswig-Holstein
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Im restlichen Bundesgebiet (außer NRW derzeit) läuft immer noch ein Konzessionsverfahren, gegen das viele Wettanbieter gerichtlich klagen (20 Lizenzen sollen vergeben werden bei 41 Interessenten). Bis letztendlich alle Lizenzen vergeben sind, kann´s durchaus noch ein bisschen dauern
 
Sehe ich das richtig, dass Sportingbet und Betsafe gar keine Lizenz haben oder gehören die zu einem der hier aufgeführten Unternehmen? Dann wuerde ich derzeit bei Anbietern ohne Konzession spielen, also keine gegenseitigen Ansprüche :O

Wo wohnst/lebst du denn? Berlin? Wenn ja, sind alle Sportwetten, die du nicht bei Oddset spielst, de jure illegal (aber eben de facto in einer rechtlichen Grauzone verhaftet, was in weiten Teilen unserer Republik dazu führt, dass das Wetten bei tipico & Co. ohne strafrechtliche Konsequenzen bleibt). Wenn du bei bwin, digibet oder interwetten spielst, bewegst du dich - solltest du tatsächlich in Berlin wohnen/leben - allerdings in einer wesentlich "komfortableren" Grauzone, weil die Gültigkeit der DDR-Lizenzen meines Wissens nach dort noch nicht in Frage gestellt wird.

/ Mit den Ansprüchen ist das so eine Sache. Im Zweifel ist jeder Eurobookie sehr frei in der Auslegung seiner AGB, die z.T. ohnehin schon sehr weit weg von deutschen Rechtsgrundlagen sind bzw. von unserem allgemeinen "Rechtsverständnis", und einer gerichtlichen Prüfung wohl nicht mal im Ansatz stand halten würden. Blöd nur, dass es bei einem illegalen Geschäft schwer sein wird, seine Rechte vor Gericht einzuklagen...
 
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Wo wohnst/lebst du denn? Berlin? Wenn ja, sind alle Sportwetten, die du nicht bei Oddset spielst, de jure illegal (aber eben de facto in einer rechtlichen Grauzone verhaftet, was in weiten Teilen unserer Republik dazu führt, dass das Wetten bei tipico & Co. ohne strafrechtliche Konsequenzen bleibt). Wenn du bei bwin, digibet oder interwetten spielst, bewegst du dich - solltest du tatsächlich in Berlin wohnen/leben - allerdings in einer wesentlich "komfortableren" Grauzone, weil die Gültigkeit der DDR-Lizenzen meines Wissens nach dort noch nicht in Frage gestellt wird.

/ Mit den Ansprüchen ist das so eine Sache. Im Zweifel ist jeder Eurobookie sehr frei in der Auslegung seiner AGB, die z.T. ohnehin schon sehr weit weg von deutschen Rechtsgrundlagen sind bzw. von unserem allgemeinen "Rechtsverständnis", und einer gerichtlichen Prüfung wohl nicht mal im Ansatz stand halten würden. Blöd nur, dass es bei einem illegalen Geschäft schwer sein wird, seine Rechte vor Gericht einzuklagen...

Dann wird es aber genauso schwer sein für die Anbieter zurückgezogene Gelder von mir zu bekommen? Über Paypal kann ich ja die Einziehung zurückziehen. Wieso dürfen die ihre "Dienstleistungen" hier anbieten, wenn sie doch anscheinend bestimmten Grundsätzen nicht standhalten und daher auch keine Konzession erhalten haben?
 
Dann wird es aber genauso schwer sein für die Anbieter zurückgezogene Gelder von mir zu bekommen? Über Paypal kann ich ja die Einziehung zurückziehen.

Was genau meinst du mit "zurückgezogene Gelder" und "Einziehung"?


Wieso dürfen die ihre "Dienstleistungen" hier anbieten, wenn sie doch anscheinend bestimmten Grundsätzen nicht standhalten und daher auch keine Konzession erhalten haben?

