Spanien

Nach der verkorksten WM 2014 hat Spanien mittlerweile zu alter Stärke zurückgefunden. Die Iberer, die von 2008 bis 2012 mit der Weltmeisterschaft und zwei Europameisterschaften alle möglichen Titel abräumten, haben eine souveräne Qualifikation gespielt. Bei den Wettanbietern wird das Team von Trainer Julen Lopetegui Argote als Mitfavorit gelistet. Der große Vorteil: Alle Spieler sind bei Topvereinen unter Vertrag, kennen sich also auf internationaler Bühne bestens aus und können auch mit Druck umgehen. Ein Vorrunden-Aus wie vor vier Jahren wird den Iberern nicht mehr passieren. Spanien spielt in der Vorrunde gegen Europameister Portugal (15. Juni, 20 Uhr), gegen den Iran (20. Juni, 18 Uhr) und gegen Marokko (25. Juni, 18 Uhr).

Zwischenzeitlich hatte Ende des vergangenen Jahres die Nachricht über einen möglichen WM-Ausschluss Spaniens für Furore gesorgt. Zum Hintergrund: Die Fifa legt großen Wert darauf, dass sich staatliche Organe nicht in die Angelegenheiten der jeweiligen Fußballverbände einmischen. In Artikel 19 der Weltverbands-Statuten ist genau das festgehalten. Er besagt: „Jeder Mitgliedsverband muss seine Belange eigenständig und ohne unzulässige Einflussnahme Dritter bestimmen.” Der konkrete Vorwurf an Spanien: Der Oberste Nationale Sportrat hatte den Fußballverband im vergangenen Mai zu Präsidentschafts-Neuwahlen gedrängt, nachdem Korruptionsvorwürfe gegen den damaligen Amtsinhaber Angel Maria Villar die Runde machten. Eine staatliche Einflussnahme, die klar gegen Artikel 19 verstößt. Doch mittlerweile ist das Thema weitgehend vom Tisch. Die Italiener, die sich Hoffnung auf ein Nachrücken machten, müssen daheim bleiben.

  • Aktueller Kader

    Seit Sommer 2016 ist Julen Lopetegui Coach der spanischen Nationalmannschaft. Die Qualifikation absolvierte der ehemalige Torhüter mit seinem Team souverän. Lopetegui war vor seinem Engagement beim FC Porto (Mai 2014 bis Januar 2016) Jugendtrainer beim spanischen Verband. 2012 wurde er mit der U19 Europameister, im Jahr 2013 dann Europameister mit der U21. Fernando Hierro steht seit November 2017 dem Coach als Sportdirektor zur Seite. Der 49-Jährige hatte das Amt bereits in der Zeit von 2007 bis 2011 inne. Hierro helfen, die Spannungen zwischen Schlüsselspielern und Führungspersonen des Fußballverbandes abzubauen, welche in Folge des Korruptionsverdachts gegen den suspendierten Präsidenten Ángel María Villar entstanden waren. Der Kader ist erfahren und erfolgsverwöhnt. Alle Spieler sind bei europäischen Topvereinen engagiert, die spanische Liga zählt zu den besten der Welt. In den vergangenen Spielen eilten die Iberer von Erfolg zu Erfolg. Zuletzt gab es im November 2017 ein 5:0 gegen WM-Teilnehmer Costa Rica. Das war der sechste Sieg in Folge für La Roja. Leistungsträger sind Keeper David de Gea, die Innenverteidiger Gerard Piquè und Sergio Ramos, Andrés Iniesta, Isco, David Silva. Bestens aus der Bundesliga bekannt ist Thiago vom FC Bayern München, der zwar verletzungsanfällig ist, aber seinen Stammplatz sicher hat, wenn er gesund bleibt. In der Fifa-Weltrangliste belegt Spanien zurzeit den sechsten Platz.
  • Der Weg Zur WM

    Spanien spielte die WM-Qualifikation in der Gruppe G mit Liechtenstein, Italien, Albanien, Mazedonien und Israel. In zehn Spielen gelangen den Iberern neun Siege und ein Unentschieden beim 1:1 in Italien. Das bedeuteten 28 Punkte und 36:3 Tore. Die höchsten Siege gelangen beim Vor- und Rückspiel gegen Liechtenstein (jeweils 8:0). Zweiter wurde Italien, das bekanntlich dann in den Play-Offs an Schweden scheiterte.
  • Top-Stars

    Weltmeister, zweifacher Europameister, dreimaliger Champions-League-Sieger, vierfacher spanischer Meister. Sergio Ramos hat eigentlich genug Titel gewonnen, müsste sich keinem Druck mehr aussetzen, sondern könnte vieles ruhiger angehen lassen. Seit 13 Jahren ist der Innen- und Rechtsverteidiger eine feste Größe im spanischen Nationalteam. Mit 18 Jahren und 361 Tagen war Ramos der jüngste Debütant im spanischen Team seit 64 Jahren. Der mittlerweile 31-Jährige ist Kapitän von Real Madrid und für viele Nachwuchsspieler ein Vorbild an Einsatz, Einstellung und Leistungsbereitschaft. Die WM in Russland dürfte das letzte große Turnier von Ramos sein. Mit Gerard Piquè (Barcelona) bildet Ramos seit vielen Jahren eine kongeniale Innenverteidigung.
  • Prognose & Quoten

    Ein Vorrunden-Aus wie bei der WM 2014 wird den Spaniern ganz sicher nicht mehr passieren. Da gab es gleich zum Auftakt ein 1:5 gegen die Niederlande. Nun ist das erste Spiel aber auch gleich wieder das schwerste: Europameister Portugal zum Auftakt. Das ist eine ausgesprochen schwere Aufgabe, bietet aber gleichzeitig die Möglichkeit, schnell ins Turnier zu finden. Die weiteren Gegner Iran und Marokko dürften kein Problem für die Spanier bilden. Im Achtelfinale dann könnten Russland, Saudi-Arabien, Uruguay oder Ägypten die Gegner sein. Davor muss nun wirklich kein Spanier Angst haben. Spanien hat alles drauf, was ein möglicher Weltmeister benötigt. Viele Spieler sind sehr erfahren, manche Kritiker beklagen indes eine Überalterung des Teams. Unter die besten Vier kann Spanien allemal kommen. Und ab dem Halbfinale ist ja tatsächlich alles drin.
  • Heiße Wetten

    Bei Bet365 ist Spanien mit einer Quote von 8,50 gelistet, wenn das Team Weltmeister wird. Nur Deutschland, Brasilien und Frankreich haben eine geringere Quote. Die Experten trauen den Iberern also einiges zu. Wenn Alvaro Morata Torschützenkönig wird, dann gibt es 26 für eins. Bei einem Einzug der Spanier ins Halbfinale bietet bet365 eine Quote von 2,37.

Drehe am Glücksrad!

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