ATP Genf, 17.05.2016, 18 Uhr
Wawrinka - Ramos + 4 @2 (4/10)
Wawrinka ist noch nicht wirklich in French Open Form, aber das kennt man ja von ihm, dass er bei den ATPs vor größeren Grand Slams etwas mit Handbremse unterwegs ist. Stan halt jemand, der sich erst in die Turniere reinfühlen muss und paar Spiele brauch.
Form ist jetzt nicht so extrem schlecht, hatte auch ein schweres Programm teils. Kyrgios (6-7, 6-7), Nadal (1-6, 4-6), Monaco (7-6, 3-6, 4-6). Diese Niederlagen stehen zu Buche aktuell auf clay. Siege gab es vor allem in Monaco gegen Kohlschreiber (2-0), Simon (2-0) und Paire in Rom (2-1).
Aber auf jeden Fall sind die Quoten trotzdem etwas zu sehr pro Wawrinka imo.
Ramos spielt eine ganz gute Saison bisher. Verlor nur gegen Leute wie Bautista-Agut (4-6, 6-7), Cuevas (4-6, 5-7), Delbonis (4-6, 6-7), Tsonga (7-6, 5-7, 4-6) und im vorletzten Spiel gegen Berdych (3-6, 4-6), gegen den er aber kein schlechtes Spiel machte, nur die Breakchancen (7) nicht nutzte.
Also auch gegen die "besseren" Leute schlug sich Ramos aktuell immer ganz gut, auch einer der nie nachsteckt und selten "untergeht".
Das erste Spiel hier in Genf war etwas ein Kampf. Ramos gewann den ersten Satz recht solide mit 6-4 und struggelte dann ungewöhnlich für ihn im 2. (2-6) und Anfang des 3. wo er gleich 0-2 hinten war gegen Gabashvilli, aber mit seiner spanischen Kämpfermoral kam er nochmals zurück und kam wieder ins Momentum. Auf jeden Fall ein Vorteil dass Ramos jetzt hier schon ein längeres Spiel gemacht hat. Wird seinem Rhythmus gut tun und auch dem Gefühl für den Court.
Sehe hier durchaus Parallelen zu letztes Jahr in Genf wo Wawrinka in Runde 2 gegen Delbonis auscheidete (1-2). Runde 1 lies er gegen Rosol auch einen Satz zu (2-1).
Turnier zwar in der Schweiz, aber Motivation wird sich denke ich auch in Grenzen halten vor den French Open. Nimmt er halt noch mit weil er halt Schweizer ist. Denke wäre es nicht in der Schweiz würde er das 250er hier auch nicht unbedingt spielen wollen.
Wawrinka tut sich gegen gute Linkshänder auch oftmals etwas schwer. Gibt es genügend Bsp. in der Vergangenheit gegen Nadal, aber auch weitaus schlechtere Leute wie Mannarino (Miami 2015, 7-6, 7-6), Bemelman (US Open 2015, 6-3, 7-6, 6-4), Young (US Open 2015, 6-3, 1-6, 6-3, 6-4) etc.
Liegt einfach an seinem Spielrhythmus/-stiel. Wenn die linke Vorhand oft Cross kommt, was Linkshänder oft spielen gegen ne einhändige Rückhand, wird Wawrinka öfter etwas passiv, weil er nicht so Druck aufbauen und in den Court reingehen kann. Kann sich den Gegner nicht so zurecht rücken und mit seiner starken Vor- und Rückhand beschleunigen, muss öfter mehr Risiko gehen und so steigt auch die unforced error Zahl, oder der Druck wird vom Gegner zu groß. Ramos auch einer der schon gut die Bälle verteilen kann und dann ein gutes Gespür für den Winner Schlag hat.
h2h bestätigt die Analyse auch, auch wenn teils schon etwas länger her. Von Wawrinkas Sicht.
US Open 2015 (7-5, 6-4, 7-6)
Estoril (clay) 2013 (1-6, 6-3, 6-4)
Buenos Aires (clay) 2013 (7-6, 6-4)
Shanghai (hardcourt) 2012 (7-6, 7-6)
Acapulco (hardcourt) 2012 (6-3, 3-6, 6-3)
Wie man sieht sogar auf hardcourt immer recht eng gewesen, was Ramos nicht wirklich so liegt.
Denke mit + 4 macht man hier nichts verkehrt.