Naja sie dürfen ja eben nicht, sondern tun es einfach. Dafür gibt es viele Gründe. Der Hauptgrund dürfte wohl sein, dass die Behörden in Gibraltar, Malta, den Kanalinseln, Curacau oder Philippinen einen deutschen Vollstreckungstitel nicht anerkennen würden. Schließlich unterliegen die Wettanbieter nicht der deutschen Gerichtsbarkeit. Es würde also einen immensen juristisch-bürokratischen Aufwand (mit unklarem Ausgang) bedeuten, diese Länder zur Kooperation zu zwingen.

Dazu ein paar Auszüge aus einem stern-Artikel von 2009, der aber an Aktualität nicht verloren hat:

Die Bekämpfung der Spielsucht ist die offizielle Begründung für das restriktive Glücksspielrecht in Deutschland, nach dem lediglich die staatlichen Lotto- und Totogesellschaften Lotterien und Sportwetten anbieten dürfen. Spätestens seit diesem Jahr darf außerdem im Internet gar nicht mehr gespielt werden - auch Lotto ist betroffen. Das regelt der neue Glücksspielstaatsvertrag der Bundesländer. Private Wettbüros müssen geschlossen werden - es sei denn, die jeweiligen Landesregierungen erteilen ihnen eine Lizenz, was aber in aller Regel verwehrt wird. Dennoch bleibt die Mehrzahl der Büros geöffnet - in vielen Fällen, auch in Berlin, laufen zwar Ordnungsverfahren, aber sehr langsam.Noch immer gibt es allein hier über 60 Wettbüros. "Die Frage ist immer, wie hart ich gegen die privaten Wettanbieter vorgehen will. Wenn ich das ordnungsrechtlich mache, kann sich ein Verfahren schon mal lange hinziehen", sagt der Hamburger Rechtsanwalt Martin Bahr, der sich auf Glücksspielrecht spezialisiert hat. Seiner Einschätzung nach werden die meisten Wettbüros in Ruhe gelassen. "In München ist es schon vorgekommen, dass ein Sondereinsatzkommando vor der Tür stand. So vorzugehen ist aber sehr mühselig. Da überlegen die Behörden vermutlich, dass es sinnvoller ist, einigermaßen saubere Wettbüros gewähren zu lassen und nur gegen die schwarzen Schafe vorzugehen", meint Bahr. Auch Spieler seien bisher nicht verurteilt worden. "In der Regel werden solche Verfahren eingestellt. Allerdings kann es passieren, dass Ihr Gewinn beschlagnahmt wird", so der Rechtsanwalt.

Machtlose Behörden

Das gilt vor allem für Geld aus Internetspielen, die per Banküberweisung ausbezahlt werden und deshalb leichter auffallen. Nicht nur bei Sportwetten, auch Online-Poker und Kasinospiele erfreuen sich großer Beliebtheit in Deutschland. Doch anders als bei den privaten Wettbüros, sind die Behörden hier komplett machtlos. Erst vor wenigen Tagen ließ der Internet-Anbieter Bwin eine Frist des Oberverwaltungsgerichts Münster verstreichen. Der Richter hatte das Unternehmen aufgefordert, die Internetseite bis zum 16. November für deutsche Internetnutzer zu sperren. 100.000 Euro Zwangsgeld muss das Unternehmen nun zahlen, wird dem aber wahrscheinlich nie nachkommen.
Denn der Glücksspielbetreiber Bwin sitzt mittlerweile vollständig auf der iberischen Halbinsel Gibraltar und entzieht sich somit deutscher Gerichtsbarkeit. "Die Behörden in Gibraltar würden einen deutschen Vollstreckungstitel wahrscheinlich nicht anerkennen", sagt Rechtsanwalt Martin Bahr. So ist es bei fast allen Glückspielbetreibern, die zwar einen Großteil ihres Umsatzes in Deutschland machen, ihren Firmensitz aber Urlaubsinseln wie Malta oder der Isle of Man haben. Das hat auch Konsequenzen für Spieler, die sich ungerecht behandelt fühlen. Weigert sich ein Unternehmen, Gewinne auszubezahlen, kann es nicht dazu gezwungen werden. "Die Gewinne sind ja durch einen an sich gesetzeswidrigen Vertrag zustande gekommen, deshalb können Sie sie auch nicht einklagen", so Bahr.

