DEL 30.11.2023 19:30 Uhr
Schwenningen - Mannheim
Bei den Gästen aus
Mannheim gabs am Sonntag nach der Niederlage in München den großen Knall. Coach Lundskog und einer seiner Co-Trainer wurden entlassen. Damit war früher oder später zu rechnen. Dass aber auch Sportchef Alavaara seinen Hut nehmen musste, überrascht dann doch. Schließlich hat er jahrelang hervorragende Arbeit geleistet. Sein Vertrag wurde erst kürzlich bis 2026 verlängert.
Der Nachfolger auf der Trainerbank ist ein Großer seiner Zunft. Mit Dallas Eakins kommt ein Mann, der letzte Saison noch als Chefcoach an der Bande des NHL-Clubs Anaheim Ducks stand. Er übernimmt in Personalunion auch gleich den Managerposten, was den Verdacht nahelegt, dass Alavaara in diesem Drama die Rolle des Bauernopfers einnimmt. Wahrscheinlich hat Eakins zur Bedingung gemacht, beide Jobs zu übernehmen.
Die Frage ist, was ändert das an der Ausgangslage für das Spiel in Schwenningen. Fakt ist, Mannheim verfügt über einen starken Kader. Den muss Eakins nicht besser machen. Gerade zu Beginn der Saison haben sie ihr Können bewiesen. Sie waren das Maß aller Dinge in der Liga. Doch Mitte Oktober kam es zum Bruch. In der Formtabelle der letzten 10 Spieltage ist Mannheim Vorletzter - noch hinter Iserlohn! Ja, es gab ein paar Ausfälle. Die hätten sie aber mit ihrem auch in der Breite starken Kader kompensieren müssen. Ich denke, irgendwas stimmt in der Kabine nicht, irgendwas blockiert die Spieler im Kopf. Ob Lundskog die Ursache war, weiß ich natürlich nicht. Aber in dieser Situation kann ich mir vorstellen, dass der Trainerwechseleffekt eintritt. Jeder wird sich beweisen wollen, die Hierarchien innerhalb des Teams werden neu gebildet. Taktisch kann Eakins in der kurzen Zeit - er ist erst seit heute in Mannheim - natürlich nicht viel ändern.
Definitiv wird MacInnis weiter ausfallen. Bennett und Ennis sind noch fraglich. Spätestes wenn die beiden zurück sind, können die Ausfälle nicht mehr als Ausrede herhalten.
Zu
Schwenningen habe ich schon mehrmals geschrieben. Fast jedes Heimspiel tippe ich auf sie, was diese Saison sehr profitabel ist. Schwenningen führt die Heimtabelle an. Die Gründe sind vielschichtig: Kleine Eisfläche (einzigartig in der DEL), ausgeglichene Reihenbesetzung, guter Zusammenhalt im Team (Gegenteil vom Mannheimer Teamgefüge), von Walker super gecoacht und mit Eriksson den besten Goalie der Liga.
Und genau da liegt morgen das Problem. Laut Schwenninger Webseite gönnt Walker Eriksson eine Pause. Heute steht Brenner im Kasten, mit dem Schwenningen heuer noch keinen Punkt machte, vielmehr sogar deftige Klatschen kassierte:
- Ingolstadt - Schwenningen 7:2
- Bremerhaven - Schwenningen 6:0
- Augsburg - Schwenningen 5:2
- Straubing - Schwenningen 4:1
Bei den ersten 3 genannten Spielen gingen Gegentore auf seine Kappe. Hinzu kommt: Wenn hinten ein unsicherer Goalie im Tor steht, strahlt das oft auf die gesamte Defensive aus. Im letzten Spiel in Straubing jedoch war er gut. Da war ein empty-net dabei, so dass er nur 3 kassiert hat. Aber selbst wenn er einen guten Tag erwischt, eine echte Lebensversicherung wie Eriksson ist er nicht.
Außer Uvira, der schon länger ausfällt, kann Schwenningen aus dem Vollen schöpfen. Zu Beginn der Saison - als Mannheim noch gut war - haben sie bereits einen Punkt aus Schwenningen entführt. Das gelang in dieser Saison erst drei Mannschaften.
Fazit: Ich gehe davon aus (bzw. hoffe), dass bei Mannheim nach dem Trainerwechsel ein Ruck durch die Mannschaft geht. Sie müssen aber auch mehr Schüsse aufs Tor bringen. Denn was nützt ein schwacher Torwart, wenn er nicht beschäftigt wird. Die Startquoten sahen Mannheim noch vorne, mittlerweile bewegten sich die Quoten in Richtung Schwenningen. Ich probiere deshalb die Mannheimer. Auch die over-Quote halte ich für etwas zu hoch. Aufgrund der vielen Fragezeichen auf der Mannheimer Seite bleibt der Einsatz aber überschaubar.
Sieg Mannheim (2-Weg) 2,00 bet365 2,5 EH
über 5,5 Tore 2,20 bwin 1,0 EH