Sportwetten: Milliardengeschäft in der Grauzone - Sport | STERN.DE
 
Damit meine ich einen über Paypal eingezahlten Betrag zurückzuziehen, den ich an einen Anbieter ohne Konzession geleistet habe und nur noch bei Tipico weiterzuspielen. Soweit ich das überblicken kann, werden bestimmten Anbieter nicht umsonst die Konzession verweigert. Bei Tipico kann man sich in 5 Sekunden von Glücksspielbereich komplett ausschließen.
 
Damit meine ich einen über Paypal eingezahlten Betrag zurückzuziehen, den ich an einen Anbieter ohne Konzession geleistet habe

Klar, kein Problem, sofern es keine Umsatzbedingungen gibt bzw. du die Umsatzbedingungen erfüllt hast.*

*Im Zusammenhang mit dem Geldwäschegesetz ist es bei den meisten Anbietern erforderlich, eine Einzahlung mindestens einmal umzusetzen (Quote wurscht), bevor man auszahlen kann.
 
Ja Paypal bucht das Geld per Lastschrift von meinem Konto ab. Eine Rückgabe der Lastschrift ist möglich. Habe bereits im Bankkonto nachgesehen. Auf dem Paypalkonto muss kein Guthaben sein. Die Frage ist nur, ob und wie Paypal dann Geld vom Wettanbieter zurückbekommt. Die werden sich dann an mich halten. Ähnlich bei sofortüberweisung, wenn man die Überweisung sofort storniert.
 
Die Frage ist dann natürlich ob sich ein in Deutschland rechtswidrig agierender Anbieter nicht eher mit Paypal einige, bevor er einen wohl für ihn selbst negativen Präzedenzfall für viele andere schafft. Fakt ist, dass nicht mal die Konzession aus Schleswig Holstein grundsätzlich bundesweit zu gelten vermag. Man wird sich bestenfalls noch auf eine europäische Dienstleistungsfreiheit berufen. Aber auch ich werde als deutscher Anbieter daran scheitern, mein konzessionsloses Bordell in Schokoladien aufzumachen und dann mein Geld bei einem nichtzahlenden Kunden einzutreiben, wenn ich dort damit gegen geltendes Recht verstoße.
 
Probier´s aus ;) Der Ausgang würde mich extremst interessieren.

Aber auch ich werde als deutscher Anbieter daran scheitern, mein konzessionsloses Bordell in Schokoladien aufzumachen und dann mein Geld bei einem nichtzahlenden Kunden einzutreiben, wenn ich dort damit gegen geltendes Recht verstoße.

..aber deine Steuern als illegaler Bordellbetreiber wärste trotzdem los - wie beim Wetten. Denn egal ob ein Geschäft legal oder illegal ist, das deutsche Steuersystem kennt keine Moral. Deshalb ist es auch unerheblich, ob die Wettanbieter in Deutschland eine gültige Lizenz halten oder nicht. Steuern müssen sie in jedem Fall abführen.
 
Probier´s aus ;) Der Ausgang würde mich extremst interessieren.



..aber deine Steuern als illegaler Bordellbetreiber wärste trotzdem los - wie beim Wetten. Denn egal ob ein Geschäft legal oder illegal ist, das deutsche Steuersystem kennt keine Moral. Deshalb ist es auch unerheblich, ob die Wettanbieter in Deutschland eine gültige Lizenz halten oder nicht. Steuern müssen sie in jedem Fall abführen.

Hast du Mitleid mit den Wettbüros, die vor allem durch die Leute verdienen, die es irgendwann verpasst haben eine Art Selbstkontrolle zu lernen und sich ggf. sogar ihr ganzes Leben zerstört haben (und nein, hier reihe ich mich keineswegs ein)? Die Schutzgesetze haben schon eine gewisse Intention. Und in Deutschland haben vor allem "Schwächere" gesetzliche Privilegien (Minderjährige, Verbraucher). Wir sind zum Glück nicht soweit, dass es ausreicht sich auf eine europäische Dienstleistungsfreiheit zu berufen, um überall den Schrott anzubieten, der vielleicht im eigenen Land toleriert wird. Ich beziehe mich hier vor allem auf 100%iges Glücksspiel (z.B. Roulette, Automaten etc.). Auch bei Poker und Sportwetten erscheint dies fragwürdig, aber hier rechne ich noch eine Wissenskomponente mit ein. Jedoch besteht auch dabei die Gefahr, viel zu verlieren. Umso mehr müssten die Anbieter Schutzvorkehrungen nach den deutschen Gesetzen schaffen. Beispielsweise könnte man die Einzahlungsmöglichkeiten bei einer Neuanmeldung staffeln, nachdem mein Spielverhalten objektiv bewertet worden ist (möglicherweise auch ein Psychotest). Derzeit ist es so, dass ich 50.000 € auf irgendeiner Seite einzahlen und diese sofort, meinetwegen beim Roulette, setzen kann. Diesen Zustand halte ich für hochproblematisch.

Früher gab es auch bei Prostitution keine Ansprüche (sittenwidriges Rechtsgeschäft) gegen den Freier. Da hat maximal der Zuhälter eigenmächtig und rechtswidrig für klare Verhältnisse gesorgt. Man hat aber die Schutzwürdigkeit der Damen erkannt und so das ProstG eingeführt.

Nach dem derzeitigen materiellen Stand und der Umsetzung, die jedweden Schutz ausschließt, sehe ich keine Schutzwürdigkeit der Anbieter und hoffe, dass die Anbieter in ihrem Klagebegehren nicht erfolgreich sind. Welche Schutzwürdigkeit siehst du für die Glücksspielcasinoanbieter in Deutschland auf Grundlage unserer Gesetze?
 
Hast du Mitleid mit den Wettbüros(...)?

Nein, wieso? Meine Kritik bezog sich eher auf die Doppelmoral der deutschen Gesetzgebung. Etwas zum Schutz des Bürgers zu verbieten, sich aber trotzdem daran bereichern wollen, ist rückgratlos und scheinheilig. Und das in einem christlich-demokratisch geführten Land. Eigentlich unvereinbar sollte man meinen.


Früher gab es auch bei Prostitution keine Ansprüche (sittenwidriges Rechtsgeschäft) gegen den Freier. Da hat maximal der Zuhälter eigenmächtig und rechtswidrig für klare Verhältnisse gesorgt. Man hat aber die Schutzwürdigkeit der Damen erkannt und so das ProstG eingeführt.
Man hat vielmehr das finanzielle Potential erkannt. Die Trockenlegung eines Schwarmarkts und die gleichzeitige Kanalisierung in einen staatlich regulierten Bereich soll doch vor allen Dingen fiskale Interessen bedienen.
Um bei deinem Beispiel zu bleiben: Nach dem ProstG müssen Prostituierte Gewerbesteuer, Lohnsteuer, Krankenversicherungs-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherungsbeiträge in die öffentlichen Kassen einzahlen.

Der rechtliche und soziale Schutz ist doch nur der Aufhänger des ProstG - oder maximal eine schöne Begleiterscheinung.

Wenn die bei der Gesetzgebung beteiligten Politiker tatsächlich vorrangig anderes im Sinn hatten, als eine neue Einnahmenquelle zu erschließen, frage ich mich, welche derart am sozialen Schutz von Prostituierten interessierte Lobby dafür verantwortlich gewesen sein soll. [[nixweiss]]


Nach dem derzeitigen materiellen Stand und der Umsetzung, die jedweden Schutz ausschließt, sehe ich keine Schutzwürdigkeit der Anbieter und hoffe, dass die Anbieter in ihrem Klagebegehren nicht erfolgreich sind. Welche Schutzwürdigkeit siehst du für die Glücksspielcasinoanbieter in Deutschland auf Grundlage unserer Gesetze?

Als Grundvoraussetzung für ein ordentliches Rechtsgeschäft nach Maßgabe deutscher Rechtsprechung sehe ich vor allem die Charaktisierung der Sportwetten als Geschicklichkeitsspiel, wie es z.B in Österreich der Fall ist. Das hätte allerdings zur Folge, dass auch wir Spieler vom Staat zur Kasse gebeten würden (so wie es beim Poker in Deutschland schon mehrfach von niederen gerichtlichen Instanzen entschieden wurde).